Guter Reitunterricht - schlechter Reitunterricht?

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Hallo, ich kann als Reiterin mit 20 Jahren Erfahrung soviel sagen:

Natürlich ist es so, dass man in einer Gruppe nicht mehr die Möglichkeit hat, den Schülern die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken wie einzeln an der Longe.

Dass Ihrer Tochter an der Longe nicht viel beigebracht wurde - ich weiß nicht, inwieweit Sie über Kenntnisse im Reitsport verfügen - kann ein subjektiver Eindruck sein. Als Laie verwechselt man oft die Anfängerschulungen an der Longe, an der vordergründig das Gleichgewichtsgefühl in allen Gangarten geschult wird, mit den komplexeren Übungen im Bereich Voltigieren.

Ihr Kind muss, bevor es das erste Mal die Zügel in die Hand bekommt in der Lage sein, das Pferd eigenständig zu lenken ohne es im Maul zu behindern, und die Gangarten Schritt und Trab müssen sitzen. Aussitzen lernen ist schwerer als es aussieht, das dauert bei dem einen länger, bei dem anderen kürzer. Bis man soweit ist und mal eine Runde aussitzt, wird eben leicht getrabt. Das hängt von der körperlichen Konstitution des Kindes ab sowie von der Gangart des Pferdes (hart/weich).

Was den Galopp betrifft, da wurden wir noch eine lange Zeit einzeln an die Longe genommen während der Rest der Gruppe auf einem anderen Zirkel weitergeritten ist.

Außerdem ist nicht jedes Pferd in der Gruppe leicht zu händeln, vielleicht gehört Ihres zu der Sorte, die sich bei den seltenen Galopp-Gelegenheiten gern auch mal Gas gibt und das will die Reitlehrerin nicht riskieren.

Als langjährige Reiterin und Kinderbetreuerin kann ich Ihnen nur den Tip geben, ihr Kind nicht zu oft mit den anderen zu vergleichen. Ehrgeiz ist da ganz falsch. Reitlehrer sollten einen Blick dafür haben, wie weit ein Kind gefordert werden kann ohne dass man ein Risiko eingeht. Natürlich gibt es da schwarze Schafe, und der Spaß für das Kind hört natürlich da auf, wo es sich benachteiligt fühlt.

Ich kenne weder Stall noch Lehrer, vielleicht sollten Sie Ihre Bedenken mal direkt mit der Dame besprechen bevor Ihrer Tochter die Lust vergeht?

Vielen Danbk, das hört sich sehr fundiert an.

ich halte es eben nur nicht für pädagogisch sinnvoll meine eher schüchterne Tochter statt zu ermutigen auch noch zu demotivieren nach dem Motto: Du kannst das nicht, du schaffst da snicht, lass das sein!

Es ist kein schönes Gefühl IMMER aus der Gruppe rausgenommen zu werden, statt sie vielleicht auch mal zu ermutigen und was probieren zu lassen. Mit anderen Kindern in der Gruppe macht die RL das auch so.

Aber ich habe auch von Reitbeteiligungen gehört, die finden, dass diese RL viel schreit und meckert, die Pferde sogar mit der Gerte (Fest auf die Kruppe) schlägt, wenn sie nicht sofort spuren....abe rnur, wenn keine Zuschauer da sind.

Ich will sie nicht unbedingt vergleichen, ich weiß dass einige es eben besser machen und auch länger! ich möchte aber, dass sie weiter Freude hat und die erhält sie sich nur, wenn ab und zu auch kleine Erfolge sichtbar werden und etwas Neues passiert.

Ich habe mehrfach bestätigt bekommen - u.a. von einer anderen RL des gleichen Stalles, sie unterrichtet die Fortgeschrittenen, die unsere Tochter an die Longe nahm in den Ferien., dass sie sich wirklich gut macht und das Aussitzen im besonderen. Sie habe ein gutes Gefühl für den Gang. Daraufhin wurde ich stutzig...

Die RL läßt R. das Pony immer aussuchen, macht aber keine Vorschläge. Und wenn man nicht weiß, welches Tier in frage kommt und warum, wählt man lieber immer das gleiche Tier, oder? In diesem Falle Kira. kessie war angeblich auch zu schnell für sie und Jacob auch. irgendwie passt kein pony zu unserer Tochter .komisch.

Klar, ich werd mal die RL ansprechen.

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@Kinderwerkstatt

Wenn ihr Kind sich definitiv dazu in der Lage fühlt, beim Unterricht eine Stufe weiter zu gehen, dann sollte das nicht dauernd verhindert werden, da haben Sie Recht.

Selbstbewusstsein im Umgang mit Pferden erhält man nur wenn auch mal was schiefgeht.

Das Verhalten der Reitlehrerin kann ich mir nur so erklären:

Entweder hat sie bereits eine sehr schlechte Erfahrung gemacht (Unfall/Versicherungsfall/Regressansprüche?) und behandelt ihre Schüler seitdem sehr vorsichtig, um absolut kein Risiko einzugehen; oder sie schätzt Ihre Tochter anders ein als Sie es tun, vielleicht aus Voreingenommenheit (zarter Typ = kein Durchsetzungsvermögen).

Schauen Sie beim Unterricht zu und können die Aussagen Ihrer Tochter bzw. der anderen Mütter bestätigen?

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@kissme21

Da haben Sie Recht. So ähnlich stelle ich es mir auch vor: da unsere Tochter nicht selber äußert, was sie möchte und gleichzeitig immer aus dem Galopptraining herausgehalten wird, glaubt die RL, dass sie sich nicht traut.

Ich werde mal mit ihr reden und versuchen herauszufinden, woran das liegt. Außerdem werde ich ihr sagen, dass meine Tochter bald kleinere Fortschritte erfahren muss, damit sie den Spaß nicht verliert. Immer nur Schritt, leichttraben und ab und an die Bahn wechseln kann es ja auf Dauer nicht sein. Vor allem wenn sie dabei nie Lob hört, sondern immer nur korrigiert wird (was ja auch richtig ist, aber ich finde es muss eine gewisse Mischung geben).

Ich glaube nicht mal, darauf bracht emich eine andere Person, die hier geantwortet hat, dass sie eine gewisse Ausbildung als RL hat (Trainerschein?). Sie ist noch recht jung, hat derzeit kein Pflegepferd und verdient halt Geld mit dem Unterricht (pro Stunde sind es 5-6 Kinder á 15 €). Und für 15 € erwarte ich schon, dass meine Tochter beizeiten ein Pony auch selbst vor- und nachbereiten kann und erklärt bekommt, warum dies oder das sein muss. Sie soll auch Verantwortung übernehmen und das lernt sie nur, wenn man es ihr zeigt und erklärt. Wenn man ihr die zugehörigen Aufgaben immer abnimmt, dann wird ihr hier wieder etwas nicht zugetraut. Was sollte meine Tochter also einfordern, wenn sie so schüchtenr ist? Ihr wird nur signalisiert dass sie "noch nicht soweit ist".

Ja, ich schaue regelmäßig zu und frage hin und wieder auch nach Fortschritten vorsichtig nach. Ich habe eben keine Idee wann und unter welchen Vorraussetzungen ein Kind von 9 Jahren mit dem Galopptrainig beginnen könnte und muss mich auf die Aussagen verlassen.

Sie korrigiert meine Tochter (deutlich seltener als andere Kinder) bzgl. der Arme und Hände. ja, sie nimmt oft die Arme zu hoch und die Ellenbogen gehen manchmal auseinander. Aber das tun die anderen auch. Ihre Haltung, so wurde mir bestätigt,ist einwandfrei. Aber eben nur auf Nachfrage - nie wird mal gesagt: "Sehr schön Robin, diesmal hast du dich gut konzentriert".

Wie ich schon sagte hat sich auch eine andere Mutter beklagt bei der RL. Ihr Sohn (16) reitet seit 10 Jahren und bereitet sich auf Dressur vor. Sein Pferd ist etwas schwierig. Aber nun verliert er die Freude weil die RL angeblich immer und oft nur mit ihm meckert und ihn auch anschreit.

2 andere Mädchen die ich dort kenne, haben mir erzählt, dass die RL die Pferde auch schlägt, wenn keine Zuschauer da sind und die Pferde vielleicht nicht sofort reagieren und tun, was sie sollen. Aber da sliegt ja mitunter auch am Reiter.

Gestern erhielt ich eine sms: Reiten findet heute nur für die Kinder statt, die Sonntag das kleine Hufeiensen machen. Hm, unsere Tochter hatte zwar mittrainiert, ist aber dennoch nicht dabei. Ich wusste von gar nichts. Auf meine Anfrage erhielt ich nur die Antwort: heut eist keine Reiten.

Ich würde gern auch mal auf meine Tochter einwirken können, wenn ich wüsste worum es der RL eigentlich genau geht.

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Hört sich für mich auch so an, als ob sie einem zierlichen schüchternen Mädchen nicht viel zutrauen und meinen sie hätte Angst oder würde Angst bekommen. Reiten die Kinder immer dasselbe Pferd? Wenn die Reitlehrerin meint das die Kira zu heftig für Deine Tochter ist, dann soll sie ihr gefälligst ein anderes geben. Das kann ja nicht angehen, dass sie da nichts lernt. Nach einem Jahr sollte sie alleine galoppieren können und auch dürfen. Was sind das denn für Zustände. Mein Sohn hat mit 7 Jahren angefangen und ist nach 8 Monaten schon Reiterwettbewerbe mit Galopp geritten. Man darf den Kindern doch keine Angst machen, sondern muss sie ermutigen und ihnen auch mal was zutrauen. Man muss ja kein unnötiges Risiko eingehen, aber wenn sie mal runterfallen, dann fallen sie halt runter und steigen dann wieder auf. Gehört leider dazu. Meiner ist am Anfang reichlich runtergefallen. Grade im Winter, wenn die Pferde mal knackig waren. Ich würde auf jeden Fall mal mit der sprechen und wenn sich nichts ändert, dann musst Du vielleicht nochmal den Stall wechseln. Kostet ja auch alles Geld und dann lernt das Kind nichts. Wünsche Euch viel Glück!

Die Kinder tragen selbstverständlich Kappe und Reitweste.

Runtergefallen ist sie noch nie - sie wurde sogar mal gelobt, als einem der alten Ponys ("Mulle") die Vorderbeine wegknickten und R. nicht runtergefallen ist. Die damalige RL hat R. dafür echt gelobt: mann, super hast du das gemacht. da hätte man auch leicht runterfallen können.

Und das war eine unvorhersehbare Situation - beim Galopptraining weiß man doch, was passiert, oder?

Ihr Gleichgewicht ist auch gut - sie hat auch keine Angst auf dem Pferd oder Poiny zu stehen oder zu knien.

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@Kinderwerkstatt

Ich meinte ja auch nicht, dass sie zwingend runterfallen muss. Könnte halt nur passieren. Nicht das Du dann geschockt bist. Ich glaub Dir, dass Deine Kleine das schon gut macht.

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@Mia2711

Naja, sie braucht halt mal was Neues...Sie hat sogar freudig eine Extra-Longenstunde bei einer anderen Reitlehrerin mitgemacht, weil sie das Turnen auf dem Pferd gern macht. Die ÜBungen hat sie auf Anhieb hinbekommen - obwohl einige dabei waren, die sie im alten Reitstall nie gemacht hatte:

Rückwärts auf dem pfernd sitzen, sich auf dem Pferderücken drehen (auch im Trab), KNien und hinstellen.

Das machte sie auf einer Haflingerstute, die auch für Therapien und fürs Voltigieren trainiert ist.

Auf der "Hund & Pferd" in Dormtund kürzlich hat sie sich sofort gewünscht einen Fototemrin auf einem Shirehorse wahrzunehmen. Das Foto kostete 5 € und da sPferd war wirklich, wirklich groß! Da hätte man sogar mich hochheben müssen, aber sie strahlte über das ganze Gesicht, als sie darauf eine Runde geführt wurde.

Ich weigere mich daher zu glauben, dass das "Reiten" ihr keinen Spass mehr macht, wie sie manchmal behauptet. Ich denke es liegt eben an der Lehrerin und am Reitstall. Wenn sie nämlich dort auf dem Pony sitzt, lacht sie wieder und wirkt ganz stolz.

Was hat es eigentlich mit dem Aussitzen auf sich? Was ist daran schwer? welchen grund gibt es, dass sie das nicht machen sollte wie die anderen?

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@Kinderwerkstatt

Es ist halt etwas anstrengender und schwieriger, aber nach so langer Zeit sollte sie das können. Die Kids die noch nicht so lange reiten, die dürfen bei uns zwischendurch mal leichttraben, wenn sie nicht mehr können. Aber sie lernen das bei uns sowie sie das Leichttraben beherrschen. Einen Grund warum sie das nicht mitmachen sollte sehe ich beim besten Willen nicht. Was glaubt die Frau denn mit wem sie es zu tun hat? Mit einem dummen Kind? Ich würde echt an Deiner Stelle mit der mal reden, wenn Ihr die nächste Reitstunde habt.

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@Mia2711

Eben! Wie gesagt, eine Mutter, die selbst shcon lange reitet sagte mir, als ich in mich hineinflüsterte: "R., auf und ab, auf und ab nicht vergessen." da hab ich ihr selbst wa snicht zugetraut. Diese Mutter stand neben mir, hörte mich und sagte: Das ist Aussitzen und das macht sie sehr gut. Wie lange reitet sie schon?

Auch die damalige RL sagte mir, dass sie eben ein gutes gefühl für die gangart habe. Sie wechselte immer mit dem befehl leichttraben , aussitzen.

Unsere Tochter sagte später, das sei einfacher für sie, weil es nicht so in die Beine ginge.

Seit der anderen RL darf sie das nicht mehr.

Ich verstehe die kriterien dieser Entscheidung eben nicht. Klar, manchmal wir dihr auch gesagt: "R. umsitzen!" Aber das müssen die anderen auch hinund wieder.

Wie gesagt, R. wird langweilig und dann wird sie nachlässig.

Zu einem ältern Mädchen mit eigenem Pferd sagte die RL mal: "J., du sitzt auf einem Pferd und nicht am Strand in einem Liegestuhl, Haltung, bitte!" da musste ich schon etwas lachen. Anschließend zu dem gleichen Mädchen: @ J., und jetyt sieht es aus als wolltest du dich nach vorn schlafen legen, du reitest lang genug um die Haltung yu kennen!.

Aber dennocoh darf sie galoppieren und alle anderen {bungen mitmachen, wie andere Kinder auch, Etwa eine neue Sch[lerin, die noch nie galoppeirt war und dann direkt galoppieren sollte. Ich finde das schon merkw[rdig.

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@Kinderwerkstatt

Wann bist habt Ihr denn wieder Stunde? Würde mich mal interessieren was es gegeben hat. Könntest ja dann vielleicht mal schreiben.

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"Reitlehrerin" darf sich ja jeder schimpfen. Das sind vielleicht gute Reiterinnen (aber auch nicht immer), das heißt aber nicht, dass sie dies auch anschaulich und kindgerecht vermitteln können. Was für eine Qualifikation hat diese Reitlehrerin denn? Eine richtige Reitlehrerin hat einen Trainerschein (A,B oder C) und hat somit auch Kenntnisse in Pädagogik. Ich würde das mal erfragen und wenn dem nicht so ist, würde ich mir einen Reitstall mit qualifiziertem Personal suchen. Wo gehen denn die Klassenkameradinnen deiner Tochter reiten? Hör dich doch mal um. Es gibt bestimmt noch andere Möglichkeiten und evtl. kann sie ja auch mitgenommen werden, wenn es für dich vom Fahren her nicht möglich ist.

Das mit den Reiterferien, wie in dem anderen Beitrag schon erwähnt, finde ich auch eine gute Idee, da kann deine Tochter andere Pferde und Möglichkeiten kennenlernen und vielleicht gibt ihr das dann nochmal ein anderes Selbstbewusstsein.

Danke!

Es ist für uns der am nächsten gelegene Reitstall. iIh bringe unsere Tochter hin und mein Mann holt uns später ab. Darum schaue ich auch oft zu. Und wir haben schon Stress pünktlich dort zu sein: 13.30 Schulschluß, dann Essen und Hausaufgabenbetreuung, um 15 Uhr ist die Reitstunde. Der Bus fährt um 14.16. naja, klappt aber ganz gut.

Aus ihrer Klasse reitet niemand - leider. Die anderen Mädchen die sie kennt und die dort reiten haben entweder andere Zeiten oder sind schon in der Fortgeschrittenengruppe. Von daher fällt eine Mitfahrgelegenheit aus.

Nein, ich weiß leider nicht ob diese RL bestimmte Qualifikationen hat. ich vermute eher nicht. Und pädagogische Erfahrung würde ich ihr auch nicht zusprechen, es gab mehrere Beschwerden. Sie ist noch recht jung, also deutlich unter 30.

Das Problem ist, dass unsere Tochter nicht selber einfordert weil sie so still und zurückhaltend ist. wenn die RL sie aus dem Galopptrainig raushält, fragt sie auch nicht mehr nach. Sie wartet dann, dass diese sagt: So, heute fangen wir mal an, Robin. Geduld ist ihre Stärke, aber nun wird ihr - nach 6 Monaten - allmählich langweilig.

Ich will sie in den Osterferien mit einer Freundin 1 Woche in richtige reiterferien schicken. Das würde sie selber auch gerne. An einem Wochenende würde ich die Nachbarin meiner Mutter gern mal fragen - das wäre spontan und erhält ihren Antrieb. Außerdem glaube ich, dass, wenn man nur zu dritt ist, sehr viel mehr zeigen und erklären kann.

Vielleicht traut sie sich ja dann in der Reitstunde mal zu sagen: "Ich kann das shcon!"

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Ist schon etwas her, trotzdem...: guten unterricht kannst du definitiv NICHT an einem Trainerschein festmachen. Anscheinend weist du nicht, wie so eine prüfung zum "trainer" aussieht... Des weiteren würde das auch bedeuten, das nur die guten unterricht geben können, die "mal eben" 4000€ für diesen Schein hinblättern konnten. Willst du daran festmachen, ob jemand ein guter lehrer ist? Wohl kaum. Des weiteren werden in den Trainerscheinprüfungen nur unzureichende pädagogische grundsätze vermittelt, weshalb gerade die trainer MIT schein , die sind, die u.u. gut reiten können, aber absolut nicht in der lage sind, dieses wissen adäquat zu vermitteln...so viel dazu

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