Die Wittelsbacher heute kosten unseren Staat Millionen. Sollte man sie nicht lieber "zum Teufel schicken", m.a.W. abschaffen?

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3 Antworten

Wenn es nach mir ginge, dann sollten alle Adelstitel abgeschaft werden, außer bei denen die tatsächlich blaues Blut haben.

Aber das wären dann Aliens und die müsste man dann genau untersuchen.

Aber was machen manche märchengläubige im 21 Jahrhundert?

Stehen an Straßenrand und heulen Rotz und Wasser wenn die Queen zu besuch kommt.

Keiner denkt dabei dran mit wieviel Blut die ihr Imperium zusammengestohlen haben.

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Wieso auf Staatskosten? Weißt Du überhaupt, was eine Stiftung ist? Und weißt Du auch, daß die Wittelsbacher vor Gründung der Stiftung ihren Besitz auf das Königreich Bayern übertragen haben? Und daß das Stiftungsvermögen im wesentlichen aus diesem übertragenen Besitz besteht?

Der Freistaat Bayern hat lediglich die Pflicht, das Vermögen der Stiftung zu verwalten, dafür zu sorgen, daß es nicht geschmälert wird und den Ertrag, der mit diesem Vermögen gemacht wird, an die Nachkommen der Wittelsbacher auszuzahlen.

Zu behaupten, die Wittelsbacher kosten die öffentliche Hand jedes Jahr einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag ist eine bewußte Falschaussage.

Siehe dazu auch http://www.thomas-muetze.de/files/a_stamm_muetze_2681.pdf

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Der Staat zahlt gar nichts mehr. Bitte lesen.

Der WAF entstand in der Folge der Novemberrevolution von 1918, durch die die Monarchie in Bayern endete. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts hatten die Wittelsbacher entsprechend der Domanialfideikommisspragmatik des Kurfürsten Max IV. Joseph von Bayern von 1804 und der Bayerischen Verfassung von 1818 ihr Hausgut auf den damals finanziell schlecht gestellten Staat übertragen. Im Gegenzug hatte der Staat die Versorgung der Wittelsbacher übernommen und diese 1834 im Verfassungsgesetz über die Zivilliste geregelt.

Nach der Revolution 1918 wurde versucht, bayerisches Staatsvermögen und Wittelsbacher Hausvermögen voneinander zu trennen. Die vom Obersthofmeisterstab verwalteten Liegenschaften der Zivilliste wurden vom Freistaat als Staatseigentum betrachtet. Mit Hilfe des Staatsrechtslehrers Konrad Beyerle versuchten die Wittelsbacher 1921 nachzuweisen, dass sie erst gegen einen Versorgungsanspruch ihr Hausgut in das Staatsvermögen eingebracht hätten und in Bayern eine Trennung von Staats- und Hausvermögen überhaupt erst vollzogen werden müsse. 1923 wurde ein Kompromiss gefunden, der in ein Gesetz vom 9. März 1923 gefasst wurde: Demnach fielen die ehemaligen Vermögenswerte aus dem Hausgutfideikommiss König Ludwigs I. und Teile der Liegenschaften aus dem Vermögen König Ottos I. nicht direkt an das Haus Wittelsbach zurück, sondern flossen in die neu errichtete Stiftung ein. Gleichzeitig verpflichtete sich die Familie Wittelsbach freiwillig, auch weiteres Privatvermögen, vor allem Kunstschätze, in den Fonds einzubringen mit der Bestimmung, diese dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Somit wurde der erste Stiftungszweck des WAF begründet, das kulturelle Erbe des Hauses Wittelsbach zu bewahren. Neben dem WAF errichtete das Oberhaupt des Hauses Wittelsbach Kronprinz Rupprecht von Bayern die Wittelsbacher Landesstiftung für Kunst und Wissenschaft, die Eigentümerin der vor Errichtung des Haus- und Staatsfideikommisses von 1804 erworbenen Kunstschätze der Wittelsbacher wurde. Die Wittelsbacher Landesstiftung ist seither Eigentümerin, wenn auch nicht Verwalterin eines großen Teils der Bestände der Münchner Museen.

Auf der Grundlage dieses Gesetzes verzichtete das Haus Wittelsbach dauerhaft auf alle weiteren vermögensrechtlichen Ansprüche gegen den Staat. Das heißt, es mussten seitens des Staates weder Vermögensbestandteile an Familienangehörige herausgegegeben werden, noch musste sich der Freistaat zu künftigen Unterhaltszahlungen verpflichten. Daraus leitet sich der zweite Stiftungszweck ab: Seither gilt, dass ausschließlich die erwirtschafteten Erträge aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds und keinerlei Unterstützungsleistungen durch den Freistaat Bayern zur dauerhaften wirtschaftlichen Versorgung der Mitglieder des Hauses Wittelsbach beitragen.

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Kommentar von bagdader
07.09.2016, 14:27

Bezichtigen Sie somit die SZ unseriös berichtet zu haben?

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Kommentar von wfwbinder
07.09.2016, 14:32

Gute, sehr komplette Darstellung.

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