darf restaurant 1,40 eur für ein glas leitungswasser verlangen?

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17 Antworten

Es ist erlaubt, Geld für ein Leitungswasser zu verlangen. Vorgeschrieben ist nur, dass ein alkoholfreies Getränk billiger als das billigste Getränk mit Alkohol sein muss. Wahrscheinlich steht Liebwasser auf Ihrer Rechnung für ein stilles Wasser aus der Flasche. Das darf Ihnen nicht ohne Hinweis anstelle eines Leitungswassers serviert werden. Manchmal steht jedoch irgendwo in der Karte, dass kein Leitungswasser ausgegeben wird. Eine Speisekarte muss nicht alle vorrätigen Artikel beinhalten (es sei denn, sie enthalten kennzeichnungspflichtige Bestandteile wie Koffein oder Farbstoff), sondern nur zeigen, was den Gast in etwa an Leistung und Preis erwartet. Ich führe seit mehreren Jahren mein eigenes Restaurant und finde das Verhalten der Kollegen unhöflich und unprofessionell, gebe aber zu bedenken, dass in vielen Restaurants die Getränke die Küche subventionieren und eine Bestellung wie die Ihre zu kaum einem Gewinn führt.

Komme aus der Gastronomie-kenn sowas -kommt x mal die Woche mit einer Clique und die eine trinkt nur Leitungswasser -ganze abend-toll- hab ich guten Umsatz -werde Porsche fahren können- oder der eine Spruch -habe zu hause getrunken- trinkt jetzt nur 1 Glas Leitungswasser- gehen aber beide auch 1-2 Mal auf Toilette-jetzt werd ich reich-

Hab grad auch einen Kommentar dazu gegeben mir geht`s genau so wie du es geschrieben hast. Mach das nur bei Stammkunden umsonst mit dem Leitungswasser.

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http://www.frage.org/197-was-mussen-restaurant-gaste-nicht-hinnehmen

Bei Bestellungen von „Gerichten“, die nicht auf der Karte stehen, ist Vorsicht geboten – da können „hohe“ Kosten kommen – besser nach dem Preis sofort fragen und dann ggf. nicht bestellen.

Aber wenn man nicht gefragt hat, aber bestellt, muss man zahlen; ggf. muss man dagegen klagen und eine Preisminderung erstreiten.

Ein guten Gastgeber – zumal in der „Stammkneipe“ wird so etwas nicht tun. Aber es war sicher legal.

Es ist ein Kaufvertrag nach §433 BGB abgeschlossen worden. Dieser kommt durch übereinstimmende Willenserklärungen zustande (Angebot und Annahme), durch welche sich der Verkäufer zur herausgabe (Lieferung) der Ware und der Käufer zur Zahlung des Kaufpreises verpflichtet.

In Deinem Fall hast Du dem Gastronomen (oder seinem Vertreter: dem Kellner) das Angebot gemacht, ein Glas Wasser zu kaufen (durch Deine Bestellung). Dieses Angebot wurde angenommen und die Ware (Leitungswasser) geliefert. Im Gegenzug bist Du zur Zahlung verpflichtet.

Das ist die rein rechtliche Seite. Nun schauen wir uns mal die Sicht des Gastronomen an:

Der Zweck eines Gastronomiebetriebes liegt im Verkauf von Speisen und Getränken. Davon möchte ein Gastronom leben. Da diese Arbeit nicht ehrenamtlich ist, sollte Sie im Endeffekt mit Einnahmen verbunden sein. Um einen Betrieb (Lokal, Einrichtung, Mitarbeiter, Musik, Toiletten usw.) am Laufen zu halten, muss ein Deckungsbeitrag zur Begleichung der laufenden Kosten erwirtschaftet werden.

Berechnen wir doch mal den Deckungsbeitrag anhand des von Dir genannten Beispiels (Glas Wasser - 1,40€). In dem Betrag stecken folgende "Kosten":

  • 0,22€ für Umsatzsteuer
  • 0,21€ für die Bedienung (15% des Umsatzes für die Bedienung, einschließlich Lohnnebenkosten (Sozialversicherungsbeiträge und Lohnfortzahlung bei Urlaub und im Krankheitsfall)
  • 0,02€ für das Glas (Abschreibung bei Glaskosten von 2€, nach ca. 100 Nutzungen geht ein Glas zu Bruch)
  • 0,40€ für die Thekenkraft (Arbeitsaufwand ca. 2 Min. für Befüllen, späteres Reinigen und Polieren des Glases (12€/Std. Lohn einschließlich Lohnnebenkosten))

Die direkt zurechenbaren Kosten betragen ca. 0,85€. Dies ergibt dann einen Deckungsbeitrag von 0,55€. Dieser ist tatsächlich relativ hoch, wird aber benötigt, um den gesamten Kostenapparat am Laufen zu halten. Überlege mal wie viel ein Gastronom täglich verkaufen muss, um mit Centbeträgen die zigtausend Euro Fixkosten am Ende des Monats zahlen zu können...

Es würde mich sehr freuen, wenn Du Dir auch mal über die andere Seite gedanken machst - Du hast einen schönen Abend für relativ wenig Geld gehabt: Ist das nicht schön!?

In einem Dienstleistungsgewerbe kann alles was als Dienst am Kunden zählt, berechnet werden. Es liegt im Ermessen des Dienstleisters, ob er etwas dafür verlangt.

Ich selbst betreibe eine Gaststätte und das mit dem Leitungswasser ist so ein Problem.Es stimmt das dieser halbe Liter vielleicht 0,001 € wert ist ( hab´s ausgerechnet nach unserem qm² Preisen ) also in diesem Sinne gar nix. Aber wenn man nie was für Leitungswasser verlangen würde dann haben wir schon erlebt das es wirklich Leute gibt, die dann nur noch Leitungswasser trinken. In deinem Fall müsste man schon eine Ausnahme machen wenn du Stammgast bist in diesem Lokal.Der Kellner müsste die Situation einschätzen können.Jetzt im Sommer gibt es bei uns Leute die kommen zu uns rein ( neben unserem Lokal ist ein Stadtpark) und wollen nur ein Glas Leitungswasser ( 0,5 L)weil sie ja so eien Durst haben. Bei denen verlange ich Grundsätzlich 0,50 €, weil man sie sonst nie sieht. Die haben natürlich auch dumm aus der Wäsche geschaut als ich Geld verlangt habe und haben mir frech ins Gesicht gesagt: Leitungswasser ist doch umsonst oder nicht?Bei Stammgästen mach ich das auch nicht. Also ich würd ihn darauf hinweisen .

Ich arbeite nebenher als Kellnerin und tatsächlich ist ein Gastwirt nicht verpflichtet Leitungswasser auszuschenken, wenn er es aber tut kann er Entgeld dafür verlangen - ist schließlich auch eine Dienstleistung: Auch wenn das Leitungswasser kaum einen Gegenwert hat, so zahlt der Wirt trotzdem dafür, ebenso wie er das Glas bezahlt hat aus dem du trinkst und den Kellner der dir das Wasser serviert. Wo im Gaststättengesetz das steht, weiß ich gerade auch nicht. Normalerweise nehmen wir dafür kein Geld, aber wir könnten es durchaus tun.

Da das Restaurant das Wasser bezahlen muss (auch wenn es aus der Leitung ist) Kann es dafür auch Geld verlangen, so viel es will du musst ja nicht hingehen.Ich glaub nich dass es da ne Begrenzung gibt,kannst ja für ne Flasche Fiji-Wasser auch 10 Euro verlangen...

sie müssen auch für ihre toilettenräumlichkeite wasser und putzkraft bezahlen und tortzdem dürfen sie mir nichts dafür verlangen solange ich bei ihnen etwas konsumiere!

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@ojeminee67

Das ist was anderes. Wer in Dtl. Getränke und Essen verkauft,muss auch gewährleisten, dass ein menschl. Bedürfnis danach verrichtet werden kann, sonst würden unsere Innenstädte nur noch von Wildpinklern bevölkert!

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@che123

damit wollte ich nur sagen das es kein argument ist das das wasser aus der leitung etwas kostet (auch wenn dieses glas leitungswasser nicht mal 1 cent gekostet hat und sie sich dafür weitere restaurantbesuche und gute trinkgelder verdorben haben)

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@ojeminee67

Ja, aber das bezahlst du doch - auch mit deinem Glas Wasser hast dus bezahlt. Sch au mal, denn auch wenn du nichts bestellt hättest und nur mal die Toilette benutzen wolltest, hättest du sicherlich auch 50 Cent bezahlt!

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@ojeminee67

Aber das Leitungswasser wurde doch konsumiert - muss daher auch berechnet werden. Ein Gastronom lebt in erster Linie vom Verkauf der Speisen und Getränke. Ein bestelltes Getränk muss also auch bezahlt werden.

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Theoretisch kann der Laden auch 10 Euro verlangen, du hättest dich nach dem Preis informieren müssen! Aber menschlich gesehen, ist das natürlich äußerst link. Und auch dumm, einen Stammgast wegen eines Glases Leitungswasser zu verlieren! Ich würde mene Drohung wahr machen und nie wieder einen Fuß in den Schuppen setzen!

ja da hast du recht - ich werde dort auch nicht mehr hin gehen (mein freundeskreis der gestern dabei war auch nicht mehr). obwohl wir uns dort gerne zum essen getroffen haben, es gibt auch kundenfreundlichere restaurans. ich als gastronom wäre da nicht so kleinlich und würde die gäste wegen einem glas wasser nicht vergraulen wollen. wenn man nur wasser bestellt finde ich es ok, aber so ist es einfach mies.

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@ojeminee67

Vielen Gastronomen steht wahrsch. die Suppe bis zum Hals, sodass sie sich immer wieder sagen: "Ich hab auch nix zu verschenken", und so regelmäßig den Sinn für die Verhältnismäßigkeit verlieren. Gute Gastronomen wissen nämlich, wie man Gäste an sich bindet - nämlich durch geben und nehmen!

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@che123

Der erste Satz stimmt sicherlich in vielen Fällen. Man kann es aber genauso gut umdrehen - ich wundere mich z.B. jedes Mal mit welcher Frechheit manche Leute sich stur über etwas beschweren mit dem Ziel etwas "als Entschädigung" "auf Kosten des Hauses" abstauben zu können. Entweder es liegt an meiner schwäbischen Kundschaft oder die Leute halten das allen Ernstes für in Ordnung. So was kommt zwar vielleicht alle paar Monate mal vor, ärgerlich ist es aber trotzdem, weil es einem die Arbeit mies macht.

Übrigens Gastwirtschaft ist nicht gleichbedeutend damit, dass man den Gästen in den Allerwertesten hineinkriechen muss - ein bisschen selbstständiges Denken ist doch wohl nicht zu viel verlangt und sich derart aufzuregen über ein Glas Wasser... wenn sich da nicht irgendwann einer ein Magengeschwür anzüchtet vor lauter Kleinlichkeit...

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Prinzipiell leben wir in einer Marktwirtschaft. Wenn also jemand 1,40 fürs Wasser verlangt, darf der das ... und Du als Kunde solltest dich schon vorher darüber informieren, was deine Speisen und Getränke kosten. Punkt!.

Restaurants dürfen ihre Preise legen wie sie wollen, da du nicht gezwungen wirst dort zu essen.

Wenn sie also 1,40€ für ein Glas Wasser verlangen, musst du es entweder bezahlen oder woanders hingehen, wo es billiger ist.

Das Leitungswasser selbst ist vielleicht einen halben Cent wert, aber das drumherum, von den Löhnen für den Kellner bis hin zu den Abschreibungen für den Firmenporsche kostet genauso Geld wie bei jedem anderen Getränk.

Fair ist die Summe 1,40 deshalb noch lange nicht, es grenzt schon an Wucher, aber erfüllt diesen m.E. noch nicht.

Rein rechtlich begibt sich der Gastwirt auf dünnes Eis, denn schließlich haftet er für die Qualität der ausgeschenkten Getränke. Wenn mit dem Wasser etwas nicht gestimmt hätte, wäre es noch ganz andere Probleme geben können.

Von der rechtlichen Seite her sind die 1,40 in Ordnung.

Wenn mit dem Wasser etwas nicht gestimmt hätte, wäre es noch ganz andere Probleme geben können.

Es gibt kein Lebensmittel, das besser kontrolliert ist als Leitungswasser. Das wird also nicht das Problem sein für den Wirt.

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@gargamel111

Das ist grundsätzlich schon richtig, es kommt immer ganz darauf an, aus welcher Leitung das Wasser gezogen wird.

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Erlaubt wohl schon, kunden- oder gastfreundlich ist das natürlich nicht.

ich glaube der Preis liegt in der Verwaltung des Anbieters, also des Gaststättenbetreibers, also denke ich das darf er machen (dieses Schwein :))

klar vielleicht war es ja auch normales stilles Wasser von Vitel oder wie das heißt.

Du kannst für 1,40 was ganz anderes verlangen ;)

Edit: Aber nur wen sie arm sind :P

Ja, warum sollte es nicht erlaubt sein?

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