Gibt es derzeit (ab 2024) tatsächlich eine "Entlassungswelle im IT-Bereich"?

5 Antworten

Viele KI-Befürworter hatten in den zurückliegenden Jahren das Potenzial der Technologie heruntergespielt, (...)

Die Befürworter haben es eher weniger heruntergespielt, sondern sich eher stärker als der Rest damit befasst und sich im Idealfall gleich für die Zukunft besser aufgestellt. Jene die KI skeptisch gar ablehnend gegenüberstehen, werden eher die Verlierer sein. Es gab international gesehen einige größere Entlassungswellen, national - also mit Blick auf Deutschland eher weiterhin eine Nachfrage infolge unbesetzter Stellen. Da reden wird von ~110.000 IT-Fachkräften mit einem leichten Rückgang zum Vorjahr.

Eine Studie von Bitkom prognostiziert, dass bis 2040 etwa 663.000 IT-Fachkräfte fehlen könnten, falls keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zumal bis dahin dutzend neue Berufe samt IT-Stellen in der Arbeitswelt entstehen werden. Wenn sich die EU weiterhin mit ihrer Überregulierung ins eigene Knie schießt, geht deren Digitalisierung noch schnarchender voran. Von Deutschland fangen wir am besten gar nicht erst an zu sprechen, da wird auch noch sehr viel Zeit ins Land gehen.

LG medmonk

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Full-Stack Developer

grtgrt 
Beitragsersteller
 28.08.2025, 17:52

Danke. Diese Darstellung erscheint mir zutreffender als jene von CIO.de.

Aber was soll man jener Fachzeitschrift dann überhaupt noch glauben?

medmonk  28.08.2025, 18:55
@grtgrt

Eine gute sowie berechtigte Frage und man im Grunde nichts glauben sollte. Ich meine skeptisch hinterfragen und ggf. mit eigenen Beobachtungen abgleichen. Bei alledem sollte man auch nicht die jährliche Abwanderung von qualifizierten Fachkräften unterschätzen, die ebenfalls einiges ausmachen. Da geht es ja jährlich auch um ~200.000 Menschen, unter denen sicher der ein oder andere IT'ler dabei sein wird.

Von einem Stelleneinbruch zu schreiben ist halt reißerischer als umgekehrt. Zumal jeder irgendwie meint über KI zu faseln um im Gespräch zu bleiben. Der Witz ist, viele würden es u.U. gar nicht merken, dass sie gerade irgendwie mit KI arbeiten. Wohl gleich nicht abstreite dass es auf dem Arbeitsmarkt größere Verwerfungen geben wird, alleine weil sich die Berufswelt in Teilen schneller oder gar deutlich wandelt als bisher.

Hmm, ich höre immer nur davon, dass ITler händeringend gesucht werden.

KI? Ja, dadurch können zum Beispiel Softwareentwickler effizienter arbeiten. Das kommt aber am Ende immer nur dem Unternehmen zugute. Wenn du tausendmal so schnell arbeiten könntest, bekommst du auch tausendmal so viel Arbeit.

Der Entwickler hat im Endeffekt durch die KI nichts gewonnen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Fachinformatiker - Anwendungsentwicklung

Ja, bei einigen Großkonzernen. Dort wo man eine KI individuell an die Bedürfnisse hat anpassen können und eine Investition in Höhe von mehreren Millionen kein Problem war.

Stellenverluste ja, aber großflächige Entlassungswellen nein. Man kann ja mit der natürlichen Fluktuation arbeiten und Mitarbeiter früher in den Ruhestand schicken, dazu muss man niemandem hart kündigen.

Und ja, man kann in IT investieren, ohne groß eigenes Personal aufzubauen: Cloud-Computing, Outsourcing, Off- und Nearshoring machen's möglich. Automatisierung unter KI-Einsatz kommt gerade als weitere Möglichkeit hinzu.

Weniger Management und flachere Hierarchien ist bei sinkender Stellenzahl dann ein logischer Folgeschritt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Langjährige Berufserfahrung als IT-Berater