Ist ein Beinbruch bei einem Pferd auch heutzutage das Todesurteil?

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10 Antworten

Mein Tierarzt, der sich leider vor zwei Jahren aus Altersgründen, aus dem Beruf zurückgezogen hat, hat in seiner Klinik oft Pferde mit Beinbrüchen operiert.

Sein Starpatient war der Vollblüter Germany, der mit diversen Nägeln im Röhrbein ein erfolgreiches Rennpferd und 3. im Großen Preis von Europa wurde.

Es kommt halt auf den Bruch an, ob so ein Pferd wieder wird oder nicht. Außerdem können die Kosten utopisch hoch werden. Unter Umständen 50.000 und mehr. Ich glaube, der Besitzer von Germany war ein Scheich, dem war es natürlich egal, was das kostete.

Wenn mein Pferd sich das Bein brechen würde, wäre es vermutlich das Aus. NIcht, weil ich das Pferd nicht lieb hätte, sondern weil ich vielleicht schlicht die Rechnung nicht bezahlen könnte. Ich habe zwar eine OP-Versicherung, aber ob die für solche Summen geradesteht, weiß ich nicht. Zumal meine Stute jetzt 17 ist...

Das Problem ist nicht dass man sowas nicht operieren und richten kann, 

Einem Pferd kann man nicht sagen jetzt leg dich mal hin für ein paar Wochen, Pferde legen sich im gesunden Zustand ja auch wenig hin. Das ist schonmal nicht optimal für die Heilung.

Also der genesungsprozess ist der schwierige Teil. Und wenn das Pferd mit dem gebrochenen Bein in der box steht, dann belastet es das andere Bein Zuviel, sodass dann dort lahmheiten auftreten können.

In einen Kran, der einen Teil des pferdegewichts aufnimmt, kann man ein Pferd auch nicht lange hängen, also auch keine dauerhafte Lösung.

Dieser lange weg ist nicht schön fürs Pferd. Verbunden mit viel Aufwand, und auch viel Geld. Nicht jeder hat soviel Geld, und man sollte auch darüber nachdenken ob man dem Pferd einen so langen Leidensweg antut, da man nicht die Sicherheit hat dass ein Bruch wieder wird.

Und noch etwas zu deinem Kommentar zu den Rennpferden: Rennpferde werden nicht 'wegen jeder Kleinigkeit' getötet. Auch sie werden bei Problemen erstmal beim Tierarzt/direkt in der Klinik vorgestellt, dann zb geröntgt ob man was machen kann, was am besten ist, etc. Wenn ein Pferd auf der Rennbahn stürzt, und es zB ein offensichtlicher schlimmer  Bruch ist, dann ist es ein Erlösung fürs Pferd sofort auf der Stelle eingeschläfert zu werden, anstatt erst wegtransportiert nur damit die Zuschauer so etwas nicht mitbekommen, das ist nunmal hart. Aber ich denke, lieber sofort das Leiden beenden, dann sind die Menschen dort halt mal erschrocken, Besser als das Pferd Schmerzen ertragen zu lassen.

Es kommt auf den Bruch an und z.B. auf Alter und Gesundheitszustand des Pferdes. Ein nicht komplizierter, geschlossener Bruch kann genauso mit Platten fixiert werden wie beim Menschen. Allerdings ist das mit einer Operation verbunden, die Risiken hat und teuer ist. Ein offener Bruch hat ein hohes Infektionsrisiko.

Ein Pferd in einem ehemaligen Stall hatte ein ca. 2€ großes Stück aus dem Fesselbein gebrochen (passiert beim Verladen), das heilte mit 3 Monaten strikter Boxenruhe und das Pferd (damals 4 Jahre alt) war wieder voll belastbar. Meine damals schon 28jährige Stute hatte nach einem Sturz auf dem Paddock einen offenen Unterschenkelbruch, da war nichts mehr zu machen und sie wurde eingeschläfert.

Klar, kann man operieren und eingipsen, kostet aber immens. Da bekommt man im Schnitt ein neues Pferd für´s selbe Geld so gesehen. 

Das ist auch sehr aufwändig, ein Pferd mit Gips muss praktisch "an die Decke gehängt werden" um sich zu regenerieren und das für min.4 Wochen. Darunter leidet die Muskulatur, da das Pferd sich nicht mehr frei bewegen kann. Ob das Ganze dann hernach wieder so wie vorher wird steht auf einem anderen Blatt, kommt auch auf das Alter und den Allgemeinzustand des Tieres an.

Nein, ein Beinbruch ist kein Todesurteil mehr. Ist allerdings ziemlich teuer und es kann daurchaus sein, dass das Pferd danach nicht mehr reitbar ist. Kommt aber auch auf viele Faktoren an, wie zB Alter des Pferdes, sonstiger Gesundheutszustand, Schwere des Bruchs etc. Die alte Stute unserer Hofbesitzerin hat die Prozedur vor ca 2 Jahren überstanden, trotz ihres doch schon recht hohen Alters. Reitbar wird sie aber nie wieder, sie bekommt ihr Gnadenbrot.

Heutzutage gibt es Pferdekliniken. 

Das Problem sind die Kosten. Man kann vieles richten. Die Frage ist, ob die Halter bereit sind, das zu bezahlen. 

Dahika 20.08.2016, 17:04

oder in der Lage. Das kann 50.000 € kosten.

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Ein Beinbruch war niemals ein Todesurteil für ein Pferd.Der Grund,warum man dies so praktiziert liegt an den auf Reiten,Springreiten etc.gezüchteten Pferden.Da ein Knochenbruch bei einem Pferd schlecht verheilt,die sportliche Leistung nicht mehr erreicht werden kann.Für eine normale Bewegung,Futteraufnahme reicht die eingeschränkte Bewegung,sichtbar oder nicht,völlig aus.Der Aufwand und der Nutzen,den der Mensch sieht,das ist der Grund für diese Darstellung und Auffassung.Beste Grüße

beglo1705 20.08.2016, 17:03

Dir ist glaube ich nicht bewusst, was man einem Pferd mit dem ganzen Gedöns antut und mit welchen Kosten das verbunden ist.

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Ja

Leider, denn nur weil es medizinisch möglich ist, bleibt es doch eine Tortur für das Pferd

Lieber ein rasches Ende für den geliebten Freund als ein Leben in schmerzen

So weit ich weiß heilen Brüche bei Pferden einfach sehr schlecht bis gar nicht und daher ja, das wird heute auch noch gemacht.

Nein nicht jedes Pferd muss sterben oder eingeschläferr werden kommt immer auf den Arzt dRauf an 

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