Chef droht mit Kündigung wegen Krankheit im Kleinbetrieb, ist das rechtens?

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8 Antworten

Grundlegend KANN eine Kündigung wegen Krankheit mit dem Argument wirtschaftlicher Untragbarkeit begründet werden. Eine weitere Besonderheit in Deinem Fall ist zudem die Betriebsgrösse von < 10 Mitarbeitern, was eine derart begründete Kündigung sogar erleichtern würde.

Ich will jetzt rechtlich nicht beurteilen, ob Dein Chef mit dieser Kündigung auch durchkommen würde, aber mit seiner letzten Ansage kann zumindest schon mal von der Aussprache einer Abmahnung ausgegangen werden.

Ich würde Dir daher nahelegen, es nun nicht darauf ankommen zu lassen und von einem weiteren Versuch während der Arbeitszeit abzusehen. Dann lasse Dich lieber einen Tag beurlauben. ( notfalls auch unentgeltlich )

Denn neben einer ( möglicherweise sogar verhaltensbedingten ) Kündigung riskierst Du dann auch noch eine Sperrfrist beim Arbeitslosengeld von 12 Wochen.

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Kommentar von Familiengerd
01.07.2016, 14:36

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber Recht, wenn er sich in diesem Fall gegen eine Lohnfortzahlung sperrt (auch wenn sie ihn wegen des obligatorischen Umlageverfahrens finanziell kaum oder nur wenig belasten würde).

Lohnfortzahlung muss nur im Falle "unverschuldeter Erkrankung" gezahlt werden - und eine künstliche Befruchtung (wenn sie denn nicht aus psychischen Gründen medizinisch indiziert sein sollte) fällt nun einmal nicht darunter, unabhängig davon, wie die persönliche Situation der Fragestellerin sich diesbezüglich darstellt.

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Ich gehe davon aus, dass hier der Arbeitgeber mit der Kündigung durchkommen wird, wenn Du weiterhin auf seine Kosten Dein Ziel verfolgst.

Dies speziell weil in dieser Firma nur 2 Mitarbeiter beschäftigt sind, also bist Du nicht ohne weiteres ersetzbar. Zudem hast Du Deine "Krankheit" selbst gesteuert. ( Wenn ich dies richtig gelesen habe 4 mal in den vergangenen 4 Monaten ) Und willst und wirst auch absehbar in Zukunft wieder "erkranken". Und dies auch noch mit dem Ziel dann in Elternzeit zu gehen. Dies dürfte dem Arbeitgeber ( zumindest für die Zukunft ) nicht zuzumuten sein.

Und das stellt nicht in Frage, dass Du weiterhin einen Kinderwunsch hast und auch umsetzen darfst. Aber halt nicht auf Kosten des Arbeitgebers.

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Hallo,

Dein Arbeitgeber hat vollkommen recht. Schließlich bist Du nicht krank und lässt Dich aber krank schreiben.

Es wäre auch gut gewesen, wenn Du mit Deinem Arbeitgeber vielleicht darüber gesprochen hättest, dann wäre er Dir vielleicht entgegen gekommen, wegen der Urlaubstage.

Kündigen kann Dir Dein Arbeitgeber allerdings nicht, da Du ja eine Krankmeldung hattest.

Trotzdem, wenn Du das wieder machst, dann findet er einen anderen Grund Dir zu kündigen, also mach es in Zukunft anders. Entschuldige Dich auch bei Deinem Chef und auch bei Deiner Kollegin.

Für den Eingriff nimmt man sich Urlaub oder nimmt einen Termin wahr, wenn Du eh frei hast..

Du solltest auch mal an Deine Kollegin denken, die jedes Mal den ganzen Laden alleine schmeißen soll und sicherlich vor lauter Arbeit nicht weiß, was sie zuerst machen soll. Du würdest sicherlich auch nicht gerne alleine arbeiten.

Wenn man wirklich krank ist, ist das was anderes, das passiert halt einfach mal, aber die Eingriffe sind Deine private Entscheidung und haben mit der Arbeit überhaupt nichts zu tun.

Viele Grüsse!

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Kommentar von Saze1111
01.07.2016, 14:44

Meine Kollegin weiß bescheid, es ist vollkommen i.O. für sie. Die Auftragslage ist so bescheiden, das ich seitdem ich wieder da bin (5 Tage) vielleicht 2 Stunden Arbeit hatte. Letztendlich habe ich eh vor zu kündigen. Für mich war nur interessant ob er damit durchkommen würde

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Ich gebe Deinem Chef recht. An den Behandlungstagen hättest Du Urlaub nehmen können, aber so ist es für einen Kleinbetrieb unzumutbar !

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Kommentar von Saze1111
01.07.2016, 14:22

Vielen Dank für deine Antwort. Ja das hat er auch verlangt... zumindest hätte ich es ansprechen sollen. Aber mit einer Kündigung drohen darf er? Mir war so als hätte ich mal gelesen das wäre nicht rechtens

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Kommentar von Familiengerd
01.07.2016, 14:31

aber so ist es für einen Kleinbetrieb unzumutbar

Unzumutbar ist relativ.

Zumindest ist es nicht finanziell unzumutbar für den Betrieb, da er (mit weniger als 30 Arbeitnehmern als Bezugsgröße) einen großen oder den größten Teil der Entgeltfortzahlung aufgrund des vorgeschriebenen Umlageverfahrens von der Krankenkasse erstattet bekommt.

Aber grundsätzlich ist es richtig: Lohnforzahlung muss nur im Falle "unverschuldeter Erkrankung" gezahlt werden - und eine künstliche Befruchtung (wenn sie denn nicht aus psychischen Gründen medizinisch indiziert sein sollte) fällt nun einmal nicht darunter.

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Kommentar von FrauJessica
01.07.2016, 14:14

Das kann man nicht als Referenz nehmen,

Die in dem Link  geschilderte Frau hatte 1 MAL eine ABGESPROCHENE Befruchtung. 

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Kommentar von Lumpazi77
01.07.2016, 14:15

Diese Urteile passen nicht zu diesem Fall

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Er wird damit durchkommen. Außerdem finde ich persönlich das auch in Ordnung. Er muss Dich bezahlen und Du fehlst natürlich auch auf der Arbeit.

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Kommentar von Saze1111
01.07.2016, 14:49

Es geht aber nicht um deine persönliche Meinung sondern ums rechtliche aber hier darf sich ja jeder äußern =) Bezahlen tut übrigens in dem Moment größtenteils die Krankenkasse.

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Gebe deinen Chef Recht. Das wäre ja so ähnlich als wenn du Schönheitesoperationen an dir machen lässt und danach krankgeschrieben bist.

Das ist vorsätzlich

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Kommentar von Saze1111
01.07.2016, 14:20

Ja das sagte ich zu meinem Vater auch das ich glaube das er nicht ganz unrecht hat obwohl meine Ärztin das heute ganz anders sah... aber sie hat es wohl eher von der menschlichen Seite betrachtet. 

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