Bester Kampfsport für Beginner?

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6 Antworten

Generell ist so ziemlich alles für Anfänger geeignet. Vielleicht sogar besser, als für Fortgeschrittene, da viele Systeme ähnliche Techniken haben, die aber nur ähnlich sind, jedoch nicht gleich. Das kann verwirren.

Natürlich gibt es Systeme, die ein wenig spektakulärer ausgelegt sind und deshalb mehr Ansprüche an die sportlichen Grundfertigkeiten stellen, wie z.B. das sehr artistische Capoeira. Aber das ist auch kein System für Selbstverteidigung, und die geforderten Fertigkeiten haben auch nichts mit Kampfsporterfahrung zu tun.

Bei der Wahl des Systems solltest du dir bewusst sein, es gibt Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung.

Kampfsport ist wettbewerbsorientiert. Dazu gehören z.B. Boxen und Kickboxen und bei den asiatischen Systemen Judo, Karate (beides japanisch) und Tae Kwon Do (koreanisch). Wobei bei TKD die Grenzen fließend sind, da es auch eine nicht wettbewerbsorientierte Ausrichtung gibt. Da man im Wettkampf die Techniken bewerten muss, sind sie sehr starr ohne Möglichkeit zur Variation und orientiert am Regelwerk. Das kann im Selbstverteidigungsfall hemmen (außer beim Boxen wenn man einen Dampfhammer wie Klitschko hat, dann ist der Spuk schnel vorbei).

Kampfkunst ist sehr traditionell und entstammt Kriegstechniken, oftmals asiatischer traditioneller Gruppen wie den Shaolin (Kung Fu), Ninja (Ninjutsu) oder Samurai (da gibt's keinen klaren Nachfolger, am ehsten Jiu Jitsu, in Teilen auch Aikido). Kampfkunst ist nicht wettbewerbsorientiert, daher gibt es keine Wettbewerbe. Leichte Variationen sind daher schon im Unterrichtsstil der Meister erkennbar und jeder kann die Techniken ausführen, wie es für seinen Körperbau ideal ist. Die Techniken sind zur Selbstverteidigung durchaus geeignet, bedürfen aber einem langen Training, da sie sehr komplex und teilweise traditionell sind. Eine Basis-Kata im Ninjutsu taug zwar gut gegen gerade Schläge, bei einem Schwinger macht man aber nichts mehr außer ein dummes Gesicht. Erst als Fortgeschrittener kann man so variieren, dass man auch einen Schwinger blocken und kontern kann. Ein Sonderfall unter den Kampfkünsten ist Ju Jutsu, was zwar japanisch klingt, aber eigentlich deutsch ist und eine Evolution aus der Kampkunst Jiu Jitsu mit Kombinationen aus dem Kampfsport Judo und Karate ist. Ju Jutsu wird auch an vielen deutschen Polizeischulen unterrichtet.

Selbstverteidigungssysteme sind noch recht jung. Hier wurden Kampfkunsttechniken modernisiert und vereinfacht um sich möglichst effektiv gegen jede Form von Angriff wehren zu können. Das legendärste System in dem Segment ist das israelische Krav Maga, aufgrund seiner Geschichte (von einem Juden auf der Flucht vor den Nazis entwickelt) und seiner Verbreitung (wird beim Mossad gelehrt). Weitere Systeme in dem Segment sind z.B. Systema (russusch) und Jeet Kune Do (chinesisch, entwickelt von Bruce Lee, dem selbst das Wing Chun seines Lehrmeisters Ip Man noch zu umständlich war).

Jeder, der Ahnung hat, wird dir keine klare Empfehlung für ein System aussprechen. Klar schwingt immer mit "Ich mache... und kann es dir nur empfehlen, weil ..." und bei mir ist es Ninjutsu, weil es Spaß macht, japanische Traditionen enthält und trotzdem effektive Kampftechniken vermittelt, wenn auch welche mit langer flacher Lernkurve. Aber am Ende weiß ja keiner, was du für Trainingsmöglichkeiten vor Ort hast und was die Meister dort taugen.

Am Ende ist zwar gut unterrichtetes Krav Maga effektiver zur Selbstverteidigung als Ninjutsu, aber wenn dir Ninjutsu mehr Spaß macht, ist das mehr wert. Und gut unterrichtetes Ninjutsu ist besser als schlecht unterrichtetes Krav Maga. Deshalb ist die einzig logische Empfehlung: Mach Probetrainings in verschiedenen Vereinen und vergleiche.

Achte dabei auf:

- Atmosphäre im Dojo

- Unterrichtsstil (sofern man das als Anfänger beurteilen kann)

- Auffällig hohe Kosten (gerade Wing Chun/Wing Tsun Vereine neigen schon mal dazu, 3-stellige Monatsbeiträge auszurufen und es ist nur erlaubt, Trainings-Equipment mit Vereins-Logo zu kaufen und zu nutzen und nicht irgendwo anders zu kaufen, natürlich kosten die Sachen beim Verein doppelt, dreifach, x-fach vom verbotenen freien Handel - daran erkennt man die Wing Chun/Tsun Vereine wo das Training nichts taugt, aber sektenartige Strukturen herrschen)

- Seriösität des Trainers (alles und jeden verprügeln oder auf Sicherheit und Recht bedacht)

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Kommentar von FindAWayOut
11.11.2015, 23:08

Danke für die tolle Aufklärung! :)

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Boxen ist wohl der so ziemlich langweiligste Kampfsport den man als Anfänger machen kann... Immer die selben Schläge (nicht das es da eine große Auswahl gäbe) und immer die gleichen Schrittfolgen. Außerdem ist boxen keine Selbstverteidigung also nur im Ring auszuführen. Sobald ein Boxer auf der Straße steht hat er's sehr schwer gegen andere Kampfkünste, weil die einfach für die Straße teilweise ausgelegt sind. Wenn es dir um den Sport geht, schau dich nach Taekwondo um da wird die
Kondition gefördert und man muss ziemlich serh fit in den Beinen sein. Wenn es dir mehr um den Strassenkampf geht, dann empfehle ich die Selbstverdeidigung Wing tsun (hab ich 2, 5 Jahre lang gemacht). Sehr gut für die Straße geeignet und nur eine Form, um alle Schlag-Stich-Hebel-und Würfe kennenzulernen. Anders als beim boxen oder Taekwondo kann man alle Körperteile zum kämpfen einsetzen . Das macht WT sehr gefährlich. Kung fu ist auch gut geeignet, hat aber sehr viele Formen die man gut können muss bevor man weitere Technik lernen darf.
Ich mache jetzt Taekwondo und fühl mich immer total ausgepowert danach. Obwohl ich zweimal in der Woche schwimme kraftsport und Ausdauertraining mache...
Übrigens bin mänl. 15
Hoffe ich konnte dir helfen
LG anonymos

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Kommentar von FindAWayOut
11.11.2015, 23:10

Danke :)

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Hallo FindAWayOut,

alle Kampfsportarten (außer vielleicht MMA) eignen sich für Anfänger.

Wie Du an den bisherigen Antworten siehst, empfehlen die meisten das, was sie selbst am besten kennen. Das ist auch normal. Letzten Endes bringt es Dich aber bei Deiner Entscheidungsfindung nicht so viel weiter. Am besten ist es, wenn Du mal ein paar verschiedene Kampfsportarten/Kampfkünste ausprobierst. Es ist schließlich eine sehr persönliche Entscheidung. Die Kampfsportart/Kampfkunst muss Dir Spaß machen und Du musst Dich auch in der Gruppe und mit dem Meister/Trainer wohl fühlen. Alles Dinge, die Du nur durch Ausprobieren herausfinden wirst. Wohlgemerkt: durch Ausprobieren, nicht durch Zuschauen! Ich selbst mache Kung Fu (Shaolin) und würde Dir auch empfehlen, das mal auszuprobieren, weil es sehr vielseitig von den Techniken her ist und Körper und Geist gleichermaßen trainiert.

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Kommentar von FindAWayOut
08.11.2015, 22:40

okay vielen Dank :D werde mir ein paar Kampfsportarten anschauen^^ (und natürlich ausprobieren :P ). Shaolin hört sich auch interessant an :)

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Ich finde boxen wäre für Anfänger sehr gut geeignet. Kickboxen ist auch Ok. Das Umfeld, bzw die Mitschüler können da allerdings etwas nervig sein, wenn du pech hast. Ich selbst habe mit Karate angefangen. Würde das keinem Anfänger empfehlen, der sich effektiv selbst verteidigen will....

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Taek Won Do oder wie das heißt hab ich mal ein paar Jahre gemacht.

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Ich mach jetzt seit ich sieben bin karate und das geht voll klar

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