Flugzeugabsturz wegen Rückenwind?
Also ich bin eigentlich davon überzeugt, dass mein Szenario und der Ausgang kompletter Nonsense sind, würde es aber trotzdem gerne verstehen.
Wenn ein Flugzeug mit 200km/h fliegt und einen Rückenwind von 200km/h erfährt (alles nur theoretisch), warum stürzt das Flugzeug nicht ab?
Ich habe mir das so gedacht, dass sich die Luft ja über und unter dem Flügel her bewegen muss, damit ein Unterdruck/Überdruck erzeugt werden kann(, sonst würde ein Flugzeug ja im Stand bei Flaute abheben).
Aber wenn die Luft sich genau so schnell bewegt, wie das Flugzeug, ist sie ja im Verhältnis zum Flügel stationär und strömt somit nicht über oder unter dem Flügel her und deshalb kann ja auch kein Unterdruck/Überdruck erzeugt werden.
5 Antworten
Das Flugzeug bewegt sich ja innerhalb der Luftmasse. Heißt komplett unabhängig vom auf dem Boden gemessenen Wind.
Ist dein Flugzeug jetzt mit 200kmh innerhalb dieser Luftmasse unterwegs, hast du die 200kmh Rückenwind zusätzlich. Heißt es bewegt sich mit 400kmh über Grund.
Genau so geht es auch anders herum, hast du 200kmh Gegenwind, scheint das Flugzeug in der Luft zu stehen. Ist natürlich nicht der Fall.
Im Cockpit sind für den Piloten mehrere Geschwindigkeiten wichtig. Die wichtigste ist die TAS (True Air Speed), das ist meine Geschwindigkeit in der Luft. Hier darf ich nicht zu langsam werden.
Zusätzlich ist auch mein GS (Ground Speed) wichtig. Das ist meine Geschwindigkeit über dem Boden. Das ist aber eher für Start/ Landung sowie die Routenplanung interessant.
Wenn ein für diese Geschwindigkeit konstruiertes Flugzeug gegenüber der Luft 200 km/h schnell ist, erfährt es durch die Luftströmung den zum Fliegen erforderlichen Auftrieb. Bewegt sich nun die Luft ebenfalls mit 200 km/h (Rückenwind), addiert sich diese Geschwindigkeit, sodass das Flugzeug gegenüber dem Boden 400 km/h schnell ist. Gegenüber der Luft bleiben 200 km/h.
sobald das flugzeug in der luft ist, wird ein rückenwind jeglicher geschwindigkeit seine eigene (über grund!) erhöhen, weil es teil der luftmasse wird. auch wenn seine anzeige vom "pitorohr" (druckmesser) nur 200 km/h anzeigen würde.
theorie-gegenbeispiel: bei wind von vorne (200 km/h kommt nur in wirbelstürmen, aber niemals als lineare strömung vor) würde es von unten aussehen, als ob der flieger in der luft stehen würde, aber im flugzeug merkt man es nicht und es sürzt auch nicht ab.
Bei solchen Betrachtungen muss man genau schauen, in welcher Relation eine Geschwindigkeit angegeben wird.
Die Geschwindigkeit eines Flugzeug bezieht sich immer auf die Bewegung durch die Luft. Ein 200 km/h schnelles Flugzeug bekommt also 200 km/h Luftströmung von vorne über die Flügel. Wenn das zum Fliegen reicht, dann fliegt das Flugzeug.
Wenn dazu 200 km/h Rückenwind (welcher in Relation zum Boden angegeben wird) kommen, bewegt sich der Flieger eben mit 400 km/h über den Boden.
Wenn das Flugzeug sich in Relation zum Boden mit 200 km/h bewegt und der Wind ebenfalls mit 200 km/h (zum Boden) in die gleiche Richtung weht, steht das Flugzeug aus seiner Sicht still in der Luft und fliegt nicht.
Kein Jet bzw. Verkehrsflugzeug fliegt mit 200 km/h.
Aber in dem Fall hätte es dann eben eine Groundspeed (Geschwindigkeit vom festen Boden gemessen) von 400 km/h - theoretisch.
Selbst einige Verkehrsflugzeuge sind noch mit 200kmh in der Luft.
Außerdem wurde in der Frage gar kein spezifisches Flugzeug genannt.
200 -200 = (Null)