11-jähriger will oder kann nicht lernen

24 Antworten

Frage Deinen Sohn, warum er unbedingt aufs Gymnasium wollte - offenbar fehlen ihm ja die Voraussetzungen dafür! Wenn er schon im ersten Gymnasialjahr versagt, fliegt er spätestens im 7. Schuljahr endgültig raus! Das ist kompletter Unsinn.

Da er die Aufgaben offenbar auf die leichte Schulter nimmt (nicht genau liest), scheint er unter Selbstüberschätzung zu leiden. Es genügt nicht, dass er sich toll vorkommt, ins Gymnasium zu gehen - er muss dort auch die entsprechende Leistung bringen.

Es ist für seinen Bildungsweg viel besser, wenn er auf der Realschule oder Hauptschule gute Noten hat, oder sich in einer Gesamtschule frei entwickeln kann.

Sprich mit ihm über seine Interessen und findet gemeinsam eine mögliche Berufswahl, die auch mit Quali oder Mittlerer Reife erreicht werden kann.

Sich im Gymnasium nur zu blamieren ist reine Zeitverschwendung.

Nachtrag: Warum lernt er Tennis? Aus einem Statusdenken heraus?

Wenn er da keine Fortschritte macht, hat er dafür offenbar weder Talent noch Bock. Also warum zahlst Du ihm dann noch weitere Tennis-Stunden?

Ich würde ihm nur das geben, was er zum Leben und Lernen braucht und besondere Extras muss er sich verdienen - das hat noch keinem geschadet!

0

Das kann mehrere Gründe haben. Vielleicht kann er sich schlecht konzentrieren. Ich würde mal mit ihm zu einem Psychologen gehen, der weiß meistens mehr. Vielleicht braucht er eine Behandlung oder aber auch nur mal Tacheles. Lass dich beraten, vielleicht erst mal beim Hausarzt.

Ich bin mit einer Frau (gelernte Erzieherin ohne eigene Kinder und statt dessen mit 3 Pflegekindern, die mittlerweile aber längst erwachsen sind.) befreundet, die mich vor fast 30 Jahren damit schockiert hat, dass sie über ihre (damals) 2 Pflegesöhne erzählte, die sie im Alter von jeweils 9 Jahren "übernommen" hat. Die Jungen waren beide noch im 1. Schuljahr und Sonderschulanwärter gewesen und beide innerhalb eines Jahres zum Klassenbesten "aufstiegen.".

Auf meine erstaunte Frage, wie man sowas denn schafft, sagte sie knallhart: (Es waren beides Jngen aus dem "Milieu",= Hamburger Kiez) "Brigitta, diese Kinder haben N.tten und Verbrecher als Eltern und sie sind potentielle Verbrecher. Die einzige Chance, die sie haben, ist, dass ihnen jemand eine vernünftige Schulbildung aufnötigt. Also bekommen sie bei uns nur ein ganz geringes Taschengeld, haben aber jederzeit die Möglichkeit, sich das Taschengeld durch gute Schulnoten aufzubessern."

Ich hätte meinen Hintern drauf verwettet, dass man diese Methode ganz bestimmt nicht bei allen Kindern anwenden kann und ließ mich daher auf keine weiteren Diskussionen ein, fand diese Einstellung aber furchtbar, weil es mir so vorkam, als erzöge man damit sein Kind dazu, sich "mit Geld ködern zu lassen".

Dann aber kam mein Ältester in die Schule und während der Grundschulzeit zeigte es sich, dass er den halben Nachmttag damit vertrödelte, herumzuzappeln, 10 mal den Stift zu spitzen, aufs Klo zu gehen, den Durst zu löschen etc.

Nachdem ich schon mit Engelsgeduld viele verschiedene Tricks versucht hatte, erinnerte ich mich zu guter Letzt an die Geschichte mit dem geringen Taschengeld und handelte mit ihm folgendes aus:

eine 3 als Note ist neutral, dafür gibt es weder ein plus, noch ein Minus an Geldzuwendung.

eine 2 wird mit 6 DM belohnt, eine 1 mit 12 DM.

Für eine 4 wird 3DM abgezogen, für eine 5 6 DM und für eine 6 12 DM.

Und ich war felsenfest davon überzeugt, dass mein Kind nicht "korrupt" ist, da er ein sehr gutes Sozialverhalten anderen Kindern gegenüber hatte, ein Träumer war und ansonsten nie den Anschein erweckte, geldgierig zu sein, - so dass wir uns mit diesem System immer mehr oder weniger zwischen plus 6 und minus 3 DM bewegen würden.

Ich war verblüfft, als dann plötzlich die erste 2 und dann sogar die erste 1 präsentiert wurden und wenn es auch mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder auch mal eine "neutrale 3" gab, hagelte es trotzdem auf einmal ständig 2er und 1er - übrigens von Anfang an auch bei unseren beiden anderen Kindern, für die dieses System natürlich auch gelten musste. Ich bin dabei im Lauf der Schuljahre wirklich eine ganze Stange Geld los geworden, Aber von ehemals Hauptschuanwärter des Ältesten bis zum

tadellosen  Abitur der beiden  Jungs und tadelloser Realschulabschluss der Tochterwar es doch insgesamt eine schöne Erfolgsstory, die ich wirklich besten Gewissens weiterempfehlen kannn.

 

Anreiz schaffen ist sicher effektiver als Strafe androhen!

0
@Steffile

Sicher, das weiß man. Ich fand das aber erst mal so "korruptionsfördernd", wo ich mir doch vorgenommen hatte, meine Kinder zu anständigen aufrechten Menschen mit Rückgrat zu erziehen, war das für mich erst mal schockierend, sie mit Geld zu ködern. Aber nachdem ich eine Menge anderer Sachen ausprobiert und endlos lange Geduld aufgebracht hatte, hab ich das sozusagen als "vorletzten Versuch"  ausprobiert und es hat sowas von superschnell und gut funktioniert, dass ich staunen musste!.Kann das nur weiterempfehlen.

0
@Brigitta270755

Korruption ist, wenn jemand für Geld gegen Regeln verstößt.

Wer für Leistungen Geld erhält, wird zur Leistungsbereitschaft erzogen! Was soll daran verkehrt sein?

Wer den Kindern alles hinten rein schiebt, ohne dass sie dafür was tun müssen, fördert damit eine schmarotzerische Denkweise und unterstützt die Faulheit.

0
@Dichterseele

Na, JETZT weiß ich das auch, Dichterseele! grins Aber wenn man Mitte bis Ende 20 ist, dann hat man eben auch noch nicht alles gelernt, was das Leben an Lektionen bereit hält, hm?

0
@Dichterseele

Meine Tochter bekam vor 20 Jahren bei Schulaufgaben 2,- DM für eine 2 und 5,- DM für eine 1, fürs Zeugnis 5,-DM für eine 2 und 10,- DM für eine 1. Mit Dreiern war ich zufrieden, bei Vierern wurde verstärkt unter meiner Aufsicht gelernt, bei einem Fünfer musste sie zusätzlich zurückgeben, was sie für 2er bekam und ein 6er kostete, was ein 1er wert war.

0
@Brigitta270755

Ach Brigitta, es kommt drauf an, was man in Elternhaus und Schule gelernt hat - und wieviel man über die Dinge des Lebens nachdenkt, bevor man Kinder kriegt. Kinder sind keine Versuchskaninchen in Sachen Erziehung!

Aber das kapieren bis heute nichtmal die "Sozialpädagogen" an den Jugendämtern - noch viel weniger Politiker, die über Dinge entscheiden, von denen sie Null Ahnung haben.

0

Ich würde deinen Sohn jetzt nicht als faul" betiteln. Ich denke eher, dass er nicht lernen kann, weil ihn das alles überfordert. Ein Kind kann auch nicht selbständig entscheiden, auf welche Schule es geht Das müssen die Eltern für ihn tun. Momentan sieht es eher so aus, als hättet ihr euch falsch entschieden. Was hatte der Junge denn in der Grundschule für einen Notendurchschnitt? Wenn der Schnitt 2,5 oder nur wenig besser ist, ist das Kind oft besser auf der Realschule aufgehoben. Hatte er einen sehr guten Durchschnitt, 2,0 oder besser, hat er vermutlich eine Blockade. Ihr solltet auf jeden Fall mal die Schulpsychologische Beratungsstelle aufsuchen, und dort einmal Tests machen lassen, was dem Jungen Schwierigkeiten macht. Ich schätze einfach mal, dass die Umstellung Grundschule-Gymnasium für ihn zu schnell und zu heftig kam. Warst du auf dem Gymnasium? Weißt du, wieviel da schon von 5.Klässlern verlangt wird? Gerade jetzt im Rahmen des G8 müssen die Kinder viel mehr schaffen, wie noch vor ein paar Jahren. So viele verschiedene Fächer, viele verschiedene Lehrer, lauter neue Mitschüler, alles muß nun selbst organisiert werden... . Das ist für einen 11jährigen hammerviel!

Du musst auf jeden Fall schnell handeln, und deinen Sohn untersuchen lassen. Sprich auch mit dem Kinderarzt darüber. Der kann dir auch Stellen nennen, wo du hingehen kannst. Denn der Arme muß es ja ausbaden. Es geht ihm sicher nicht gut in dieser Situation. Wenn er die Fünfte wiederholt, müssen die Noten noch lange nicht besser sein. Ein gesunder 11jähriger sollte in der Fünften noch einigermaßen mitkommen. Also ist irgendwas mit ihm nicht im Lot.

Vielleicht übst du auch zuviel Druck aus. In der Fünften sollte man die Kinder schon weitgehend selber ihre Schulsachen machen lassen, und selber lernen lassen, wie sie es für richtig halten. Ständiger Druck lässt das Gehirn blockieren, und der Junge hat keine Auffassungsgabe mehr.

Ich kannte mal ein Mädchen, die ähnlich wie dein Sohn reagiert hat auf Leistungsdruck. Die ist nach der dritte Klasse in die Waldorffschule gegangen (ist dort jetzt in der Siebten) und es geht ihr dort sehr viel besser und sie kommt recht gut mit. Vielleicht wäre das für euch auch eine Möglichkeit?

Sprich auch mit den Lehrern, was die für eine Auffassung von deinem Sohn haben, und was sie dir raten würden. Je mehr Meinungen, desto besser kannst du entscheiden. Wohlbemerkt: DU und nicht dein Sohn. Ihm gilt es, Mut zuzusprechen, und ihm zur Seite zu stehen.

SEHR GUTE ANTWORT DH

0

Also meine ehemaligen Schulkollegen wollten nach der 4ten auch alle unbedingt auf das Gymnasium... mir war das egal und bin auf die Hauptschule, so wie es die Lehrer empfohlen haben.

Es kam dann so dass einige die sofort aufs Gym sind am Ende nur einen Hauptschulabschluss geschafft haben während ich mich von Haupt, zu Werkreal, von Werkreal zu Gymnasium hochgearbeitet habe und da meine ordentliche 2,0 im Abi geschrieben habe. Jetzt studiere ich Maschinenbau.

Also vll ist es dem kleinen einfach zu viel stress und es wäre momentan besser ihn auf die Realschule zu schicken (das ist ja wirklich absolut nichts Schlimmes), vll wird er durch die entlastung ja wieder etwas motivierter... was möglicherweiße auch hilfreich wär ihn in eine LErngruppe zu schicken... das hat mir während der 7ten und 8ten enorm geholfen wieder motivierter zu sein.

Zum Tennis... vll ist er nicht der Typ für so einen Einzelsport und sachen wie Fußbal oder Handball würden ihm mehr spaß machen weil er da mit Gleichgesonnenen rumtollen kann und nicht nur auf den Gegner fixiert ist ^^.

 

Was möchtest Du wissen?