Bin ich abnormal? Gibt es Menschen wie mich?

46 Antworten

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Guten Tag LostIn Basel,

weil ich mehr als fünf mal so alt bin wie du und männlich, habe ich bei deinem harten Urteil vielleicht keine Chance, gelesen zu werden. Aber versuchen will ich es doch. Du scheinst Grundintelligenz zu besitzen, aber sie doch ein wenig pubertär einzusetzen. Dein Drang nach Bildung (Das Einzige wofür ich mich begeistern kann, ist die Schule, da ich mich gerne bilde..) endet nach meiner unwesentlichen Meinung im Bereich "Einbildung".

Wenn du deinen Grips einmal veranlasst, etwas weiter zu denken als gegenwärtig, könntest du auf Folgendes kommen. Das, was du "den Menschen" vorwirfst - ihren Egoismus - hat sehr natürliche Wurzeln. Was macht jedes Lebewesen? Es atmet und isst (frisst), um selbst zu überleben. Das heißt Selbsterhaltungstrieb. Danach kommt ein biologisches Etwas - der Trieb zur Erhaltung der Art (auch Geschlechtstrieb genannt). Ist ein Lebewesen am Rande des Verreckens, wird es keine Ansätze mehr machen, um andere Nahrunskonkurrenten (Nachkommen) in die Welt zu setzen - so egoistisch ist es. Das ist natürlich eine Sauerei von Mutter Natur, dass sie das so eingerichtet hat - aber du wirst damit leben müssen--))

Das Gesetz des Stärkeren ist auch die Erfindung der allmächtigen Natur. Schlaffis sind unter härteren Bedingungen nicht überlebensfähig. Wer intelligent ist, kann für sich entscheiden - weglaufen oder trainieren, um stärker zu werden. Deswegen spielen Wildtiere mit hohem Krafteinsatz - um der Stärkste im Rudel zu werden. Du bist unter mehr als 7 Milliarden Schöpfungen der Natur in Form von Menschen viel zu unbedeutend, um den Ton anzugeben und die Natur zu Änderungen zu bewegen. Also gehe in einen Kampfsportclub - das ist besser. Haut aus dir auch ein wenig Luft der Hochnäsigkeit heraus.

Pubertär ist alles das, was du zu Freundschaft und Liebe sagst. Eben noch "grünes Gemüse". Ich würde mich für dich freuen, wenn du erfahren würdest, was richtige Freundschaft ist. Die gibt unheimlich Kraft - zu wissen, da tickt jemand noch wie du. Als ich - aus der Ukraine kommend, wo ich bei meiner Liebe lebe - letztens in Berlin war, kam mein Freund seit 57 Jahren extra aus der Nähe von Dresden für ein Treffen von rund 90 Minuten dort hingefahren.

Was Liebe anbetrifft (die du auf einen biologischen Anteil Sex reduzierst), zitiere ich hier einige Persönlichkeiten. Die amerikanische Schauspielerin Katharine Hepburn sagte: "Liebe ist nicht das was man erwartet zu bekommen, sondern das was man bereit ist zu geben." Und schon vor etwa 750 Jahren meinte Thomas von Aquin: "Liebe ist das Wohlgefallen am Guten. Das Gute ist der einzige Grund der Liebe. Lieben heißt: Jemandem Gutes tun wollen." Dann hat mir eine junge Frau hier auf die Frage, was sie unter Liebe versteht, geantwortet: "„Wärme geben, um sich gemeinsam daran zu erwärmen.“ Und Victor Hugo: "Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr trotz seiner selbst."

Liebes kleines Mädchen - Liebe ist eine irrsinnig schwere Arbeit an sich selbst, um immer wieder zur Güte bereit zu sein - auch wenn man nicht das belebende, beflügelnde Echo bekommt. Wenn das aber da ist - welch eine Lust zu leben! Noch bist du erst auf dem Weg dahin. In welchen du dir selbst Steine als Hindernisse legst--((

Mit deiner Hoffnung auf "mehr" in diesem Leben bist du wie viele junge Menschen. Leben ist kein iPhone, zu dem es eine Gebrauchsanweisung gibt. Sein eigenes Leben gestaltet jeder selbst. Das ist auch wieder Arbeit, die dann Freude macht, wenn man "es packt". Aber sitzen und auf mehr warten ist Quatsch. Andere Lebewesen überleben auch nur mit Tätigsein!

Zu deiner Frage, ob du und solche wie du da und unnormal sind. Dazu meint der österreichische Schriftsteller Peter Altenburg: "Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein. Aber noch viel trauriger ist es, keine zu sein." Gerne glaube ich, dass du eine Ausnahme bist - aber dann musst du akzeptieren, einsam zu sein. Wir Menschen sind eben von der Natur zum Herdentier bestimmt. ,

Lass mich schließen mit einem Wort von Unbekannt: "Leben ist, was einem begegnet, während man auf seine Träume wartet." Schön wäre, wenn du an dich und deine tätige Zukunft glauben könntest - mit Freundschaft und in Liebe.

Bleibe recht gesund!

Siegfried

Es gibt kein biologisches "Gesetz des Stärkeren", bei deiner Erklärung schüttelt es mich, das ist eine Einstellung aus der Zeit des Imperialismus, die sich im 3. Reich noch potenzierte. Man berief sich auf Darwin, verstand ihn aber absichtlich falsch. "Survival of the fittest" bedeutet etwas anderes, das kann auch dem kleinen schwäachen zum Überleben verhelfen, wenn er denn besser an eine sich verändernde Umwelt angepasst ist, als der große Starke, der dementsprechend viel Nahrung benötigt.. Und der Mensch ist absolut zu altruistischen Handlungen fähig.

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@JanKorner

Ein Grundmaß an Leseverständnis tut es in diesem Fall, dann liest man nämlich gleich im ersten Satz des genannten Artikels:

„Survival of the Fittest“ bedeutet im Sinne der Darwin’schen Evolutionstheorie das Überleben der bestangepassten Individuen

und das müssen - wie ich schon schrieb - keinesfalls die Stärksten sein.

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@DeepThought42

Guten Tag DeepThough,

schön dein Kommentar. Da ich nicht formuliert habe, dass unbedingt der Stärkere als Art überlebt (siehe Saurier), sondern der zur Anpassung in der tierischen Art die besten Voraussetzungen im Bereich der Körperkraft hat (er "hat" die Weibchen) - dann ist der kritisierte Absatz in sich schlüssig.

Außerdem gebe ich dem Menschenkind den Rat, sich dank seines Geistes auch für körperliche Kräftigung zu entscheiden. Kampfsport bringt dazu auch Freunde, andere Einsichten in Selbstbeherrschung und Disziplin, Achtung auch schwächerer Gegner und vieles andere mehr.

Nun zu einer Ansichtssache. Wer trotz kleinem Wuchs und geringer Muskelmasse diese seine natürlichen Nachteile durch Intelligenz und andere Fähigkeiten aufwertet und deshalb überleben kann, ist in meinem nicht aus dem 3. Reich stammenden Denken STARK . Darüber streite ich mit dir nicht.

Bleibe recht gesund!

Siegfried

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@SNewiger

Selbst wenn du es so gemeint haben solltest, geschrieben hast du was anderes.

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@DeepThought42

Hallo DeepThought,

hier zum Teil der Absatz : "Das Gesetz des Stärkeren ist auch die Erfindung der allmächtigen Natur. Schlaffis sind unter härteren Bedingungen nicht überlebensfähig. Wer intelligent ist, kann für sich entscheiden - weglaufen oder trainieren, um stärker zu werden. Deswegen spielen Wildtiere mit hohem Krafteinsatz - um der Stärkste im Rudel zu werden."

Der Stärkste im Rudel, in der Herde sorgt mit seinen Genen über die von ihm befruchteten Weibchen für den Erhalt der Art, bis er dazu zu schwach wird.

Schlaff sind alle jene unter den Menschen, die weder Willen zum Trainieren oder zum Weglaufen haben, obwohl das zweckmäßig wäre. Alle anderen sind entweder/oder körperlich stark genug (Floh springt aus dem Sitz fast über 200 mal so weit als er lang ist, Fische in 2000 m Tiefe widerstehen dem Wasserdruck dort) oder gut angepasst (trainiert, intellektuell vorbereitet). Stark ist also kein Synonym für groß - wie du formulierst - und was die genannten "Überlebenskünstler fressen, ist minimal.

Darwin nur auf den Menschen zu fixieren ist der Anfang ungenauer Denkweise.

Bleib recht gesund!

Siegfried

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@SNewiger

Du lieber Himmel. Nein, es wird wirklich nicht besser dadurch, dass du alles auf die Instinkte Kampf oder Flucht reduzierst.

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@DeepThought42

Das ist eine reine Definitionsfrage, die darin begründet ist dass es keine eindeutige deutsche Übersetzung für den Begriff "fit" gibt. Genauso ist "Stärke" nicht zwangsläufig nur die physische Kraft.

Die Antwort von SNewiger, die von einer lebensbejahenden vom Humanismus geprägten Sicht auf das Leben zeugt mit dem 3. Reich zu vergleichen zeugt einfach nur von der fragwürdigen Motivation deines Beitrags.

Dass die Nazis Darwin nach ihren Vorstellungen und zu ihren Gunsten ausgelegt haben ist bekannt. Aber eben nicht jedem.

Daher stelle ich mir gerade vor wie jemand der außer dem nicht viel weiß, versucht es irgendwie loszuwerden, dass andere es lesen können, ihm auf die Schulter klopfen und sagen "Ganz toll, was du so alles weißt und was du für einen Durchblick hast". Der würde es vielleicht einfach an Stellen anbringen, an denen es gar nicht passt, einfach um es loszuwerden und damit andere es lesen können. Das würde mich traurig machen.

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@DeepThought42

Es gibt kein biologisches "Gesetz des Stärkeren"

Läßt sich so pauschal nicht sagen, immerhin kämpfen nahezu alle Tiere mit Artgenossen bevor sie ihre Gene weiterreichen dürfen, schwache Individuen kommen hier nicht zum Erfolg. Sobald diese Kampfselektion außer Kraft gesetzt wird degeneriert die entsprechende Linie , kann man z.B bei diversen Haustierrrassen gut erkennen....beim Menschen übrigens auch.

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@DeepThought42

Um dir das mal klar zu machen: Du hängst einer falschen Theorie nach. Die darwinistische Theorie ist keinesfalls mehr die heutige Ansicht der Evolutionsbiologen. Du könntest uns genauso gut auch mit LaMarck kommen.

Wenn du etwas dazu sagen willst, dann argumentier bitte mit der synthetischen Evolutionstheorie.

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Super auf den Punkt gebracht...nur das "liebe kleine Mädchen" ist vielleicht nicht so zu verstehen wie Du es meinst?!...

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Wow , echt toll formuliert , Respekt !

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gute Antwort, Daumen hoch. :)

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Es war eine Freude, deinen Beitrag zu lesen... Danke

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Sehr gut geschrieben. Ich wünschte jeder Mensch in deinem Alter würde so gut und erfahren drauf sein. Ich habe großen Respekt vor dir Siegfried ! :)

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sehr schöne Antwort!

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Auch meinen Respekt...sehr gute und vorbildliche Antwort!

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Auch meinen Respekt...sehr gute und vorbildliche Antwort!

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Wunderbar geschrieben, meine Hochachtung!

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Liebes Mädchen,

ich kann verstehen, was dich bewegt und zum verzweifeln bringt. Es ist so, dass es auf unserer Welt schon immer (seit Anbeginn) sowohl Gutes als auch Schlechtes gibt., Das muss man akzeptieren sobald man es erkennt und sich bemühen "gegenzusteuern".

Das bedeutet. das Gute in sich selbst entdecken, stärken und einzusetzen. Das Gute in anderen Menschen und Begebenheiten sehen, und es sich zum Trost und zum Vorbild nehmen.

Dazu musst du an nichts glauben, was außerhalb von dir selbst ist, du MUSST NUR AN DICH SELBST GLAUBEN ... das ist leicht gesagt und erfordert es von dir, an dir selbst dein ganzes Leben lang zu arbeiten. Und danach zu streben, das Gute in dir zu fördern, zu stärken und das Böse nicht groß werden zu lassen.

Es gibt nichts Gutes, außer du tust es ... und diese Wahrheit soll ab sofort dein Leitspruch - dein Lebensmotto -. sein.

Und eines musst du lassen, wenn du dich nicht selbst verachten und als Vollpfosten dastehen willst:

Mache um alles was Alkohol enthält einen grossen, grossen Bogen ... trinke nichts ... und saufen ist absofort ein Fremdwort für dich.

Ich wünsche dir die Kraft, das Gute in dir zum Durchbruch kommen zu lassen ... damit du daraus Lebensfreude gewinnst.

lg

e

  1. Nein du bist nicht abnormal
  2. Ich bin 13 jahre alt und mänlich und kenne diese gedanken und ich spiele auch egoshooter , besauf mich aber noch nicht ;)

Ich glaube das wir leicht depresiv sind und das ist weil wir einfach zu viel nach denken , oda so. Viele aus meiner Klasse sagen , das sie mit meinen Gedanken über die Welt noch nicht mitkommen und ich vermute das die meißten noch nciht auf einer linie mit mir sind... Trotzdem Glaub ich fest an Liebe, und Freundschaft , auch wenn ich sehr, sehr oft enttäuscht wurde von meinen Freunden. Ich bin nur für einen Tag in der woche oder mehr so, ich glaube du musst mehr unter menschen, die auf deiner Linie sind , zum bsp. älteren(studenten,arbeitende,Tanten)

Hallo, du bist erst fünfzehn Jahre alt und dein ganzes Leben hast du noch vor dir. Da du gerne lernst ,finde ich, das du gute Aussichten hast,etwas zu lernen und später einen guten Beruf zu finden.

Veleicht solltest du deine Freizeit etwas besser gestalten. Kein Alkohol sondern etwas tun in einem sozialen Bereich. Dadurch lernst du mehr Menschen kennen und wirst Situationen kennenlernen,die dir so fremd bleiben. Es stimmt,das heutzutage das Gesetz des Stärkeren sich durchsetzt. Es gibt aber auch freundliche Menschen, die nicht nur an sich selber denken. Ich wünsche dir alles gute.

Hallo LostInBasel, du hast mit der Zeit sicher an Erfahrung gewonnen und gemerkt, dass einiges auf der Welt (und vor allem auch in deinem Umfeld) nicht in Ordnung ist, dass Menschen oftmals egoistisch handeln. Aber du solltest auch die andere Seite sehen, die Menschen, die anderen helfen und beistehen (beispielsweise Menschen in Sozialberufen, Ärzte, Psychologen etc.). Auch in deinem Umfeld gibt es bestimmt engagierte Jugendliche, die nicht sich selbst an die erste Stelle setzen. Schließlich würdest du von dir selbst ja vermutlich auch so denken - warum sollte es also nicht andere mit derselben Einstellung geben? Es wäre schon beinahe überheblich zu denken, man selbst sei der/die einzig Gute. Im Gegenteil, gerade bei mir selbst fällt es mir oft auf, dass ich wieder einmal egoistisch und lieblos gehandelt habe. Und ich nehme an, dir geht es manchmal ebenso?

Es ist eben kein Mensch perfekt, aber dennoch sollten wir uns bemühen, den Menschen um uns herum (und auch uns selbst) Gutes zu tun. Dafür ist meines Erachtens aber Liebe unbedingt notwendig - sicher nicht die abgedroschene Form der Liebe, wie sie uns in den Medien nur allzu oft vorgelebt wird - sondern eine Liebe, die eben nicht sich selbst an erste Stelle setzt.

Was ich allerdings kritisch sehe, ist, wie du deine Klassenkollegen verurteilst. Wie kannst du denn beurteilen, ob sie geistig zurückgeblieben sind? Woran misst sich denn das? Und hat nicht jeder Mensch eine gewisse Veranlagung zur Faulheit (oder nennen wir es lieber Bequemlichkeit) in sich? Ich kann mir auch vorstellen, dass nicht jeder sich so sehr für die Schule interessiert wie du - das ist natürlich ein Vorteil für dich, dass dir die Ausbildung Spaß macht.

Ich möchte dir also raten, dir Freunde zu suchen, die ähnlich denken wie du. Darüber hinaus solltest du aber lernen, deine anderen Klassenkollegen anzunehmen, wie sie sind - und nicht zu verurteilen. Sie müssen ja nicht gleich deine besten Freunde werden, aber du solltest auch respektvoll mit ihnen umgehen - so wie du dir das ja auch von ihnen erwartest. Und respektvoller Umgang beginnt schon in den Gedanken.

Schließlich möchte ich festhalten, dass für jeden Menschen zwischenmenschliche Kontakt wichtig sind. Vielleicht bist du auch deshalb so frustriert, weil du denkst, niemand würde dich wirklich verstehen. Aber sicher gibt es Menschen, die ähnlich denken wie du. Und andererseits solltest du auch versuchen, die anderen mehr zu verstehen. Jeder Mensch ist eben unterschiedlich - und gerade diese Vielfalt ist gut und Voraussetzung dafür, dass Neues entstehen kann.

Wenn du mit jemanden reden möchtest, so bitte ich dich auch, dich an jemanden in deinem Umfeld (Eltern, Lehrer) zu wenden. In Krisenfällen ist auch die Telefonseelsorge eine Anlaufstelle (www.telefonseelsorge.de).

Und wenn du meinst, es würde keine Liebe geben, dann erklär mir bitte, warum manche Menschen so selbstlos anderen helfen, auch wenn ihnen dadurch Nachteile entstehen? Natürlich kann man manches mit der Biologie erklären - aber jede Form der Zwischenmenschlichkeit auf biologische Prozesse zu reduzieren, scheint mir zu einfach. Wie würdest du es sonst nennen, wenn ein Mensch sich einem anderen zuwendet, einen anderen aufrichtet?

Alles Gute und liebe Grüße!

Tolle Antwort, großes Kompliment! : )

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Deine Antwort ist das beste Beispiel für diese Art von wahrer Liebe!!!

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