Artbildung bei den Eichhörnchen durch Isolation?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

zunächst mal sind es zwei verschiedene arten geworden, was man daran sieht, dass sie sich nicht mehr verpaaren lassen. nu so ganz zu anfangs.

JETZT anzufangen, DAS mit nur EINEM aspekt zu erklären, ist quatsch im quadrat. aber mit irgendwas muss man offensichtlich mal anfangen.

es scheint so zu sein, dass dort wo die hörnchens rumhoppeln jeweils eine unterschiedliche vegetation zu finden ist. diese nager ernähren sich für gewöhnlich von so baumfrüchten. das würde bedeuten, dass die nager jeweils ein unterschiedliches nahrungsangebot haben.

jetzt könnte man sich mal so eine pappel und so eine kiefer anschauen. und ZACK, fallen da sofort durchaus signifikante unterschiede auf. schau dir die beuden bäumchens mal unter google an, und lies eine beschreibung (besonders fortpflanzung) zu den bäumen.

also könnte man als fazit sagen:

durch die spezialisierung auf ein nahrungsmittel, denn der vorläufer der beiden arten muss beide pflanzen gemocht haben, haben sich diese nun 2 arten soweit auseinanderentwickelt, dass sie 2 arten geworden sind.

das ist eine unglaublich komlexe vorstellung, denn man versucht sowas immer auf den menschen zu übertragen. und da gibt es trotz räumlicher isolation eben keine 2 verschiedene arten.

merke: da muss noch etwas anderes passiert sein, oder die viecher hatten ENORM viel zeit, sich auseinander zu entwickeln.

das ist eine unglaublich komlexe vorstellung, denn man versucht sowas immer auf den menschen zu übertragen. und da gibt es trotz räumlicher isolation eben keine 2 verschiedene arten. merke: da muss noch etwas anderes passiert sein, oder die viecher hatten ENORM viel zeit, sich auseinander zu entwickeln.

Richtig ist, dass es im Moment keine zwei Menschanarten gibt. Im globalen Zeitalter gibt es aber auch keine Isolation. Es stellt sich also nur die Frage: Haben sich die Menschen z.B. in Europa/Asien/Amerika... genetisch voneinander entfernt, so lange sie isoliert waren. Und genau das ist der Fall!

Anhand mancher Gene kann man sogar nachvollziehen

  • aus welcher Gegend in Afrika die Menschheit letztlich stammt

  • welches afrikanische Volk noch am nächsten an unserem genetischen Urahn dran ist

  • in welcher Reihenfolge die Menschheit welche Kontinente erobert hat

Nun ist bei den Menschen natürlich auch der Generationenzyklus erheblich langsamer als bei Eichhörnchen. Auch das sollte man bedenken. Die Uhr der Evolution tickt nun mal in Generationen. Und: Auch dann verläuft Evolution nicht immer gleich schnell. Mutationen sind zufällig; wie viele Generationen genau nötig sind, dass sich 2 Populationen untereinander nicht mehr paaren können, variiert also.

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Hallo Tanzmädchen!

Die Antwort von Jobul ist eigentlich schon ganz richtig, ich will es nur noch etwas genauer erklären:

Ausgangspunkt ist ja - historisch gesehen - eine Eichhörnchenart. Jetzt muss man für das Weitere wissen, wie der Begriff "Art" in der modernen Biologie benutzt wird; entscheidend ist hier nämlich nicht das Aussehen der Tiere (der sogenannte "Phänotyp", wenn Du ein Fachwort haben willst), sondern die Frage, ob sich 2 Eichhörnchen aus den beiden getrennten Populationen noch miteinander erfolgreich kreuzen können und fruchtbare Nachkommen dabei rauskommen. Geht das nicht mehr, spricht man von 2 unterschiedlichen Arten. Das sollte man bei der Erklärung im Hinterkopf haben.

So. Wir haben eine Eichhörnchenart, die sich auf beide Teile der Rockys verteilt hat. Dadurch entstehen 2 getrennt lebende Populationen zwischen denen keine Paarung eintritt. Das bedeutet, dass die beiden Populationen über mehrere Generationen hinweg keine Gene austauschen; man sagt auch, dass sich der Genpool der beiden Poulationen unabhängig voneinander weiter entwickeln kann.

Genau das passiert jetzt: In dem Gebiet der einen Population ist die Hauptnahrungsquelle eine andere Baumart; gewisse Ausprägungen in den äußeren Merkmalen können nun für eine der beiden Populationen dadurch ein Selektionsvorteil sein (anderes Gebiss, Größe, Fellfarbe, ...), für die andere nicht.

In beiden Populationen kommt es durch Mutation und Rekombination zu einer gewissen Variabilität des Genpools, mit der Folge einer gewissen Variabilität der Merkmale. Durch die andere Umgebung werden Merkmale und Gene in beiden Populationen aber unterschiedlich ausgewählt.

Von Generation zu Generation unterscheiden sich daher die Populationen und ihr jeweiliger Genpool mehr voneinander, weil andere Kriterien bestimmen, welche Tiere überleben und sich fortpflanzen.

Nach hinreichend vielen Generationen könnte man 2 Eichhörnchen (Männchen+ Weibchen) miteinander in einen Käfig setzen, sie könnten trotzdem miteinander keine Nachkommen mehr zeugen, weil sich ihre Gene zu stark voneinander unterscheiden, um fruchtbare Nachkommen zu haben. In diesem Moment sprechen wir von 2 Arten. (Könnten sich die Tiere noch paaren, sähen aber deutlich anders aus, wären es Unterarten oder auch "Rassen")

Obwohl in beiden Populationen immer nur kleinste Änderungen im Genom auftraten, so hat sich durch die Isolation über viele Generationen hinweg der unterschiedliche Selektionsdruck dahingehend ausgewirkt, dass sich die Genome so stark unterschiedlich entwickelten, dass zwei Arten entstanden sind. Die Isolation ist also wichtig auf dem Weg zur Artbildung: Sie verhindert ein zu frühes Austauschen der bisher stattgefundenen Veränderungen.

Die räumliche Trennung alleine reicht eigentlich schon aus, um auf lange Sicht zwei Populationen einer Art genetisch so zu verändern, dass schließlich zwei Arten entstehen (Mutationen). Sind die Umweltbedingungen unterschiedlich, geht das wesentlich schneller. Das scheint hier der Fall zu sein, denn der unterschiedliche Baumbestand weist darauf hin. Kiefern liefern mehr Nahrung als Pappeln. Unter den Kiefern dürfte die größere Art leben (muss aber nicht).

durch isolation da der grand canyon für die kleinen hörnchen nicht zu überqueren ist ohne ein extremes risiko einzugehen.

danke schonmal, aber kann das noch jemand etwas ausführlicher erklären ?

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@tanzmaedchen

also ich kanns nur einfacher erklären.

durch die bedrohung die durch den fluss ensteht(raubtiere brauche nauch wasser)

habe sich die hörnche ndavon entfernt gehalten. der fluss an sich war wohl mal überquerbar (daher leben die viecher auf beiden seiten) ist es aber jetzt nicht mehr (btw es geht ein fluss durch den grand canyon). dadurch konnten sich die beiden seiten nicht mehr untereinander paaren und durch den so eingeschränkten genpool hat es auf beiden seiten unterschiedliche entwicklungen gegeben.

so besser?

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