Frage an erfahrene Reiter: Welche Ausbinder sind am besten beim reiten und beim longieren von pferden?

12 Antworten

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Nun, Das Pferd braucht keine Ausbinder. 

Dem Pferd helfen sie auch nicht - lediglich dem unerfahrenen Auge "helfen" sie. 

Durch jegliche Arten von Hilfszügeln kann sich das Pferd nicht mehr abstrecken und damit die Muskulatur entspannen, sondern muss zwangsläufig in der Position bleiben, die die Hilfszügel vorgeben. Das bedeutet aber, dass die Muskeln, die sich nicht mehr entspannen können, nicht trainiert werden, sondern übersäuern. Übersäuerte Muskeln bedeutet Muskelkater. Also wird das Pferd am nächsten Tag noch weniger den Kopf runter nehmen wollen, es verbindet das entsprechend mit Schmerz, verständlicherweise. 

Auf lange Sicht gesehen entstehen dadurch fiese und selten wirklich erkannte Halswirbelarthrosen. 

Abgesehen davon bringt es rein gar nichts, dem Pferd den Kopf "in Position" zu bringen, denn das nennt man von vorne nach hinten reiten. Da kannste auch gleich vorne runterriegeln und hinten das Bein reinhämmern - hat beides nur den Effekt, dass das Pferd auf die Vorhand kommt. 

Wie Bent Branderup so schön sagt "Man kann den Stuhl nicht heben, auf dem man sitzt." muss man lernen, das Pferd von hinten an die Hand heran zu reiten. Hat man hierfür das richtige Timing für die treibenden Hilfen, einen korrekten Sitz/Körpersprache und ein Pferd ohne große Blockaden, passiert dies ganz automatisch. 

Und auch an der Longe kann man ein Pferd, sofern man bereit ist, es zu lernen, hervorragend ohne Hilfszügel gymnastizieren - in Dehnungshaltung, Biegung, auf verschieden großen Kreisen und später auch versammelnd. Das alles geht sehr gut - wenn der Mensch bereit ist, zu lernen. Dein Pferd wird es dir danken. Longieren ist weitaus mehr als das Pferd mit Ausbindern im Kreis um sich herum laufen zu lassen. 

Zusätzlich zu den muskulaären Schmerzen kommt dann noch hinzu, wie der Hilfszügel im Maul wirkt. Pfui. JEDER Hilfszügel sollte niemals auf Spannung sein - aber erst auf Spannung würde das alles ruhig liegen. Also schlackert da alles fröhlich im Gebissring rum, vermutlich die ewig lange Longe auch noch zusätzlich darin eingehakt, was alles Signale ans Pferdemaul weitergibt. Da das den meisten gar nicht bewusst ist, Diese nichtssagenden Signale lassen das Pferd abstumpfen, gleiches Prinzip wie beim klopfenden Schenkel. Dazu kommt dann auch noch, dass die Hilfszügel durch ihr Gewicht den Gebissring runter drücken - und damit das Gebiss im Maul mittig hochdrücken, es also aufstellen. Wenn ich mir dann noch die Longe im Gebissring selber vorstelle... hui. Da wirken richtig viele Kilos ein. 

Desweiteren kann sich das Pferd nicht mehr biegen, weil der Kopf so weit unten fixiert ist, dass es die inneren Schulter nicht mehr angehoben bekommt, weil auch das innere Hinterbein nicht korrekt unter den Schwerpunkt treten kann, durch diese Vorhandlastigkeit. Ein nicht gebogenes Pferd auf  einer Zirkellinie macht die Gelenke schneller kaputt, als man gucken kann. 

Also erarbeitet man sich mit jeglichen Hilfszügeln ein im Maul abgestumpftes, Muskelkater habendes, schiefes Pferd. Genau das Gegenteil von dem, was man möchte. 

Anatomisch korrektes Longieren zu lernen ist nicht soooo schwer - es bedarf eines Kappzaums, einer Fahrpeitsche (wegen dem schönen kurzen Schlag) und einer Longe. Dann noch idealerweise eines Trainers (dieser kann auch ein erfahrener Mensch mit guten Longierkenntnissen am Kappzaum sein) - alternativ oder zusätzlich geht auch der Longenkurs von www.wege-zum-pferd.de

Und nun zu der Frage, was der Unterschied mit dem PP-Seil ist... die meisten Dreiecker sind aus Leder, die mit PP-Seil eben auch PP-Seil - das ist in etwa das, woraus viele Stricke auch bestehen. 

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – über 20 Jahre Reiterfahrung und eigenes Pferd seit über 10J.

Eine Frage: Die beanspruchten Muskeln bei den Hilfszügeln, sind dann die "schlechten" Muskeln die den Unterhals fördern? 

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dadurch, dass das Pferd die Muskulatur im gesamten ja gar nicht loslassen kann und somit den Unterhals nutzen muss, ja. Schlechte Muskeln sind aber auch grundsätzlich alle verspannten Muskeln. ein Muskel wächst durch Anspannung und Entspannung. Mit Hilfszügeln gibt es nur Anspannung und weil das Pferd nicht von hinten heran treten kann, benutzt es zwangsläufig den Unterhals, um sich auszubalancieren.

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Hallo, 

Ausbinder sind grundsätzlich schlecht, schaden dem Tier und gehören daher in den Müll. Wenn du richtig longieren und dein Pferd gymnastizieren möchtest, dann longierst du mit nur mit Kappzaum. Siehe dazu den Online Longenkurs von Babette Teschen (wege-zum-pferd.de). 

Mit Ausbindern kann man auch nicht reiten. Ich empfehle dir daher auch nochmal guten Reitunterricht. Beschäftige dich etwas mehr mit der Biomechanik des Pferdes. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Am besten zum reiten UND longieren ist es, garkeine Ausbinder zu benutzen.

Stattdessen empfehle ich, dir einen guten Reitlehrer zu suchen und Unterricht zu nehmen.

Gar keine. Sie bringen nur den Kopf in die vermeintlich richtige Position und verhindern so, dass das Pferd über den Rücken an das Gebiss herantreten kann.

Was alle hier für ein Problem haben :o Ausbinder helfen der Rückenmuskulatur, du machst schon nix falsch ;)) beim Longieren bekommst du das Pferd ja schelcht von alleine an den Zügel😂 also ich benutze diese Gummis die man an den Seiten& unten befestigen kann, da kann man ja einstellen wie fest es sein soll, ich würde es nicht allzu fest machen weil das Pferd ja auch noch etwas bewegungsfreiheit braucht ;)

 Ausbinder helfen der Rückenmuskulatur, du machst schon nix falsch

Oh doch. Das ist ein großer Fehler auf Kosten der Gesundheit des Pferdes. Durch Ausbinder kann ein Pferd gar nicht über den Rücken laufen, die Position sieht nur nett aus. Einen größeren Fehler, als seinem Pferd Ausbinder reinzuschnallen, kann man nicht machen...

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ein Pferd braucht Bewegungsfreiheit, nein wirklich. Gute, verantwortungsvolle und fähige Reiter brauchen solch ein Zeug nicht, schon deine Aussage das sie der Rückenmuskulatur helfen ,strotzt vor Unwissenheit.

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Also meinst du, dass es gut für den Rücken ist, wenn ein Pferd mit solch einer Haltung, Tag ein, Tag aus so läuft, mit dem schweren Reitergewicht im Rücken?

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@notyourss

Was die anderen damit meinen, ist dass Kopf unten nicht gleich Rücken oben ist und der Rücken bei jeglichen Hilfszügeln dennoch durchhängt. So latscht das Pferd weiterhin auf der Vorhand anstatt den Brustkorb zu heben, aufgrund des schwingenden Hinterbeins. 

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