Gedichtvortrag : Betonung, Pausen - wann?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi.
Achte bitte auf eine möglichst natürliche, lebendige Vortragsweise, die nicht stur dem Versmaß folgt. Damit vermeidest Du das elende "Leiern", mit dem auch das beste Gedicht kaputtgemacht wird.

Bei einer natürlichen Vortragsweise betonst Du automatisch die im Sinnzusammenhang wichtigen Wörter. Wenn ein Satz in die nächste Zeile hinüberspringt (="Zeilensprung" /"Enjambement"), dann zerstöre nicht den fließenden Satzbogen durch eine Pause hinter dem Reimwort.

Vielleicht hilft Dir Wiki "Enjambement". Dort findest Du Beispiele für solche Zeilensprünge. Mit den Beispiel-Gedichten kannst Du eine natürliche Vortragsweise üben.

-Achte bitte auf ein gegenüber der normalen Sprechgeschwindigkeit stark verringertes Sprechtempo.
-Sprich klar und deutlich - auch "gefühlig", dort wo's paßt.

-Übe vor dem Spiegel.
-Nimm mal ein Gedicht auf und hör Dich hinterher ab. (Überrraschung...)

Gruß, earnest

Wenn man nicht dem Versmaß folgt, zerstört man das Gedicht. Dichter haben deutlich merh in Gedichten verpackt als Reime und schöne Worte ... und wenn man sowas sagt (tut mir leid, soll nicht beleidigen) hat man wirklich keine Ahnugn von Lyrik!!!

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@StTerreste

Soll ich jetzt das Kompliment ungebraucht postwendend zurückgeben... ?

Da wird nichts "zerstört", wenn man nicht an jedem Zeilenende ein lange Pause macht. (Ich habe nicht gesagt, daß man in der Zeile selbst nicht dem Versmaß folgen sollte.)

Den Bezug deines zweiten Satzes zu meiner Antwort verstehe ich nicht.

Vielleicht schaust du mal bei Wiki "Enjambement" vorbei?

Freundliche Grüße,
earnest

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@StTerreste

@StTerreste
Verzeih, doch was du sagst, gilt nur für so wunderbar lyrische Verse wie
Ene, mene, muh
und raus bist du
Raus bist du noch lange nicht,
sag mir erst, wie alt du bist!
oder
Ich und du
l-lers Kuh
Mül-lers E-sel',
Der bist du
oder
Ong dong dee,
Kader lemer see,
Lemer sie, lemer so
Die Kabell in Sandimo.
Sandimo die Tebberie,
Tebberie die Kohlebrie,
Ong dong dee.

Dichter aber haben deutlich mehr in Gedichten verpackt als Reime und schöne Worte und m-ta-ta, m-ta-ta, m-ta-ta, m!

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@earnest

@StTerreste
Nachtrag.

Schau nach "Ene, mene, muh" doch mal, wie das sture Leiern des Versmaßes (=dem gesamten Gedicht zugrunde liegender fünffüßiger jambischer Pentameter mit Zusatzsilbe) die Poesie dieser Zeile zerstört:

"Soll ICH dich EI-nem SOMM-er-TAG ver-GLEI-chen?"

P.S.: Du solltest wohl etwas vorsichtiger sein, wenn Du jemandem vorwirfst, keine Ahnung von Lyrik zu haben.

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Am einfachsten ist's, wenn man den ganzen Text eines Gedichts wie gewöhnliche Prosa ohne Zeilenumbrüche neu schreibt und das dann ganz ohne Gedanken an "Gedicht" vernünftig und voller Sinn schön langsam und ordentlich liest.
Reim und Versmaß bleiben dann unterschwellig für den Hörer immer noch spürbar, aber das entsetzliche Leiern und die oft stupiden Pausen am Zeilenende bilden auf diese Weise keine Gefahr mehr.

Lies z.B. das :

Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten, der einen Ring von unschätzbarem Wert aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein Opal, der hundert schöne Farben spielte, und hatte die geheime Kraft, vor Gott und Menschen angenehm zu machen, wer in dieser Zuversicht ihn trug. ...

, die vernünftigen Betonungen und evtl. Pausen zu markieren, und dann versuche, den Text in Verszeilen zu bringen.

Bitte vergleiche es erst danach mit dem Original, sonst ist das alles ziemlich sinnlos.

Und nun vergleich es damit:

Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten,
Der einen Ring von unschätzbarem Wert
Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein
Opal, der hundert schöne Farben spielte,
Und hatte die geheime Kraft, vor Gott
Und Menschen angenehm zu machen, wer
In dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder, ...

Da geht's weiter - aber ohne Leiern, bitte, und ohne sinnlose Pause an manchen Zeilenenden
http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/les/les_dram/les_nathan/nathan_text/les_nathan_txt_3.7.htm

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Nach jedem Vers würd ich eine kurze Pause machen

Frühling lässt sein blaues Band (Pause) wieder flattern durch die Lüfte (Pause) süße wohlbekannte Düfte (Pause) streifen ahnungsvoll das Land.

Betonen würde ich immer die wichtigen Wörter, in dem Fall: Frühling, Lüfte, Düfte :)

Ich halte es für eine Unsitte, nach jedem Zeilenende eine (längere) Pause zu machen.

Die Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Das ist ein Satz. Der sollte nicht durch eine längere Pause auseinandergerissen werden. Man sollte an diese Stelle auch nicht Luft holen - was bestimmt viele tun. Ein winziges Päuslein genügt völlig, damit es jeder mitbekommt: Aha, dies ist ein Reimwort.

Nichts finde ich so schrecklich wie das "Leiern" eines Gedichts - mit Pause hinter jeder Zeile.

Gruß, earnest

P.S.: Schau mal Wiki "Enjambement".

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Arg, ganz, ganz arg!
Da wendet sich der Mensch mit Grausen, hört er am Zeilenend' die Pausen!

Lies das laut, dann zeichne die Pausen ein und bring's in Versform:

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden, alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht.

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