Bester Selbstverteigungssport?

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5 Antworten

So hart das klingt aber so bist du auf dem besten Wege in Richtung einer großen Enttäuschung.

Die Begriffe Kampfsport und Selbstverteidigung zu mischen, ist dabei erst mal das geringere Problem und der klassische Anfängerfehler.

Das Problem ist eher das Vorbild. Kämpfen wie James Bond ist wie kämpfen wie ein 80er-Jahre-Ninja-Film-Ninja/ein Ninja-Turtle/Naruto. Gut für letzteres gibt's Ninjutsu, wo man noch Teile der Kampfkünste echter Ninjas aus dem feudalen Japan (untergerührt mit viel Samurai-Kampfkunst) unterrichtet bekommt. Mit den Fernseh-Vorbildern hat das aber herzlich-wenig zu tun. Bei Bond dürfte nur im Vordergrund gestanden haben, dass er elegant aussieht. Unter Umständen bekäme man mit den Kampftechniken im realen Leben noch mehr auf die Mütze.

Lassen wir den Bond einfach mal Bond sein, denn auch so kann eine Kampfkunst, bei mir ist es Ninjutsu, Spaß machen, und sinnvoll für den Alltag kann es auch sein (Fallschule zum Selbstschutz und nicht zuletzt sich wirklich mal verteidigen zu können).

Zur Unterscheidung: Kampfsport ist wettbewerbsorientiert. Damit Kämpfe technisch bewertet werden können, sind Bewegungen recht klar und starr vorgeschrieben. Besonders schön zu sehen beim Roboter-Tanz Karate. Judo, Boxen und bestimmte Ausprägungen des Tae Kwon Do gehören auch dazu.

Kampfkunst misst sich nicht in Wettbewerben, sehr wohl natürlich in Graduierungen ("Gürtelprüfung"). Die Techniken sind flexibler und werden je  nach Meister sogar manchmal leicht anders unterrichtet. Daher kann bei einer Kampfkunst auch Training bei unterschiedlichen Meistern neben mehr Training ansich auch in Sachen "Verstehen" (weil einer es minimal anders ausführt und so auch erklärt) Fortschritte bringen. Das sind z.B. Jiu Jitsu, Ju Jutsu, Ninjutsu, Kung Fu, (irgendwas)ing (irgendwas)un (ich bin es bald leid, die 10.000 Schreibweisen aufzuzählen da 90% der Schulen eh nicht seriös arbeiten) und bestimmte Ausprägungen des Tae Kwon Do.

Selbstverteidigung ist die dritte Machart. Die Systeme sind noch recht jung und werfen neben Traditionen (z.B. Meditation und Begrüßungsritual) und "Beiwerk" (z.B. medizinisches Wissen z.B. über Nervenpunkte in Kung Fu oder Ninjutsu) auch die ausschweifenden Bewegungen über Bord, die Kampfkünste so elegant, aber auch etwas unhandlich machen, über Bord. Daher kann man sich die Techniken, die oft aus verschiedensten alten Kampfkünsten und Kampfsportarten zusammengestellt und dann vereinfacht wurden, schneller lernen. Wäre also wirklich aufgrund der persönlichen Sicherheitslage das schnelle Erlernen einer Selbstverteidigung angesagt, hälfe hier am ehesten also auch ein Selbstverteidigungssystem wie Krav Maga (1. Wahl beim Mossad), Systema oder Jeet Kune Do. Aber Vorsicht - Rückzug kann oft besser sein als Kampf - aber das ist auch ein Kapitel eines Selbstverteidigungs-Kurses.

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Hi,

auch wenn du schreibst, du willst Selbstverteidigung machen, bin ich nicht davon überzeugt, dass du es wirklich machen willst.

Was ist denn Selbstverteidigung? Kämpfen allein? Nein, zur Selbstverteidigung gehört Prävention, Deeskalation, Szenariotraining und das "Trennen" aus dem Kampf und Lauftraining.

Willst du also wirklich Selbstverteidigung machen? Vergiss auch direkt, was du im Fernsehen gesehen hast und alles, was du denkst über Selbstverteidigung zu wissen.

Wenn es dir darum geht, kämpfen zu lernen und einfach Spaß zu haben, dann schau, was dir in deiner Umgebung an Kampfsportarten angeboten wird, geh zum Probetraining und schau, was dir Spaß macht und welche "Härte" du verträgst. Es ist schon ein Unterschied, ob man einen Vollkontaktkampfsport trainiert oder eine Kampfsportart, wo man maximal ein bisschen touchiert.

Wenn dir beim Training erzählt wird, wie toll sie Selbstverteidigung trainieren, dann frage einfach:

- Wie trainieren sie Prävention?
- Wie trainieren sie Deeskalation?
- Gibt es Szenariotraining? (Kneipenschlägerei, Fahrt mit der U-Bahn, im Auto usw)
- Gibt es eine auf SV getrimmte Strategie/Taktik (z. B. einfach vom Gegner lösen und weglaufen)?

Mit diesen Fragen kannst du ganz einfach aufdecken, ob jemand wirklich SV anbietet oder ob du da maximal lernst zu kämpfen.

Wenn du glück hast, findest du einen Anbieter, der zumindest Szenariotraining mit anbietet ;-).

 

 

 

 

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Also Richtung James Bond kann ich jetzt nichts sagen.

Aber vielleicht gefällt Dir Silat Fitrah (malaysisch), Krav Maga (israelisch), Eskrima (philipinisch) oder Keysi (spanisch).

Ich denke, der beste Weg wird sein, dass Du mal eine Bestandsaufnahme machst, was in deiner Umgebung überhaupt angeboten wird. Was nützt Dir hier die spannenste Empfehlung, wenn es das bei Dir gar nicht gibt?

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Aikido, Kung-Fu, Taichi.

Das sind die, die mir einfallen und die auch mehr in Richtung Selbstverteidigung gehen, als festes Zuschlagen.

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Kommentar von Shiranam
16.11.2015, 20:58

Wirksame Selbstverteidigung ohne festes zuschlagen?... Unrealistisch!

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Hallo JamesBondFan007,

erfahrungsgemäß empfehlen bei solchen Fragen die meisten das, was sie selbst am besten kennen. Das ist auch normal. Letzten Endes bringt es Dich aber bei Deiner Entscheidungsfindung nicht so viel weiter. Am besten ist es, wenn Du mal ein paar verschiedene Kampfsportarten/Kampfkünste ausprobierst. Es ist schließlich eine sehr persönliche Entscheidung. Die Kampfsportart/Kampfkunst muss Dir Spaß machen und Du musst Dich auch in der Gruppe und mit dem Meister/Trainer wohl fühlen. Alles Dinge, die Du nur durch Ausprobieren herausfinden wirst. Wohlgemerkt: durch Ausprobieren, nicht durch Zuschauen! Ich selbst mache Kung Fu (Shaolin) und würde Dir auch empfehlen, das mal auszuprobieren, weil es sehr vielseitig von den Techniken her ist und Körper und Geist gleichermaßen trainiert.

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