Fängt man an in einer andern Sprache zu denken, wenn man eine lange Zeit in einem anderen Land.....

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein man denkt auch in der Sprache, ich hatte das sogar schon nach 2 Wochen mit Englisch. Das ist irgendwie erstaunlich. Auch als meine Freundin aus Amerika wiederkam hat sie immer Englische Wörter mit eingefügt in ihre Sätze. Sie meinte auch dass sie nur Englisch gedacht hat und es schon komisch war wieder Deutsch zu sprechen!

Ja, man fängt an in der Fremdsprache zu denken. Ich denke nach 2-3 Tagen im Ausland nur noch auf Englisch. Die ersten Träume in der Fremdsprache stellten sich bei mir nach ca. 2 Monaten ein. Nach 6 Monaten war es so, dass wenn ich mit Freunden und Familie in Deutschland telefoniert habe, mir spontan nur noch das englische Wort einfiel und ich wirklich überlegen musste, um das deutsche Wort zu finden. Zählen und rechnen funktioniert allesdings viel besser in der Muttersprache.

Mit "Denken in einer Sprache" ist hier wohl gemeint, dass das Gehirn gedachte und gesprochene Äußerungen in dieser Sprache produziert. Das ist klar, weil das Gehirn anscheinend so organisiert ist, dass die Sprachproduktion sehr stark von Häufigkeiten gesteuert wird. Der unbewusste Drang, die Gesprächspartner zu imitieren, verstärkt das noch.

Also "denkt" man nach einiger Zeit in der Sprache seiner Umgebung. Die meisten Leute verlieren dann nach einigen Jahren im Ausland immer mehr ihre ursprüngliche Muttersprache. Genauso "welken" ja auch gelernte Fremdsprachen, wenn sie lange nicht benutzt werden (Einfluss der Häufigkeit!).

Interessant ist die hier geäußerte Bemerkung, dass das nicht fürs Kopfrechnen gilt. Ich kann das bestätigen: Ich spreche Esperanto nahezu auf muttersprachlichem Niveau, ertappe mich aber regelmäßig dabei, Zahlen erst im Kopf ins Deutsche zu übersetzen, wenn ich in Esperanto-Umgebung kopfrechnen soll. Das zeigt, dass die Gehirnbereiche für die Sprachproduktion ganz anders organisiert sind als die fürs Rechnen zuständigen.

Man sagt, jede neue Sprache erzeuge in einem eine neue Persönlichkeit. Das scheint insofern zu stimmen, als das Gehirn Begriffe nach Sprachen getrennt in neuronalen Netzen anlegt. Erst bei gleichzeitigem Gebrauch mehrerer Sprachen komen die Zugriffe manchmal durcheinander. Man unterscheidet verschiedene Ebenen der Sprachproduktion, mindestens zwei. Die Begriffsebene (Bedeutung) ist noch (weitgehend) unabhängig von der Einzelsprache. Die Wortformebene ist sprachenspezifisch, und auf ihr existieren die genannten verschiedenen neuronalen Netze.

Also, ich würde mich denen anschließend die auch in anderen Sprache denken. Wen man voll in der Sprache drinnen ist und sie den ganzen Tag nützt dann fängt man irgendwann auch an in ihr zu denken. Auf meiner letzten Sprachreise habe ich schin nach ca. 1 Woche damit angefangen. Gerechnet habe ich aber immer noch auf Deutsch.

Je länger du nur in der Fremdsprache redest, desto eher fängst du an, auch in der Fremdsprache zu denken. Aber nicht zwangsläufig. Wenn du z. B. im Ausland arbeitest aber deine Familie zuhause deutsch spricht, dann denkst du wohl weiterhin auch in deutsch. Kommt glaube ich auch auf die Intensität an.

Was möchtest Du wissen?