Alt Haus 1871 über WInter ausschachten und trocken legen, macht das Sinn oder nur Schaden?

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8 Antworten

Zum Haus selbst hab ich hier allerdings nichts gelesen!

Wenn Ihr so fleißig in Richtung Erdmitte gebuddelt habt, müsst Ihr ja alle ganz toll viel Ahnung haben.

Ein paar Hinweise:

Auch viergeschossige Mehrfamilienhäuser wurden zu dieser Zeit ohne Bodenplatte (Was denn auch für eine Platte ohne den 50 Jahre später entwickelten heutigen Stahlbeton) errichtet. Die hatten einfach ein ganz breites "Fundament" aus den in der Baugrube bzw. im Grundstück gefundenen Steinen.

In dem von Dir genannten Gebiet gibt es häufig sehr feste in Gestein übergehende Lette-Schichten, die für die Innenwände der Häuser das Fundament bildeten. (außer Bereiche im Flußbett)

Falls das Mauerwerk sehr nass sein sollte, kannst Du natürlich mit Abplatzungen durch Frost rechnen.

Falls das Haus auf Lehm-Pampe steht, kann es vor allem in der feuchten Jahreszeit zu einem Grundbruch und dadurch zu katastrophalen Gebäudeschäden kommen.

Bei diesen Häusern ist es recht einfach, eine neue Sperre über der zweiten Mauerwerkslage einzuziehen und die mit einer Sperre über den gesamten Boden zu verbinden. Im Bereich einer (nicht aufgelösten) Letteschicht wäre das nicht in jedem Fall erforderlich. Es kommt auf die Lage des Hauses, den Boden und die künftige Nutzung an.

Eine ordentliche Bodenplatte mit Horizontalsperre zwischen den Wänden ist allerdings immer empfehlenswert, weil sie die Nutzungsmöglichkeiten des Kellers erweitert. Achtet darauf, dass Abwasser, evtl. eine Hebeanlage und Abwasserleitungen untergebracht werden müssen.

Evtl. muss vor dem Haus auch noch ein Anschlußschacht fürs Abwasser gesetzt werden?

Vielleicht solltet Ihr Euch entweder an einen Bauingenieur oder an eine Baufirma wenden.

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Kommentar von willimatt
10.11.2015, 14:37

Wenige Minuten danach eingefallen: Ihr könnt bei Interesse z.B. die Firma Göhler (037 327) - 833 080) in Rechenberg-Bienenmühle anrufen, die ich in sehr guter Erinnerung habe. Die haben beste Referenzen (einschl. Schloß Regensburg!).

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2,30 m tief ausgeschachtet ohne einen Fachmann zu fragen???

Ihr seid lebensmüde. Ich hoffe Ihr habt noch nicht zuviel Länge des Fundamentes freigelegt. So eine Angelegenheit ist extrem gefährlich, dabei kann das ganze Haus zusammenstürzen und es können Menschenleben verlohren gehen.

Die technische Frage ist derart komplex, dass auch ich als Bauingenieur mit den spärlichen Informationen die Du gegeben hast keinen abschliessenden Rat geben kann ausser diesem:

Sucht Euch einen fachkundigen !  Architekten oder Bauingenieur der nachweislich über Erfahrung verfügt. Ein "Frischling" von der UNI wäre nicht die richtige Wahl.

Nur soviel: Feuchte Keller können aus vielen unterschiedlichen Gründen feucht sein (Grundwassereintritt, nicht abgeleitetes Hangwasser, Dachrinnenschaden, schlechte Wärmedämmung/ Lüftung / Heizung und in Folge Kondesationsfeuchtigkeit, ungünstige Bodenverhältnisse ect.) Die Ursache ist nicht leicht herauszufinden, selbst für einen Fachmann. Von Verkieselung würde ich abraten, die Lösung liegt immer im Fernhalten von Niederschlags-, Grund- und Oberflächenwasser. Da hat man es schnell mit Erdbauarbeiten (Dränage) zu tun und das ist entsprechend kostspielig.

Freigelegt werden dürfen Fundamente maximal bis 1 cm über der Unterkannte des Fundamentes. Maximale Länge des Grabens an der Hauswand 2,50 m. Bei einer Tiefe von 2,30 m sogar nur 1,50 m.

Wendet Euch schnell an einen Fachmann!

Und das nächste mal vorher fragen.

Viel Glück dass nichts passiert.

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Außenabdichtung ohne groß Trallalla preiswert mit Dernoton (Tonabdichtung - siehe Webseite des Anbieters), wenn die Wand schon mal freigelegt wurde.

Verputzen und Schwarzanstrich ist nun viel zu zeitaufwändig und auch teurer. Den Graben wegen der ungeklärten Statik des Hauses schnellstmöglich wieder schließen.

Wegen der Feuchte im Mauerwerk empfehle ich eine Temperierschleife in den Sockel des Mauerwerks (innen) einzuputzen. Siehe Temperierung im Internet.

Durch eine leichte und beständige Wärmezufuhr wird das Mauerwerk erwärmt, was Feuchtigkeit aus diesem verdrängt. Vor der erwärmten Mauerwerksoberfläche steigt innen ein dünner Warmluftschleier vor der Wand auf. Dieser verhindert durch Oberflächenerwärmung Kondensat an der Oberfläche, denn an kühlen Bauteilen bildet sich schnell Kondensat, vor allem bei Belüftung im Sommer.

Durch die warme Wandoberfläche wird die Luft davor erwärmt. In sich erwärmender Luft steigt die Wasserdampfaufnahmefähigkeit, die relative Luftfeuchte sinkt, die Luft wird trockerer. Diese trockenere Luft trocknet die nun feuchtere innere Oberfläche des Kellermauerwerks.

Durch eine leichte Permanentlüftung ("undichte" Fugen an Fenstern und Tür reichen) wird die Luft ausgetauscht und die Feuchte nach draußen transportiert. So wird mit einer leichten Beheizung (Temperierung) der gesamte Keller im Laufe der Zeit trocken gelegt.

Keine äußere Abdichtung kann etwas gegen Kondensat an der inneren Kellerwand ausrichten, die oft für Kellerfeuchte verantwortlich ist. Daher ist die äußere Abdichtung gegenüber der Temperierung zur Trocknung, thermischen Feuchtesperre und zur Kondensatvermeidung immer als zweitrangig zu Betrachten.

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So nah am Haus gräbt kein Mensch mit Verstand so tief. Jedenfalls nicht ohne vorher eine fachkundige Meinung dazu eingeholt zu haben. 

Das macht jetzt. Und zwar bestenfalls nicht nur eine sondern mehrere. 

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Grundsätzlich ist das eine gute Sache, aber man muss bedenken, dass du unter der Bodenplatte oder was immer die auch da eingebaut haben, nicht mehr isolieren kannst. Die Feuchtigkeit unter der Bodenplatte wird nie ganz zu beseitigen sein.

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Das ist keine Frage die man durch Abstimmung beantworten kann.

Dafür gibt es Sachverständige, die euch sagen können, ob das überhaupt möglich ist, und ob sich das für dieses Haus noch lohnt.

Wenn ihr das im Eigenversuch macht, geht mehr kaputt, als die ganze Sache einbringen könnte.

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Bin zwar kein Ingenieur, aber ich gehe mal davon aus, dass es immer schon sehr kalt bei Euch war im Winter. Früher nach kälter als jetzt.

Ob das Fundamten bzw. die Kelleraußenwände frei liegen oder nicht, wird auch den Winter über nichts ausmachen. Das Haus wird zwar insgesamt kälter, da die Fundamente oder der Keller noch viel stärker auskühlen, aber was Nässe und Feuchtigkeit anbelangt, dürfte es sogar besser sein, da die Wände in wärmeren, trockeneren Perioden dann auch leichter wieder austrocknen.

Aber am besten ist es natürlich, wenn ihr einen Spezialisten in Eurer Region fragt.

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Hast Du schon einmal ein paar Gebäudetrockner befragt? Frag' ruhig mehrere, dann kannst Du Dir sicher sein, falls Dir irgendeiner irgendwelche Märchen weismachen will.

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