Kann man mit einer Sonnenbrille in einen Atompilz gucken?

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13 Antworten

Wie lang der Feuerball dauert, hängt ganz von der Größe der Bombe ab. Je mehr Sprengkraft, desto länger hält der Effekt an. Bei den heute üblichen Waffen im unteren bis mittleren Kilotonnen-Bereich sind es nur Sekunden oder sogar nur Sekundenbruchteile (vgl http://www.stardestroyer.net/Empire/Science/Nuke.html) aber sollte es sich um einen Kracher von drei Megatonnen handeln, hättest du immerhin 7,4 Sekunden, um zu deinen Raybans zu greifen.

Das nützt dir aber nur etwas, wenn du zum Zeitpunkt der Detonation mehr oder weniger genau in die andere Richtung gekuckt hast, sonst bist du eh blind, entweder zeitweise oder dauerhaft.

Ich hab mal einen Bericht von jemandem gelesen, der in seinem Leben mehreren oberirdischen Atomtests beiwohnte. Der meinte, optimal wären eigentlich nicht die Schweißerbrillen, die sie dort wahlweise ausgeteilt hätten, denn die sorgen natürlich dafür, dass sich die Pupillen vor der Explosion weiten, und dann ziehen sie sich anschließen nicht wieder schnell genug zusammen, dass man den restlichen Verlauf des Ereignisses optimal beobachten kann, ob mit oder ohne Brille. Besser sei es, sich bei der Zündung abzuwenden und dann nach dem "first light" wieder umzudrehen. Auf die Weise seien die Augen letztlich besser und schneller an die Lichtverhältnisse angepasst.

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Der Atomblitz ist noch heller als die Sonne. Wenn überhaupt, brauchst du so eine Spezialbrille, mit der man z.B. bei einer Sonnenfinsternis auch direkt in die Sonne blicken kann. Eine normale Sonnenbrille dämpft viel zu schwach, da macht dich der Atomblitz blind.

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Das kommt auf die Entfernung an, denn wenn du mehrere km entfernt bist bläßt dich immer noch die Druckwelle weg. Unterumstäden fliegt dabei auch deine Sonnenbrille vondannen. Aus einer Entfernung aus der dich die Druckwelle nicht erreicht, benötigst du auch keine Sonnenbrille mehr. Darüberhinaus schaffst du es auch leider nicht, deine Sonnenbrille rechtzeitig aufzusetzen. Du könntest jeden Tag in freudiger Erwartung eine tragen, aber wie groß wäre die Enttäuschung, wenn der Berg auf der linken Seite die Sicht versperrt und du nur an der Strahlenkrankheit erkrankst? 

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Klar kannst du mit einer Sonnenbrille in einen Atompilz gucken. Die Schwierigkeit wird sein, so einen Atompilz zu finden. Sie sind ganz selten zu sehen.

Wenn du aber wirklich die Gelegenheit hast, in einen Atompilz zu gucken, dann solltest du die Sonnenbrille abnehmen.

Einmal, du siehst dann den Atompilz besser. Zum anderen: du brauchst die Sonnenbrille sowieso nicht mehr.

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RischijKot 15.07.2017, 00:07

Ab einer Entfernung >10 km wird man nicht zwingend sterben!

Atompilze also nur von der Ferne beobachten!

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Skinman 15.07.2017, 00:56
@RischijKot

Kommt ganz auf die Größe der Bombe an. Beim ersten Atomtest befand sich in 3,2 km Entfernung ein hölzernes Farmhaus, die McDonalds-Ranch, die kann man heute noch besichtigen. Da ging genau eine Fensterscheibe zu Bruch und sonst gar nichts. Auch euch beiden sei http://nuclearsecrecy.com/nukemap/ ans Herz gelegt.

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zetra 15.07.2017, 14:00
@Skinman

Die in Bueshel gelagerten A-Waffen haben jede eine zwanzigfache Sprengwirkung von der A-Bombe Hiroshima. Somit muessen diese Zahlen hier alle mal 20 genommen werden, dann kommen wir der Realitaet naeher. Nichts verniedlichen, sondern den Tatsachen ins Auge schauen.

PS: Der "Gegner" hat sicherlich die gleichen Staerken, wenn nicht noch staerker?

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Skinman 15.07.2017, 23:19
@zetra

Weit gefehlt. Es gilt natürlich auch hier das 1/r²-Gesetz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Abstandsgesetz

Jedenfalls bei den Strahlungsintensitäten, wobei radioaktive Strahlungsarten zusätzlich stark von der Atmosphäre absorbiert werden.

Der Effekt der Druckwelle verringert sich sogar umgekehrt proportional zur Entfernung hoch drei. Deswegen reicht die Hitzestrahlung bei großen Waffen sehr viel deutlicher weiter als die Druckwelle.

Und eben weil diese ganzen Skalierungen keineswegs auf der Hand liegen, ist ein Blick auf den Nukemap-Simulator so empfehlenswert, bevor man irgendwas behauptet oder sich einredet.

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Kannst du - aus 50++ km Entfernung - ansonsten bist du blind!

Das sollte dich aber nicht allzusehr beunruhigen, wenn du dir die Explosion einer Megatonnenbombe aus 10-15 km Entfernung gönnst, denn du wirst gleichzeitig ordentlich durchgebraten - jedenfalls von außen!

Innerlich fängst du dir ordentlich Gammastrahlung ein, die ganz schnell zum Multiorganversagen führt, aber dieses "schnell" dauert immerhin einige Stunden.

Allerdings ist es trotzdem eine gute Idee sich bei einem Nuklearangriff auf's Hausdach zu setzen und das Spektakel für eine Sekunde zu genießen - ist dann schneller vorbei, als wenn du dich in einem Keller versteckst...

Gruß

Ach so - den Pilz kannst du dir auch ohne Sonnenbrille ansehen - aber du meinst vermutlich den Explosionsblitz!?

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RischijKot 15.07.2017, 00:11

Kommt aber auch auf die Windrichtung an, auf der Windseite kann es sinnvoll sein, in einen Keller zu gehen, auf der windabgewandten Seite wollte ich nicht sein, dann stirbt man qualvoll...

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nax11 15.07.2017, 00:26
@RischijKot

Der Gammastrahlung ist die Windrichtung völlig egal - die breitet sich genau wie Licht aus und macht dich schön knusprig!

Was die vorherige Windrichtung betrifft, so ist die für den Fallout völlig irrelevant, denn erstmal bläst der Wind von der Explosion weg (und holt dich vom Dach) und nach kurzer Zeit entsteht ein Gegenwind. Beides natürlich in Orkanstärke.

Du bist also in jedem Fall großzügig mit Radioaktivität eingedeckt - auch mit Fallout. Spätere Winde sollten dich nicht mehr übermäßig tangieren - du hast in jedem Fall genug abbekommen.

Falls du dich doch in einen Bunker verkriechst, dann sollte das kein öffentlicher Schutzraum sein, den du nach kurzer Zeit wieder verlassen mußt - sondern ein privater Bunker mit Vorräten für mehrere Jahre, einem Tiefbrunnen, leistungsfähigen Luftfiltern und einem eigenen Kraftwerk sein - Waffen brauchst du natürlich auch, weil jeder Überlebende an deine Vorräte will...

Apropos - was soll die Frage überhaupt?

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RischijKot 15.07.2017, 01:18
@nax11

Stimmt, sie nimmt aber auch mit der Entfernung im Quadrat ab. Angenommen ich halte mich im Taunus auf, es weht Wind aus Nordwest und über FFM explodiert eine Atombombe - bin ich hinter einer stark genugen Mauer, kriege ich keine Gammastrahlung ab. 

Das blöde ist nur, so schnell könnte man gar nicht reagieren, hinter einer Mauer zu hüpfen.

Danach folgen die Stürme, also ab in den Keller. Man müßte mindestens 14 Tage durchstehen, bis das gröbste vorbei ist, um dann ins Auto zu steigen und paarhundert km in die Gegenrichtung zu fahren.

Problem: Springt das Auto überhaupt an? EMP-Wellen zerstören sämtliche Elektronik auch im weiteren Umkreis. Da nützen dann auch die 300 Liter Vorrat an Benzin nichts mehr...

Keine Ahnung, wie man auf solche Fragen kommt, denke mal eine latente Kriegsangst (den Medien sei Dank) kombiniert mit eigener Phantasie.

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nax11 15.07.2017, 01:35
@RischijKot

Düstere Fragen, aber trotzdem...

Weiter unten hat Skinman einen Simulatorlink:

http://nuclearsecrecy.com/nukemap/

Gegen die unmittelbare Strahlung schützt dich jeder genügend tiefe Graben ganz hervorragend. Wenn du ein kleines bischen Strahlung abbekommst ist das noch nicht tödlich - der Zeitfaktor, also die Einwirkungszeit spielt bei jedem Energietransfer eine Rolle. Danach mußt du allerdings zusehen, daß du in irgendeinem Keller verschwindest. Willst du dort länger aushalten, dann benötigt er das oben beschriebene: Lebensmittel-, Wasser-, Luft- und Energieversorgung.

Ein Auto kannst du trotz eines EMP intakt halten, wenn es genügend alt, also frei von Elektronik ist, oder in einer Tiefgarage steht. Bei genügender Entfernung auch durch elektronische Schutz- und Abschirmungsmaßnahmen.

Das Auto solltest du nach einer Explosion aber nur dann benutzen, wenn du einen Luftfilter eingebaut hast. Ansonsten - wo willst du denn hinfahren? In Deutschland kannst du im Falle eines Atomkrieges mit einem durchaus flächendeckenden Bombardement rechnen. Um davor abzuhauen brauchst du ein Schiff mit großer Reichweite.

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www.contratom.de/.../heute-vor-60jahren-erster-truppenversuch

Um mal den tatsaechlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, hast du hier einen Bericht aus der Wirklichkeit.

Tatsache ist, die Verantwortlichen hatten bis dato selber keine Ahnung ueber die Auswirkungen, ansonsten haetten sie nicht knap 3 Tsd. Soldaten dem sicheren Tod ausgesetzt.

Deine Sonnenbrille bezeichne ich als Ironie, denn wirklich kann ich nicht daran glauben, das so ein Wunsch bestehen koennte?

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Skinman 15.07.2017, 13:44

Der "sichere Tod" steht uns allen bevor. Ich will die US-Regierung da nicht für die Desert-Rock-Operationen in Schutz nehmen, auf die du wahrscheinlich abhebst https://en.wikipedia.org/wiki/Desert_Rock_exercises) aber es ist absurd, das darzustellen als sei es dabei zu 3000 unmittelbaren Todesopfern gekommen, geschweige denn als seien diese eigens angeordnet worden.

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zetra 15.07.2017, 13:53
@Skinman

Das habe ich auch nicht behauptet, sie wussten es nicht, somit ist mindestens Fahrlaessigkeit im Spiel. Diese Soldaten sind ja alle gestorben, sogar an ihren Kindern wurden mehr Unnormalitaeten festgestellt.  Skinmann, ich lese mir die Berichte moeglichst genau durch, um nicht falsche Schluesse zu ziehen. Mache du es bitte genau so.

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Skinman 15.07.2017, 23:21
@zetra

Ich wage zu behaupten, dass ich wesentlich mehr und differenziertere Quellen zu diesem Thema gelesen habe als du. Deine polemische Darstellung bringt niemanden weiter, am allerwenigsten übrigens Kritiker von US-Regierungshandeln.

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Hallo.

Wenn die fällt es  heute für den Menschen zu spät. Du wirst nichts mehr sehen.

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Nein, ein Atompilz strahlt Licht in ALLEN Wellenlängen ab, auch Röntgenstrahlung, Gammastrahlung u.ä., das hält eine Sonnenbrille nicht ab.

Also ne Mauer aus 1 m starkem Blei wäre sicherer ^^

Davon abgesehen könntest Du so schnell gar nicht reagieren...

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Skinman 15.07.2017, 01:02

Wenn er so nah dran ist, dass ihm die Gammastrahlung der eigentlichen Kernexplosion groß was macht, ist sowieso alles egal, weil er dann ohnedies durch die Hitzestrahlung und/oder Druckwelle stirbt. Jedenfalls bei so ziemlich allen heute üblichen Waffen mit einer Sprengkraft oberhalb zehn bis 15 kt.

Also das wäre hauptsächlich ein Problem bei einem Terrorangriff.

Davon ganz ab ist der Blitz und selbst der Feuerball in diesem Bereich eh viel zu schnell vorüber als dass man währenddessen zur Sonnenbrille greifen könnte.

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RischijKot 15.07.2017, 01:08
@Skinman

Ich ging von einer "Beobachtungsstelle" aus z.B. 30 km Entfernung aus. Den Pilz würde man länger sehen, das dauert eine Weile bis sich der Staub in der Atmosphäre verteilt - aber dieser Atompilz gibt ja auch noch Gammastrahlung ab... Natürlich expotentiell abnehmend zur Zeitdauer...

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Ich glaube, dass du besseres zu tun hast, als dir den schönen Pilz anzusehen, wenn eine Bombe fällt.

nimm's nicht persönlich, aber diese Frage landet unter den Top-dümmsten Fragen knapp hinter "Gibt es Taub-Stumme mit Torette, die in Gedanken fluchen?"

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Wenn die Bombe bei Dir fällt, bist Du sofort tot. Die Sonnenbrille nützt dann nichts mehr. 

http://www.atomwaffena-z.info/wissen/atombombe/auswirkungen.html

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Skinman 15.07.2017, 00:51

Keineswegs. Geh auf http://nuclearsecrecy.com/nukemap/ und experimentiere mal ein wenig.

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Skinman 15.07.2017, 13:57
@beangato

Ich weiß, warum bei den ersten US-Beobachtern, die da Monate später aufliefen, der falsche Eindruck entstanden ist, da seien jede Menge Opfer einfach "verdampft": Weil die Überlebenden die zahllosen Leichen, auf die das nicht zutraf, inzwischen geborgen und beseitigt hatten.

Was da tatsächlich passiert ist, bei einer sehr viel geringeren Anzahl an Opfern als ursprünglich angenommen, nennt sich "Karbonisierung", gefolgt von der sofortigen Zerstreuung ihrer Asche durch die Druckwelle.

https://www.quora.com/Were-people-in-Hiroshima-actually-vaporized-Did-they-turn-to-dust

Hauptsächlich im Freien und in unmittelbarer Nähe des Epizentrums.

Das ist halt auch wieder so ein Mythos, der sich verselbstständigt hat, teils möglicherweise aus schlechtem Gewissen auf Seiten der Amerikaner, die such auf diese Weise einreden konnten, für die meisten Opfer sei es "kaum zu spüren" und "ganz schnell vorbei" gewesen.

Dagegen hat es bereits in wenigen hundert Metern vom Epizentrum sogar vereinzelte Überlebende gegeben, die sich zu dem Zeitpunkt in einem der wenigen Stahlbeton-Gebäude der Stadt aufhielten, wie Akiko Takakura (https://www.inicom.com/hibakusha/akiko.html).

Ist halt alles nicht so einfach und kommt halt alles drauf an, unter anderem wie gesagt auf die tatsächliche Sprengkraft der Waffe, die Entfernung, die  Explosionshöhe... so lange man solche Faktoren nicht mit erwähnt, betreibt man lediglich faktenfreies Geschwafel.

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Dir geht es also nur um die Lichtstrahlen?

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GelbeForelle 14.07.2017, 22:57

dann kommt es logischerweise auf die Entfernung an und auf deinen Blickwinkel. mit einer billigen Sonnenbrille auf Nähe brennt eine 50w Led in den Augen. und eine Atombombe hat eine weit höhere Leistung.

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Da brauchst du eine Spezialbrille 

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die AMIs haben es gemacht auf dem Bikini Atoll

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dummerharry 14.07.2017, 23:03

nur mit Sonnenbrille in den Atompilz gesehen ....aus 3km Entfernung gibt es eine Reportage drüber.

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