Jungfrau bis zur Ehe bleiben?

28 Antworten

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Hallo christina3456,

Du hast völlig recht, nur von einer Frau zu verlangen, bis zur Ehe Jungfrau zu bleiben, ist unfair. Im christlichen Glauben ist es so, dass es Männern und Frauen vor der Ehe nicht gestattet ist, sich sexuell zu betätigen. Leider halten sich wohl die meisten nicht an diese in der Bibel aufgestellt Norm. Dabei ist die Bibel sehr deutlich, denn sie sagt: "Die Ehe soll bei allen  in Ehren gehalten werden; es darf zwischen Mann und Frau keinerlei Untreue geben. Denn wer unmoralisch lebt oder Ehebruch begeht, den wird Gott richten" (Hebräer 13:4, Neue Genfer Übersetzung).

Wie Du siehst, macht dieser Text keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Nach christlicher Lehre müssen sich demnach beide bis zur Ehe rein erhalten.

LG Philipp

Vielen Dank für den Stern! :-)

LG Philipp

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Für Männer gilt das gleiche im Islam, Sex vor der Ehe ist nicht erlaubt und eine normale Beziehung wird auch nicht gern gesehen, egal ob Mann oder Frau, also erst informieren und dann antworten.

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@lulsk

Ich habe in meiner Antwort nirgendwo gesagt, dass es im Islam anders ist als im Christentum. Trotzdem vielen Dank für die Info!

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@Philipp59

Tut mir leid, da steht nichts über Islam in deiner Antwort, wollte dich damit nicht angreifen oder sowas.

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KEINE EHE VOR DEM SEX! 

Jungfräulichkeit wird oft völlig überbewertet. In ferner Vergangenheit war eine jungfräuliche Braut die Gewähr dafür, dass der frischgebackene Ehemann nicht versehentlich die Nachkommen eines Konkurrenten großzieht bzw. eine ledige Mutter ohne Versorger mittellos zurückbleibt. Daher haben praktisch alle Religionsstifter den vorehelichen Verkehr zur "Sünde" erklärt und entsprechend sanktioniert -was ja auch durchaus gut gemeint und mangels Alternativen der einzig mögliche Weg war. Daher hat diese Praxis und das Ideal der Enthaltung bis zur Ehe auch Eingang in viele Kulturen gefunden.

Leider gibt es immer noch Kulturen, welche diese (und andere - ich sag nur "Ernährungsvorschriften") gut gemeinten jahrhundertealten Regeln bitterernst nehmen ohne diese in den Kontext der heutigen Zeit zu setzen - bis hin zum ("Ehren-")Mord... .

Aus Sicht eines Religionsstifters ist Sex ja  nur eine unerwünschte Ablenkung vom Wesentlichen (nämlich zu beten, missionieren usw.) und daher zähneknirschend zur Vermehrung (der Gläubigen) geduldet. Dies ist auch der Grund warum Verhütung, Abtreibung usw. meist ebenfalls verboten ist. Da man die Menschen in den Betten meist häufiger "Oh Gott!" rufen hört, als in der Kirche, lässt sich dieses Konkurrenz-denken gut nachvollziehen ;-)

Dank Geburtenkontrolle, Safer Sex und Vaterschaftstest sind die eigentlichen Beweggründe für die Forderung nach Jungfräulichkeit längst obsolet. Jetzt geht es nur noch um den obskuren Begriff der "Ehre" - wobei meiner Meinung nach der wichtigste Beweggrund die Angst vor dem Vergleich ist ("Was ist, wenn meine Frau/mein Mann mit einem meiner Vorgänger mehr Spaß hatte...?").

Interessant ist, dass dieses Ideal dann allerdings oft mit allerlei Doppeldeutigkeiten umgangen wird. So ist es manchen Muslimen gestattet eine Zeitehe einzugehen - d.h. ein Mann kann eine Frau (Prostituierte) für eine Stunde "heiraten" und verstößt so nicht gegen heilige Gebote. Viele Gläubige - auch in der christlich-amerikanischen "Purity-Bewegung" haben einfach bis zur Ehe ausschliesslich Oral- und Analverkehr und bleiben so "rein" und "jungfräulich" bis zur Ehe... . Sex ist ja auch etwas, was den Partner nicht "abnutzt" oder "entweiht" - warum also das ganze Bohei?

Beim Mann lässt es sich ohnehin nicht nachweisen, ob er bereits Sex hatte - was viele jungen "Gläubigen" auch weidlich ausnutzen. Von daher ist schon die Natur "ungerecht"... .  

Ob man also sein modernes Leben nach den Buchstaben uralter Schriften und Gebräuche richtet und ein schlechtes Gewissen haben muss, weil man nicht mehr lebt wie vor tausend und mehr Jahren, muss jeder für sich entscheiden bzw. sich überlegen, ob er sich von anderen Menschen (Pfarrer, Imam, Rabbi oder sonstwem) sein Leben diktieren lassen möchte.

Menschen mit gesundem Selbstbewusstsein begrüßen es, wenn die Frau/der Mann auch noch andere Erfahrungen hatte, denn sonst fragen sich

viele erst später, wie es denn mit einem anderen Partner wäre und gehen irgendwann fremd... . Da Sex auch ein wichtiger Faktor in einer Beziehung ist (auch wenn einige Moralapostel und Fantasie-Romantiker dies immer wieder bestreiten), sollte man sich auch im Bett verstehen. Hier den Partner erst zu heiraten und dann herauszufinden, ob man die gleichen Vorstellungen von gutem Sex hat, ist als würde man an der Schiessbude versuchen einen Treffer zu landen - blind und mit nur einem Schuss. Viel Glück dabei... .

Die Vorstellungen einer romantischen Hochzeitsnacht zweier Jungfrauen ist in der Praxis dann auch weit weniger romantisch als verkrampft, bemüht und peinlich - dann lieber eine(n) Partner(in) mit Erfahrung.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Woher ich das weiß:Beruf – Langjährige Tätigkeit als Life-Coach und Fachbuch-Autor

Ein Bekannter meinte damals zu mir:

Ich würde nie wieder eine Jungfrau heiraten!

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Wie schön wäre es,  wenn Sex noch seinen Anschluss an Liebe  hätte!

Die Vereinigung in Lust wäre mit dem Wunsch „immer“
füreinander da zu sein untrennbar verbunden. Dass diese „Immer“ fast immer
fraglich wird, gehört zum Leben. Trotzdem beieinander bleiben, kann ein Fehler sein oder ein großes Glück.

Selbstverantwortete Liebe bringt Unsicherheit ins gesellschaftliche Miteinander.

Die monotheistischen und patriarchalischen Religionen (Judentum,
Islam, Christentum)  wollen die chaotische Sprengkraft der Liebe unter das Joch strikter bis widerwärtig-brutaler Regeln zwängen – das Gott sein Dank
mit immer weniger Erfolg.

Die Sexmanager der Lustindustrie wollen die Liebe in eine ausbeutbare
 Ware verwandeln – und das mit immer größeren Erfolg.

Sowohl die brutale Unterdrückung wie auch die kommerzielle „Befreiung“
 stürzen Menschen tagtäglich in Verzweiflung, in das Erleben der Ausweglosigkeit.

Der „Jungfrauenwahn“ gehört zu den widerwärtigen Regeln, die
sich „Gottesmänner“  zur Durchsetzung ihrer Herrschaftsansprüche von „OBEN“ haben legitimieren lassen. Sie missbrauchen die spirituelle Dimension des Lebens.

Die Vermarkung – meist – des weiblichen Körpers vertieft die
Kluft zwischen Körper und Seele und erzeugt ein amputiertes Bewusstsein, das Spiritualität nicht mehr erlebbar macht.

In einer  wahrhaft befreiten Gesellschaft gäbe es weder die Repression noch die Kommerzialisierung der Liebe.  Junge Männer und junge Frauen
(„Jungmänner“ und „Jungfrauen“) würden emphatisch, vertrauensvoll, liebevoll
miteinander umgehen. Es gäbe keine Männer mehr, die nur das „Eine“ wollen, sondern Männer, denen es in Beziehungen auch immer um „Alles“ ginge.

Unter solchen utopischen Verhältnissen wäre die Ehe wohl  überflüssig, weil befreite Menschen den äußeren Rahmen nicht mehr nötig hätten.

Unter den heutigen Bedingungen rate ich jungen Männern sich
eher an der meist höher entwickelten emotionalen Kompetenz der Frauen zu orientieren. Dann wäre es auch durchaus denkbar, dass Jungmänner und Jungfrauen sich Zeit ließen.

Eine  staatliche oder kirchliche Gestattung des Beischlafs durch einen Ehevertrag – das ist nur noch komisch!

Allgemein finde ich es unnötig solche Einschränkungen im Sinne der Religion zu tun. Wenn man an einen Gott glaubt, schön und gut, aber ich bezweifle, dass dieser verlangt, dass man Jungfrau bis zur Ehe bleiben soll, oder fasten soll oder Kopftuch tragen soll etc.

Hat er das zu irgend jemandem persönlich gesagt??

Natürlich ist das unfair. War früher in Deutschland übrigens ähnlich: die Damen hatten sich bis zur Ehe zu beherrschen, die Herren durften sich austoben. Dass sei dafür aber auch Frauen brauchten und diese dadurch abgewertet wurden, war wurscht.

"Der Untertan" von Heinrich Mann beschreibt das verdammt gut - der Kerl verführt eine junge Frau und deren Vater will dann, dass die beiden heiratet. Woraufhin der Mann sagt, dass er so eine Frau nicht will, die sich vor der Ehe auf einen Kerl einlässt - auch wenn er das selber war.

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