Bein beim reiten zu weit hinten. Übungen?

11 Antworten

Mein erste Vermutung war auch sofort, dass Du unter Umständen auf einem Sattel sitzt, der Dir einfach nicht passt, der Dein Bein aufgrund seiner Bauweise in eine falsche Stellung bringt. Je nach eigener körperlicher Anatomie können Pauschen an den falschen Stellen den Sitz schon sehr ungut beeinflussen.

Ich würde mal Sitzproben auf anderen Sätteln an Deinem Stall ausprobieren. wenn Du das Problem mit dem Bein auch auf jedem anderen Sattel hast, dann liegt es definitiv an Deinem Sitz. Wenn nicht, ist wohl eher der Sattel Schuld.

Wenn der Sattel als Verursacher ausgeschlossen ist, sind Sitzlongen und Sitzschulungen definitiv der einzige wirklich sinnvolle Weg. Denn dass Du das Problem hast, das hast Du ja erkannt, schaffst es aus eigenem Antrieb jedoch nicht, das auszumerzen. Unter Umständen hast Du Dir schon vor langer Zeit eine komplett falsche Haltung angewöhnt und wirst dann Deinen Körper regelrecht umprogrammieren müssen, was nicht ganz so einfach ist.

Manchmal liegt es an einem komplett falsch gekippten Becken, einem massiven Holzkreuz, einer steifen Hüfte, einem Menschen, der komplett in einer falschen Balance ist, oder oder oder ..... was der tatsächliche Fehler ist, das wird nur durch guten Unterricht zu lösen sein. Viel Erfolg.

Übungen gibt es dafür nicht und Du sollst auch keinesfalls Deinen Absatz nach unten drücken. Dann nämlich hättest Du ein permanent angespanntes Bein, das nicht reiten kann, also keine sauberen, exakten und im passenden Moment gegebenen Hilfen schafft.

Es gibt einige Probleme, die vorliegen können, z.B.

- Liegt der Sattel wirklich im Schwerpunkt, d.h. ist der Tiefpunkt des Sattels, in dem er eben ist, wirklich der Punkt, über dem Dein Körperschwerpunkt ist, wenn Du einfach nur aufsitzt und Dich ganz bequem hinsetzt. Du solltest keinerlei Mühe haben, Deinen Oberkörper in einer unangespannten aufrechten Haltung zu haben. Fällst Du leicht ins Hohlkreuz, obwohl Du bei anderem Sport oder im Alltag das Problem nicht hast (also kein anatomisches oder pathologisches Hohlkreuz bei Dir vorliegt), dann ist der Sattel nach vorne verkippt. Fällt es Dir unheimlich schwer, nicht mit rundem Rücken zu sitzen, dann ist der Sattel nach hinten verkippt -> das Pferd braucht dringend einen Sattlerbesuch, damit das gelöst werden kann, denn entsprechend sitzt der Reiter auch ein und das führt zu Druckspitzen auf dem vorderen oder hinteren Teil der Sattelauflagefläche, die dem Pferd Rückenbeschwerden bringen, wenn man das so lässt.

- Passt die Sitzgröße des Sattels Dir? Da muss man beim Reiten von Fremdpferden Abstriche machen, da keiner einen Sattel explizit für Dich kauft. Hast Du ein eigenes Pferd, wäre das für mich ein Grund, über einen besser passenden Sattel nachzudenken, falls Deine Sitzfehler nach Abklopfen aller anderen Randbedingungen immer noch bestehen.

- Passt der Blattschnitt des Sattels Dir? In dem Zusammenhang auch beurteilen, ob Pauschen da mitwirken und, falls ja, wie. Wenn Du aufrecht sitzt, der Sattel im Schwerpunkt ist und Du Dein Bein einfach bequem nach unten hängen lässt, liegt es dann korrekt? Kommst Du an den Pauschen an oder sind die weit genug weg, dass Du noch ein bisschen Bewegungsfreiheit hast?

- Dann die Sitzbeurteilung des Reiters durch möglichst einen Trainer: Klemmt der Reiter mit den Oberschenkeln, packt er die Knie ans Pferd oder drückt er sonst irgendwo zu? Das macht man oft so unbewusst, dass man das selbst nicht beurteilen kann. Grundsitz ist immer das locker aus der Hüfte nach unten hängende Bein. Aus diesem raus stellt man einfach nur den Fußballen bequem auf den Steigbügel und ändert sonst nichts. Gar nichts. Entsprechend arbeitet man mit dem kürzeren Springbügel auch erst dann, wenn man mit dem langen Bügel wirklich super sitzt - sonst kann es auch mal schief gehen und falsches angewöhnen. Nur für eine Hilfe macht man irgendwas aktiv mit dem Bein. Viele machen aber auch ganz unbewusst etwas, ohne dass eine Hilfe nötig wäre.

- Was ein echtes Problem ist, grade weil es da ja auch eine emotionale Bindung gibt: Es gibt auch Pferd-Reiter-Paare, die anatomisch so überhaupt nicht zusammenpassen, dass es richtig schwer wird, dass der Reiter eben nicht auf den Oberschenkeln zu sitzen kommt. Ich denke da an große Pferde mit viel Rumpf und sehr kleine zierliche Frauen oder Männer auf schmalen kleinen Pferden. Letztere sitzen meist nicht auf den Oberschenkeln, sondern eher in einer Art Spaltsitz. Aber Problem ist es trotzdem.

- Oft ist es auch einfach ein Problem dessen, dass der Reiter mehr macht als seiner Ausbildung entspricht. Ein Reiter, der bereits trabt, obwohl er im Schritt noch alles andere als zügelunabhängig und losgelassen sitzt, wird sich solche wie den von dir beschriebenen Sitzfehler schlicht angewöhnen und Gewohnheit ist ein großes Problem. Das sind Automatismen, die zu durchbrechen meist einen kompletten Neuanfang brauchen. Ich sehe das als Problem der Ausbildung unserer Zeit. Wir hatten vor ca. 35 Jahren alle noch viel Zeit mit der Schrittarbeit verbracht, dann, wenn das besonders gut war, daraus trittweise den Trab, später den Galopp erschlossen und uns mit solchen Problemen danach aber auch nicht aufhalten müssen. Heute sieht man es kaum noch, dass jemand nach 1, 2 Jahren das erste Mal antrabt (wer viel trainiert, viele Stunden genommen hat, eben früher), eher nach 1, 2 Stunden - wie soll er in dieser Zeit die Muskulatur entwickelt haben, die einen losgelassenen Reitersitz auch in den schwunghaften Gangarten ermöglicht?

- Gesundheitliche Aspekte Deiner Person: Bist Du irgendwo eingeschränkt und hast es noch gar nicht gemerkt? Mal einen Orthopäden prüfen lassen.

"Blinde" Sitzkorrekturen ohne Bilder oder Videos sind sehr schwierig. Generell gilt: Ein Trainer sollte draufschauen und deinen Sitz analysieren - und dir dann passende Hilfestellungen und Übungen zeigen.

Im ersten Moment klingt das aber nach "Klemmen", so dass folgende Übungen zur Dehnung der Oberschenkelmuskulatur helfen könnten:
- "Fahrradfahren", d.h. aus den Bügeln raus und die Knie abwechselnd anwinkeln, OHNE mit dem Oberkörper oder Becken auszugleichen;
- "Beinkreisen", d.h. die Beine MIT Oberschenkel vom Pferd wegnehmen und zur Seite kreisen lassen... immer eine Seite - auch hier nicht ausgleichen und ggf. am Sattel festhalten. Das wird am Anfang nicht direkt klappen und evtl. auch etwas ziehen - mit der Zeit sollte es aber einfacher gehen und die Sitzprobleme bessern sich;
- Beim Reiten die Oberschenkel für ein zwei Takte wegnehmen vom Pferd und sich ins Pferd ziehen lassen. Wenn du die Oberschenkel weg bekommst und neu ans Pferd legen kannst, dann kommst du insgesamt besser zum Sitzen und die Problemlage des "festen" Beines bessert sich;
- Grundsätzlich: Bügellänge prüfen und den Absatz NICHT bewusst nach unten drücken lassen - die Absätze federn durch den Schwung des Pferdes und die Begrenzung durch den Bügel am Ballen nach unten und sind nicht statisch nach unten gedrückt.

Aber noch einmal der Hinweis: Da muss ein Trainer vor Ort gucken, analysieren und dir helfen - Sitz und Sitzfehler sind so individuell, da muss man genauer hinschauen und den Einzelfall betrachten. Ggf. helfen dann auch Übungen ohne Pferd - schau ruhig auch mal nach Eckart Meyners bei YouTube oder nach Büchern von ihm!

Wahrscheinlich hast du zu viel oder dauerhafte Spannung in manchen Bereichen des Körpers, was sich besonders bei den Beinen Zeit und/oder konzentrierst dich zu sehr auf das Treiben mit den Schenkeln. (Ich hatte das auch und habe es selber nicht gemerkt!)

Mein Tip wäre dich mal komplett auf den Sitz zu komzentrieren und dich erstmal einfach fallen zu lassen, damit du richtig schwer sitzt. Achte darauf, dass deine Hüfte sich nicht fest macht, sondern lockere sie und folge dem Pferderücken mit ihr. (Falls das Problem eher an der Hüfter liegt, kannst du zu Hause dein Becken locker kreisen wie beim Hoola Hoop und weitere Übungen zur Lösung des Beckens, da gibts Videos auf Youtube).

Was auch sein kann ist, dass du deine Schultern fest machst, das war bei mir auch so und es ist erstaunlich wie gravierend sich das auf den ganzen Sitz auswirken kann. Es gibt eine Übung, die kannst du auch auf dem Pferd beim Schrittreiten machen, da atmest du ein und ziehst die Schultern aktiv hoch und beim Ausamten drückst du sie ganz runter. Einige Male und sie sollten entspannter sein. Bei mir selbst war es so, dass sie sich immer wieder von selbst fest gemacht haben und ich es nicht gemerkt habe. Achte also aktiv auf sie und lasse sie ab und zu einfach kreisen.

Das Wichtigste ist wirklich erstmal locker und schwer zu sitzen. Dieses „schwer sitzen“ bekommen man von jedem Reitlehrer gesagt, aber leider meist nicht erklärt. Du musst einfach mal drauf achten ob du wirklich „gemütlich“ sitzt, oder dich doch festhälst. Meinst stellt man das dann fest. Stell dir vor du setzt die hin, im Prinzip wie auf einen Stuhl, nur dass die Lage der Beine und so weiter natürlich anders ist. Sie einfach dort hinzudrücken wo sie optisch hingehören ohne den Ursachen auf den Grund zu gehen würde zu einem falschen Sitz führen.Aber sobald du locker im Becken, unteren Rücken und Schultern bist und dich richtig schwer hinsetzt, rücken auch die Beine in die richtige Position.

Hast du ein eigenes Pferd, oder stellst du dies bei verschiedenen Pferden mit unterschiedlichen Sätteln fest? 

Ich selber hane auf manchen Pferden das Bein zu weit vorn, auf anderen eher zu weit hinten.

Den Absatz aktiv runter drücken sollte man nicht, sondern lockerfecern lassen. Wenn er tendenziell etwas höher ist, das macht nichts. 

Aber eventuell sitzt du in der Mittelpositur nicht richtig? Da sollte ein guter Reitlehrer helfen; ergänzend gibt es allerhand gute Lehrbücher, in denen beschrieben ist, wie man " seine Mitte " findet. Das würde hier zu weit führen.

Und natürlich kannst du Waden, Obets henkel und Hüftbeuger dehnen, um das Bein besser lang machen zu können. Auch dazu googelst du besser nach Videos oder brsorgst dir Bücher mit Zeichnungen. So etwas mit ein paar Zeilen zu erklären, ist kaum möglich.

Viel Erfolg! 😊

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