Warum sprechen viele Leute deren Muttersprache Deutsch ist Englisch fließend?

16 Antworten

Ich denke, das hat mehrere Gründe:

  • an deutschen Schulen wird Englisch unterrichtet
  • Musik, Filme, Spiele und viele andere Sachen sind oft in Englisch
  • in naturwissenschaftlichen Fächern braucht man oft Englisch
  • Deutsch und Englisch sind eng verwandt (westgermanische Sprachen)
  • viele waren auch schon in einem englischsprachigen Land

Ich selber hatte auch an einer englischen Uni studiert (nur einen Sommer, aber immerhin), und war auch schon davon abgesehen in England.

Im Beruf brauche ich Englisch, wir haben u.a. Kollegen in den USA. Auch mit den indischen Kollegen spreche ich Englisch.

Auch in Osteuropa spricht man in Hotels/Restaurants usw. oft Englisch (Kroatien, Ungarn...). Englisch ist wohl die wichtigste Zweitsprache in Europa.

"Viele" ist relativ, wie schon viele hier gesagt haben. Englisch fließend sprechen kann nach meinem Eindruck nur ein Anteil im einstelligen Prozentbereich, und wirklich beherrschen tun diese Sprache weniger als 1% der Deutsch-Muttersprachler.

Bei Kaufleuten, Technikern/Naturwissenschaftlern und anderen, die beruflich gezwungen sind, viel auf Englisch zu kommunizieren, sieht dies anders aus. Sprechen muss geübt werden, z. B. auf internationalen Konferenzen mit Konferenzsprache Englisch.

Das sind bei mir zwei der Hauptgründe, der dritte ist, dass ich Literatur gern in der Originalsprache lese, wenn ich dies kann. (Leider finde ich nicht mehr so viel Zeit, englische Belletristik zu lesen wie als Schüler/Student.)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

https://i.imgur.com/NdMSJmC.png

C1/C2 (Grenze)

Guten Tag! Mein Englisch ist mittlerweile besser als mein Deutsch, zumindest von der Grammatik her.

Ich war vor kurzem noch ein Schüler, der die 10. Klasse der Hauptschule besuchte.

Es fing an als ich 8 war. Ich bekam mein Computer, ich spielte Stundenlang Heroes III.

Dann irgendwann, so circa mit 10 Jahre, kam ich mit einen FPS Shooter namens "Combat Arms" in Berührung. Dort kam ich dann in Kontakt mit Begriffen wie "frag" und "options" in Berührung. Ist ja selbstverständlich, dass es Optionen sind, wenn man was Einstellen kann nachdem man das klickt.

Mit 11-12 Jahren spielte ich dann "Crossfire NA". Auch ein FPS Shooter.

Mit 12-13 Jahren kam ich dann mit das Internet in Berührung. Ich fing an, Team Fortress 2 zu spielen. Deathrun spielte ich gerne. Da ich auf einem Englischen Server spielte, kam ich auf natürlichem Wege mit englischen Muttersprachlern (circa in meinen Alter) in Berührung.

Mit 14-15 Jahren fing ich dann an, Anime zu schauen. Ich verstand in etwa was gesagt wurde (englischer Untertitel), vor allem, wenn das, was gesagt wird, gerade auch live geschieht. "Schau mal, dieses (building) Gehäuse ist (beautiful) wunderschön". Und so weiter.

Ich spielte auch Garry's Mod. Als ich in einem Teamspeak "user" falsch ausgesprochen habe, war ich leicht verwundert warum. Ich lernte die Aussprache für ein Wort zum ersten Mal.

Außerdem spielte ich auch Minecraft. Dort wusste ich dann, dass "Schwamm" = Sponge, etc. heißt.

Mit 15 Jahren kam ich dann mit Reddit in Berührung. Es ist ein Mix aus Social Media und einem Forum. Auch noch Schlicht gehalten (altes Design). Wunderbar.

Das mit Reddit ist dann noch bis heute --- ich lernte viele Dinge... Anfangs aber habe ich dann in der Schule mit "slang" gesprochen. (tho, etc.). Ich dachte, diese Wörter wären "normal". Dann habe ich ein halbes Jahr später "though", etc. entdeckt.

Mit 16 Jahren habe ich angefangen, Englische Videos zu schauen auf YouTube. Vor allem Dokus.

Mit 17 habe ich angefangen, die New York Times zu lesen (C1+ Niveau).

Außerdem fing ich an, aktiv C2 Wörter zu lernen mit Memrise.

Ich hab täglich mindestens eine Stunde http://bbcmedia.ic.llnwd.net/stream/bbcmedia_radio4fm_mf_p (BBC 4 Radio) gehört.

Das Ergebnis davon sieht man oben in den Test, der 2 Stunden ging. 8x Leseverstehen mit 8 Fragen pro Leseverstehen und 6x Hörverstehen mit 6 Fragen pro Hörverstehen. Ich hatte eine zusätzliche Hörverstehen Aufgabe, da ich zu schnell war. Ich beendete es in 1 Stunde 30 Minuten.

Und nein, die Schule half nicht wirklich. Die Lehrer und Mitschüler haben Deutsch-Amerikanischen Akzent gehabt und das Vokabular ging nur bis zu A2/B1 (Grenze). Viel zu niedrig nach 5 Jahren, für mich.

Ich lerne momentan weiter an meinen britischen Akzent und lerne Japanisch.

Edit:

Lernstandserhebung (8. Klasse) Jahre 2016: 76 von 81 Punkten. (Note 1)

ZP 2012, 2014 und 2018: Note 1.

Mündliche Prüfung: 47 von 50 Punkten (Note 1)

Edit 2:

Und nein, die meisten sprechen nicht fließend. Ich höre meine Mitschüler mit "Übersetzung Deutsch -> Englisch" durchgehend, was mich denken lässt, dass sie nicht mal B1 Niveau sind/waren.

ZItat: "Mein Englisch ist mittlerweile besser als mein Deutsch, zumindest von der Grammatik her."

D.h. du hast praktisch die Mutterprache gewechselt. Es ist selten, dass man zwei Muttersprachen gleichzeitig auf C2-Niveau beherrscht. Immer verblasst diejenige, die man weniger praktiziert.

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@RudolfFischer

Hmm, man kann schon sagen, dass ich fast oder schon an der Muttersprache dran komme im Englischen.

Was will man den machen, wenn im Deutschunterricht auf der Hauptschule nichts anderes als Wiederholungen von Gedichten kommt (Metapher, etc.). Da wird natürlich Englisch einen überholen wenn man sich damit 4+ Stunden beschäftigt pro Stunde (passiv durch lesen von Büchern, etc.). Falls das gerade nicht ist... macht man Leseverständnis... genau, Leseverständnis. In der Zp10 (50% der Gesamtnote für dein Abschlusszeugnis!) musste man in Deutsch nur Antworten ankreuzen und vielleicht einmal einen Satz schreiben. Lächerlich.

Ich denke ich bin auf dem Niveau eines 12-jährigem Muttersprachler gewesen als ich damals in der 8. Klasse mit Slang angefangen habe. Slang ist ja bei Muttersprachlern eigentlich nur der Fall.

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Naja, das "C2" Niveau verlangt ja eigentlich, dass man bestimmte Dinge in der Sprache kann, soweit ich weiß, kann ich kein Essay auf Deutsch niederschreiben. Die (das?) europäische Referenzrahmen für Fremdsprachen (GER) gilt aber nur für Fremdsprachen^^

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@JanfoxDE

Völlig einverstanden mit dem, was du über einen viel zu überzogenen Englischunterricht schreibst. Die Bundesrepublik hatte sich nach dem Krieg als Bildungsziel vorgenommen, alle Deutschen zweisprachig Englisch/Deutsch zu machen. Das ging so gründlich daneben, dass der Englischunterricht immer mehr ausgeweitet wurde, zunächst in den Grundschulen, dann auch noch "spielerisch" in Kitas. Ich fasse immer spöttisch zusammen:

Englisch haben sie zwar nicht gelernt, dafür können sie aber auch kein Deutsch mehr.

In letzter Zeit sind die Englischkenntnisse aber besser geworden, die Gründe hast du genannt. Wenn es so weitergeht, droht Deutschland de Sprachwechsel. Bezeichnenderweise sind bislang alle Versuche abgewehrt worden, folgenden Satz ins Grundgesetz aufzunehmen:

Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch.

Man hält sich also offen, genau das eben zu ändern.

_Der_ Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Fremdsprachen gilt nicht für das Deutsch von Deutschsprechenden, das ist richtig. C2 entspricht dann dem muttersprachlichen Niveau, und dafür muss man jede mündliche und schriftliche Kommunikation ohne mehr als gelegentliche Fehler (die jeder macht) beherrschen.

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Ich war noch nie in einem rein englischsprachigen Land und spreche die Sprache fließend.

Ich habe früher viele Comics auf Englisch gelesen oder Serien mit englischen Untertiteln geschaut. Dazu hatte ich eine Brieffreundin aus Wales, mit der ich auf Englisch geschrieben habe.

In meiner Freizeit arbeite ich für eine Fantranslation, und auch da ist man von Englisch ständig umgeben.

In meinem Beruf habe ich eher selten mit englischsprachigen Kollegen zu tun, trotzdem schreibe ich Notizen meistens auf Englisch, da ich mich in der Sprache irgendwie wohler fühle bzw. das für mich schneller geht.

Woher ich das weiß:Hobby – Deutsch, Englisch, Japanisch, Italienisch

Laß Dich nicht dadurch verwirren, daß gewisse Leute "Denglisch" reden, insbesondere der unterbelichtete Teil der Jugend.

Englisch ist in allen deutschen Schulen Pflichtfach, also muß das jedermann lernen.

Und "fließend" sprechen Englisch nur wenige. Das kommt Dir lediglich so vor.

Glücklicherweise kann man Englisch auch als Schulfach abwählen.. :-)

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@Piinguin123

Irgendwie nicht "glücklicherweise". Wenn ich so sehe, wie das mit dem Klimawandel läuft, wird später Englisch überlebenswichtig sein.

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@Piinguin123

Soweit ich das sehe, wird bald ein Feedbackloop stattfinden (ohne das wir was machen, wird das Klima von selbst wärmer). Wir sind schon bei 2°C über die normale Wärme. Leute flüchten vor der Wärme. Einer der meist gesprochenen Sprachen ist Englisch (mehr gesprochen ist Spanisch und Chinesisch). Es wird dir also helfen, wenn der Großteil deiner "Nachbar" und "Mitmenschen" Englisch nur versteht.

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@JanfoxDE

Das ist doch Quatsch.. habe noch nie eine so unsinnige Begründung gehört.

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@JanfoxDE

Der Klimawandel wird nicht dafür sorgen, dass wir nur noch mit anglophonen Menschen zusammentreffen werden. :-)

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@Piinguin123

nur noch, nicht. Aber ich schrieb 5-30 Jahren, da man einen Feedbackloop nicht berechnen kann :D

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@JanfoxDE

Alles klar dann! Es gibt und es wird dennoch genug nicht anglophone Menschen geben, mit denen man sich unterhalten kann.

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