Jemanden für immer lieben?

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7 Antworten

Über das Wesen der Liebe zerbrechen sich schon seit tausenden Jahren die Philosophen, Romantiker, Wissenschaftler und Liebenden den Kopf - und suchen immer noch die Antwort.

Liebe verändert sich im Laufe einer Beziehung. Während am Anfang meist das körperliche Begehren im Vordergrund steht, geht dieses nach und nach in eine absolute Vertrautheit über und man möchte (wenn es gut geht) ohne den Anderen nicht mehr sein.

Ich bin mit meiner Frau seit über 30 Jahren glücklich zusammen und habe in dieser Zeit viele Veränderungen an uns und der Art unserer Beziehung erlebt. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre in unserem Bekannten- und Verwandtenkreis auch schon viele Beziehungen scheitern sehen.

Meiner Erfahrung nach gehört zu den häufigsten Ursachen einer Trennung, dass sich die Partner in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Wenn dann nicht eine gemeinsame Basis vorhanden ist, über die sich die Beziehung definiert, dann lebt man nur noch nebeneinander her und ist vielleicht nur noch wegen der Kinder zusammen...

Wenn nach einiger Zeit die sexuelle Euphorie nachlässt und der Alltag einkehrt und Kinder, Job, Hypothek und andere Alltagssorgen an den Nerven (und der Libido) zehren, dann ist es eine echte Herausforderung noch ein erfülltes Sexleben zu haben und gemeinsame Zeit als Paar (und eben nicht als Eltern usw.) zu verbringen. Dies muss man auch bewusst so organisieren.

Wenn man sich auch noch nach Jahren immer noch stundenlang miteinander reden und - ganz wichtig - zusammen lachen kann, dann ist das ein gutes Zeichen. Wenn man nur noch nebeneinander her lebt und nur noch vor dem Fernseher kuschelt, dann genügt oft ein falscher Mensch zum falschen Zeitpunkt damit sich einer der Beiden neu orientiert.

Natürlich ist ein Mensch, den man neu kennenlernt zunächst einmal interessant und aufregend, denn der kennt all die Geschichten noch nicht, die man so erlebt hat und man kann sich problemlos stundenlang unterhalten als hätte man einen Seelenverwandten gefunden. Ähnliches gilt für den Sex - plötzlich ist Sex wieder aufregend und mit "Schmetterlingen im Bauch" und Herzklopfen verbunden. Das Erforschen, Entdecken und Ausprobieren geht wieder los und man kommt sich vor wie ein Teenager... .

Wer jetzt allerdings die so erlebten Gefühle seien besser, als alles, was man je erlebt hatte, der hat meist nur vergessen, wie es anfangs mit dem "alten" Partner war. Die Gefühle für den bisherigen Partner sind auch eigentlich nicht weg - sie sind nur anders. Wer 20 Jahre lang jeden Tag Erdbeermarmelade gefrühstückt hat, der wird beim ersten Brot mit Kirschmarmelade vielleicht vor Verzückung weinen - aber sich dann für die nächsten 20 Jahre auf diesen Brotaufstrich festzulegen ist auch keine wirkliche Lösung, denn schnell hat man sich an diese Geschmacksrichtung gewöhnt und erkennt, dass es früher eigentlich doch ganz lecker war... .

Daher "passiert" es nicht, dass die Gefühle für eine Person plötzlich "weg" sind - sie haben sich nur verändert. Nur wenige Paare trennen sich "einfach so", weil die "Liebe verschwunden" oder der Partner so "unerträglich" ist - meist gibt es einen Dritten, der als Fluchthelfer dient, weil mit ihm plötzlich alles so "neu" und "aufregend" ist.

Wichtig ist daher sich gegenseitig auch genug Freiheiten zu lassen und nicht zu glauben, dass wahre Liebe darin besteht, dass man 24/7 zusammen sein muss und immer nur Dinge ("natürlich gemeinsam") tun muss, die beiden Spaß machen - oder beiden Spaß zu machen HABEN - wie schon Paul Watzlawick gesagt hat "Wenn Du mich wirklich liebtest, würdest Du gerne Knoblauch essen!". Gemeinsam offen zu bleiben für Neue Erfahrungen, gemeinsam etwas zu erleben und auszuprobieren hält die Beziehung frisch und selbst beim Sex lassen sich auch noch nach Jahrzehnten neue Erkenntnisse gewinnen - und wenn es unter Einbeziehung Dritter ist... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Man entwickelt sich ein Leben lang und so kann es einem Paar passieren, dass es sich in unterschiedliche Richtungen bewegt, man spricht dann von auseinander leben.

Darum ist es enorm wichtig, dass man in einer Partnerschaft ständig über alles spricht und versucht irgendwie einen gemeinsamen Nenner zu erhalten. Einander Freiräume eingesteht und sich dafür interessiert, was den Partner gerade fasziniert.

Aber auch dies ist keine Garantie...

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Ein Leben ist lang, Menschen verändern sich, sowie Ziele und Wünsche. Das kann dir auch passieren, da bist du keine Ausnahme. Das hat nichts damit zu tun dass man die Person nie geliebt hat.

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Tiefe Gefühle wie die Liebe, die können sprichwörtlich aus dem nichts entstehen und wenn sie dann aber irgendwann nachlassen oder sogar völlig verschwinden, dann gibt es dafür in der Regel auch handfeste Ursachen deren Entstehung und deren Anwachsen möglicherweise auch eine längere Zeit nicht richtig wahrgenommen wurde respektive auch ignoriert wurde. Irgendwann war es dann aber auch zu spät, um der sich anbahnenden Katastrophe noch effektiv entgegen zu wirken und so wurde die Liebe zu Grabe getragen.


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Klar hatten mein Partner und ich oft schon Probleme und dachten wir würden den anderen nicht mehr lieben. Aber wir haben immet gekämpft. Würde der andere gehen würde man immer hinterher Laufen um ihn zurück zu hollen.

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Dir ehen wurden mit falschen Erwartungen geschlossen, deswegen trennen sich viele früher oder später.

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Da Liebe nur ein menschliches Konstrukt ist, dass so eigentlich nicht existiert, ist es einfach eine Entscheidung. Der Mensch ist von der Natur jedenfalls nicht für die lebenslange Monogamie vorgesehen.

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