Gibt es derzeit (ab 2024) tatsächlich eine "Entlassungswelle im IT-Bereich"?
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Die Entlassungswelle im IT-Bereich mit mehr als 238.000 Stellenverlusten im Jahr 2024 und weiteren 76.000 in diesem Jahr wird wahrscheinlich nicht so schnell abebben.
Weltweit bereiten sich viele Unternehmen auf eine mögliche Rezession vor. Dabei schielen die Verantwortlichen zunehmend auf IT-Technik und spekulieren darauf, durch den Einsatz von KI in großem Stil Personal einzusparen.
Viele KI-Befürworter hatten in den zurückliegenden Jahren das Potenzial der Technologie heruntergespielt, menschliche Arbeitskräfte zu ersetzen. Doch genau dieses Szenario scheint nun in den Vorstandsetagen auf immer größeres Interesse zu stoßen. Den Verantwortlichen gehe es darum, ihre Geschäftsabläufe neu zu erfinden, sagen IT-Einstellungsexperten.
Viele Vorstände drängten die CEOs dazu, ihre Personalkosten um bis zu 20 Prozent zu drücken – in der Erwartung, dass KI die wegfallenden Stellen übernehmen wird, sagt beispielsweise Camille Fetter, CEO von Talentfoot Executive Search & Staffing. “Die Unternehmen gestalten ihre Organigramme um, um die Effizienz zu verbessern und das aufgeblähte mittlere Management zu reduzieren.”
Man lese auch (den wohl fundierteren) Bericht https://karrierewelt.golem.de/blogs/karriere-ratgeber/tech-entlassungswelle-was-diesmal-anders-ist
5 Antworten
Viele KI-Befürworter hatten in den zurückliegenden Jahren das Potenzial der Technologie heruntergespielt, (...)
Die Befürworter haben es eher weniger heruntergespielt, sondern sich eher stärker als der Rest damit befasst und sich im Idealfall gleich für die Zukunft besser aufgestellt. Jene die KI skeptisch gar ablehnend gegenüberstehen, werden eher die Verlierer sein. Es gab international gesehen einige größere Entlassungswellen, national - also mit Blick auf Deutschland eher weiterhin eine Nachfrage infolge unbesetzter Stellen. Da reden wird von ~110.000 IT-Fachkräften mit einem leichten Rückgang zum Vorjahr.
- bitkom.org → Deutschland fehlen weiterhin mehr als 100.000 IT-Fachkräfte
- Die Zeit → Hunderttausende IT-Fachkräfte fehlen laut Bitkom bis zum Jahr 2040
Eine Studie von Bitkom prognostiziert, dass bis 2040 etwa 663.000 IT-Fachkräfte fehlen könnten, falls keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zumal bis dahin dutzend neue Berufe samt IT-Stellen in der Arbeitswelt entstehen werden. Wenn sich die EU weiterhin mit ihrer Überregulierung ins eigene Knie schießt, geht deren Digitalisierung noch schnarchender voran. Von Deutschland fangen wir am besten gar nicht erst an zu sprechen, da wird auch noch sehr viel Zeit ins Land gehen.
LG medmonk
Eine gute sowie berechtigte Frage und man im Grunde nichts glauben sollte. Ich meine skeptisch hinterfragen und ggf. mit eigenen Beobachtungen abgleichen. Bei alledem sollte man auch nicht die jährliche Abwanderung von qualifizierten Fachkräften unterschätzen, die ebenfalls einiges ausmachen. Da geht es ja jährlich auch um ~200.000 Menschen, unter denen sicher der ein oder andere IT'ler dabei sein wird.
Von einem Stelleneinbruch zu schreiben ist halt reißerischer als umgekehrt. Zumal jeder irgendwie meint über KI zu faseln um im Gespräch zu bleiben. Der Witz ist, viele würden es u.U. gar nicht merken, dass sie gerade irgendwie mit KI arbeiten. Wohl gleich nicht abstreite dass es auf dem Arbeitsmarkt größere Verwerfungen geben wird, alleine weil sich die Berufswelt in Teilen schneller oder gar deutlich wandelt als bisher.
Hmm, ich höre immer nur davon, dass ITler händeringend gesucht werden.
KI? Ja, dadurch können zum Beispiel Softwareentwickler effizienter arbeiten. Das kommt aber am Ende immer nur dem Unternehmen zugute. Wenn du tausendmal so schnell arbeiten könntest, bekommst du auch tausendmal so viel Arbeit.
Der Entwickler hat im Endeffekt durch die KI nichts gewonnen.
Ja, bei einigen Großkonzernen. Dort wo man eine KI individuell an die Bedürfnisse hat anpassen können und eine Investition in Höhe von mehreren Millionen kein Problem war.
Hier ist ein Artikel, der speziell auf Deutschland zugeschnitten sein möchte:
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Weltweit scheint dennoch richtig zu sein:
Stellenverluste ja, aber großflächige Entlassungswellen nein. Man kann ja mit der natürlichen Fluktuation arbeiten und Mitarbeiter früher in den Ruhestand schicken, dazu muss man niemandem hart kündigen.
Und ja, man kann in IT investieren, ohne groß eigenes Personal aufzubauen: Cloud-Computing, Outsourcing, Off- und Nearshoring machen's möglich. Automatisierung unter KI-Einsatz kommt gerade als weitere Möglichkeit hinzu.
Weniger Management und flachere Hierarchien ist bei sinkender Stellenzahl dann ein logischer Folgeschritt.
Danke. Diese Darstellung erscheint mir zutreffender als jene von CIO.de.
Aber was soll man jener Fachzeitschrift dann überhaupt noch glauben?