Kann jemand die Spannungsverläufe an den fünf Messpunkten A bis E erläutern?

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Moin,

A zeigt dir ein Axon ohne Myelinscheide (eine marklose Nervenfaser), bei der es also eine kontinuierliche Erregungsleitung gibt. Dort gibt es viele Aktionspotenziale hintereinander (zeitliche Summation).

D zeigt dir eine Elektrode am Zellsoma in der Nähe der Synapse, die zum Axon A gehört. Das Oszilloskop zeigt hier eine Hyperpolarisation (niedrigere Millivolt-Werte als im Ruhepotenzial). Daraus kannst du schließen, dass Axon A zu einer sogenannten hemmenden Synapse gehört, die am Zellsoma also inhibitorische postsynaptische Potenziale (IPSPs) auslöst.

B ist ein myelinummanteltes Axon (eine markhaltige Nervenfaser), bei der es daher zu einer saltatorischen Erregungsleitung kommt. Auch hier wurden mehrere Aktionspotenziale hintereinander abgefeuert, wie man am Oszilloskop sehen kann (zeitliche Summation).

C zeigt eine weitere Elektrode im Zellsoma. Hier ist auf dem Oszilloskop zu sehen, dass es zu einer sich aufbauenden Depolarisation an der Somamembran kommt. Das bedeutet, dass Axon B zu einer erregenden Synapse führt, die am Soma erregende postsynaptische Potenziale (EPSPs) auslöst.

Die IPSPs der hemmenden Synapse und die EPSPs der erregenden Synapse breiten sich jetzt über das Soma aus und gelangen so zum Axonhügel der Nervenzelle.

Dort steckt eine dritte Elektrode im Zellsoma (E). Das Oszilloskop zeigt, dass hier eine Hyperpolarisation, gefolgt von einer kleinen (unterschwelligen) Depolarisation ankommt. Das kommt durch die räumliche Summation der IPSPs und EPSPs zustande.

Auf jeden Fall führt die räumliche Summation der Signale dazu, dass am Axonhügel der betrachteten Zelle die Erregung nicht ausreicht, um ein Aktionspotenzial auszulösen. Und genau das zeigt dann auch die Ableitung des Signals am Axon, denn das Oszilloskop-Bild bei F zeigt kein Signal (Ruhepotenzial).

Alles klar?

LG von der Waterkant

Vielen lieben Dank, du bist der/die Beste!!!

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