Bedeutung von Fressverschleiß und Mischreibungsgebiet ?

3 Antworten

Zwei Begriffe aus der Tribologie/Schmiertechnik

Normaler Weise trennt ein Ölfilm die beiden Gleitpaarungspartner und verhindert so deren gegenseitige Reibung und Verschleiß. Die Reibung findet dann im Schmierstoff statt.

> Fressverschleiß = Höchster Gefährdungsgrad zweier Gleitlagerpaarungen aufgrund Trockenlauf oder vollständigem Ausfall der Schmierung. Man spricht von "Fressen", wenn die beiden Reibpartner sich gegenseitig berühren und dann die Reibung zu extremen Verschleiß mit der Folge des "Fressens"/festsitzen sich zerstören. Das ist z.B. bei Nockenwellen in besonderem Masse eine Gefahr, da hier keine dynamische Schmierung sondern eine statische Schmierung vorliegt. Ebenso Gefahr des erhöhten Verschleißes und Kolbenfresser durch Mangelschmierung an den Kolbenringen.

> Mischreibung = bei Gleitlagern, wenn die Schmierung noch nicht vollständig aufgebaut ist, z.B. beim Motorstart und kaltem Motoröl und zudem noch Vollgas/Volllast fahren oder bei zu niedriger Motordrehzahl und damit zu geringem Öldruck an z.B. der Kurbelwellenlagerung. Es kommt zu einem nur teilweisen Berühren der Gleitpaarungswerkstoffe, was auf langen Betrieb hin zu Verschleiß führt. Bei ordnungsgemäßer Schmierung und normalen Betrieb des Motors ist eine Lebensdauer von 300.000 km oder ca. 5000 Betriebsstunden zu erwarten.

Moderne Motorenöle sind auf die unterschiedlichen Betriebsbedingungen abgestimmt und erhalten Zusatzstoffe/Additive mit denen die Viskosität den Anlauf- und Betriebstemperaturen angepasst werden und zudem Mangelschmierung, Notlaufeigenschaften und Schlammtrageverhalten und Alterungsbedingungen verbessert werden, so dass vom Öl her alles Mögliche unternommen wird, um Mangelschmierung in den verschiedenen Betriebszuständen zu vermeiden. Immer das lt. Wartungshandbuch zugelassene Öl benutzen.

Nichts desto weniger muss der Autobesitzer darauf achten, dass der Öldruck nicht zu gering wird. Aufleuchten der Öldruckanzeige am Amaturenbrett bedeutet sofortige Werkstattmassnahmen. Gefahr von Mischreibung oder gar Fressen. Ölwechsel und Ölfilterwechsel immer nach Intervall des Bedienungshandbuches ausführen lassen. Ölstand regelmäßig am Peilstab überprüfen. Erhöhter Ölverbrauch zeigt auf Verschleiß an den Kolbenringen. 0,1 Liter/1000 km = gerade eben noch normal. Weißer Rauch am Auspuff weist auf Ölverbrennung hin. Kolbenfressergefahr. Klapern der Ventile zeigt Ventilspiel und Gefahr von Magelsschmierung an. Ventilspiel prfen und einstellen lassen nach Handbuch.

Schau mal hier mit Schaubildern

https://de.wikipedia.org/wiki/Gleitlager#Gleitlager_mit_Mischreibung

https://de.wikipedia.org/wiki/Hydrodynamisches_Gleitlager

http://www.expertverlag.de/einblicke/9783816928300_Leseprobe.pdf

Mischreibungsgebiet ist der Bereich der Betriebsbedingungen einer hydrodynamisch geschmierten Lagerstelle bei dem gerade keine vollhydrodynamische Trennung der Gleitflächen mehr stattfindet, aber durchaus noch Schmieröl im Spalt vorhanden ist, das massiven Verschleiß verhindert. Fressverschleiß tritt auf, wenn aufeinander gleitende metallische Oberflächen unter Last nicht ausreichend geschmiert sind und dadurch sehr lokal soviel Reibungswäreme erzeugt wird, dass die Oberflächen fressen. Fressen ist ein quasi lokales Verschmelzen/Verschweißen und wieder Auseinanderreißen metallischer Oberflächen (meist gleicher Werkstoff) bei relativer Bewegung unter hoher Last.

Ein Mischreibungsgebiet ist ein Hydrodynamisches Gleitlager.

Fressverschleiß gibts z.B. an der Nockenwelle wenn nicht genug Schmiermittel vorhanden ist und Metallflächen aneinander reiben.

Ein Mischreibungsgebiet ist kein Hydrodynamisches Gleitlager.

Aber bei hydrodynamischen Gleitlagern gibt es theoretisch ein Mischreibungsgebiet, also Betriebszustände mit Mischreibung.

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