0,9 Ampere, 320-450 Volt // Gefahren fürden Menschen

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9 Antworten

das Problem ist in diesem zusammenhang nicht die maximal erreichbare Stromstärke, sondern der strom der duch den körper fließt. und der wird vom so genannten Körperwiderstand bestimmt...

mein Problem an dieser stelle ist, dass eben jener körperwiderstand nicht genormt ist, es gibt große und kleine menschen, dicke und dünne, welche die weniger schwitzen und welche die mehr schwitzen. ein extrembeispiel aus dieser Kathegorie ist Biba Struja, der typ hat so einen hohen körperwiderstand dass er würste grillen kann, in dem er 2 Nägel in die steckdose steckt... einfach mal nach dem namen googlen.

gehen wir einfach mal davon aus, dass der Körperinnenwiderstand auf trockenem boden mit relativ gut isolierenden Schuhen bei 6.000 Ohm liegt. dann fließen bei 230 volt schon knapp 40 Milliampere. das ist schon hölle gefährlich...

unter gleichen Bedingunegen würden bei den von dir genannten Spannungen 60 bis 75 Milliampere fließen. das ist schon tendenziell tödlich...

lg, Anna

Zunächst ist die Stromstärke in einer elektrischen Anlage für den menschlichen Körper bedeutungslos. Deshalb ist mit der Angabe "0,9 Ampere" hier wenig anzufangen. Hier zählt nur der Körperstrom, und der ist von zahlreichen Umständen abhängig, die ich hier nicht alle auflisten und erklären möchte.

In jedem Falle muss mit dem menschlichen Körper ein elektrisches Potential überbrückt werden, somit muss es mindestens zwei Berührungsstellen geben mit unterschiedlichem Potential. Dann kommt es darauf an, ob es sich um Gleichspannung oder Wechselspannung handelt, da sind die Wirkungen völlig unterschiedlich. Ein längerer Körperstrom von 0,9 Ampere wäre absolut tödlich. Die Grenze liegt da bei etwa 0,02 Ampere. Ein derartiger lebensgefährlicher Körperstrom wäre mit einer elektrischen Spannung von 320-450 Volt leicht zu erzeugen.

Die tatsächliche Stromstärke, die durch den menschlichen Körper fließt, hängt von dem elektrischen Widerstand des Körpers ab. Und dieser hängt vor allem davon ab, ob du z.B. trockene oder nasse Hände hast, Gummischuhe trägst oder barfuß bist, auf welchem Fußboden du stehst usw.

320V ist schon sehr hoch. Bei so einer Spannung sind schon mehr als "nur" gesundheitsschädliche Wirkungen zu erwarten. Wer so eine Spannung überlebt, hat echt Glück. Man sagt, unter gewissen Umständen (z.B. nass) können 42V für einen tödlichen Unfall ausreichen.

Bei Kontakt in Herznähe ist ein sofortiger Herzinfarkt sehr wahrscheinlich. Sollte ein armer Mensch ein defektes Stromkabel mit seiner Hand umfassen, sorgt der Strom für Muskelkontraktion, so dass das Kabel nicht mehr losgelassen werden kann.

Was ist der Grund deiner Frage?

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ich habe gehört, dass der Schlag nach Kontakt mit einem Wollpullover und anschliessender Berührung auf einer Türklinke, mehrere tausend Volt betragen können. Warum ist dies ungefährlich? Wegen der vernachlässigbaren Ampereanzahl?

Die in der Hauptfrage angegebene Stromstärke wird bei der Elektrokrampftherapie angewandt. Also einseitig oder beidseitig an den Schläfen. Unter den Elektroden befindet sich ein Kontaktgel.

Ich würde gerne die Stromstärke einschätzen können. Wären 400 Volt bei beispielsweise 0,3 Ampere ungefährlich(er)?

Viele Grüße und vielen Dank!

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@axlet

Beim Wollpullover spricht man von sogenannter statischer Elektrizität. Da die Kapazität sehr gering und damit sofort entladen ist, ist auch die Stromstärke sehr niedrig.

400V bei 0,3A sind schon relativ heftig. Personenschutzautomaten sprechen bei Stromstärken von 0,01A bis 0,03A an, also einem Zehntel davon. Ab 0,03A besteht absolute Lebensgefahr.

Die Stromstärke I errechnet sich als Quotient der Spannung U dividiert durch den Widerstand R (bzw. die Impedanz Z). Daher: I = U / R

Dies alles könnte man kilometerlang nachlesen, wenn man wollte, aber mal so als Einstieg ...

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Wie schon so oft hier geschrieben wurde: Strom fliest erst wenn der Stromkreis geschlossen wird. Strom durch den Körper heisst nicht dass 0,9 A fliessen, sondern es hängt vom Widerstand Deines Körpers ab. Der hängt davon ab ob Du an beiden Leitern hängst, oder nur an einem und der Erde, wie feucht Deine Haut ist usw. 320-450 V sind lebensgefährlich wenn Du daran "kleben" bleibst. Wenn sich Deine Muskeln verkrampfen und die 450 V länger durch Deinen Körper fliessen, dann kann es gefährlich, ja sogar tödlich, werden. Jeder reagiert anders. Ich bin ein "Zurückzucker". Wenn ich Strom berühre, dann zucke ich automatisch zurück. Deshalb wäre es für mich nicht so gefährlich. Jeder hat andere Kleidung an. Wenn Du nur einen Leiter berührst und barfuss auf einem nassen Boden stehst, kannst Du Tod sein. Wenn Du nur einen Leiter berührst aber Gummischuhe anhast und alles trocken ist, kann es sein, dass Du gar nichts merkst!

Ähm, bitte nicht den Begriff "Stromspannung" verwenden, da bekommen Fachleute Augenkrebs - vor allem auch weil dieser Begriff zu oft von fachlich ungebildeten Journalisten in die Welt geknallt wird. :D Elektrische Spannung ist die richtige Bezeichnung.

So gesehen wäre Stromspannung schlussendlich ja auch Watt - ergo die elektrische Leistung (P=U*I: Leistung gleich Strom mal Spannung).

http://www.stupidedia.org/stupi/Stromspannung

Ok, zum Thema:

Bei Wechselspannungen kann es ab 50 V und 10 mA, je nach Einwirkzeit und Weg des Stromflusses durch den Körper tödlich enden. Herzkammerflimmern kann noch bis zu 24 Stunden danach auftreten. U. u. "klebt" man auch am stromführenden Leiter und kann nicht mehr loslassen.

Man beachte das wichtige "und", denn es kommt immer auf das Zusammenspiel von Spannung und Strom an.

So können auch Spannungen von mehreren (hundert) tausend Volt zwar unangenehm sein, verusachen dennoch aber beim Menschen keine Schäden, wenn denn der Strom zu niedrig ist - so wie z. B. bei statischer Entladung.

Andersrum bringen auch mehrere hundert Ampere niemanden um, wenn die Spannung zu niedrig ist (z. B. Autobatterie mit ihren bis zu 500 A). Abgesehen davon können Gleichspannungen erst ab 120 V und 200 mA tödlich sein.

Dafür ist dann der Körperwiderstand zu hoch.

Am Rande noch bemerkt: unsere Netzspannung hat eine Spitzenspannung von 325 V - die 230 V sind nur die Effektivspannung. ;)

Vielen Dank für ihre ausführliche Antwort.

Die in meiner Hauptfrage angegebene elektrische Spannung ( werde ich mir merken (-; ) bezieht sich auf die Elektrokrampftherapie.

Mir ist bewusst, dass diese Spannung ausschliesslich an den Schläfen angelegt wird und durch den Kopf fliesst und für den Kreislauf nicht lebensgefährlich ist.

In verschiedenen Medien wird in Bezug auf die EKT, von einem "schwachen" Strom gesprochen. Sicher um falschen Ängste und Vorurteilen entgegenzuwirken sinnvoll.

Laut Ihren Aussagen wäre es doch eigentlich falsch bei einer elektrischen Spannung von 0,9 Ampere (900 mA) und 320-450 Volt von schwach sprechen, oder? (Es ist ein unipolarer Rechteckimpuls)

Oder ist die elektrische Spannung bei einem unipolaren Rechteckimpuls nicht vergleichbar mit einer normalen Wechselspannung?

Anders gefragt, wenn man die elektrische Spannung (unip. Rechteckimpuls) -statt am Kopf- an anderen Körperteilen (Hände oder Rumpf) anlegen würde, würde dies für einen Menschen mit ziemlicher Sicherheit eine lebensbedrohliche Situation zufolge haben?

Viele Grüße und danke nochmal für Ihre Zeit (-;

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die Gefahr hängt von 3 Dingen ab:

Spannung, Strom im Körper und Dauer des Stromes durch den Körper

bei elektrostatischen Entladungen (aussteigen aus dem Auto) hat die Stromquelle einen hohen Innenwiderstand und ist schnell entladen. Eine Steckdose hat einen niedrigen Innenwiderstand und liefert deshalb fast unbegrenzt Strom (Sicherung), wenn der angeschlossene Körper genügend leitfähig ist. Deshalb ist die Gefahr hier groß.

TOT und zwar sofort mit Kammerflimmern und Verbrennungen und zwar innerlich die zu Vergiftungen führen

Die Gefährlichkeit des elektrischen Stromes ist durch die Spannung definiert. Alles über 24V gilt als potentiell gefährlich.

Auch die alte Unterscheidung zwischen 'Starkstrom' und 'Schwachstrom' wurde über die Spannung definiert.

Die Wirkung des Stromes beschreibt das Ohm'sche Gesetz: Strom gleich Spannung durch Widerstand.

Maßgeblich für die Gefahr ist die Spannung. Gefährlich sind Spannungen ab 50 Volt, Ströme ab 50 MilliAmpère. Der menschliche Körper hat einen Widerstand von ca. 1000 Ohm, das hängt natürlich davon ab, wo der Strom ein- und austritt, ob die Haut feucht ist, und von vielen weiteren Faktoren. Eine Spannung von 320V (sehr ungewöhnlich!) ist immer gefährlich!

Unfälle mit elektrischem Strom lassen sich bestimmt googlen. Aber ab 50Volt ist es immer lebensgefährlich!

Ähm, Wechselspannungen ab 50 V UND 10 mA können je nach Einwirkzeit und Weg des Stromflusses durch den Körper schon tödlich enden.

Und daher ist auch dies hier nicht ganz richtig:

Aber ab 50Volt ist es immer lebensgefährlich!

Nö, man beachte das fette "UND" oben. ;) Es kommt auch immer auf die Stromstärke an. Anders wäre es ja auch fatal, denn du hast doch sicher schon mal durch statische Aufladung eine gefeuert bekommen, gell? Unangenehm aber immer überlebt.^^ Und da wirken dann u. U. mehr als 20.000 V. ;)

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@Eichbaum1963

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten und Einschätzungen. Das mit der statischen Aufladung und der hohen Voltanzahl habe ich auch gehört. Ich habe dies und auch den Grund meiner Anfrage in dem Kommentar zur anderen Antwort von Unkekse erwähnt. Freu mich über weitere Einschätzungen hierzu. LG

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