Zwangsgedanken in allen Situationen

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Hallo pijan, ich habe schon von Kindheit an magische Zwangsgedanken. Mache seit einigen Jahren Therapie und nehme auch zwangshemmenden Medikamente (Fluoxetin = Antidepressivum mit zwangshemmender Wirkung). Seitdem wird es besser. Ich kann Dir die Doku WIE ICH LERNTE, DIE ZAHLEN ZU LIEBEN über einen Mann empfehlen, der auch magische Zwangsgedanken hat (auf DVD erhältlich). Bücher gibt es eine ganze Reihe. Z.B. DER KOBOLD IM KOPF. Oder informiere bei der Dt. Gesellschaft Zwangserkrankungen. ALLES GUTE T.

Du hast eine Zwangsstörung - Du solltest, falls das schlimmer wird, evtl. zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten gehen. Wer sein Auto mehrmals intensiv kontrolliert, obwohl er genau weiß, dass nichts passiert sein kann, unterliegt ganz eindeutig einem Zwangsverhalten. Wer bewusst die Geschwindigkeit übertritt, um geblitzt zu werden, ist nicht normal (falls ich das richtig verstanden habe). Zum Fluchen - ich habe noch nie gehört, dass jemand entlassen wird (es sei denn, er wäre Bankangestellter und würde die Kundschaft anpöbeln), weil er flucht. -- Ich habe auch einen Tick - wenn ich die Wohnung verlassen habe, bin ich jedesmal versucht, nachzuprüfen, ob ich wirklich abgeschlossen habe. Damit das nicht überhand nimmt, mache ich das so: Ich stehe vor der Haustür und sage mir (natürlich nicht laut), Du schließt jetzt zweimal rum, Du hast am Türgriff gerüttelt - diese Tür ist jetzt zu) und dann verlasse ich das Haus. Das Gleiche mit Autoabschließen: Ich stecke bewußt den Schlüssel ins Schloß - ich habe jetzt zugeschlossen!! Eine Zeitlang bin ich immer noch mal zurückgelaufen, um mich selbst zu kontrollieren. Ich zwinge mich jetzt dazu, das zu unterlassen. Ich sage mir selbst: Du hast abgeschlosen - Zu ist Zu! Mach das doch mal nach dem Einparken - Du schließt das Auto ab, schaust ganz kurz, ob es gut geparkt ist und Du niemanden behinderst und dann gehst Du nach Hause. Man darf solchen Zwangsvorstellungen nicht erlauben, überhand zu nehmen. lg Lilo

Das mit dem blitzen hast du falsch verstanden, jeder fährt ja mal Bißchen schneller ich denke das ist normal, und wenn man nur ausrollen lässt anstatt extrem ab zu bremsen nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Ich fahre nicht bewusst schnelle um geblitzt zu werden, aber jeder wird das ja kennen dass er bewusst schneller fährt 50 ist erlaub das Tacho zeigt knapp 60, genauso geht es mir auch. Nur das ich in diese Situation den Blitz sozusagen schön sehe nach jeder Ecke nach jedem Busch hab ich den Blitz gesehen ^^ Verstehst du wie ich es meine

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@pijan

Nein - das macht nicht jeder. Ich achte sehr darauf, auf keinen Fall die Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten - ich bin nicht geneigt, dem Staat mein Geld hinterherzuwerfen. Ich schaue - gerade in der Stadt - immer auf mein Navi, da hier die Geschwindigkeit weit genauer anzeigt, als auf meinem Tacho. Wenn Du oft genug wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen Bußgeld bezahlen musst, kann es sogar früher oder später zum Entzug der Fahrerlaubnis kommen ,wusstest Du das? Dann bist Du Deinen Lappen los und darfst in ein paar Jahren einen neuen Führerschein machen. Das ist heutzutage eine teure Angelegenheit. lg Lilo

Dass Du in jeder Ecke einen Blitz siehst, ist einfach ein Zeichen Deines schlechten Gewissens. Das ist keine Zwangsstörung, das ist schlicht und ergreifend Angst, weil Du weißt, dass das nicht richtig war.

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@LiselotteHerz

Ich habe mich geirrt, Punkte in Flensburg sammelt man erst an, wenn man mehr als 20 km/h die Geschwindigkeit überschreitet.

https://www.bussgeldkatalog.org/geschwindigkeitsueberschreitung/

Nichts desto trotz, was hast Du denn davon? Ich lass das die letzten Jahre langsam angehen, habe ich einen wichtigen Termin, fahre ich sehr frühzeitig weg. Habe ich nur einen Arzttermin - dann komme ich halt etwas später. Fahre ich einfach nach Hause - wem bringt das was, wenn ich da 3 Minuten früher bin? Wenn ich wirklich mal unter Druck stehe, stelle ich mir einfach vor, wieviel Zeit es mehr kosten würde, wenn ich jetzt einen Unfall baue oder gar jemanden an- oder überfahre. So wichtig kann gar nichts sein. lg Lilo

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Hallo,

meiner Meinung nach dein Problem ist, daß bei dir alles sich um deine eigene Person dreht !!!

Versuche dich für Andere zu interessieren, intensiviere deine Kontakte nach außen!

Sich mehr zu exteriorisieren - du bist stark introvertiert - ist wahrscheinlich die Lösung !

Dabei könnte dir Sport helfen. Such dir eine Sportart, welche dir gefällt, egal was: radeln, schwimmen, laufen, Ski fahren, tanzen, rudern, Body Building. Am besten eine etwas anstrengendere Sportart, so daß du richtig müde wirst.

Eine ehrenamtliche Tätigkeit täte dir auch gut !

Ernähre dich vernünftig, trinke ausreichend (2-3 Liter am Tage).

Nach einigen Wochen / Monaten wirst du den Unterschied merken. Ich glaube, das einfachste ist, an dir selbst zu arbeiten, der beste Psychologen der Welt kann dir das nicht abnehmen !!!!

( z. B. : jedesmal, wenn dir "schlechte Gedanken" das Leben schwer machen, absolviere einige Kniebeugen / Liegestützen).

Gruß, Emmy

Leider hast Du scheinbar von krankhaften Zwangsgedanken keine Ahnung. Von daher wäre ich vorsichtig mit Ratschlägen. Deine sind schlichtweg falsch. Jedenfalls, was deine ersten drei Sätze angeht. Tut mir leid, dass ich dir das so direkt sagen muss. Ich bin selber Zwängler und habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Gruss T.

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So zwanghaftes Grübeln ist auf jeden Fall nicht gerade selten, und ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall aktiv etwas dagegen tun. Nicht dass das noch zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird, indem du zB nachdenkst, was wäre, wenn du den Führerschein verlierst, und dabei dann so abgelenkt bist, dass du tatsächlich Mist baust.

Therapie bringt etwas. Du brauchst natürlich etwas Geduld, auch in Sachen Wartezeiten - die meisten Therapeuten haben recht lange Wartelisten, und du musst ja auch einen finden, mit dem du arbeiten kannst. Du lernst dort aber eben Techniken im Umgang mit Zwangsgedanken, die dir helfen, dich nicht daran festzubeißen.

Lies das mal und lerne noch mehr darüber, indem du zB "Therapie Zwangsgedanken" googelst: http://neurologie-psychiatrie.universimed.com/artikel/wege-aus-der-endlosschleife-therapie-von-zwangsgedanken

In der Zwischenzeit kannst du aber auch viel selbst tun. Wie sie in dem Artikel schon schreiben, ist das Problem vor allem die Bewertung des Gedankens, nicht der Gedanke an sich. So Gedanken hat jeder mal, aber man nimmt es normalerweise nicht wichtig. Man achtet schlicht darauf, dass man eben nicht geblitzt wird und überlegt sich vll schon mal einen Plan B für den Fall, dass man den Job wirklich verlieren sollte. (Ich lass mir deshalb zB auch gerne nach nem Jahr ein Zwischenzeugnis ausstellen, nur für alle Fälle. Je nach Kündigungsgrund weiß man ja nie, ob der Arbeitgeber nicht ansonsten bockig würde und einen monatelang warten lässt etc)

Ich finde so einen Plan B jedenfalls sehr beruhigend. Was ist, wenn du deinen Job verlierst? Aktualisiere schon mal deinen Lebenslauf, hab Bewerbungsbilder etc zur Hand und sei eben für den Notfall bereit. Was ist, wenn du den Führerschein verlierst? Check schon mal die Routen der Busse.

Ansonsten hilft Meditation. Damit bringst du deinem Gehirn Disziplin bei. Anfangs ist es schwierig, den Kopf dabei auszuschalten. (Meditation kannst du auch googeln. :P) Wichtig ist, ruhig zu bleiben. Wenn du für 10 Minuten ruhig sitzst oder liegst und sich unweigerlich Gedanken bilden, schieb sie sanft aus deinem Kopf. Das wird zur Gewohnheit werden.

Also, recherchier mal und gute Besserung!

Ganz vernünftige Antwort, aber Meditation kann bei Zwangsgedanken kontraproduktiv sein. Von daher erstmal vorfühlen, ob es das Richtige ist.

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Grundsätzlich haben viele Menschen ähnliche Ängste, denke ich. Es kommt ja etwas darauf an, wieviel Zeit diese im Verhältnis zu deinem Alltag einnehmen. Ich habe mal eine Reportage gesehen, da hieß es, sobald man täglich 2 Stunden mit diesen Gedanken zu bringt, gilt es als krankhaft. Aber wenn du es als störend / belastend empfindest, würde ich zu einem Therapeuten bzw. erst einmal zu einem Psychiater (Arzt) gehen. Therapien sind so eine Sache .... Wenn du meinst, dass es in deinem Leben eine Ursache für deine Ängste gibt, über die du reden willst, wäre eine Therapie sicher gut... Der Arzt jedoch wird dir sagen, was in deiner Situation angebracht ist und dir ggf. ein Medikament verschreiben, dass dich erstmal von deinen Zwangsgedanken befreit. Ist das eine Weile aus dem Kopf, wirst du deinen Alltag mehr genießen können und sehen, dass auch ohne diese Kontrollen nichts passiert. Geh bitte zum Arzt!

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