Kann man als absolute Matheniete, innerhalb eines ganzen Jahres, die komplette Schulmathematik lernen, um wirklich gut in Mathe zu werden?

13 Antworten

Im Studium ist es nicht unüblich, dass man in zwei Semestern mehr lernt als in dem selben Fachgebiet in 13 Jahren Schule. Von der Menge her ist das also auf jeden Fall schaffbar.

aber du brauchst natürlich irre viel Motivation und Durchhaltevermögen, um nicht zwischendrin aufzugeben. Und wie rztpll schon schreibt: manchen liegt es auch einfach nicht. Deswegen können diese Leute es natürlich trotzdem erlernen, aber es dauert einfach viel länger und ist noch frustrierender.

Aber wie heißt's so schön: versuch macht kluch :)

Hallo,

ein guter Einstieg ist dieses Buch, für das Du sicher kein Jahr benötigst, um es durchzuarbeiten.

Hier hast Du die Grundlagen der Schulmathematik verständlich erklärt und von Anfang an.

Wenn Du das durchgearbeitet hast, hast Du ein gutes Fundament, um darauf aufzubauen und die Kenntnisse zu erweitern.

https://www.amazon.de/Brückenkurs-Mathematik-Studieneinsteiger-aller-Disziplinen/dp/3642415636/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1495180301&sr=8-1&keywords=brückenkurs+mathematik+für+studieneinsteiger+aller+disziplinen

Viel Erfolg,

Willy

Laß Dich durch den Begriff Studieneinsteiger nicht verwirren.

In der Hauptsache geht es hier wirklich um Schulmathematik.

Höchstens das Kapitel über komplexe Zahlen geht über die Schule hinaus, ist aber auch nicht allzu kompliziert.

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Beim Lernen hängt viel davon ab, ob man Erolgserlebnisse hat. Viele Menschen halten sich für faul und untalentiert, können aber beispielsweise bei Computerspielen eine bemerkenswerte Ausdauer an den Tag legen. Der Grund liegt darin, dass solche Spiele einerseits schwierig sind (die Aufgabe wird als Herausforderung gesehen) andererseits machbar (mit genügend Anstrengung und Versuchen kannst du es schaffen). Weitere Gesichtspunkte sind, dass Rückmeldungen bei solchen Spielen prompt erfolgen und gnadenlos sind -- in der Schule kriegt man sie manchmal mit größerer Verzögerung und schonend. Bei einem Misserfolg im Spiel (du bist z.B. aus der Kurve geflogen und tot) kannst du deinen Frust sofort in einen neuen Versuch ummünzen. Das ist in der Schule ebenfalls selten möglich. Wenn du es also schaffst, solche ideale Lernbedingungen zu finden, dann kannst du auch als hoffnungsloser Fall ungeahnte Höhen erreichen. Die Frage ist, wie du dir in Bezug auf Mathe so eine ideale Lernumgebung schaffen kannst.

Mathematik muss man in erster Linie begreifen und das ist keine Frage des Durchhaltevermögens.

Abstraktionsvermögen und mathematisches Verständnis kann man nicht lernen, diese Begabung muss man mitbringen, sonst stößt man sehr schnell an seine Grenzen - mit den Lernbedingungen hat das nichts zu tun.

Das ist eben der Grund warum so viele in der Schule an Mathe scheitern, egal wieviel Mühe sie sich geben - die wirklich guten Schüler müssen da nichts lernen, sie verstehen es ganz einfach.

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@dandy100

Absoluter Blödsinn...

Mathe muss man verstehen lernen...da hast du recht...aber dafür braucht man keine "Begabung".

Die Lernbedingungen sind das einzig entscheidende! Am besten lernt man sogar etwas, dass man sich selbst beigebracht hat...

Das Problem bei Verständnisschwierigkeiten liegt immer allein beim Lehrenden! Nicht jeder liegt auf der "gleichen Wellenlänge" wie sein Lehrer... Manche lernen und verstehen besser bildhaft, manche tun das lieber sachlich, andere lernen nur auswendig und spiegeln die Meinungen und Lehren ihres Lehrers wieder... 

Oftmals sind Lehrer auch sehr borniert, motivationslos und eingefahren... Doch jeder geht Probleme auf seine eigene individuelle Art an. Daher kann man auch nicht eine pauschale Problemlösung an alle gleich gut vermitteln. Bildung ist halt keine Form von Intelligenz... 

Wie Shiftclick schon richtig bemerkte, sind auch Erfolgserlebnisse, Motivation, Spaß, und Interessenverlagung von enormer Bedeutung.  Wenn er selbst motiviert ist, sich ein bestimmtes Wissen anzueignen, dann wird er das auch definitiv schaffen... Vor allem, wenn es sich "nur" um banale Schulmathematik handelt... Da erwarten einen im Studium ganz andere Herausforderungen...je nach Studiengang natürlich...

Wenn man jemandem etwas auf seine Persönlichkeit zugeschnitten erklärt, dann kann grundsätzlich jeder alles erlernen und verstehen. Diese Person muss es dabei aber auch selbst erlernen wollen und Interesse zeigen...

Wenn dich jemand jeden Tag 60min lang  über Schminktipps unterrichten würde, dann würdest du wahrscheinlich auch vor lauter Desinteresse irgendwann komplett abschalten und die Gedanken frei kreisen lassen...

Fazit:

Geistige Fähigkeiten wie Gedächtnisleistung und Vorstellungskraft kann man trainieren. Wissensvermittlung ist reine Verständnissache. Hat man einen guten Lehrer ist alles top. Ist er mies, muss man meist mehr Eigeninitiative aufbringen. Die Eigenmotivation muss stimmen. Mehr braucht es nicht...

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@Novolit

Sorry, aber so zu tun, als wäre alles lernbar, ist einfach Unfug

Weder räumliches Vorstellungsvermögen, noch mathematisches Verständnis - ebensowenig wie Sprachbegabung kann man erlernen.

Intelligenz und Begabung muss als Basis vorhanden, sonst stößt man sehr schnell an seine Grenzen.

Zu behaupten, man könne jedem Menschen alles beibringen, wenn man die richtigen Lehrer, ideale Lernbedingungen und Lernbereitschaft hat, stimmt einfach nicht - es gibt individuelle natürliche Grenzen dessen, was man intellektuell leisten kann - und diese Grenze heißt vor allem  INGELLIGENZ.

Und wenn Du jetzt erzählst, auch die sei eine Frage der Übung, dann wird mir das zu albern - Menschen haben nun mal unterschiedliche Potentiale  - und es kann nur das entfaltet werden, was auch vorhanden ist.

"Wenn man jemandem etwas auf seine Persönlichkeit zugeschnitten erklärt, dann kann grundsätzlich jeder alles erlernen und verstehen."

Das ist schlicht und einfach nicht wahr

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Ja, es gibt Menschen, die Mathe einfach verstehen und nicht dafür lernen müssen. Einige mögen eine Begabung dafür haben, aber andere finden Mathematik vielleicht einfach interessant, weshalb sie sich automatisch mehr in ihrer Freizeit damit beschäftigen. Aber ich muss Shiftclick Recht geben. In Mathe kann man sehr viel mit Fleiß erreichen. Wenn man also nicht zu den Leuten gehört, die Mathe auf Anhieb verstehen, heißt das nicht, dass man schlecht ist in Mathe. Wenn man viel lernt und übt kann man genauso gut wie die "Mathegenies" werden. Und dabei spielen sowohl Erfolgserlebnisse als auch eine ideale Lernumgebung eine große Rolle.

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@CountingBy7s

Ne, sorry, aber da widerspreche ich ganz entschieden: Natürlich kann mit Fleiß einiges erreichen, aber dass man "wenn man viel lernt und übt kann man genauso gut wie die "Mathegenies" werden." bestreite ich.

Es gibt eine Grenze nach der es einfach nicht weitergeht; ähnlich ist es, wenn man ein schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen hat - das kann man nicht lernen.

Um Kausalzusammenhänge zu erkennen, braucht man über eine gewisse Begabung in Teilbereichen, auch ein bestimmtes Mass an Intelligenz und wenn die nicht ausreicht, dann wird das nix, egal wieviel man übt.

Gerade in Mathe hat es wenig Sinn zu üben, wie man bestimmte Rechungen durchführt - man muss auch das Warum verstehen, sonst kommt man nicht sehr weit.

In Mathe gehts in allererster Linie um das Verstehen - nicht um das Lernen.

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@dandy100

Gerade weil es ja hauptsächlich nur um das Verstehen geht, kann es jeder erlernen...

Intelligenz ist laut Definition schon kein fixer Wert und natürlicherweise absolut trainierbar..!!! Es gibt also prinzipiell keine geistige Grenze... Wenn jemand erlangte Bildung lediglich stupide wiederholt, ist er auch nur gebildet aber keinesfalls intelligent...auch wenn er für andere so wirkt...

Räumliches Vorstellungsvermögen ist selbstverständlich genauso trainierbar..! Ist jemand auf diesem Gebiet noch ein "Anfänger", kann man ihm mit bildhaften Beispielen und Veranschaulichungen ganz einfach erklärend weiterhelfen...

Anzunehmen, dass jeder mit geistigen Grenzwerten geboren wird, ist lächerlich und infam...

Jeder besitzt individuell geprägte interessenbezogene Kompetenzen... Bsp.: Nur weil sich jemand einzig für Mathematik interessiert und sich Jahre lang jeden Tag stundenlang damit beschäftigt, ist er noch lange kein Genie...auch wenn viele ihn wahrscheinlich dafür halten würden... Vor allem auch dann nicht, wenn er dabei vielleicht in Mathematik relativ gute Kernkompetenzen entwickeln konnte, es aber stattdessen nicht mal schafft, sich selbst die Schuhe zuzubinden oder einen Text fehlerfrei zu schreiben...

Eigene Kompetenzen für andere als unerreichbar zu titulieren, ist ziemlich anmaßend, engstirnig, eingebildet, infantil und geltungsbedürftig! 

Mit nur einem Fünkchen an Empathieverständnis sollte jedem selbst klar sein, dass das eine absolute Fehleinschätzung ist...

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Prinzipiell ist das durchaus möglich und ein Jahr ist ja auch nicht sooo kurz.

Außerdem hast du natürlich den Vorteil, alles zumindest schon mal gehört zu haben, so dass du nicht komplett bei 0 anfangen musst.

Allerdings kann ich dir nur raten, das nicht allein zu machen, sondern dir irgendeine Form von Unterstützung zu besorgen. Das könnte zum Beispiel ein Nachhilfelehrer sein, mit dem du regelmäßig offene Fragen und Unklarheiten durchgehst.

Hast du keinen, der dich dabei begleitet, dir Zusammenhänge erklärtund dich ggf. korrigiert, dann wird es wahrscheinlich eher schwer, sich für einen langen Zeitraum zu motivieren und Frustrationsphasen zu überstehen.

Viel Erfolg bei deinem Projekt!

Das Wort "Matheniete" ist nicht aussagekräftig für eine zielgerichtete Antwort.

Es gibt immer mehrere Gründe, warum es zu den schlechten Noten kam. Das fängt beim Lehrer an und hat zig weitere Gründe bei Dir selbst:

- Bequemlichkeit (einige schreiben lieber ab, als die Gedankengänge selbst nachzuvollziehen)

http://www.rechentherapie.net/mathematikschwaeche.html

- hineingesteckte Zeit (manche geben nach Sekunden auf, andere haben es nach Stunden immer noch nicht verstanden)

- logisches Denken

- Erfolgserlebnis

Im Gegensatz zu anderen Fächern, wo viel auswendig gelernt werden muss, ist Mathe etwa 80% reine Logik. Wenn Sender (Lehrer, Nachhilfe...) und Empfänger (Dein Gehirn) die richtige Sprache gefunden haben, geht es plötzlich schneller als gedacht! Der "Aaaahhhh, jetzt habe ich verstanden" Punkt kann bei Mathe sehr viel bewirken, was bei anderen Fächern mit Auswendiglernen nicht so schnell aufzuholen geht.

Viele Lehrer nutzen abgekürzte Schreibweisen (teils aus Bequemlichkeit), statt wenigstens einmal die exakte Langschreibweise zu benutzen. Hier kommt es oft schon zum 1. Abreißen des roten Fadens, den ein Lernender jedoch ohne Lücken benötigt.

Lehrer vergessen oft, dass Mathe nur eine Hilfswissenschaft für praktische Probleme ist, und beginnen ohne Einleitung (oder Schüler hören bei der Einleitung nicht zu).

Das merke ich immer wieder, dass Mathe und die eigentlichen Problemgebiete (also warum man das überhaupt berechnet) isoliert betrachtet werden (Schubfachdenken). Beispiel GPS-Koordinaten: ein guter Praktiker kam mal zu mir -> und schufen gemeinsam ein Berechnungsweg, ab welchen GPS-Koordinaten ein gewisser Abstand (also Radius der Anfangskoordinaten) überschritten wird. Ergebnis war ein beiderseitiges Erfolgserlebnis, was Shiftclick bereits gut beschrieben hat.

Ja, mit genug Motivation, der richtigen Sprache, genug Erfolgserlebnissen ist so etwas machbar.

Noch ein Beispiel, dass Mathe im Gegensatz zu anderen Fächern schneller wieder aufzuholen geht:

Ein "Schubfachdenker" fängt immer wieder bei 0 an und erarbeitet sich immer wieder alles umständlich neu. (schreibt für jede Kleinigkeit ein neues Programm)

Wenn man aber einmal verstanden hat, wie Mathe funktioniert (Algorithmus = Herangehensweise um zum Ziel zu kommen), kann man auf das Gelernte zurückgreifen. Der universelle Iterationsrechner unter http://www.lamprechts.de/gerd/Roemisch_JAVA.htm

zeigt mit über 130 Beispielen, dass man mit 

- Init (Startwerte, die man als gegeben bekommt)

- Iterations-Formel in Schleife (innere Teil des Algorithmus)

- Abbruchbedingung

- Abschlussberechnung

zig Aufgaben lösen kann.

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