Kann man Fliegenpilze wirklich essen?

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10 Antworten

Komme gerade von einem Mushroom Workshop mit David Arora in Mendocino County, Nordkalifornien, zurueck, wo wir 4.5kg Fliegenpilze gesammelt und gegessen haben. Der Trick ist, dass man die Pilze kocht (mind. 15min) und das Wasser wegkippt. Ueber 70 Leute haben davon gegessen und niemandem ist schlecht geworden noch hat jemand Halluzinationen bekommen. Rezpte finden sich in verschiedenen Laendern bis Ende des 19. Jahrhunderts und anscheinend gelten sie auch heute noch als Delikatesse in der Region um Nagano, Japan.

Der Name sagt mir was, danke für den Bericht.

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Ja man kann sie essen. Im rohen Zustand befindet sich je nach Varietät und Zustand des Pilzes Ibotensäure welche Magen-Darm-aktiv ist. Ich habe jedoch auch schon mehrere rohe Pilze gegessen und es gab gar keine Wirkung. Es gab/gibt auch weltweit zahlreiche Fliegenpilzgerichte. Man sollte jedoch wenn man einen unzubereiteten/rohen Pilz essen will trotzdem vorsichtig sein aufgrund der Wirkstoffschwankungen. Um sicher zu gehn kann man die Pilze in Wasser legen bzw. kochen, dann ist die Ibotensäure kein Problem mehr, oder du kannst sie trocknen um Ibotensäure zu muscimol umzuwandeln. Dieses wirkt psychoaktiv. (die Wirkung wirds vorallem als beruhigend beschrieben und man erlebt sehr intensive Träume, was interessant ist) Ein kleiner Bissen vom rohen Pilz ist unbedenklich solange man nicht allergisch darauf reagiert etc. aber dies trifft auch auf Paprika oder Katzen zu.

Um die letale Dosis von Fliegenpilzen zu bestimmen, ist zu untersuchen, in welcher Menge Muscimol im Fliegenpilz vorkommt. Darauf basierend, lässt sich eine Zahl von Pilzen errechnen, die mit großer Wahrscheinlichkeit einen tödlichen Verlauf einer Fliegenpilzvergiftung ausschließt. In frischen Fliegenpilzen findet sich der Hauptwirkstoff Ibotensäure in Konzentrationen von 0,03 bis 0,1 % der Pilzmasse. Während des Trocknens verliert der Pilz etwa 90 % seiner Masse infolge des Verdunstens des Zellwassers. Zugleich decarboxyliert die Ibotensäure zu Muscimol, welches nun mit 1 % in der Trockenmasse den Hauptwirkstoff darstellt. Die zuvor geschätzte letale Menge von 1 g Muscimol ist folglich gleichbedeutend mit 100 g Fliegenpilz-Trockenmasse. Dies entspricht einer Masse von 1000 g frischer Fliegenpilze. Ein einzelner mittelgroßer Fliegenpilz wiegt durchschnittlich 100 g. Somit ergibt sich als Untergrenze einer möglichen tödlichen Dosis die Menge von 10 ganzen Fliegenpilzen.

Wer Fliegenpilze als normalen Speisepilz benutzen möchte, legt ihn für einige Stunden in klares Wasser. Die psychoaktiven Stoffe lösen sich im Wasser, der Pilz ist frei von Giftstoffen und steht für die Zubereitung zur Verfügung.

MFG PrincePaul

Also wenn man sie richtig wirklich richtig zubereitet wie früher in hamburg sind sie nch giftig das ist aber recht aufwendig finde ich

Muskarin hat in etwa die selbe wirkung auf eine Synapse im nervensystem wie nikotin oder acetylcholin, nur besetzt es andere Rezeptoren, siehe video

http://www.environmen.net/ (dann auf Muskarin & Nikotin)

und wirkt daher wohl etwas stärker und anders..

Amanita muscaria (Fliegenpilz) - (Gesundheit, essen, Pilze)

Wer Fliegenpilze als normalen Speisepilz benutzen möchte, legt ihn für einige Stunden in klares Wasser. Die psychoaktiven Stoffe lösen sich im Wasser, der Pilz ist frei von Giftstoffen und steht für die Zubereitung zur Verfügung.

MFG, PrincePaul

Der braune als auch der rote Fliegenpilz sind als giftig einzustufen! Beide enthalten beide die gleichen Alkaloide (Muskarin). Das Muskarin ist der Hauptbestandteil, der nach dem Genuß einer bestimmten Menge von frischen o. getrockneten Fruchtkörpern die Vergiftung hervorruft. Die Wirkung ähnelt dem Alkoholrausch und ruft Störungen der Nerventätigkeit u. Verdauungsbeschwerden hervor. Ein gesunder Mensch überwindet meistens schnell diese Vergiftung ohne weiteren Folgen.

Quelle: Pilze - bestimmen + sammeln, Lingen-Verlag, Köln

Nicht Muskarin, sondern Muscimol.

Muskarin ist ein vegetatives Nervengift, das man hauptsächlich in Trichterlingen und Rißpilzen findet, im Fliegenpilz kommt es nur wenig vor.

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diese frage hatten wir erst vorgestern?!

grundsätzlich sind die giftig. man behauptet aber man könne sie essen wenn man die giftige haut ablöst. aber probieren würde ichs nicht.

essen würde ich sie auch nicht, denn sie berauschen stark. (sh suchtverhalten in mongolischen völkern)

Auch bei Sibirern soll Fliegenpilzschnaps getrunken werden.

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Sucht wohl eher weniger als nach Feierabendbier, aber wenn du sowas schreibst, wollen es alle probieren, aber du sagst nicht, daß man sie vorher trocknen oder erhitzen muß !

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