Erfahrung mit Katze sammeln?

4 Antworten

Von Experten DayBreaker231 und Beccs2590 bestätigt

Weißt du, die Sache ist die: bei Katzen in so hohem Alter und bereits mit Handicap geht es oft auch darum, rechtzeitig zu erkennen, wenn weitere gesundheitliche Probleme dazu kommen. Das zeigt sich oft nur durch minimale Änderungen im Verhalten.

Ebenfalls braucht so eine Handicap-Katze Menschen, die "kätzisch" sehr gut verstehen und selbst "sprechen". Die Katzenkörpersprache ist eine ziemlich subtile!

All diese Punkte erfordern einfach, dass man schon mal intensiv die "Standardwerkseinstellung" von Katzenverhalten erlebt hat. Das braucht's, um zu erkennen, wann es davon abweicht - und dann passend und geeignet darauf einzugehen.

Wie man Öhrchen sauber macht, kann man sicherlich fix lernen. Aber diese Kommunikation mit diesen klugen, sensiblen und eher subtil kommunizierenden Tieren, die braucht einfach einige Jahre des Zusammenlebens mit ihnen, um da wirklich das ganze breite Repertoire ihrer Verhaltensweisen mal erlebt zu haben. Und eine alte Handicap-Katze braucht eben jemanden, der das schon kann.

Ansonsten endet das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit extrem frustrierend für Mensch und Tier gleichermaßen, nicht mit einem angenehmen Zusammenleben. Im blödesten Fall riskiert man mit so einer Vermittlung, dass der Kater wieder im Tierheim landet oder unnötig lang unter weiteren, hinzukommenden Erkrankungen leidet oder sogar daran verstirbt, weil die Menschen es einfach nicht rechtzeitig erkannt haben. Was ja auch wieder für die Menschen echt blöd wäre, weil sowas natürlich mit einem Haufen Selbstvorwürfen einhergeht...

Wenn deine Mama keine jungen Katzen möchte, dann warte einfach noch ein paar Jahre, bis du auf eigenen Füßen stehst und steig dann mit zwei süßen, kleinen, jungen, gesunden Samtpfoten in die Welt der Katzenhaltung ein :). Und bis dahin kannst du dich ja super vorbereiten, indem du mal schaust, ob du irgendwo ehrenamtlich im Tierschutz im Katzenbereich helfen kannst, um dort schon viel über Katzenhaltung zu lernen :).

Uff ... eine alte, behinderte Katze mit gesundheitlichen Problemen als Erstkatze - da hätte ich ehrlicherweise auch Bedenken. Dass die vom Tierheim ihr "Sorgenkind" keinem Anfänger (ned böse gemeint) anvertrauen wollen, kann ich durchaus nachvollziehen.

Frage: Wie lange, dachtest du denn, dass du jetzt "übst", bis du glaubst, dich qualifiziert zu haben? Ich meine, der alte Herr ist 13! Klar kann er noch locker ein paar Jährchen leben, aber jeder weitere Tag im Tierschutz ist einer zuviel. Und wenn jemand vorbeikommt, der ihm auf Anhieb gerecht werden kann und ihm ein "Für-immer-Zuhause" bieten will - warum sollte die arme Mieze dann ausgerechnet auf dich warten müssen?

Mein Rat: Adoptier ein kleines Kätzchen -vielmehr: ZWEI - vom Tierschutz und beginne, gemeinsam mit ihnen zu lernen und so ein Katzenleben zu entdecken! So kannst du langsam in die Materie "hineinwachsen".

Alles andere wie zB Alter, gesundheitliche Probleme etc, kommt dann eh von ganz allein ...

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Seit über 40 Jahren krisenerprobte Katzenmama

Strahlkraft  06.03.2025, 12:45
Uff ... eine alte, behinderte Katze mit gesundheitlichen Problemen als Erstkatze - da hätte ich ehrlicherweise auch Bedenken. Dass die vom Tierheim ihr "Sorgenkind" keinem Anfänger (ned böse gemeint) anvertrauen wollen, kann ich durchaus nachvollziehen.

Absolut deiner Meinung!

Ich arbeite ja im Tierschutz - Pflegestelle Katzen - und sogar ich und andere Tierschützer haben Respekt vor solchen Katzen, gerade auch in Wohnungshaltung. Niemand von uns hätte diesen Kater an einen Haltenden ohne Erfahrung rausgegeben. ;-)

Ich lebe ja auch mit 2 Tierschutzkatern zusammen und man muss eben wissen, dass diese immer auch eigen sind und große Herausforderungen darstellen können. ... Mal unabhängig von zum Beispiel problematischen Gesundheitszuständen.

Mein Mishu (8) war in so dermaßen desolatem Zustand, dass ich hier bei mir zuhause fast 2 Jahre gebraucht habe, bis er gut aufgestellt ist. Das muss man wollen und nicht nur Zeit, sondern auch Nerven und Geld haben.

besten Gruß an dich,
DaLi

Myleftkidney711 
Beitragsersteller
 06.03.2025, 13:25
@Strahlkraft

Dann hätte ich an dich die Frage, ob du weist, das wenn man Erfahrung sammelt nochmal fragen könnte, oder man sich vielleicht sogar "schulen" lassen kann, wie man mit so einer Katze richtig umgeht

Strahlkraft  06.03.2025, 13:26
@Myleftkidney711

Ich möchte dir vorschlagen Pflegestellen für Katzen in deiner näheren Umgebung zu recherchieren und dort ehrenamtlich auszuhelfen.

honeybee71  06.03.2025, 13:54
@Strahlkraft

Oh ja, ich weiß nur zu gut, wovon du redest ... Ich hatte meinen Leonardo seinerzeit auch vom Tierschutz, wohin er aus einem echt üblen Zuhause gerettet wurde. Da er beim Vorbesitzer geschlagen/misshandelt wurde, zuckte er jedesmal zusammen, wenn ich mich in seiner Nähe auch nur (vorsichtig) bewegte. Oftmals bekam er regelrechte "Angstanfälle", in denen er mich aus heiterem Himmel (sehr schmerzhaft) attackierte - dabei stand ihm die Panik ins Gesicht geschrieben. Allein sein Vertrauen zu gewinnen, war richtig Arbeit und hat sehr, sehr viel Zeit, Geduld und Verständnis erfordert!

Dir ebenfalls einen lieben Gruß

Betty

Myleftkidney711 
Beitragsersteller
 06.03.2025, 12:31

Na ja, das Ding ist halt, das meine Mutter keine andere Katze als ihn adoptieren würde...

honeybee71  06.03.2025, 12:33
@Myleftkidney711

Ganz ehrlich? Wenn deine Mum die Gründe nicht einsieht, dann lieber keine Katze! Du wirst ja eines Tages von daheim ausziehen und eine eigene Wohnung haben. Bis dahin heißts dann eben: warten.

Strahlkraft  06.03.2025, 12:48
@Myleftkidney711

Bei solch einem alten und gehandikapten Kater (fast blind, taub, ehemaliger Streuner) braucht man Haltende die am Besten den ganzen Tag zuhause sind, die ausreichend Geld und Nerven haben sich aufopferungsvoll um solch einen Kater zu kümmern. Zudem musst du damit rechnen, dass er dir die gesamte Wohnung/ das Haus vollpinkelt und kotet, er euch angreift, faucht, kratzt, sich versteckt (also wehrhaft ist) und ihr dürft dann niemals mehr eure Möbel umstellen, es muss alles an seinem Platz stehen bleiben, sonst verliert der Kater die Orientierung.

Wir hatten in der Pflegestelle letztens einen blinden Kater, der einfach, als sein Herrchen verstarb von dessen Tochter ausgesetzt wurde, weil sie nichts mit ihm anfangen konnte. Der Kater war ungefähr im ähnlichen Alter, aber immer Wohnungskatze.

Aufmerksam wurde man auf ihn, weil er abgemagert um Hilfe schrie.

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