Hatten Kinder in der DDR auch schon eigene Stasi-Akten?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Jaein, im Alter von 9 Jahren noch nicht. Das MfS begann erst etwa nach der Jugendweihe (ca. mit 14) Daten zu sammeln; jedoch vorerst nur bei staatsfeindlichen Äußerungen oder subversiven Verhalten. Allgemein wurde zu Beginn der Lehre oder des Wehrdienstes eine Akte für jeden Bürger angelegt bzw. in anderem Zusammenhang Daten gesammelt. Gab es vor diesem Alter relevante Auffälligkeiten, wurde ein Gespräch mit den Eltern geführt. Ich war zwar selber nicht beim MfS oder Informant, dafür hatte ich zu viel Verwandtschaft in der BRD und Westberlin, dafür aber bei der Volkspolizei und kannte einige Offiziere vom MfS.

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Das ist doch mal eine konkrete Antwort, vielen Dank.
Habe mir schon gedacht, dass das evtl. erst später losging.
Aber da geb's ja in meinem Fall die DDR nicht mehr.
Da wäre dann evtl. nur in den Akten meiner Eltern was über mich zu finden?!

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@Teddylein

''Da wäre dann evtl. nur in den Akten meiner Eltern was über mich zu finden?!''

Ist doch leicht rauszufinden. Lass deine Eltern ihre Akten anfordern und dann weißtes.

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@Teddylein

Falls die Eltern das noch nicht gemacht haben, würde ich dies an deren Stelle umgehend beantragen. Die Behörde hat recht lange Wartezeiten, etwa 3 bis 6 Monate. Am besten an die für den ehemaligen Wohnsitz zuständige Außenstelle der Birtler-Behörde wenden, dort gibt es sicherlich noch die meisten Unterlagen, sofern vorhanden. Diese Antragsformulare kann man auch als pdf-Datei aus dem Netz ziehen und gleich online vor dem ausdrucken ausfüllen, leider weiß ich z.Z. nicht die richtige Web-Adresse. Aber dafür gibt es ja yahoo & Co.

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@Wyatt

Meine Eltern wollen eben leider nicht.

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@Teddylein

Vielleicht gibt es einen anderen Weg, sofern man als "unbeteiligte" Person in der Akte der Eltern auftaucht? Den Fall hatte ich noch nicht. Ich würde mich mal an die Behörde wenden und den Sachverhalt so darstellen.

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@Wyatt

Wär ne Möglichkeit, danke für den Tipp.
Aber ich glaub kaum, dass das ohne Einverständnis der betreffenden Person (in dem Falle meine Eltern) möglich ist.

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@Teddylein

Meine Annahme fußt auf der Möglichkeit, daß Du in den Akten deiner Eltern auftauchen könntest und somit einen Anspruch auf Anspruch der Einsichtnahme ableiten kannst. Vermutlich wird dann aber alles andere, Dich nicht selber betreffende, von den Mitarbeitern geschwärzt. Versuch es einfach, viel Erfog!

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  1. Glaube nicht das Märchen von der Stasi auf dem Schulhof. Ermittlungen der Stasi konnten erst ab dem 18. Lebensjahr eingeleitet werden, da man dann erst strafmündig war.
  2. Wenn Jugendliche Straftaten begingen, dann war die K 1 in den VPKAs zuständig. Die bearbeiteten die kleineren politischen Delikte.
  3. Als IM konnte man erst mit 18 Jahren geworben werden. Siehe Richtlinie 1/76 des Ministers für Staatssicherheit.
  4. Du kannst bei der Roland-Behörde heute einen eigenen Antrag als "Dritter" stellen und bekommst Auskunft, ob in den Akten Deiner Eltern etwas über Dich drinsteht. Die Fakten zu Deinen Eltern ist geschwärzt. Erwarte aber nicht zuviel. Sollte eine "Operative Wohngebietsermittlung" drin sein, gibt es eine Rubrik: Ehe- und Familienverhältnisse. Da steht dann drin: "Lebt in geordneten Ehe- und Familienverhältnisse und hat drei Kinder." Wenn dann noch drinsteht.: "Sohn Achim geht zur Maxim-Gorki-Oberschule "ist das schon eine kleine Sensation. Mehr wird da nicht zu finden sein.

Nur geistige Tiefflieger glauben, das sich Geheimdienste mit Kindern befassen. Wenn es tatsächlich so wäre, hatten die Bürgerrechtler in der DDR damals 1990 dies garantiert als Aufhänger genommen und einen riesigen Rabatz gemacht.

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Danke auch für diese späte, aber interessante Antwort!

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@Teddylein

"Du kannst bei der Roland-Behörde..."

Schon, wenn jemand den Begriff "Roland-Behörde" benutzt, sieht man, wen man vor sich hat.

Das ist exakt die gleiche Vorgehensweise, die die Nazis benutzt haben, wenn sie die deutsche Flagge als "schwarz-rot-senf" verunglimpften. Unter anständigen Menschen heißt sowas nämlich, nach ihrem Leiter Roland Jahn, einem DDR-Bürgerrechtler, "Jahn-Behörde".

Aufklärung und Wahrheit sind halt manchen Leuten ein Dorn im Auge. Obwohl, hier muss man schon vorsichtig sein, denn die Stasi hat den Begriff "Aufklärung" in einem völlig anderen Sinne benutzt, als Immanuel Kant - nämlich ausschließlich im Sinne von "Bespitzelung".

So, wie die Stasi die Sprache* vergewaltigte, so versuchen Ex-Stasi-Mitarbeiter und ihre Sympathisanten heute die Wahrheit zu vergewaltigen.

Dazu passt ein Artikel in der Berliner Zeitung, der leider nicht kostenfrei ist: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/die-sprache-der-stasi,10810590,9995004.html

Nur die ersten vier Zeilen kann man lesen, die zeigen aber schon, welch geistige Tiefflieger die Stasi-Offiziere sind: "Wenn man bei der Stasi vom "Liquidieren" sprach, meinte man nicht automatisch Töten, sondern nur "kampfunfähig machen". Das erklärten Stasi-Offiziere vor dem Berliner Landgericht. Sie hatten 1976 die Liquidierung eines Regimegegners befohlen. Der Mann starb."

*Christian Bergmann, Die Sprache der Stasi, Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 978-3-525-34012-7 Eine Besprechung des Buches findet sich unter hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/id=96, einfach das übliche http usw. davorsetzen

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Es wurde in der DDR bei wietem nicht über jeden eine Stasiakte angelegt und schon gar nicht alle Wohnungen verwanzt. So ein Blödsinn !

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Genau! wer so einen Blödsinn glaubt, glaubt auch an Fantomas, der die Welt beroht. Ach ja, der heißt ja heute Osama bin Laden. Aber das glauben ja die Leute auch, weil das Volk erzogen wird mit dem Fernseher, so einen Stuß zu glauben.

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@matzevalentin

Stasiakten gab es natürlich nicht nur über DDR-Bürger, sondern auch über westdeutsche Politiker oder Wirtschaftsführer.

Es muss aber trotzdem über eine Unmenge von DDR-Bürgern eine Akte angelegt worden sein. Bei der Jahn-Behörde (von Wahrheitsgegnern gern auch als "Roland-Behörde" verunglimpft) finden sich nämlich nicht weniger als 39 Millionen Karteikarten - das ist mehr als doppelt soviel wie die Bevölkerung der DDR Einwohner hatte.

Dazu kommen noch über 100 Kilometer Akten - das allein wären schon ungefähr anderthalb Millionen Aktenordner - und über 15.000 Säcke mit Schriftgut, das die Stasi-Schergen zum Zwecke der Beweisvernichtung zerissen haben und das nun mühsam zusammengesetzt werden muss.

Noch gar nicht einberechnet sind da jene Schriftstücke, die von Aktenvernichtern (Reißwolf), ebenfalls zum Zwecke der Beweisvernichtung, geschreddert wurden und die nicht mehr verwendet werden können, soweit sie überhaupt noch vorhanden sind. Ebenfalls nicht einberechnet sind die Schtiftstücke, die in den Außenstellen der Stasi in den einzelnen Bezirken lagern.

Überschlägig lässt sich so abschätzen, dass ca. über jeden fünften DDR-Bürger eine Akte vorhanden ist (oder zumindest war). Daran wird der ganze Wahnsinn dieses Systems deutlich.

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