Berufskolleg Lehramt - Unterschied zu GymGe?

3 Antworten

Das Wissen an Berufsschüler (je nach Berufsbild oft Haupt-oder Realschulabschluß) zu vermitteln ist etwas anderes als an einen Oberstufenschüler des Gymnasium.

Vieles an Grundlagen ist einfach (noch) nicht / nicht (mehr) da.

Die Klassen haben einen viel größeren Altersunterschied (das kann z.B. 17 bis 24 Jahre sein) und Du hast eventuell 4 bis 5 verschiedene Berufsbilder in einer Klasse haben. Differenzieren auf allen Ebenen.

Du solltest auf der Berufsschule viel näher mit deinem Unterricht an die Praxis gehen als auf dem Gymnasium. Abhängig davon ab Du Straßenbauer unterrichtest oder MTA oder Fachinformatiker (alles Beispiele).

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Jede Menge, lerne noch immer dazu.

Das Tätigkeitsfeld des Berufsschullehrers ist sehr vielseitig, denn er unterrichtet meist nicht einer homogene Schülergruppe.

Neben der beruflichen Bildung im dualen System unterrichtet er an:

  • im Berufsgrundschuljahr/Berufsvorbereitungsjahr (mit der Möglichkeit den Hauptschulabschluss noch nachzuholen)
  • an der Berufsfachule (führt meist bis zum Mittleren Schulabschluss)
  • an der FOS oder der Höheren Berufsfachschule (führt zur Fachhochschulreife)
  • am Berufsgymnasium (Abitur)

Unter Umständen auch in meheren Bereichen gleichzeitig!

Teilweise sind das natürlich auch äusserst problematische Schülergruppen, was natürlich ein besondere Herausforderung für diese Lehrer darstellt.

In manchen Bundesländern sind aber auch die Schulen für das duale System von den den normales Vollzeitschulen getrennt. Auch die rein schulische Berufsausbildung "sog. Assistentenberufe" setzt sich immer mehr durch.

Die Tätigkeiten eines Gymnasiallehrers dürften ja hinlänglich bekannt sein. Diese Lehrer könnten aber auch in der Oberstufe an Gesamtschulen oder als Lehrkräfte für allgemeinbildende Fächer an beruflichen Schulen eingesetzt werden. Na, da werden die wohl kaum hin wollen?

Na, da werden die wohl kaum hin wollen?

Ich kenne namentlich einige, die ganz bewusst den Weg vom Gymnasium in die beruflichen Schulen gegangen sind.

Allesamt aus dem Grund, dass man viel bodenständiger arbeiten kann, dass es keinen "Standesdünkel" gibt und man sich nicht mit Eltern auseinandersetzen muss, die sich wegen jeder 3 des eigenen Filius beim Lehrer beschweren und ggf. auch mit dem Anwalt drohen. Denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf - auch wenn das Kind nicht für das Gymnasium geeignet ist.

Sicher gibt es Lehrer, die nie auf einem Berufskolleg/an einern Berufsschule unterrüchten würden.
Deine generelle Aussage, dass es wohl kaum Gymnasiallehrer gibt, die das freiwillig machen, stimmt aber definitiv nicht.

Keiner von denen mir bekannten will wieder zurück ans Gymnasium.

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@liavah
Allesamt aus dem Grund, dass man viel bodenständiger arbeiten kann, dass es keinen "Standesdünkel" gibt und man sich nicht mit Eltern auseinandersetzen muss, die sich wegen jeder 3 des eigenen Filius beim Lehrer beschweren und ggf. auch mit dem Anwalt drohen.

Yep! Weitesgehend „elternfrei', wie cool ist das?

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Neben den durch Joshua18 aufgeführten Punkten würde ich noch die Arbeitszeiten am BK als Unterschied sehen. Der BK-Lehrer muss teilweise Abends oder Samstags unterrichten.

Erzieherische Arbeit gibt es trotz der geläufigen Annahme auch am Bk , denn es gibt an berufsbildenden Schulen die Berufsvorbereitenden Klassen (teils schwieriges Klientel) und die SuS sind noch nicht alle volljährig.

Des Weiteren ist (in NRW zumindestens) der Lehrplan anders, es gibt so genannte Lernfelder.

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