Gibt es eine Möglichkeit den Sachkundenachweiss für Hundetrainer zu umgehen?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten



Hallo,

seit der Novellierung des TierschutzG müssen bundesweit alle, die durch den Umgang mit Tieren Geld verdienen - auch Hundetrainer -, verpflichtend ihre Sachkunde nachweisen (§ 11)

Wie du allerdings darauf kommst, dass dazu eine offizielle Prüfung bei der IHK notwendig ist, bzw. du dort diese Sachkunde ablegen kannst/musst ist mir schleierhaft. Oder meinst du etwas anderes?

Allerdings kann jedes Bundesland die Überprüfung der Sachkunde unterschiedlich handhaben, unterschiedliche Anforderungen stellen oder bei der Bewertung der eingereichten Qualifikationsnachweise unterschiedlich hohe Maßstäbe ansetzen.

Trotzdem habe ich noch nie davon gehört, dass die Industrie- und Handelskammer etwas damit zu tun hätte?

Und wenn du diese Tätigkeit als Gewerbe anmeldest, dann kommst du um diese Sachkundeprüfung nicht herum. Aber wo ist das Problem? Sie kostet nicht viel und jemand, der so viel mit Hunden umgeht, schüttelt die aus dem Ärmel.

Da stellen dann die Anforderungen ans Gewerbe mit Einnahme-/Überschussberechnungen fürs Finanzamt etc. wesentlich höhere Hürden dar (finde ich zumindest).

Gutes Gelingen

Daniela



Dann hat mich vielleicht jemand über Ohr hauen wollen? Ich habe im Internet Seiten gefunden, wo das über 3000€ kostet. Hast du da mal einen Link zum Thema oder wo man das zB in Hamburg ablegen kann?

0
@FrauFanta

Es kann sein, dass so bestimmte "Ausbildungsstätten" so viel Geld verlangen für Leute, die noch gar keinen "Plan" im Umgang mit Hunden haben. Und die demzufolge langwierige Fortbildungen benötigen - bzw. die sich erst noch zum Hundetrainer ausbilden lassen wollen.

Eigentlich sind für die erforderliche Sachkunde - wie gesagt, in jedem Bundeland unterschiedlich, nur die Verwaltungskosten für die Ablegung der Prüfung (vllt. 100 - 200 Euro) zu zahlen. In der Regel beläuft sich das auf Ausfüllen eines umfangreichen Fragebogens, Videos, die interpetiert werden müssen und ich glaube einen kurzen "praktischen" Teil, wie auch  immer der aussehen mag.

1

Seit dem 02.07.2007 gibt es die Möglichkeit, das bundesweit anerkannte Zertifikat „Hundeerzieher/in und Verhaltensberater/in IHK“ zu erwerben. Dieses Zertifikat wurde vom BHV in Zusammenarbeit mit der IHK Potsdam entwickelt.

In 312 Theorie- und 300 Praxisstunden kann der angehende „Hundeerzieher/in und Verhaltensberater/in IHK" ausführlich lernen, was man über ZuchtGenetik, menschlichen UmgangLernverhaltenProblemverhalten und die Arbeit des Hundetrainers wissen muss.

Der BHV zeichnet für die fachliche Seite verantwortlich, die IHK unterrichtet über wirtschaftliche Aspekte, die sich aus der Arbeit ergeben.

http://www.hundeschulen.de/hundetrainer/ihk-zertifikat.html

Wenn ich das richtig verstanden habe ist der Weg über die IHK eine Möglichkeit, aber je nach Lage im jeweiligen Land oder Kreis nicht der einzige Weg.

1
@skjonii

Richtig. Meine Ausbildung bei der ATN wird in meiner Gemeinde anerkannt, also muss ich nicht nochmal zusätzlich die Prüfung bei der IHK machen.

Aber das kann schon 20 km weiter, bei einer anderen Gemeinde anders sein. da kann dann die Prüfung bei der IHK Plicht sein.

Und wer denkt, dass dieser Sachkundenachweis einfach ist, der täuscht sich gewaltig. Dies ist nicht mit der Sachkundeprüfung zu vergleichen, die man macht, um einen Listenhund führen zu dürfen.

1
@wombat6

Nein, sicher ist diese Sachkundeprüfung nicht mit der Prüfung für den "normalen" Hundehalter, bzw. den Halter eines "gefährlichen" Hundes zu vergleichen. ABER wenn die FS doch schreibt, dass sie bereits sehr erfolgreich sei und auch schon als Hundetrainerin arbeite - dann muss sie über so viel Sachkenntniss verfügen, dass sie sich das noch u.U. fehlende Wissen auch gut selbst aneignen kann.

1
@dsupper

Wenn die Fragestellerin sich da sicher ist, kann sie dies natürlich schaffen. Nur was hat Erfolg im Hundesport mit Training mit Hunden zu tun? Bei der Sachkunde geht es nicht um Hundesportdisziplinen.

Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit Hunden, stehe kurz vor meiner Prüfung.

Allerdings bin ich  nicht so gut in den Hundesportarten wie z.B. Obedience oder Dogdance.

Ich stelle hier nicht in Frage, dass die Fragestellerin gut in Ihrem tun ist. Muss sie ja sein, sonst hätte sie keine weiteren Anfragen.

Allerdings interessiert es das Veterinäramt nicht. Hier muss mehr Wissen nachgewiesen werden. Und auch nachdem man die Berechtigung zum 11er hat, muss man weiterhin Seminare besuchen, sich eben fortbilden.

0
@wombat6

Ich habe die Aussagen der FS so interpetiert, dass sie durch den Hundesport und den ständigen intensiven Umgang mit Hunden über sehr viel Erfahrung und wissen verfügt. Für mich schließt das eine das andere mit ein ...

1

In Niedersachsen beispielsweise ist „Voraussetzung für die Erlaubnis (…) eine Zertifizierung als Hundetrainer mit Zertifikat der Tierärztekammer Niedersachsen oder Schleswig-Holstein oder der IHK Potsdam. Liegt keine Zertifizierung vor, dann führt der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz ein Fachgespräch mit dem Antragsteller.“ (Quelle: http://www.luechow-wendland.de).

0

Würdest du zu einem Elektriker gehen, der keinen Nachweis hat, dass er kann, was er kann? Wenn du so gut bist, wie du meinst, dann kannst du die Prüfung doch mit links machen. Leider kannst du den Nachweis aber sicher umgehen, denn Hundetrainer kann sich vermutlich jeder nennen, so wie sich auch jeder Reitlehrer schimpfen kann.

wenn Du ohne dafür etwas zu verlangen, einem Kollegen bei Problemen mit seinem Hund hilfst...ist das Deine Sache...dafür brauchst Du keine Prüfung.

Wenn Du ein Gewerbe anmeldest, musst Du einen Sachkundenachweis bringen.

Dabei sind die 3000.- Euro das kleinere Problem....Du wirst lernen...lernen und nochmals lernen müssen. Es geht dabei um mehr als nur um Hundeerziehung....es geht um seeehr viel mehr.....dies nebenbei nur so als Tip.

Ganz genau. man muss auch weiterhin, nach der Prüfung sich weiter bilden. das kostet. Tagesseminare bekommt man meist nicht unter 100 Euro, plus Fahrtkosten und evtl. Übernachtungskosten.

Mein Studium kostet mehr als 3000 Euro. OHNE Übernachtungskosten für Hotel und Fahrtkosten.

Und lernen muss ich jeden Tag. Ich muss Praktikum machen in einer Hundeschule. Muss mir Übungsteams zusammen stellen, muss die Körpersprache der Hunde bewerten. Trotz umfangreicher Skripte muss ich mir noch weitere Bücher kaufen. Ich schaue mir Lehrvideos an, usw.

Einfach ist dies nicht. Und ich muss sagen, zum Glück.

1
@wombat6

und schon ist der Traum vom lockeren Geld verdienen geplatzt....

Finde ich auch richtig so....denn die Verantwortung welche man trägt, ist sehr gross !

0

Du kannst diese Prüfung nicht umgehen. Sobald du Dein Gewerbe anmeldest, wird diese verlangt.

Du musst Dich bei deinem zuständigen Veterinäramt mal erkundigen. Denn diese sind dafür zuständig. Das Veterinäramt kommt dann auch zu Dir und schaut sich das gelände an, die Unterkunft, wo Du evtl. Seminare veranstaltest usw.

Ich mache ein Fernstudium zum Hundetrainer. Dieses dauert zwei Jahre und wenn ich dies bestanden habe, bekomme ich den 11er. Heißt, meine Zulassung, das ich als Hundetrainerin arbeiten darf.

Diese Ausbildung mache ich freiwillig, müsste ich nicht tun. Ich könnte auch einfach die Sachkundeprüfung machen. Aber auch diese ist anspruchsvoll.

zum Glück wird bei mir die Ausbildung bei meinem Veterinäramt anerkannt. Sonst müsste ich zu den 5000 Euro Ausbildungskosten noch ca. 1000 Euro für die sachkunde plus alle amtlichen Überprüfungen zahlen.

Du musst einen Antrag beim Veterinäramt stellen. Dort musst Du dann folgende Angaben machen:

1. Geplante Tätigkeit
2. Inhaber des Betriebs (Name, Anschrift, Geburtsdatum etc.)
3. Angaben über die für die Tätigkeit verantwortliche Person und deren Stellvertreter, sofern Sie nicht mit dem jeweiligen Betriebsinhaber identisch ist (Name, Anschrift, Geburtsdatum etc.)
4. Sachkundenachweise (Ausbildungsnachweise, Lehrgänge, Fortbildungen)
5. Ort des Gewerbes (Geschäftsadresse)
6. Die Arten und die jeweilige Anzahl der Tiere die gehalten werden sollen
7. Plan der Räume und Einrichtungen, Grundriss (Lageskizze, Beschreibung der Haltungseinrichtungen, Käfige, Terrarien, Beleuchtung, Lagerräume für Futter…)

Und Du siehst, spätestens hier wird dann der sachkundenachweis gefordert.

Und im übrigen: ich finde es absolut ok, dass dies so gehandhabt wird. Nicht mehr jeder hinz und Kunz kann sich jetzt Hundetrainer schimpfen.

Also auskennen tue ich mich damit nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es prinzipiell ähnlich ist, wie beim Reitwesen. 

Da ist es so, dass es eine Reitlehrer-Haftpflicht gibt, die für den Fall einspringt, dass der Reitlehrer "schuld" an einem Unfall ist. Das wäre z.B. ein zu hohes Hindernis oder einfach verletzte Aufsichtspflicht. Ob es so etwas für Hundetrainer auch gibt, weiß ich allerdings nicht, könnte ich mir aber vorstellen. Die Versicherung kann man auch ohne Lizenz bekommen. 

Aber ich glaube das größere Problem ist das Gewerbe. Wenn du privat in deinem Garten vermeintlich unentgeltlich und unregelmäßig coachst, brauchst du dafür wahrscheinlich keine Lizenz. Aber wenn ich da richtig informiert bin, brauchst du den Schein um überhaupt das Gewerbe anmelden zu können.

§11 Tierschutzgesetz

Wer gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.

In Niedersachsen beispielsweise ist „Voraussetzung für die Erlaubnis (…) eine Zertifizierung als Hundetrainer mit Zertifikat der Tierärztekammer Niedersachsen oder Schleswig-Holstein oder der IHK Potsdam. Liegt keine Zertifizierung vor, dann führt der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz ein Fachgespräch mit dem Antragsteller.“ (Quelle: http://www.luechow-wendland.de).

Wie es in anderen Bundesländern aussieht kann ich dir nicht sagen.

Zum Glück ist das Gesetz so scharf....sonst könnte sich ja jeder einfach mal so *Hundetrainer* nennen !

1

Du kannst den Sachkundenachweis nicht umgehen, aber wenn du wirklich Ahnung hast von dem was du tust, solltest du diese Hürde auch ohne große Probleme meistern können. Wer diesen Test nicht besteht, sollte wirklich nicht Tiere trainieren.

Man findet aber nichts im Netz wo man das machen kann. Es ist nicht so leicht. Ich Googel mir hier schon die Seele aus dem Leib

0

He sorry, du willst Prüfungen umgehen, aber andere sollen sie später bei dir ablegen? Du willst es professionell aufziehen, aber dir fehlt die Berechtigung. 

Das ist genau so, du möchtest ausbilden hast aber keinen Ausbilderschein oder Meistertitel, ok hier kann ich jemanden einstellen der diese Fähigkeiten hat nur in deinem Fall liegt es anders, du willst ja für dich alleine arbeiten, dann lege die Prüfung auch ab. § 11 Tierschutzgesetz.

Such dir ein paar Leute und gründe einen Verein. Vereine handeln nicht gewerblich. Aus diesem Grunde ist KEINE Prüfung erforderlich. Dennoch steht dir als "Trainer"  im Ehrenamt natürlich eine gewisse Aufwandsentschädigung zu. 

Übrigens die IHK-Prüfung ist nicht in jedem Bundesland erforderlich. Die Auflagen zum Sachkundenachweis samt Prüfungsfragen etc. können von Bundesland zu Bundesland völlig unterschiedlich sein. Überall gleich ist die Regelung aber mit dem Verein. 

Was möchtest Du wissen?