Große Liebe gestorben?

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Hallo Gizmo90,

ich befinde mich in einer ähnlichen Situation wie Du! Da ich im letzten Jahr meine Frau nach kurzer schwerer Krankheit (sie starb an Krebs) und einige Jahre zuvor auch meine Eltern verloren habe, weiß ich genau, wie furchtbar der Verlust eines geliebten Menschen ist! Doch eines möchte ich gleich vorweg sagen: Der Schmerz bleibt nicht für immer so groß, wie er am Anfang ist!

Da ich mich mit dem Thema "Trauer" etwas näher beschäftigt habe, erfuhr ich, dass jeder auf eine etwas andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Die traurigen Gefühle halten bei vielen ein Leben lang an, doch man denkt im Laufe der Zeit nicht so oft an den Toten! Und somit lässt auch der Schmerz nach.

Was in dieser Zeit helfen kann ist, wenn man ganz offen mit jemandem, zu dem man Vertrauen hat über seine Gefühle sprechen kann, am besten mit jemandem, der selbst Ähnliches erlebt hat. Von diesem fühlt man sich viel besser verstanden, und meistens bekommt man hier mehr Mitgefühl und Verständnis entgegen-gebracht! Das ist auch die Erfahrung, die ich gemacht habe.

Einigen fällt es allerdings schwer, über ihre Gefühle zu sprechen und sie ziehen sich lieber von anderen zurück. Hier kann es helfen, einmal all das aufzuschreiben, was einen bewegt und es dann später nochmals zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist weinen! Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des seelischen Heilungsprozesses. Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du immer mal wieder in Tränen ausbrichst. Hinterher magst Du etwas Erleichterung empfinden (so jedenfalls ist es mir schon oft ergangen). Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, kann manchmal sehr befreiend sein!

Es wäre sicher nicht hilfreich, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und den Starken zu spielen. Man sollte sich zugestehen, traurig zu sein und dies auch nach außen zu erkennen zu geben. Warum sollen denn andere nicht merken, wie sehr man mit der Trauer zu kämpfen hat?

Falls Du an Gott glaubst, kann es für Dich auch sehr tröstend sein zu erfahren, was die Bibel über die Toten sagt. Jesus Christus, der ja selbst auch den Schmerz kannte, den der Tod geliebter Menschen auslösen kann, sagte einmal etwas sehr Schönes:

Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Das sollte euch nicht wundern, denn es kommt die Zeit, wo alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden“ (Johannes 5:21, 28 u. 29a).

Jesus sprach hier von der Auferstehung der Toten! Wenn diese eines Tages stattfindet, bedeutet das, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Diese wundervolle Aussicht gibt mir bis heute viel Trost. Zu wissen, dass ich meine Frau, meine Eltern und all die lieben Anderen eines Tages wiedersehen werde, hilft mir, mit den Gefühlen der Trauer besser fertig zu werden.

Ich weiß ja nicht, wie Du zur Bibel stehst und ob Du überhaupt an Gott glaubst. Ich habe eben versucht, meine persönlichen Erfahrungen und meine Hoffnung wiederzugeben. Vielleicht hast Du ja eine ganz andere Meinung dazu.

Ich wünsche Dir jedenfalls von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und Deine große Trauer nach und nach zu verarbeiten!

LG Philipp

Mein herzliches Beileid und all die Kraft, die du benötigst um den Verlust verarbeiten zu können.

Da es sich scheinbar sehr belastet, was auch nachvollziehbar ist, ist eine Psychotherapie empfehlenswert. Während dieser kannst du mir den Therapeuten über die Situation, deine Gedanken und Gefühle etc. reden, dir also deine Last von der Seele reden und Tipps oder Möglichkeiten an die Hand bekommen, um mit der Situation zurecht zu kommen.

Vllt. hilft es dir ja auch deine Gedanken, die du an deinen Engelsfreund hast, als Brief an ihn niederzuschreiben. Schreiben kann unheimlich befreiend wirken. Anschließend kannst du ja entscheiden, ob du die Briefe sammeln möchtest oder sie im Garten verbrennen möchtest und deren Asche in den Himmel zu streuen.

Wäre nur so eine Idee, jedoch kann diese keine Psychotherapie ersetzen, sondern ergänzend dazu hilfreich sein.

Gruß

Sehr geehrte/r Gizmo90,

halten Sie Ihre große Liebe bitte allezeit in ihrem Herzen fest. Seien Sie sich bewusst, dass diese Liebe, die Sie in sich tragen, Ihnen im Leben weiter helfen wird. Bitte machen Sie sich auch bewusst, dass Ihr geliebtes Wesen nicht gewollt hätte, dass Sie so arg darunter leiden und sich quälen.

Stellen Sie Bilder und Kerzen auf, hören Sie Ihre Lieder. Celebrieren Sie Ihre Liebe und finden Sie Trost in der Gewissheit, dass die Person Ihren echten Frieden hat und ein kleines Stück weiter ist.

Es ist auch schön zu wissen, dass es Jemanden an Ihrer Seite gab, der Sie, wie auch Sie fühlen, über alles geliebt hat und dass man diesen Schatz niemals wirklich verlieren kann, auch wenn Derjenige nicht mehr hier ist.

Es kann uns mit großen Stolz erfüllen, eine solche Person gekannt zu haben. Wir können dem Leben unendlich dankbar sein, dass es jenen Menschen gab, mit dem wir so verbunden sind.

Immernoch und Allezeit.

Ich wünsche Ihnen von ganzen aufrichtigem Herzen alles nur erdenklich Gute.

Leben Sie ein erfülltes Leben.

Mit freundlichen Grüßen,

Nichts.

p.s.: Die Zeit wird Ihre Wunden heilen und der Schmerz wird nachlassen.

Versuchen Sie ihren Zustand der Gefühllosigkeit nicht zwanghaft zu verändern, da es ein natürlicher Schutz für Ihre Seele ist. Wenn die Trauer durch die Zeit nachlassen wird, werden sich Ihre Gefühle wieder einstellen.

Bitte sorgen Sie für sich selbst, dass Sie in Ihrer Trauer nicht alleine sind und liebe Menschen um sich haben.

Der Schmerz wird nachlassen, die Trauer nicht. Sie wird immer ein Teil deines Lebens bleiben. Du musst das akzeptieren. Mach sie dir zur Begleiterin in deinen Gedanken, besetzte das Denken an sie mit positiven Gefühlen und nicht mit dem Gedanken daran, was du verloren hast, sondern mit den Gedanken daran, wie schön die Zeit mit ihr war und was sie deinem Leben geschenkt hat. Sie hätte nicht gewollt, dass du in Selbstmitleid versinkst.

Es ist ja erst 1J her. So lange trauern schon alleine Menschen die nicht so eine starke Bindung zum Ex hatten.

Ich kenne Fälle bei denen sie 5 oder 10J trauerten. Im Vergleich dazu ist 1J nicht viel.

Du machst es schon richtig das du versuchst dich mit Freunden abzulenken. So eine Bindung wie du zu ihm hattest denke ich nicht, dass die Trauer je ganz weggehen wird, jedoch wird der Schmerz mit der Zeit weniger und irgendwann wirst du dich auch für einen anderen öffnen können.

Ein Psychotherapeut könnte dir helfen. Nimm aber nicht den Nächstbesten. Damit er dir helfen kann, musst du dich wohl bei ihm fühlen können. Also bleibe erst bei dem bei dem du dich auch öffnen kannst ^^

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