Darf man in Schutzhütten übernachten?


20.10.2021, 08:30

Ich überlege im Winter bei einer mehrtägigen Fahrradtour das Tarp wegzulassen und nur in solchen Hütten zu übernachten. Durch die kurze Tageslänge wäre es problemlos möglich morgens in der Dämmerung bereits wieder weiter zu fahren.

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Man kann so ein Schutzpavillion, wie sie häufig an öffentlichen Grillplätzen stehen, generell 24/7 nutzen. Du könntest ja auch morgens um 4 dort hin gehen, um dein Frühstück zu essen.

Wichtig ist, dass du andere Besucher nicht störst, dich gegebenenfalls über private Eigentumsverhältnisse und entsprechende Regelungen kümmerst und deinen Schlafplatz absolut sauber hinterlässt.

Achtung: In den Bergen bezeichnet der Begriff "Schutzhütte" etwas anderes. Da sind die Schutzhütten meist saisonal bewirtet, es gibt Notlager und wenn man weiß, dass man dort schlafen will, sollte man sich unbedingt vorher anmelden (hier widersprechen sich aber die Statuten der Alpenvereine mit der gelebten Praxis, da inzwischen immer mehr Leute in die Berge gehen wollen und die Hütten kapazitätsmäßig gar nicht mehr hinterherkommen.

Mir ist nicht so ganz klar, was du mit

in diesen ganz normalen offenen Schutzhütten

nun eigentlich meinst. Wenn es sich um Scheunen bzw. Viehunterstände handelt, ist das Übernachten darin bestenfalls ausnahmsweise geduldet, ansonsten unbefugtes Betreten. Und der Land- bzw. Forstwirt kann und wird dich ggfs. vertreiben bzw. anzeigen. Das Mindeste wäre daher, vor der Übernachtung den Grundbesitzer ausfindig zu machen, und zu fragen.

Dass man solche Notlager (Unwetter) dann schnellstmöglich und absolut sauber verlässt, sollte zudem in jedem Fall klar sein.

Ich meine solche, die extra für Waldbesucher gebaut sind. Ich habe schon mal bein Wandern in einer im Harz (außerhalb des Nationalparks) übernachtet. Es ist auch Forstwirtschaftlicher Verkehr vorbeigefahren, aber die scheint es nicht gestört zu haben. Auf meiner Fahrradtour möchte ich aber eher Richtung Norden, zum Teil auf dem Nordseeküstenradweg fahren. Dort ist es ja etwas schwieriger mit übernachten im Wald.

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@Rotfusshuhn
Ich meine solche, die extra für Waldbesucher gebaut sind.

Kann ich mir jetzt nichts drunter vorstellen; vielleicht sind es Regenunterstände entlang von Wanderpfaden? Hier in den Bergen gibt es so etwas nicht; da ist aber auch das Übernachten / Biwakieren sowieso flächendeckend untersagt. Das dürfte dann vermutlich - solange du natürlich kein Feuer machst! - niemanden nachts sonderlich stören. Man sollte aber auf Nachfragen gefasst sein, denke ich.

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@Rotfusshuhn

Ja genau das ist den Problem bei Norden.Wenn du unterwegst bist aber so wie ich gemacht habe (es gibt geschützte Bus Haltestellen) schlafen kannst ich werde sagen versuch mal dein Glück.Sonst vor dunkelheit musst du mit ein Bauernhof besitzer reden fragen.Haltestellen sind eine Seite frei und offen,vorner.Be jeder Land oder Stadt die sind etwas anderes.

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Pauschal würde ich sagen "Nein".

Die "Jährlingsschachten Schutzhütte" bei Zwiesel hat z.b. auch ein dementsprechendes Verbotsschild angebracht.

Diese Schutzhütten sind als temporärer Unterstand bei Regen/Unwetter gedacht.

Übernachten darfst du darin nur im Notfall. Also sozusagen wenn dir eine etwaige Strafe ohnehin egal wäre.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nimm ein kleines Leichtzelt mit, am besten in dunkelgrün oder braun. Darin kannst du im Waldesinneren übernachten, hast einen sauberen Platz und wirst nicht von Besuchern gestört. Die Rechtslage ist so, dass du meistens geduldet wirst, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass du entdeckt wirst.

Das Übernachten ist in den Schutzhütten selbstverständlich verboten; die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden, sehr viel höher. Aber auch hier kannst du meistens mit einer Duldung rechnen.

Ich hätte sonst eher ein Tarp mitgenommen. Das ist komplett erlaubt und Feuer machen darf man in Niedersachsen übrigens ebenfalls. Darauf würde ich aber am Lagerplatz eher verzichten.

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@Rotfusshuhn

In Niedersachsen, Feuer machen? Offenes Feuer ist draußen gar nicht mehr erlaubt, außer vielleicht Grillen im eigenen Garten, ein mal im Jahr. Aber im Dunkeln im Wald merkt das keiner.

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@Ubald

Laut Nds. Waldgesetz ist es tatsächlich nur vom 1. März bis 31. Oktober verboten in Wald, Moor und Heide oder gefährlicher Nähe davon verboten Feuer zu machen. Es gibt allerdings je nach Gemeinde noch weitere Regelungen, sodass es z. B. in meiner Gemeinde Pflicht ist jedes Lagerfeuer anzumelden und eine Gebühr von 25€ zu zahlen. Ich kenne allerdings niemanden der für ein Lagerfeuer im Garten bezahlt.

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Wenn es eine offizielle Schutzhütte ist, darf man übernachten

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