Ist eine Adoption schwierig?

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6 Antworten

die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, alleine schon, weil es 2 Arten der Adoption gibt: Inland und Ausland. Teilweise gibt es da einige Unterschiede.

grundsätzlich sei mal gesagt: wenn man schon lange versucht, ein Kind zu bekommen, dann ist man oft auch bereit, den steinigen Weg zu gehen. Nach zahlreichen künstlichen Befruchtungen, die letzten Endes zu 4 Fehlgeburten führten, haben meine Frau und ich uns für Adoption entschieden.

Zum Thema Inland:

Klar ist, daß das Amt die Bewerber entsprechend durchleuchtet. Dazu gehört auch, daß man so etwas wie seine finanzielle Lage aufdecken muß, die Wohnsituation, persönliche Erfahrungen (Lebenslauf), etc. Da aber alles über den Staat abläuft, sind manche Sachen relativ einfach. Man muß beispielsweise keine Geburtsurkunde vorlegen.

Aber man muß auch bedenken, was für eine große Verantwortung es ist, ein Kind zu vermitteln. Dem Kind soll es bei den Adoptiveltern ja gut gehen. Es ist auch klar, daß das Amt nach der finanziellen Situation gucken muß. Es gibt Kinder, die werden aus finanziellen Gründen zur Adoption freigegeben, besonders wenn die Mutter schon mehrere Kinder hat und kaum über die Runden kommt. Nun stelle man sich mal vor: das Kind kommt zu einer Familie oder Ehepaar, bei denen es finanziell sehr eng ist. Ein Kind verursacht viele Kosten. Unter Umständen würden die Adoptiveltern dann zum Sozialfall. Und der Staat hat natürlich kein Interesse, noch mehr Sozialhilfeempfänger zu kreieren.

Ebenso ist die Wohnsituation wichtig, und ein guter Sozialbericht. Und natürlich sollte auch das Alter stimmen, wobei es da keine gesetzliche Altersgrenze gibt. Das kommt immer auf das Jugendamt an.

Die reinen Kosten allerdings sind relativ gering. Bei einer Inlandsadoption dürfte es um die 50€ ausmachen, was man an Unkosten hat. Das meiste übernimmt der Staat.

Was man aber auf jeden Fall erwähnen sollte: es gibt in Deutschland mehr Paare, die ein Kind wollen, als Kinder die zur Adoption freigegeben werden. In unserem Landkreis gab es in den letzten 3 Jahren KEIN Kind, das zur Adoption freigegeben wurde, aber etwa 10 Paare, die ein Kind wollen. In Deutschland gibt es übrigens nur Säuglingsadoptionen, ältere Kinder kommen zu Pflegefamilien.

Und was auch noch dazu kommt: bis 8 Wochen nach der Adoption kann die leibliche Mutter das Kind zurückfordern. Ich kenne so einen Fall: ein Paar bekam endlich das langersehnte Kind vermittelt. Aber dann, innerhalb der 8 Wochen verlangte die leibliche Mutter das Kind zurück ... so eine Situation will ich nie erleben.

Und nun zum Thema Auslandsadoption:

Da ist so manches anders, aber manches ist auch gleich.

Bei Inlandsadoption geht man ja ins nächste Jugendamt. Die Sachbearbeiter kommen also in der Regel aus dem gleichen Landkreis und kann sich von vielem selbst ein Bild machen. Beim Ausland ist das natürlich nicht so leicht möglich, darum müssen viele Dokumente beglaubigt und überbeglaubigt werden. Also man muß beispielsweise ein Dokument beim Notar unterschreiben (Unterschriftenbeglaubigung). Anschließend muß man damit zum Landgericht und beglaubigen lassen, daß der Notar auch wirklich Notar ist ... und jede Beglaubigung kostet Geld, aber dazu später. Und da es ins Ausland geht, braucht man auch Unterlagen, die in Deutschland automatisch von Amt zu Amt geht, beispielsweise die Geburtsurkunde, Eheurkunde, etc.

Zu den Ländern, aus denen man adoptieren kann: in "Wohlstandsländern" wie Frankreich, England, Schweden, etc. ist es ähnlich wie in Deutschland: viele Paare, wenig Kinder. Es sind eher arme Länder wie Rußland, Thailand, Nepal, Haiti, Kenia, etc.

Jedes Land hat da eigene Regeln. Bei Kenia muß man mit dem Kind beispielsweise 9 MONATE im Land bleiben. Also man muß wirklich für ein Dreiviertel Jahr dort leben. Bei Rußland muß man akzeptieren, daß die Gefahr einer Behinderung des Kindes durch Alkoholmißbrauch in der Schwangerschaft groß ist.

Dadurch, daß die ganzen Unterlagen auch untersucht werden, dauert eine Auslandsadoption in der Regel auch um einiges länger als ne Schwangerschaft. 12-24 Monate kann es sich schon hinziehen, bis man einen "Kindervorschlag" bekommt. Wenn man den akzeptiert, kann es trotzdem noch mal mehrere Monate dauern. Darum bekommt man beim Ausland auch keine Säuglinge.

Und unterm Strich kostet ne Auslandsadoption schnell mal zwischen 20.000 - 30.0000€

Soweit erstmal. Ich bin mir sicher, daß ich noch irgendwas vergessen habe, aber im Moment bin ich so müde, daß mir nix mehr einfällt.

Wenn Fragen kommen, immer her damit.

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Kommentar von edmuina
26.05.2016, 14:32

Die acht wochenfrist hast du falsch beschrieben. 

Die leiblichen eltern dürfen frühestens acht wochen nach der geburt einer adoption zustimmen.  Sie müssen sich aber nicht nach acht Wochen entscheiden. Im extremfall erfolgt die zustimmung nie und das kind bleibt immer ein pflegekind 

Bei uns dauerte es zehn wochen und es waren die längsten wochen meines lebens

Ansonsten ist dein beitrag hervorragend gelungen

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Eine Höchstaltersgrenze für Adoptiveltern ist im Gesetz nicht
vorgesehen.Die Praxis zeigt allerdings, dass in der Regel Säuglinge und
Kleinkinder nicht an Ehepaare über 35 Jahre vermittelt werden.

Und ich vermute mal, dass das Ehepaar in dieser Alterkategorie einzuordnen ist.

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Kommentar von catweasel66
25.05.2016, 21:44

unsere tochter  ,wird 12 im juli, wurde von uns im alter von 37 adoptiert. als wir sie bekamen ,war sie komplett "neu "  :-)

scheinen wir außerhalb der regeln zu sein, oder beim jugendamt einen guten eindruck hinterlassen haben

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schreib mich privat an.

unsere adoptivtochter wird im juli 12.

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Wenn sie eine normale Wohnung haben und genug Unterhalt haben um die Familie zu versorgen gehts klar aber wenn sie zu wenig verdienen dann aufjedenfall nicht! Wenn sie seit 15 Jahren versucht schwanger zu werden und nichts klappt sollte sie ihren Frauenarzt fragen oder sie ist Unfruchtbar und sie muss ein Kind adoptieren. Soweit ich weiß können Frauen nur an bestimmten Tagen und zeiten Schwanger werden.

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Ja da gibt es unheimlich viele Kriterien, zumindesthier in Deutschland. 

Nicht selten einer der Gründe warum einige eine Auslandsadoptionen machen.  Um dem Bürokratismus zu entgehen. 

Am besten sie lässt sich erstmal beraten.

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Kommentar von Saturnknight
26.05.2016, 01:41

Nicht selten einer der Gründe warum einige eine Auslandsadoptionen machen.  Um dem Bürokratismus zu entgehen. 

das sehe ich nicht so.

Im Ausland ist der Bürokratismus teilweise noch extremer. Im Inland hat keiner nach einem psychologischen Gutachten gefragt, im Ausland schon.

Ebenso: fürs Ausland benötigt man Unterlagen wie Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, etc. Und die müßen beglaubigt sein. Ebenso muß man einige Unterlagen unterschreiben - in Anwesenheit eines Notars. Anschließend muß man dann beim Landgericht beglaubigen lassen, daß der Notar auch wirklich ein Notar ist.

Und diese ganzen Unterlagen muß man dann auch von einem geprüften Übersetzer in die jeweilige Landessprache übersetzten lassen.

Das sind alles Sachen, die im Inland entfallen.

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Sie kann sich ja Beraten lassen, enttäuschter als jetzt kann sie ja nichtmehr werden. Es kann nur besser werden.

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