Ersthund schnappt nach neuem Hund was tun?

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9 Antworten

Schnappt sie "nur" oder fällt sie auch richtig in Aggression? 

Insofern sie nur schnappt, halte ich das ganze nicht für aussichtslos. 

Allerdings zu Anfang einmal, wenn man schon weiß das der eine Hund den man hat mit einem anderem nicht klar kommt, warum schafft man sich einen 2. Hund an und warum testet man es erst nicht aus, ob es klappt bevor man dem vorhandenem Hund einfach einen vor die Nase setzt und sich denkt "Och, wird schon schief gehen!?" 
Ich meine das nicht böse, allerdings sollte man doch ein wenig Rücksicht auf den vorhandenen Hund haben und sich auch deren Wünsche zu Herzen nehmen. 

Bei sowas hilft meistens Wechselfüttern, das allerdings erfolgt nach klaren Regeln, ansonsten hat das nicht den gewünschten Erfolg. 

Das Wechselfüttern soll dazu führen, das der 2. Hund als Signal für etwas positives wird. 

Aber jetzt solltet ihr das Futter welches die Hunde bekommen aus der Hand geben und zwar wie im folgenden beschrieben: 

1. Beide Hunde auf einen Abstand halten, wo die vorhandene Hündin ihn nicht schon anblufft

2.Vorhergehend für die vorhandene Hündin ein Lobwort etablieren. 

3. Sobald sie den neuen Hund anschaut das Lobwort einsetzen und ein Leckerchen SOFORT in den neuen Hund und DIREKT in Folge in die Hündin. Wichtig ist, das das direkt in Folge geschieht man möchte ja nicht noch zusätzlich Ressourcenverhalten initiieren. 

Am besten trainiert ihr das zu zweit und mit einer Leine am jeweiligen Hund, man kann sich dabei gegenüberstehen in angemessenem Abstand. 

4. Schritt für Schritt wird die Zeitspanne verlängert in der die Hündin den neuen Hund anschaut. 

5. Dann wird Schritt für Schritt die Entfernung zum neuen Hund verringert. 

Aber bitte bedenken alles in kleinen minimalen Schritten, das schnappen sollte während des Trainings niemals vorkommen, das soll im Laufe der Zeit extingieren (gelöscht) werden. 

Genauso solltet ihr vorgehen wenn ihr Eure Hündin streichelt, sie wird gestreichelt und man nimmt sich einen Helfer dazu. Der neue Hund steht etwas weiter weg (wie von Dir beschrieben ja schon von alleine) und sobald die Hündin ihn anschaut bekommt er ein Leckerchen und in sofortiger Folge bekommt sie das Lobwort und auch sofort ein Leckerchen. 

Jetzt schaut sie ihn vielleicht noch mit Drohsignalen und der Motivation "ich mach Dich alle" an, hinterher aber wandelt sich die Motivation und genau das wollen wir ja in ein "Wenn ich Dich sehe, geht es mir immer gut". 
Denn fressen beruhigt und verhilft somit eben dazu, das der neue Hund wie oben schon geschrieben zu der Ankündigung für etwas positives beruhigendes wird. 

Haben sie sich auf neutralem Boden kennen gelernt oder habt ihr den Eindringling einfach in das Revier des alt Hundes gesetzt?

Wenn ja war das schon mal der erste Fehler.

Wieso habt ihr euch überhaupt für ein zweiten Hund entschieden? In dem Alter und ohne es zu kennen, war euer Hund vielleicht ganz Glück euch für sich alleine zu haben.

Wie geht euer älterer Hund sonst mit anderen Hunden um?

Sie haben sich schon auf neutralem Boden kennengelernt. Unsere Hündin ist sehr eifersüchtig und hatte nie wirklich richtige Hundekontakte das sie immer so reagiert hat wie jetzt bei ihm... haben uns halt so sehr einen zweiten Hund gewünscht und dachten ihr tut das vielleicht auch mal gut einen Hundefreund zu haben?

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@nicolein12345



und hatte nie wirklich richtige Hundekontakte das sie immer so reagiert hat wie jetzt bei ihm...

an wem das wohl liegt .... schätze das ist bereits zum Scheitern verurteilt bevor es richtig angefangen hat.

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Gebt den Hunden etwas Zeit.  Bestärkt die Hündin ganz klar in ihrer Position. Wenn sie jetzt auch noch das Gefühl kriegt, daß der Neue jetzt wichtiger ist, kriegt ihr wirklich ein Problem.

Die Hündin behält ihren gewohnten Tagesablauf. Sie bekommt zuerst und getrennt von dem anderen Futter (evtl. am Anfang auch räumliche Trennung beim Füttern damit es da keinen Zoff gibt). Wenn sie irgendwo liegt und der andere kommt zu nahe dann darf sie knurren.

Der Neue Hund wird sich unterordnen. Bei dem Gespann Hündin/Rüde hat sowieso meist die Hündin das Sagen und die Rüden backen da kleine Brötchen.

Aber es braucht Zeit.  Ihr müßt gut aufpassen. Natürlich auch der Hündin zeigen daß der Rüde jetzt mit dazugehört etc.  Geht viel spazieren, unternehmt viel mit beiden Hunden.  Wenn die Hündin den Rüden mal zurechtweist - ohne zu beissen natürlich - dann würde ich mich da nicht einmischen.  Nur wenn es wirklich eskaliert würde ich auch der Hündin ganz klar sagen wie weit sie gehen kann und daß letztendlich der Mensch bestimmt.

Gebt den Hunden ganz klare Regeln.  Der Rüde bekommt einen eigenen Korb/Platz wo er liegen kann - ein Stück entfernt von der Hündin. Und wenn die Hündin in diesen Korb geht wird sie da rausgescheucht. Umgekehrt genauso. Jeder muß wissen wo sein Platz ist. Und muß da auch Ruhe haben können.

Keine Leckerlis verteilen wenn die Hunde nah zusammen sitzen. Kein Spielzeug rumliegen lassen etc.  Alles vermeiden wo ein Streit um "Ressourcen" entfacht werden könnte.

Steichel die Hündin und wenn der Rüde kommt - schick ihn weg. Umgekehrt genauso.   Wenn Du den Rüden streichelst und die Hündin drängelt sich dazwischen - schick sie weg.

Beschäftige Dich mit beiden Hunden aber ohne Spielzeug durch die Gegend  zu werfen.  Wenn Deine Hündin gerne irgendwas sucht oder so, dann nimm den Rüden an die Leine - versteck ein Leckerchen für die Hündin und laß sie suchen.  Dann umgekehrt. Hündin an die Leine - Rüde darf suchen etc. Oder auch einfach irgendwelche Sitz/Platz/Bleib Übungen - es ist eigentlich egal was Du machst.  Wichtig ist nur - daß beide Hunde dabei sind und das Gefühl haben beachtet zu werden und "wichtig" zu sein.  Aber Du mußt sie anfangs so sichern daß gar keine Eifersüchteleien auftreten können.

Und wenn die Hündin friedlich ist dem Rüden gegenüber dann lob sie ruhig auch dafür.  Du bist jetzt als Mensch gefragt den Frieden und das Gleichgewicht im Rudel herzustellen und zu festigen.

Wenn es nach 4 Wochen immer noch keine positive Tendenz gibt, würde ich darüber nachdenken den Rüden abzugeben.  Dann will Deine Hündin eben einfach keinen Freund.  Es ist oft so daß Hunde sich draußen vertragen aber im Haus - im eigenen Revier sieht das ganz anders aus.

Ihr wisst, dass Eure Hündin eifersüchtig ist und nur weil ihr Euch einen zweiten Hund wünscht, müssen jetzt beide drunter leiden. Es hat was mit Wertschätzung der Hündin gegenüber zu tun, dass man ihr nicht einfach einen neuen Hund vor die Nase setzt. Wahrscheinlich wird sie ihn nie akzeptieren.

Könnt ihr den Hund zurückgeben? Es ist für beide Hunde eine schlechte Situation.

Klar ist Deine Hündin eifersüchtig, schließlich bekam sie bisher Deine ungeteilte Aufmerksamkeit und plötzlich hat man ihr ohne Vorwarnung einen neuen Mitbewohner vor die Nase gesetzt. Die Eifersucht der bereits vorhandenen Hündin ist aber noch lange kein Grund, den Rüden deswegen zurück zu geben. Gib den beiden noch ein paar Wochen Zeit um sich an einander zu gewöhnen, dann werden sie sich verstehen. Das ist nämlich reine Erziehungssache. 

Du darfst allerdings keinesfalls den Fehler machen, den "neuen Hund" beim Spielen, Fressen, Kuscheln oder wo auch immer dem "alten Hund" vorzuziehen, sonst ist Stress schon vorprogrammiert. Der "Ersthund" sollte (noch für eine gewisse Zeit) die Nr. 1 bleiben.

Ich habe vor sechs Jahren zu meinem schon vorhandenen Rüden (damals 1) noch zwei weitere Rüden (damals 3) aus dem Tierschutz dazu geholt und alles lief völlig problemlos ab. Und selbst als vor 1 1/2 Jahren dann noch eine damals fünf Monate alte Hündin (ebenfalls aus dem Tierschutz) dazu kam war das kein Problem.

Ich füttere die Hunde in meiner Küche und da hat jeder seinen festen Futterplatz, da gibt es keine Diskussionen und keine Eifersüchteleien. 

Nach der Fütterung bekommen sie dann als "Dessert" entweder ein paar Apfel- oder Karottenstückchen. Dabei sitzen alle Hunde im Halbkreis um mich herum und werden auch reihum von Hand von mir gefüttert. Sollte, wie es zu Anfang auch mal vorgekommen ist, einer der Hunde nach dem Apfel seines "Nebenmannes" schnappen wollen sagte ich ihm ein deutliches "Nein" und er mußte '''zur Strafe''' ein Mal aussetzen. Diese Maßnahme zeigte bei meinen Hunden eine ungeahnte Wirkung. Seitdem sitzen alle geduldig um mich herum und greifen erst nach dem Leckerli wenn ich es ihnen vor die Nase halte.

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Hallo,

das haben meine beiden am Anfang auch gemacht. Am besten du lässt die beiden sich kennen lernen wo keiner sein Revier hat. Wenn der eine plötzlich beim anderen in sein Revier geschneit kommt, ist es verständlich das deine Hündin ihr Revier erstmal verteidigt. Es kann auch helfen wenn du dich einen Tag ganz intensiv mit deiner Hündin beschäftigst. Gib ihr das Gefühl das sie die einzigste währe. Das hat bei meinen beiden geholfen. Mein großer war ziemlich Eifersüchtig ;)

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

Lg
Batid

Bei Euch ist offenbar der (Alt-) Hund der Chef ....  das war offenbar bisher kein Problem, weil er mit Euch alleine war

Wenn er draußen schon eifersüchtig reagiert, verstehe ich den Gedankengang nicht noch einen zweiten Hund dazu zu holen ...

Ihr müsst klarstellen wer der Chef ist und wenn ihr Euch mit dem neuen Hund beschäftigen wollt, hat der Althund das hinzunehmen und nicht zu schnappen ..  Ihr (als Rudelchef) müsst ihn bei einem solchen Verhalten ganz klar in die Schranken weisen

wollt Ihr das nicht oder könnt Ihr es nicht, dann solltet ihr Euch besser wieder von dem zweiten Hund trennen ....

Habt ihr etwa erwartet, dass sie einfach so ihr Revier und ihre Menschen (sie scheint ja der Chef bei euch zu sein) mit einem Eindringling teilt?

Ihr hättet die beiden lange vorher außerhalb des Reviers aneinander gewöhnen sollen. Ein paar mal Gassi gehen reicht da nicht.

Unruhe im Rudel habt ihr zu regeln und den Unruhestifter zurecht zu weisen. Wenn nicht, übernimmt der Hund die Rolle.

Wir waren davor mindestens 10 mal mit beiden Gassi sie kennen sich schon gut auch draußen ist sowas passiert aber nicht in dem Ausmaß.

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@nicolein12345

Und wie weist ihr eure Hündin zurecht, wenn sie dem neuling droht oder nach ihm schnappt?

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Unsere Hündin schnappt einfach kurz nach ihm obwohl wir ihr als erstes die Leckerlis geben oder er ihr einfach zu nahe kommen und es ihr zu viel wird. Es ist kein richtiges beißen nur eine kurze Zurechtweisung... Der Rüde hat dann immer Angst und versteckt sich hinter uns... haben es im Tierheim so gesagt bekommen nix zu machen sie würden das untereinander ausmachen

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@nicolein12345

Die Leute im Tierheim haben ganz offensichtlich keine Ahnung. Ihr müsst eure Hündin zurechtweisen, wenn sie ohne guten Grund nach dem Neuling schnappt. Du musst der Chef sein, du musst das regeln.

Den Hund mal kurz kneifen oder anstupsen (nicht weh tun) reicht meistens.

Es ist aber gut möglich, dass der Zug schon abgefahren ist, weil ihr die zusammenführung überstürzt habt

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ganz normales Verhalten - das ist SEIN Revier - vom "Althund" die Rangordnung und Akzeptanz muss folgen - das machen die untereinander aus. 

Ihr habt da keinen Einfluss drauf

das machen die untereinander aus.

Falsch, denn das kann zu sehr blutigen Kämpfen führen. Hunde gehen mit Eindringlingen oft nicht zimperlich um. Der Chef sollte das regeln und ist man selbst nicht der Chef, übernimmt wie in diesem Falle der Hund die Rolle.

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Nein.

Man lässt sich fremde Hunde nicht alles untereinander aus machen, auch wenn sie zukünftig zusammen leben.

Das kann blutig und tödlich enden.

Meine vier Hunde klären auch viel untereinander, aber in erster Linie habe ICH das sagen und kläre es und sorge dafür das jeder seinen Platz einnimmt und hält.

Und ich habe auch dafür Sorge zu tragen das es keine größeren Reibereien gibt.

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Trennt die Hunde.

Erzieht beide Hunde, das IHR/DU mwhrvzu sagen hast als der Hund. Dann draußen beide außerhalb des Revieres öfters zusammen frei laufen lassen. Wenn alles gut geht (dauert wahrscheinlich etwas) dann wieder Zuhause probieren. Damit meine ich aber ALLES muss gut gehen!!!

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