Größter Berg der Erdgeschichte

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Die Gebirgsbildung (Orogenese) setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen:

  • Plattentektonik (ausgelöst durch die Konvektionströme im Erdinnern)
  • Dauer der Orogenese
  • Erosion

Wenn man diese Faktoren bedenkt, dann kann man ungefähr abschätzen, wie hoch damalige Gebirge waren.

Z.B. waren die Varisziden, die von Polen über ganz Europa bis nach Marokko und ins westliche Nordamerika reichen (Amerika war damals ja noch mit Europa verbunden) sehr hoch. Unsere heutigen Mittelgebirge sind die von der Alpenbildung angehobenen Gebirgssockel der Varisziden. Man vermutet, dass sie so hoch waren wie der Himalaya heute, vielleicht sogar noch höher.

Aber irgendwann ist auch für den höchsten Berg Schluss, denn je mehr Berge sich auftürmen, desto tiefer sinken sie durch ihr Gewicht auch mit der Kruste ein und gleichen somit die Höhe aus. (Isostasie). Man kann es mit einem leeren Frachtschiff auf einem See vergleichen, auf dem man Ziegelsteine auftürmt.

Zur Zeit ist das ja der Mount Everest im Himalaja, aber es gab vor Millionen von Jahren mal ein ähnlich hohes Gebirge, von dem die Appalachen in den USA, die Grampian Mountains in Schottland und ein paar Resthügel in Skandinavien die letzten von der Erosion abgeschabten Restbestände sind, dort könnte es ohne weiteres mal Berge gegeben haben, die dem Everest gleich waren. Außerdem ist immer die Frage, von wo ab man die Höhe mißt (Meereshöhe?), weil es auch ziemlich große unterseeische Berge gibt, die im Vergleich höher als der Everest wären. Siehe dazu den Wikipedia-Eintrag zu "höchster Berg".

Die Erde hat seit mindestens 4,4 Mrd Jahren eine feste Oberfläche das wissen wir von winzigen Zirkonkristallkernen die aus dieser Zeit stammen und damals kristallisiert sind. Sie weisen in ihren geochemischen Signaturen bereits auf flüssiges Wasser hin. Zur eigentlichen Frage so genau ist die Geologie da leider nicht. Das heute an der Erdoberfläche anstehende Gestein ist nur zu einem sehr kleinen Teil früher von einem Gebirge überdeckt worden (das sogenannten Grundgebirge), der ganze Rest sind jüngere Sedimentgesteine. Von den Gesteinen des Grundgebirges kann man in etwa sagen von welcher Auflast diese überlagert wurden und daraus dann schätzen wie hoch dieses Gebirge war, aber auch nur im km Bereich und wie gesagt eher für ganze Gebirgszüge. So kann man beispielsweise sagen dass das variskische Gebirge im Bereich Tschechiens Ausmaße hatte wie das Tibetische Hochplateau siehe google suche Elevator tectonics and orogenic collapse of a Tibetan-style plateau in the European Variscides: the role of the Bohemian shear zone

Man kann natürlich noch argumentieren dass so um 3 Mrd Jahre vor heute der Erdmantel am heissesten war und es damals die stärkste Konvektion im Erdmantel gegeben haben muss, insgesamt stärkere Gebirgsbildungsphasen mit höheren Gebirgen wären daher logisch.

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Früher war alles im Wasser. Die Berge haben sich erst so nach und nach gebildet (durch die Plattenverschiebungen). Daher gehe ich davon aus, dass es noch keinen Berg gab, der höher ist/war als der Mount Everest. Aber genau wissen tu ichs nicht.

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