Anker bei voller Fahrt zur Wende

10 Antworten

Als erstes würde die Bandbremse der Winde nachgeben, dass bedeutet, dass die Ankerkette "ausrauscht" bis zum letzten Schäkel. Auf richtigen Schiffen ist der letzte Schäkel mit dem Schiff fest verbunden (im Kettenkasten), diese Verbindung kann man von außen aalrdings kappen. Wenn dieZeit knapp ist, dann würde sehr wahrscheinlich keiner zum Lösen dieser Verbindung kommen und die Kette würde schlicht und enfach brechen. Der Anker vermutlich nicht, das allerdings ist abhängig von der Bodenbeschaffenheit und Tiefe und schon ausgesteckter Kettenlänge etc.. Mehr passiert dabei nicht. Sicherlich wäre der eine oder andere Schaden an der Winde zu beklagen. Und das Schiff würde gebremst und der Kurs beeinflusst werden.

Nein, das würde nicht funktionieren. Ich habe mit einem Kriegsschiff das ein oder andere Mal Notankern müssen, das belastet die Ankeranlage enorm und kann zu Beschädigungen führen. Diese Manöver führt man wohlgemerkt nicht bei voller Fahrt durch. Wenn man es mit voller Fahrt versuchen würde, würde mit Sicherheit etwas in der Ankeranlage nachgeben. Welches Teil das ist, hängt von der Anlage ab, die Kettennuss rutscht mit Sicherheit durch, ebenso die Bremse. Beide Teile Bremsen das Schiff dann schon stark ab, kommt auf Geschwindigkeit und Masse das Schiffes an, ob dann die Kette aus dem Kettenkasten reißt oder an anderer Stelle bricht. Wenn man Glück hat, klappt es vielleicht sogar, aber wie gesagt, Bremse und Nuss wären hin und die Kette müsste bestimmt auch ausgesondert werden.

Bei einem Segelschiff würde beim Ankern aus voller Fahrt wahrscheinlich der Mast über Bord gehen, weil ja der Winddruck weiterhin vorhanden ist.

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