In Belgien und England werden Statuen historischer Persönlichkeiten im Rahmen der Rassismus-Proteste abgerissen. Wie findet ihr das?

21 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Geschichte Leugnen wäre es wenn man die Personen aus den Geschichtsbüchern entfernt.

Eine Statue ist etwas womit man jemanden Ehrt den man für besonders wichtig oder gut hält usw. Wenn man der Meinung ist das die Person das nicht ist kann man die Statuen auch wieder entfernen und ggf. durch geeignetere Personen ersetzen.

Ich vermute, das es dem neuen Denken geschuldet ist.

Das ist einerseits notwendig (Denken),das Umstürzen andererseits aus einer emotionalen Situation heraus verübt, die bei sachlichen Vorgehen in manchen Fällen wohl eine andere Handlung zur Folge hätte.

Es gibt kaum in Denkmäler verewigte Persönlichkeiten, die nach unserem heutigen Verständnis, nicht auch eine negative Seite haben.

z.B. Frühere Herscher, Eroberer, Kriegsbeteiligte Befehlsgeber, etc. - Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Es liegt in der Natur des Menschen, viele Dinge zu beschönigen, bis jemand Salz in die Wunde streut.

Ich finde, das bringt wenig bis nichts.

Eine Statue abzureiẞen ist für mich das gleiche, wie zu versuchen, die Geschichte zu vergessen. Oder sie umzuschreiben. Was nicht ideal ist. Anstatt sie zu zerstören, sollte man eine Tafel neben ihm aufstellen, die die Leute bildet. Oder ein Denkmal an die Opfer des Kolonialismus neben ihm aufstellen.

Zudem finde ich es komisch, die Leute von damals jetzt zu verurteilen. Was er gemacht hat, ist schrecklich, keine Frage. Man darf aber nicht vergessen, dass das früher die Norm war und ein Groẞteil der europäischen Bevölkerungen Dunkelhäutige als niederwertig angesehen haben.

Eine Statue abreiẞen ist fragwürdig. Nehmen wir z.B. zwei französische Philosophen und Schriftsteller: Voltaire und Montesquieu. Sie sind groẞe Philosophen der Aufklärung gewesen, hatten zum Teil sehr moderne Gedanken; haben die Denkweise der französischen Bevölkerung extrem beeinflusst. Doch beide waren sehr rassistisch. Soll man jetzt alle Werke verbrennen? Die doch auch so viel positives gemacht haben?

Oder sollen wir alle Statuen vom König Louis XVI abreiẞen? Oder von Napoleon? Die Liste ist endlos.

Was bringt das? Anstatt zu zerstören, sollte man bilden. Das ist meine Meinung.

(Zudem finde ich es fragwürdig, dass in Belgien z.B. keine Abstimmung gemacht wurde. Ein paar Menschen haben beschlossen, diese Statue abzureiẞen. Belgien besteht aber nicht nur aus 20 Menschen. Wir leben in einer Demokratie.)

Man kann die Statue abreißen, und trotzdem über die person aufklären im Unterricht, durch die Gesellschaft etc. Wozu muss die Statue stehen bleiben? Wir haben auch keine Adolf Hitler Statue in diesem Land und wissen trotzdem alle Bescheid was dieser Mann tat, und wer er ist.

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@mirabellaxxoo

Es gibt viel zu viele, über die man aufklären sollte, es aber nicht tut ;)

Leopold II war nicht nur Kolonialist. Er hat:

  • Den Gewerkschaften erlaubt, sich zu formen
  • Mindestalter für Kinderarbeit in Fabriken auf 12 gesetzt.
  • Nacht-Kinderarbeit für u.16 verboten und Untergrundarbeiten für u.21 (Frauen) verboten
  • Belgien zur ersten Weltindustriemacht gemacht
  • Eine Annexion Belgiens in der Zeitspanne von 1865 - 1871 an das Deutsche und Französische Reich verhindert.
  • Die Sonntagsruhe eingeführt
  • Eingeführt, dass Gehälter an einem fixen Datum bezahlt werden mussten

In seiner Art hat er also Belgien weit nach vorne gebracht. Jetzt stellt sich die Frage, was überwiegt...? Ich bin der Meinung, dass seine schlechte Seite überwiegt, aber meiner Meinung ist nicht jeder.

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@Lili0484

Für die Deutschen war Hitler am Anfang auch supi, viele haben Ihn gefeiert. Wir haben also keine Statue von Hitler, trotzdessen das er und seine Partei einen Aufschwung brachten, Autobahnen bauten usw. Dasselbe gilt für den Faschismus in Italien der 1930iger.

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@mirabellaxxoo

Der Diktator Franco, der, wie ich finde, bei weitem schlimmer war als Leopold, wird in Spanien noch immer gefeiert. Dies zeigt also, dass nicht alle Menschen einer Meinung sind, und man den Kuchen in 2 teilen sollte.

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@Lili0484

Der Unterschied zu den anderen ist, das Hitler und stellv. Deutschland 6 Millionen Juden vernichtet hat. Die Spanier oder Belgier haben keine Weißen Menschen vernichtet - sie haben Schwarze oder Ureinwohner kolonialisiert und vernichtet. Dei Deutschen haben andere Weiße Menschen jüdischen Glaubens vernichtet. Das wird nicht so ausgesprochen aber so ist es.

Selbst in den Usa. Du findest in den Usa mehr Museen die dem Holocaust gewidmet sind als der Vernichtung der Ureinwohner, dem 400 Jahre dauernden Transtatlantischem Sklavenhandel. Wieso? Weil es Europäer waren die starben. Das andere waren eben nur Braune und Schwarze. Das ist einfach so.

Du hast bis vor kurzem noch Str. gefunden in Deutschland die nach Kolonialherren benannt waren, in den Usa sehen Statuen von Menschen die maßgeblich zur Vernichtung der Ureinwohner und zur Sklaverei beigetragen haben.

Die weiße Welt, respektiert und schätzt nichtweißes Leben nicht so sehr. Das spricht keiner so aus, aber das ist so.

Auch in den Usa gilt Hitler als das ultimativ Böse. War er ja auch. Aber seltsam das Hitler so böse war, aber mit Statuen von Skalvenhalter hat man kein Probelm. Es sind eben nur Schwarze. Darum gehts. Nennt man stillen Rassismus.

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@mirabellaxxoo

Du hast mich glaube ich falsch verstanden.

Alles, was du sagst, stimmt zu 100%. Leider.

Ich bin dagegen, einen Massenmörder als Helden zu feiern. Ich bin dagegen, über seine schlimmen Taten hinwegzuschauen. Ich bin dagegen, die dunkelhäutige Bevölkerung Tag ein Tag aus zu blamieren, zu beleidigen. Ich würde es nicht mögen, wenn ich jeden Tag an einer Statue vorbeilaufen müsste, die viele meine Vorgänger getötet hat. Und offensichtlich als Statue geehrt wird. ABER: eine Statue ist für mich nicht immer eine Ehre, sondern kann auch zum Beweis werden, dass es diese Zeit mal gab.

Man hätte sie in einem Museum aufstellen können. Man hätte Klassen nehmen können, um ihnen die Statue zu zeigen, um ihnen zu zeigen: "so was soll nie wieder passieren". Ich habe schon von Anfang an gesagt, dass man die Statue, wenn man sie denn da lassen würde, aber nicht alleine da stehen lassen sollte, sondern z.B mit einem Gedenkmal an die Opfer, einer groẞen Tafel (aufklärend über Kolonialismus und Leopold II). Zudem sollte man sie nicht "ehrenhaft" aufstellen, z.B. nicht in der Mitte eines Platzes oder höher als der Rest.

Uns wurden alle Hitler und seine Taten beigebracht. Und trotzdem gibt es zurzeit wieder einen Anstieg an Rechtsextremen. Das zeigt ja wohl, dass Unterricht alleine nicht ausreicht: man braucht Zeugen, die erzählen. Man braucht Beweise, die dir beweisen, dass das alles mal Alltag war. Und diese Statue (und die neue, die man aufstellen würde) könnte als "Beweis" fungieren.

Zudem gibt es auch mein Argument vom Anfang: wo zieht man die Grenze? Was wird verbrannt/zerstört, und was nicht? Welche Handlungen sind grausamer als andere?

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@Lili0484

Ja verstehe dich, aber was Ich meine ist, es gibt einen Konsens innerhalb der westlichen Welt, das man niemals eine Hitler Statue aufstellen würde. Das wäre ein Tabu. Da würde keiner sagen, stellen wir eine auf, mit einer Tafel zur Aufklärung. Eine Statue an sich ist immer eine Huldigung. Der Bau einer Statue is ein Zeichen des Respekts.

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@mirabellaxxoo

Beides ist rassismus.

rassismus ist NICHT nur wen man gegen Schwarze rassistisch ist!!!!!!!

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Du hast es begriffen, bin voll deiner meinung.

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Sklavenhalter als ,,nicht politisch korrekt'' zu bezeichnen ist ein wenig untertrieben.

Zumal es auch schon in früheren Zeiten Gegner der Sklaverei gab.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium Philosophie an der Uni Bielefeld

Da findet eine Neubewertung der geschichtlichen Daten statt und ja, das ist völlig legitim.

Ich gehe sogar soweit, es sollte, wenn man schon damit anfängt, alles neu bewertet werden.

Als Beispiel der Islam, er gestattet ausdrücklich die Sklaverei. Man sollte diesen gleich neben die Statue ins Hafenbecken werfen, wo beides hingehört.

Dann aber bitte auch das Judentum und auch das Christentum, beide haben das gleiche getan und legitimiert.

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