Justizfachwirt oder Verwaltungswirt? OLG vs Kommune?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Als Fachwirt landest du normalerweise im "gehobenen Dienst", also im TVöD bzw TVL (Justiz) in der Entgeltgruppe 9.

Die normalen sachbearbeitenden Tätigkeiten (bis zur Entgeltgruppe 8) werden von Verwaltungsfachangestellten ausgeübt. Zumindest ist das hier in Bayern die gängige Terminologie.

Ich persönlich schätze die Tätigkeit in einer Kommunalverwaltung als wesentlich vielseitiger ein und auch die Aufstiegsmöglichkeiten beurteile ich gerade in einer Großstadt wesentlich freundlicher.

Während sich der Justizdienst halt mehr oder weniger auf das juristische Fachgebiet und dessen Nebengeräusche beschränkt (Kostenfestsetzungen, Verwaltungsvollstreckung und dergleichen), bietet die Kommunalverwaltung vom Ordnungsamt über das Bauwesen, Kulturamt, Sozialamt, Jugendamt, Standesamt, Finanzverwaltung eine sehr breite Auswahl an Einsatzmöglichkeiten.

Natürlich wirst du nach deiner Ausbildung erst einmal irgendwo untergebracht, wo gerade Bedarf ist. Aber eine Großstadt bietet schon intern immer wieder interessante Stellenausschreibungen, wenn dir dein aktueller Job nicht so behagt.

Tolle und auch weniger tolle Vorgesetzte oder Kollegen kannst du bei beiden finden. Und auch mit einer soliden Ausbildung in der Justizverwaltung kannst du später immer noch in ein ganz anderes Ressort oder zu einer ganz anderen Behörde wechseln.

Ahoi. Ich würde nach den internen Möglichkeiten gehen. Ich arbeite in einer großen Kommune und kann im mittleren Dienst äußerst verschiedene Tätigkeiten ausüben, außerdem sind immer Stellen frei, falls ich unglücklich sein sollte.

Wie das in der Justiz ist, kann ich nicht beurteilen. Sicherlich aber auch spannend

Man kann also deiner Meinung nach entscheiden in welchem Amt man arbeiten kann als Beamter ? Natürlich so lange Stellen verfügbar sind.

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@AusbildungMD

Nach der Ausbildung, bzw. dem Vorbeitungsdienst haben sich unsere Bereiche den Berufsanfängern präsentiert. Wir konnten uns dann per Wunschliste den Einsatzort wünschen. Klappte nicht immer, aber meistens. Fachkräftemangel sei Dank.

Wie das bei dir läuft, wirst du sehen. Aber es wird normal schon drauf geachtet, dass du glücklich bist. Man will dich ja halten.

Notfalls kann man sich intern immer noch woanders bewerben. Extern selbstverständlich auch

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Meine Frau ist seit 25 Jahren kommunale Verwaltungsbeamtin im gehobenen Dienst und ich selber war schon bei der Justiz beschäftigt bzw. kenne ich auch zahlreiche Leute in verschiedenen Positionen bei der Justiz. Ich würde da an deiner Stelle eher zur Stadt gehen. Zumindest für meine Stadt / Region kann ich sagen, dass man bei der Justiz etwas weniger Aufstiegsmöglichkeiten hat, hingegen ist es bei unserer Stadt sehr gut möglich auch in den gehobenen Dienst aufzusteigen- mit entsprechenden Lehrgängen. Und insgesamt ist die Stadtverwaltung von den Tätigkeiten noch vielseitiger. Und da die Justiz ja auch eine Landesbehörde ist kann man dann theoretisch auch im ganzen Bundesland eingesetzt werden.

Tolle Antwort! Da eine Bekannte von mir auch in der Justiz arbeitet und es auch nicht so sehr lobt hat mich deine Antwort nun um einiges weitergebracht.

Meine Frage wäre da noch, warum bist du raus aus der Justiz?

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Ich würde immer die Justiz bevorzugen, aber das ist natürlich Geschmackssache. Die objektiven Kriterien hängen stark vom Dienstherrn und der Behörde ab. Zum Beispiel Beförderungsmöglichkeiten etc.

Hallo,

ich würde es so machen:

  • bei beiden Stellen nachfragen, ob man einen Azubitag miterleben kann (aktuell wegen Corona ggf. schwieriger)
  • Wie sind die Personen, mit denen man in der Ausbildung am meisten zu tun hat?
  • auf einer Landkarte die möglichen Orte nach der Ausbildung markieren (Zug-/Autobahnverbindungen)/Orte eher positiv oder eher negativ?
  • wie ist die finanzielle Situation des betreffenden Bundeslandes und der betreffenden Stadt? Bei finanziellen Problemen sieht es für die Mitarbeiter meist auch nicht so rosig aus.
  • Wo und wie lange sind die Theorie-Seminare? Jeweils 3 Monate in einem fast abbruchreifen Gebäude in de Einöde können nicht ganz unwichtig sein.
  • Mit den Ausbildungsinhalten und den beiden Internetseiten genauer beschäftigen. Welche Tätigkeiten kann man sich interessanter vorstellen? Gesetzestexte lesen und prüfen, wie gut man mit Juristendeutsch zu Recht konnt.
  • Kennt man jemanden (der jemanden kennt), der in der Stadtverwaltung oder in der Justizverwaltung arbeitet? Wen ja, Gespräche führen!

Viel Erfolg bei der Entscheidung!

Gruß

RHW

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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