Kann man Fliegenpilze wirklich essen?

9 Antworten

Um die letale Dosis von Fliegenpilzen zu bestimmen, ist zu untersuchen, in welcher Menge Muscimol im Fliegenpilz vorkommt. Darauf basierend, lässt sich eine Zahl von Pilzen errechnen, die mit großer Wahrscheinlichkeit einen tödlichen Verlauf einer Fliegenpilzvergiftung ausschließt. In frischen Fliegenpilzen findet sich der Hauptwirkstoff Ibotensäure in Konzentrationen von 0,03 bis 0,1 % der Pilzmasse. Während des Trocknens verliert der Pilz etwa 90 % seiner Masse infolge des Verdunstens des Zellwassers. Zugleich decarboxyliert die Ibotensäure zu Muscimol, welches nun mit 1 % in der Trockenmasse den Hauptwirkstoff darstellt. Die zuvor geschätzte letale Menge von 1 g Muscimol ist folglich gleichbedeutend mit 100 g Fliegenpilz-Trockenmasse. Dies entspricht einer Masse von 1000 g frischer Fliegenpilze. Ein einzelner mittelgroßer Fliegenpilz wiegt durchschnittlich 100 g. Somit ergibt sich als Untergrenze einer möglichen tödlichen Dosis die Menge von 10 ganzen Fliegenpilzen.

Komme gerade von einem Mushroom Workshop mit David Arora in Mendocino County, Nordkalifornien, zurueck, wo wir 4.5kg Fliegenpilze gesammelt und gegessen haben. Der Trick ist, dass man die Pilze kocht (mind. 15min) und das Wasser wegkippt. Ueber 70 Leute haben davon gegessen und niemandem ist schlecht geworden noch hat jemand Halluzinationen bekommen. Rezpte finden sich in verschiedenen Laendern bis Ende des 19. Jahrhunderts und anscheinend gelten sie auch heute noch als Delikatesse in der Region um Nagano, Japan.

Der Name sagt mir was, danke für den Bericht.

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Der braune als auch der rote Fliegenpilz sind als giftig einzustufen! Beide enthalten beide die gleichen Alkaloide (Muskarin). Das Muskarin ist der Hauptbestandteil, der nach dem Genuß einer bestimmten Menge von frischen o. getrockneten Fruchtkörpern die Vergiftung hervorruft. Die Wirkung ähnelt dem Alkoholrausch und ruft Störungen der Nerventätigkeit u. Verdauungsbeschwerden hervor. Ein gesunder Mensch überwindet meistens schnell diese Vergiftung ohne weiteren Folgen.

Quelle: Pilze - bestimmen + sammeln, Lingen-Verlag, Köln

Nicht Muskarin, sondern Muscimol.

Muskarin ist ein vegetatives Nervengift, das man hauptsächlich in Trichterlingen und Rißpilzen findet, im Fliegenpilz kommt es nur wenig vor.

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Ja man kann sie essen. Im rohen Zustand befindet sich je nach Varietät und Zustand des Pilzes Ibotensäure welche Magen-Darm-aktiv ist. Ich habe jedoch auch schon mehrere rohe Pilze gegessen und es gab gar keine Wirkung. Es gab/gibt auch weltweit zahlreiche Fliegenpilzgerichte. Man sollte jedoch wenn man einen unzubereiteten/rohen Pilz essen will trotzdem vorsichtig sein aufgrund der Wirkstoffschwankungen. Um sicher zu gehn kann man die Pilze in Wasser legen bzw. kochen, dann ist die Ibotensäure kein Problem mehr, oder du kannst sie trocknen um Ibotensäure zu muscimol umzuwandeln. Dieses wirkt psychoaktiv. (die Wirkung wirds vorallem als beruhigend beschrieben und man erlebt sehr intensive Träume, was interessant ist) Ein kleiner Bissen vom rohen Pilz ist unbedenklich solange man nicht allergisch darauf reagiert etc. aber dies trifft auch auf Paprika oder Katzen zu.

Wer Fliegenpilze als normalen Speisepilz benutzen möchte, legt ihn für einige Stunden in klares Wasser. Die psychoaktiven Stoffe lösen sich im Wasser, der Pilz ist frei von Giftstoffen und steht für die Zubereitung zur Verfügung.

MFG PrincePaul

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