Ich hasse meinen Job, was soll ich tun?

12 Antworten

Hi Sassi,

ich habe so etwas auch schon erlebt. Zwischendrin mal Flaute und nichts zu tun ist ja ganz nett, aber irgendwann geht's einem auch auf die Nerven.

Es gibt für dich natürlich mehrere Varianten, wie du vorgehen könntest. Allerdings wirst du mit dem Maß an Veränderung im Job auch persönlich verändern müssen. Wenn ein neuer Job (in deinem Beruf) in deiner Region nicht verfügbar ist, du aber den Job an sich weitermachen möchtest wirst du um räumliche Veränderungen oder längere Anfahrtswege nicht herumkommen. Alternativ kannst du ja mal schauen, ob sich nicht mit einer veränderten Qualifikation (Fachwirt, Betriebswirt, andere Aufstiegs-Weiterbildungen oder aber einem kompletten Jobwechsel) für dich neue Aufgaben(-bereiche) oder neue Jobs auftun. Ggf. kann sogar in deinem Fall mal der Weg zu einem Personaldienstleister eine gute Idee sein, damit du mal in andere Bereiche "reinschnuppern" kannst und dabei wenigstens noch einigermaßen Geld verdienst. So schlimm wie ihr Ruf sind die nämlich auch nicht alle. Da du ja schon eine Weiterbildung machst wird das auch helfen, dir neue Perspektiven zu eröffnen.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es neben dem Burn-Out auch ein sog. Bore-Out geben kann. Sprich, dass übermäßige Langeweile im Job durchaus auch negative gesundheitliche Folgen haben kann.

Ich schlage dir vor, einmal in dich zu gehen und dir zu überlegen, wo du dich gerne in einigen Jahren (nimm einen strategischen Zeitraum, 5-6 Jahre) sehen würdest. Wenn du dir darüber klar bist informiere dich, was du tun kannst um dort hin zu kommen wo du sein willst und lege dann mit diesem Plan los. Berate dich dabei auch ruhig mal mit dem Arbeitsamt, mit Freunden, ggf auch Kollegen (mit Vorsicht allerdings) oder Bildungseinrichtungen. Informationen helfen ja meistens und schaden niemals.

Sei dir dabei aber bewusst, dass Veränderungen auch neue Herausforderungen (ich vermeide das Wort Probleme bewusst) mit sich bringen, die du dann erstmal in dein Leben einbauen und in Kauf nehmen musst.

Was nicht geht ist nach dem Motto "Wasch mich, aber mach mich bitte nicht nass" zu leben und zwar die Situation zu beklagen, aber selbst nicht aktiv zu werden um etwas daran zu verändern. Andere werden das nicht für dich tun, schon gar nicht, wenn sie nichts davon wissen. Und selbst wenn sie's wissen ist deren Handlungsmöglichkeit schon sehr begrenzt. Das Wesentliche muss von dir getan werden - schließlich geht's auch um dich.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Nachdenken und bei den dann folgenden Schritten.

Liebe Grüße,

Matthias

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich würde an deiner Stelle die Weiterbildung beenden, wenn es nicht mehr allzu lange ist, damit du dich nicht über 1 Jahr umsonst dafür angestrengt hast.

Dann musst du dir selbst bewusst werden: Ist es die Firma, die dich stört (Mitarbeiter, Chef, Aufgaben) oder der tatsächliche Beruf (Branche, Abteilung, …). Wenn es nur die Firma ist, würde ich mich an deiner Stelle nach einer anderen umschauen. Dabei musst du evtl. längere Fahrten (Pendeln) in Kauf nehmen, wenn du bei dir in der Nähe nichts findest. Auch ein Branchenwechsel wäre vielleicht ganz hilfreich.

Wenn du dir aber sicher bist, dass du nicht dein ganzes Leben im Büro verbringen willst, würde ich mich nach etwas anderem umschauen. Du hast ja eine Ausbildung, auf die du zur Not zurückgreifen kannst. Wenn du nicht auf dein Gehalt verzichten willst, kommt vielleicht auch ein Fernstudium in Frage.

Servus Sassi28,

ich schreibe dir als Auszubildender Industriekaufmann im 3. Lehrjahr. Ich arbeite in einem mittelständigen Anlagenunternehmen mit 15 Mitarbeiter*innen im Büro.

Auch bei uns herrscht hin und wieder Flaute. Gerade am Anfang meiner Ausbildung war das so - schon klar, das ist völlig normal.

Deine Schilderungen hören sich für mich nicht danach an, dass dir der Beruf an sich keinen Spaß macht sondern der Betrieb einfach für dich der falsche ist.

Bist du dir denn mit dem Bereich des Personalwesens sicher? Schließlich kannst du mit deinem gelernten Ausbildungsberuf auch in viele andere Sparten gehen.

Beste Grüße!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Am Anfang war ich das - mittlerweile aber auch das nicht mehr. Ich kann nicht mehr auseinander halten, ob mich die Firma oder der Beruf stören. Bin auch schon seit einem Jahr eine andere Stelle am suchen. Hatte hier und da auch mal ein paar Vorstellungsgespräche aber bis jetzt immer nur Absagen bekommen.

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@Sassi28

Du solltest dir noch einmal die Bereiche durch den Kopf gehen lassen. Es wird mit Sicherheit etwas geben dass dich dahingehend interessiert. Meistens sind es die Arbeitgeber die eine Stelle ungemütlich machen.

Wenn dir der Beruf nicht passen würde, wärst du wirklich blind. Denn du arbeitest da nicht erst seit gestern drin.. ;-)

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"Da habe ich aber das Problem, dass ich in meiner Gegend keinen Job bekomme und wegziehen kommt überhaupt nicht in Frage."

Mit diesem Anspruch begraben schon immer hunderte junge Menschen ihr Berufsglück und eine persönlich geeignete Karriere! Immer daran denken, für viele Menschen ist später eine Rückkehr zu einem besserem Arbeitsplatz durchaus möglich oder aber plötzlich die Vorstellung bereits die unerwünschte Hölle.

WICHTIG ist viel mehr, dass der Arbeitsplatz verkehrstechnisch zufriedenstellend ganzjährlich erreichbar ist, denn den Traum von seiner "ewigen" Erhaltung darf man bitte nicht mehr träumen!

Nutze doch möglichst deine Leerlaufzeiten sinnvoll. Das ist schwer, sich da selber ein Ziel zu setzen aber probieren würde ich es. Ob du da jetzt Ebooks o.ä. für dich selber privat oder evtl. zur beruflichen Weiterbildung liest, ist ja erstmal egal. Vielleicht kannst du da auch schon herausfinden, welches Studium für dich am Besten geeignet wäre und da schon etwas in die Hauptthemen einarbeiten.

Aber vielleicht ist es auch einfach nur die falsche Firma, wo du arbeitest. Ich hatte auch schon Vorgesetzte, wegen denen ich aktiv nach Alternativen gesucht hatte. Die dann aber vor mir gegangen sind zum Glück.

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