Findet ihr die Abtreibung schlecht oder gut?

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9 Antworten

KONKRET ZU DEINER FRAGE 

  • Prinzipiell wäre es natürlich am besten, wenn Schwangerschaftsabbrüche nicht nötig wären, weil Schwangerschaften nur gewollt eintreten würden. Perfekte Verhütung und vollkommene sexuelle Selbstbestimmung wären die Schlüsselkomponenten. Leider gibt es aber keine zu 100% sichere Verhütungsmethode und zweitens gibt es eben leider auch immer wieder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung (Vergewaltigung, Missbrauch, Inzest).
  • Positiv an einem Schwangerschaftsabbruch ist doch auf jeden Fall immer die Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper. Eine Frau kann sich frei für oder gegen eine ungewollte Schwangerschaft entscheiden, egal ob sie in einer Notlage ist oder aus anderen Gründen die Schwangerschaft nicht möchte. Gerade ungewollt schwangere Teenager und junge Frauen verpfuschen sich durch eine frühe Mutterschaft oft das gesamte Leben. Dies kann durch legale Abtreibungen vermieden werden.
  • Persönlich finde ich es daher sehr gut, dass in Deutschland jede Frau die freie Wahl hat, eine Schwangerschaft auszutragen oder abzubrechen. Diese freie Wahl sollte sie nutzen und dabei ihre Lebensziele und Lebensplanung, ihre eigenen Ansichten und Wertvorstellungen, ihre wirtschaftliche Lage und die eventuelle familiäre Zukunft und Partnerschaft berücksichtigen.

GESELLSCHAFTLICHE KONTROVERSE

  • Meines Erachtens ist ein Kernpunkt der gesellschaftlichen und gesetzlichen Kontroverse zum Schwangerschaftsabbruch die Frage, inwiefern für alle dieselbe Moral zu gelten hat und inwiefern man Bürgern eine bestimmte Moral vorschreiben darf. Als Vertreter der pro-choice-Fraktion setze ich dabei auf Toleranz und Pluralität.
  • Wenn jemand sagt, er könne aus moralischen Gründen nicht abtreiben und er hielte Abbrüche für verwerflich und falsch, so ist das seine freie Wahl und gewiss muss er das Recht haben, nicht an Schwangerschaftsabbrüchen beteiligt zu sein. Ich würde niemals versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, sondern seine Entscheidung und seine Moral tolerieren. Wenn jemand umgekehrt sagt, er könne Schwangerschaftsabbrüche mit seinem Gewissen vereinbaren, so ist auch das seine freie Wahl und gewiss sollte er das Recht haben, Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu lassen. Ich würde auch hier niemals versuchen, seine moralische Einschätzung bezüglich Abtreibung zu verurteilen, sondern seine Moral tolerieren.
  • Die Kontroverse hier bei GuteFrage.net, aber auch generell in der Gesellschaft, entsteht vorallem dadurch, dass Abtreibungsgegner partout wollen, dass ihre Ablehnung der Maßstab für alle wird. Umgekehrt fordert aber kein pro-choice-Befürworter, dass jemand abtreibt, der dies nicht will, ja nicht einmal, dass der andere Abtreibung für legitim hält. Die pro-choice-Fraktion möchte nur für sich selbst das Recht haben, nach der eigenen Moral zu entscheiden, andere sollen davon gar nicht betroffen sein. Gerade wenn moralische Ansichten, wie die kategorische Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen, vorrangig auf religiösen Überzeugungen basieren, ist es für mich persönlich nicht akzeptabel, dass Bürger, die eben nicht jene religiöse Überzeugung teilen, ihr Handeln ebenfalls nach den moralischen Maßstäben der religiös motivierten Gegener der Abtreibung richten müssen. Soll doch bitte jeder nach seiner Facon selig werden, aber nicht nach verordneter Moral und Religion.
  • Ich bin fest überzeugt, dass diese Frage des moralischen Maßstabs im Zentrum der Kontroverse liegt. Persönlich bin ich daher der Meinung, dass man bei Fragen nach Schwangerschaftsabbrüchen einerseits stets mit nüchternen Fakten antworten sollte und andererseits betonen sollte, dass die moralische Komponente eine rein persönliche Meinung ist.

FAKTEN

  • Bis zur 12. Woche hat ein Embryo mit Sicherheit KEIN Bewusstsein, keinerlei Gefühle wie Angst und kein Schmerzempfinden. Anhaltspunkte nach Entwicklung: erste Motorik (16. SSW), Schmerzreizweiterleitung (ab 24-28, SSW), Bewusstsein (nicht vor 30. SSW) und Schmerzempfinden (35.-37. SSW): http://www.svss-uspda.ch/de/facts/embryo.htm
  • Ob eine Frau einen Abbruch bereut oder nicht, hängt ganz entscheidend davon ab, wie sie selbst zum Thema steht und welche Moralvorstellungen sie selbst hat. In Ländern mit einer libertären Einstellung haben so gut wie keine Frauen nachträglich Probleme, sondern Erleichterung und Normalität kehren schnell wieder ein. In Ländern, in denen die Moralapostel ach-so-viel Schuld einreden, haben die Frauen entsprechend öfter psychische Probleme. Interessanterweise stellt kaum jemand die Frage, ob viele Mütter, die eine ungewollte Schwangerschaft ausgetragen haben, dies bereuen oder dadurch Probleme haben. Dies dürfte sehr oft der Fall sein, weil viele sich ihr ganzes Leben verpfuscht haben und viele Lebensziele nun nie mehr erreichen werden. Darüber wird selten berichtet und dieser Aspekt viel zu wenig diskutiert.
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So etwas ist weder gut noch schlecht. Das muss man immer selbst entscheiden. (und zwar die Frau, nicht das Umfeld). Man kann ein Kind mit schlechten Bedingungen bekommen und großziehen, wenn es gewollt ist. Man kann aber auch gute Bedingungen haben und es trotzdem nicht wollen. Das hängt in erster Linie von dem Menschen selbst ab und nicht von der Situation. Es gibt immer Mittel und Wege, aber das Recht der Frau über ihren eigenen Körper selbst zu bestimmen, steht immer an erster Stelle. Sie muss sich nur rechtzeitig darum kümmern. Und Unfälle passieren. Auch mit Verhütung.

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Abtreibung an sich ist weder gut noch schlecht. Das kann nur die betroffene Frau selbst entscheiden, was für sie die beste Lösung ist.

Gut ist also eine Regelung des Schwangerschaftsabbruchs, die das Selbstentscheidungsrecht der Frau respektiert und den Zugang zu einem legalen, fachgerecht durchgeführten Eingriff ermöglicht (also z.B. Fristenregelung).

Schlecht ist ein Abtreibungsverbot, das Frauen zwingen will, gegen ihren Willen eine ungewollte Schwangerschaft austragen zu müssen (also Gebärzwang), Frauen zu Objekten und Brutkästen degradiert. Mit solchen Verboten werden Frauen in die Illegalität getrieben, wo sie Gesundheit und Leben riskieren. Weltweit kommt es in Ländern, wo Abtreibung verboten ist, zu ca. 40'000 Todesfällen durch Pfuscherabtreibungen.

www.svss-uspda.ch/de/ethik/ethik.htm

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hey, da du die Antwort schnell brauchst, sag ich dir das was ich gelernt hab und meine Meinung kurz und knapp...

Ich persönlich finde eine Abteibung erst dann verständlich, wenn man entweder noch zu jung ist, um die Verantwortung zu übernehmen , obwohl man das Kind ja dann einfach zur Adoption freistellen kann, oder wenn das Kind eine Krankheit hat. Denn wenn es mit einer schweren Krankheit leben müsste, quält es sich und hat eine schwere Lebenszeit.

Aber wenn man sich mal vorstellt , hätten unsere Elternb uns abgetieben, würden wir heute nicht hier stehen und Fragen stellen und beantworten. Wir hätten keine Erfolge und kein Gefühl davon, wie schön das Leben sein kann.

Eine Abtreibung hat positive und negative Sachen. Jeder Frau ist das überlassen. Da darf nicht mal der Vater etwas mitreden.

Meine Meinung: Überwiegend negativ... Begründung hab ich ja schon genannt :)

Ich hoffe , ich konnte dir helfen. Wenn du nochmehr Fragen hast, fag einfach ;)

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Kommentar von Kajjo
26.11.2015, 16:26
  • Deine Ansichten zur Adoption zeugen von völliger Lebensunerfahrenheit. Eine ungewollt schwangere junge Frau möchte eben nicht offen vor allen schwanger sein -- Schulkameraden, Verwandte, Nachbarn und dann das Kind weggeben. Sie möchte nicht Leiden und Risiken der Schwangerschaft ertragen. Sie möchte kein Schuljahr oder Studienjahr verlieren. Sie möchte nicht diese Schmach erleben und dafür bekannt sein. Sie könnte es vielleicht nach der Geburt gar nicht mehr übers Herz kriegen, das Kind wegzugeben. Wer immer von Adoption redet als Alternative, kann sich schlichtweg nicht in die Lage eines betroffenen Mädchens versetzen.
  • In Deutschland hat jede Frau die freie Wahl, eine Schwangerschaft auszutragen oder abzubrechen. Diese freie Wahl sollte sie nutzen und dabei ihre Lebensziele und Lebensplanung, ihre eigenen Ansichten und Wertvorstellungen, ihre wirtschaftliche Lage und die eventuelle familiäre Zukunft und Partnerschaft berücksichtigen. Sie braucht dafür keine Gründe oder Ausreden. 
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Gut, wenn: Frauen sehr jung sind, wenn das Kind so krank wäre, dass es nach der Geburt nicht lebensfähig wär oder das Leben der Mutter in Gefahr schwebt.

Schlecht: da man ja theoretisch ein Lebewesen tötet, je nach Abtreibungsmethode auch gewisse Risiken eingeht (z.B. Unfruchtbarkeit) und manche Frauen mit seelischen Schäden und Depressionen zurückbleiben.

Jede muss das für sich selbst entscheiden. Es ist ihr Körper und ihre Entscheidung.

Alles Gute, Philinikus

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Kommentar von elisi
27.11.2015, 12:55

Also wegen den ausgesprochen seltenen körperlichen oder psychischen Risiken ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht "schlecht". Sonst müsste eine Geburt deutlich schlechter sein, die Risiken sind grösser. Das ist kein Argument gegen Schwangerschaftsabbruch.

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Ich finds sehr gut, dass es sowas gibt..meiner Meinung nach ist das auch noch kein Mord..und es hilft vielen Frauen. Ich hab auch mal gelesen, dass 95% der Frauen, die abgetrieben haben, froh sind, es getan zu haben..

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Es kommt ganz aus die Situation an, stell dir mal vor, du bist 13 wurdest vergewaltigt und bist schwanger, wie würdest du denn denken? Ich denke in dem Fall wärs gut, Ist man gewollt schwanger und sowas, ist Abtreibung nicht gut. Es kommt ebend auf die Situation an. Hoffe das konnte dir ein bisschen helfen :*

Lg

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Kommentar von annemarie37
25.11.2015, 10:29

Eine Frau, die gewollt schwanger ist wird wohl kaum die Schwangerschaft abbrechen - ausser es passiert etwas total schlimmes was die gewollte Schwangerschaft ungewollt macht (z.B. schwere Missbildung des Fötus, Tod des Partners o.ä.).

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Auch so ein idealistischer Knaller, (völlig abstrakt) im philosophischen Sine, denn es wird so nicht bedacht, welche Umstände vorherrschen, nämlich Vergewaltigung, laxe Haltung, materielle Situation sowie die Dauer der Schwangerschaft.


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Geh doch von Dir selbst aus und versuche dich in verschiedene Situationen hinein zu versetzen und frage Dich dann, ob Du abtreiben würdest oder nicht.... 
Beispiele und Anregungen:
- Frau wurde vergewaltigt und ist nun schwanger
- Frau mit festem Partner ist schwanger und wünscht sich das Kind
- Minderjährige ist schwanger trotz Pille und Kondom

Viel Spaß beim selbst nachdenken

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Kommentar von BatmanKeks
24.11.2015, 20:36

Es kommt ganz aus die Situation an, stell dir mal vor, du bist 13 wurdest vergewaltigt und bist schwanger, wie würdest du denn denken? Ich denke in dem Fall wärs gut, Ist man gewollt schwanger und sowas, ist Abtreibung nicht gut. Es kommt ebend auf die Situation an. Hoffe das konnte dir ein bisschen helfen :*

Lg

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