Arbeitsunfähigkeit wegen burnout?

6 Antworten

Ich entwirre mal ein wenig die Begriffe:

  1. Arbeitsunfähig, schreibt der Arzt ab Beginn der Krankheit
  2. Wer Anspruch hat, bekommt während der Arbeitsunfähigkeit 6 Wochen Lohnfortzahlung (100 % Gehalt)
  3. Ab der 7. Woche zahlt die Krankenkasse Krankengeld bis höchstens 78 Wochen (70% vom Bruttogehalt, höchstens jedoch 90% vom Nettogehalt, jeweils Durchschnitt der letzten 3 Monate)
  4. Wer nach dieser Zeit auch weiterhin arbeitsunfähig bleibt, hat keinen Anspruch mehr auf Krankengeld. Es ist rechtzeitig ein Antrag auf Erwerbsminderung zu stellen. Die ges. Rentenversicherung prüft ob der Arbeitnehmer künftig wieder voll arbeiten kann, ob er weniger als 6, aber mehr als 3 Stunden täglich arbeiten kann (halbe Erwerbsminderungsrente) oder weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kann (volle Erwerbsminderungsrente). Dieser Anspruch wird alle drei Jahre neu geprüft und bei fortbestehen der Erwerbsminderung, wird der Anspruch der Gehaltsgruppe jeweils heruntergestuft. Wenn der Arbeitnehmer nach 3 Jahren zwar in seinem Beruf nicht mehr arbeiten kann, aber in einem niederen Beruf, dann endet auch die EM Rente. Wer auf lange Sicht überhaupt nicht mehr arbeiten können wird, der wird ausgesteuert.

Ich hoffe das ich das so richtig wiedergeben habe.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Burnout ist eine Erkrankung im Bereich der Depression. Die einen haben Glück, gute Voraussetzungen, die richtige Therapie und die richtigen Medikamente, die erholen sich gut. Keinesfalls ist man zu lebenslangem Leiden verurteilt. Der Prozentsatz an Leuten, bei denen die Depression chronisch wird, ist gering.

Burnout ist eine Erkrankung im Bereich der Depression. 

das ist falsch

psychische Störungen sind unter F gelistet im ICD-10, Burnout ist unter Z gelistet,

die Kategorie Z ist eine Verlegenheitskategorie zwischen Krankheit und Gesundheit

alle Formen der Depression findet man unter F

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@DasPferdchen

Das Problem ist nur: Alleine aufgrund der Tatsache, dass während eines amerikanischen Lobbyistenkongresses die dort zufällig anwesendenden Psychiater die Frage: Sollen wir den Begriff "Burnout" in die ICD 10 - Liste der psychischen Krankheiten aufnehmen oder es lieber lassen?, mehrheitlich mit "nein" beantworten, darf nicht dazu führen, dass der "Burnout" fortan der Krankheitscharakter abgesprochen wird.

Die Anwender des ICD 10 sollten sich stets bewusst sein, dass es sich hierbei um ein unwissenschaftliches Blendwerk handelt, dass nur zum Zwecke der Abrechnung von Behandlungskosten mit den amerikanischen privaten Krankenversicherungen erstellt worden ist.

Dieser Sachverhalt wird von in Deutschland tätigen Psychiatern leider oft vergessen. Sie nehmen die ICD 10 für bare Münze und richten ihre Diagnosen in Anlehnung an diese Broschüre aus.

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@Novosibirsk

ich verstehe das Problem nicht

Erschöpfungsdepressionen/reaktive Depressionen stehen unter F

Burnout ist die Folge von Überarbeitung/Überforderung, also ein Warnsignal, das bei Missachtung zu Depression und/oder einer körperlichen Erkrankung wie CFS führen KANN

man muss nicht jede schwierige Lebenslage als Krankheit definieren (genauso wenig wie Trauer nach Tod übrigen)!

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Man ist arbeitsunfähig, wenn man krank geschrieben ist. Wer krank geschrieben ist bekommt für eine Zeit lang weiter normal Gehalt, irgendwann ein bisschen weniger Gehalt und das heißt dann Krankengeld.

Das was du meinst heißt verminderte Erwerbsfähigkeit. Die wird regelmäßig überprüft (alle drei Jahre glaube ich). Bei der Überprüfung wird von Medizinern eingeschätzt, wieviele Stunden am Tag man arbeiten kann.

Also ja, man kann auch nach langer Krankheit wieder in einen Beruf einsteigen. Wäre doch unfair, wenn man nicht sein eigenes Geld verdienen dürfte.

Nur den falschen Job zu haben, reicht für einen Burnout nicht aus. Wie der Name sagt, muß derjenige für irgendwas "gebrannt" haben (gegenteil von keine Lust) im Sinne von falschen Ehrgeiz und/oder zusätzlich privat unausweichbar schwer gefordert wurde. Das alles über einen längeren Zeitraum. Ein finaler Burnout kündigt sich selten direkt an, sondern reißt die Füsse weg als wenn der liebe Gott mit der Fliegenklatsche zugeschlagen hat. Nichts geht mehr und das bei völligem Verstand. Früher sagte man wohl Nervenzusammenbruch dazu mit totaler Erschöpfung (Schlafzwang).

Ich fühlte mich damals so, als wenn der Fels in der Brandung total zu einem Sandpuzzle zerfallen war. Dieses Puzzle musste ich irgendwie zusammenfügen. Und wie lange dauert so ein Sandpuzzle ? Ich puzzle noch heute, aber das Steinchen sieht schon ganz gut aus. Einen Fels werde ich wohl nicht mehr zusammenbekommen. Soviel zur Dauer. Irgendwann wird man normal sein wie jeder und nicht mehr der Held von früher.

Es ist richtig, dass spätestens nach 15 Monaten eine Aussteuerung droht und ALG I beantragt werden muss. Das geht nur, wenn ein Erwerbsminderungsantrag gestellt wird. Macht man das nicht droht ALG II /Hartz 4. Einen kleinen Vorteil haben diejenigen, die vor 1961 geboren sind. Die können nur voll erwerbsgemindert sein (sogen. 61er-Regelung). Voll erwerbsgemindert heißt, dass immer noch bis zu drei Stunden täglich gearbeitet werden kann und auch sollte. Kleine Jobs oder Projekte sind immer möglich, sofern die durchschnittliche Zuverdienstgrenze nicht überschritten wird.

Wer vor dem 02.01.1961, geboren ist, hat noch Anspruch auf gesetzliche BERUFSUNFÄHIGKEITSRENTE , das ist etwas vollkommen anderes als Erwerbsminderungsrente. Bei der Berufsunfähigkeitsrente ist die Ausübung des Berufs versichert, bei der Erwerbsminderungsrente ist die grundsätzliche Arbeitskraft versichert.

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die körperliche Erkrankung CFS kann auch fälschlicherweise als Burnout diagnostiziert werden

meinem Verständnis nach ist Burnout nur ein vorübergehender Zustand der Überarbeitung, der noch nicht mal als psychische Erkrankung gelistet ist, und durch Erholung wieder verschwindet!

CFS wird viel zu selten diagnostiziert und es handelt sich dabei sehr wahrscheinlich um eine Autoimmunerkrankung, die sich durch jede Form des Stresses verschlimmert (autoimmuner Schub), weshalb es nicht verwunderlich ist, dass die Rückkehr ins Berufsleben nicht funktioniert

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – hab Psychologie studiert

Burnout wurde als offizielle Erkrankung anerkannt von der WHO

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@GavinG

ist im ICD-10 gelistet unter Z und nicht unter F für psychische Störungen

die Kategorie Z ist eine Verlegenheitskategorie zwischen Krankheit und Gesundheit

nach Expertenschätzung sind allein in Deutschland etwa 300.000 Menschen von CFS betroffen, aber die wenigsten bekommen eine entsprechende Diagnose, weil die Ärzte das einfach nicht kennen

CFS wird eben oft als Burnout, Erschöpfungsdepression, psychosomatische Störung oder Hypochondrie fehldiagnostiziert

ein Burnout sollte durch Erholung verschwinden, CFS tut das leider NICHT!

ich weiß wovon ich rede, weil ich leider selber CFS habe...

ich weiß, dass es nicht das war, was du auf deine Frage hören wolltest und du mir deshalb keine positive Bewertung gegeben hast, aber es ist nun mal meine Ansicht zu dem Thema

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@GavinG

Aber nur wenn alle Vorausetzungen stimmen ,

mit Arbeit das nicht immer zu tun ;

das wird also nichts !!

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