Zero-Waste-Verpackung für Gummibärchen - welche Ideen habt Ihr?

3 Antworten

Na gut, klopfen wir das mal an:

Nehmen wir die Gummibärchen, die kommen ja in PP-Tüten, die etwa 5g wiegen, und dann in die gelbe Tonne gehen. Selbst wenn diese Tüte dann nur als Brennstoff dient, erzeugt die wieder genau so viel Wärme, wie 5g Heizöl oder die entsprechende Menge Gas.

Du willst aber Großgebinde direkt vom Hersteller, und das dann in z.B. Pfandgläser abfüllen. Allein die Herstellung des Glases brauch schon mal Heizmaterial, aus dem hätten auch 30 Tüten hergestellt werden können.

Dann kommen diese Gläser leer zu dir zurück, du weißt nie, was deine Kunden so in den Gläsern gemacht haben, Vielleicht ja als Nachttopf missbraucht? Also musst du die Gläser sehr heiß und mit scharfem Reinigungsmittel wieder Lebensmittelrein machen, du brauchst Wasser, Reinigungsmittel und Heizung dafür, Dann sinds die Gläser auch schwer, das bedeutet, deren Transport verschlingt deutlich mehr Treibstoff, als alle Tüten, die durch das Kreislaufglas eingespart werden. Und dazu kommt natürlich, das auch immer wieder einmalso ein Glas kaputt geht, im Schnitt überlebt so ein Glas kaum 50 Kreisläufe.

Unter dem Strich ist hier die Umweltbilanz auch nicht besser, eher im Gegenteil.

Also? Mehr Plastik / Kunststoffe? Klar, am besten gar keine Verpackungen - aber alles, was sparen kann, kostet doch Energie: Tesla-Fahrzeuge, neue, dichtere Fenster, Holzpalletts, what so ever. Nichts ist ohne "Abfall". Nichts läuft ohne Energie.

Wie würdest du hier rangehen? Schreib' mir einfach deine Lösung oder noch mehr Kritik.

Bin da völlig offen - nur so komme ich vorwärts :-)

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Ich will jetzt nicht deine Idee an sich kritisieren, aber Versand und Rückversand von Paketen ist alles andere als Umweltfreubdlich .... da sollte man sich überlegen, ob dein geplantes Konzept wirklich nachhaltig ist.

Yeah, so gefällt mir das. Kritikpunkte finden - sehr gut. Findest du einen Shop vor Ort besser? Es sollte bei den Packeten schlichtweg immer der gleiche Karton / die gleiche Box oder das gleiche Glas verwendet werden. So wie bei einer Milchflasche. Was meinst du dazu?

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sowas finde ich gut .... allerdings gibt es das schon (ist also keine wirklich neue Idee). Schau dir mal "unverpackt" Läden an

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@Ingoberta

Klaro. Was gibt es nicht alles schon.

Autos - hunderte Hersteller.

Handys - hunderte Hersteller.

... kann ich endlos weiterführen. Wichtig ist, dass man selbst davon überzeugt ist und die richtige Zielgruppe erreicht.

Ich denke, man wird noch davon lesen :-)

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@danny144

Und lassen wir mal den Rückversand weg - in wieweit ändert sich dann deine Meinung?

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mmh ... dann würde ja der Effekt der closed-loop verloren gehen. natürlich sind z.B. Gasflaschen und wiederverwendbare Produkte besser, nur dann frage ich mich was ich als Kunde damit mache. sagen wir mal ein paar Gasflaschen kann ich natürlich auch so weiterverwenden, aber wenn man dauerhaft bestellt, dann sammeln sich ja die verpackungen an .... irgendwie ein Teufelskreis.

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Du willst nen Patent anmelden? Worauf denn?

Im Übrigen, hast du dir schon mal überlegt wie die Umweltbilanz deiner Geschäftsidee überhaupt ist? Von der Tragbarkeit ganz zu schweigen. Da ist nix mit "Zero-Waste". 

Danke für deine offene Kritik - so gefährlich mir das :-)

Definierst du mir noch "Tragbarkeit" und sagst mir, aus welcher Sicht (wirtschaftlich, Effizienz, Zielgruppe, ...) du das Projekt kritisierst?

Es soll ähnlich dem Werdegang einer Flasche Milch ähneln. Einmal gekauft - immer wieder genutzt. Erkennst du die Nachhaltigkeit?

Wenn nicht, kritisiere bitte weiter - nur so komme ich vorwärts! :-)

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@danny144

Mit Tragbarkeit meine ich auf gut deutsch ob es sich wirtschaftlich lohnt. 

Schlüsseln wir mal kurz auf erst wirtschaftlich dann umwelttechnisch (im Nächsten Kommentar ^^):

Du willst die Süßwaren im Großhandel kaufen. Du damit mindestens einen Zwischenhändler zwischen dir und dem eigentlichen Hersteller. Schmälert somit deinen potentiellen Gewinn.

Dann brauchst du Lagereinrichtungen die geeignet sind die Lebensmittel entsprechend den Bestimmungen zu lagern. Das sind hohe Kosten. 

Dann brauchst du eine Reinigungseinrichtung für die zurück gesendeten Gläser, die den Anforderungen für Lebensmittel entsprechen. Hohe Kosten.

Weiß nicht genau was man bei Lebensmitteln alles beachten muss, ist auf jeden Fall ne ganze Menge. Aber die beiden oben genannten Dinge sollten erst mal reichen.

Dann brauchst du eine geeignete Transporteinrichtung um die Süßigkeiten vom Großhändler zu deiner Lagereinrichtung zu transportieren. Wieder Kosten. Selbst wenn der Großhändler liefert hast du kosten.

Dann musst du die Gläser beschaffen. Aber nicht nur eine Größe sondern verschiedene Größen. Weitere Kosten. Und da du immer mit Glasbruch und Schwund aufgrund nicht zurück gesendeter Gläser rechnen musst, musst du auch entsprechenden Ersatz bevorratet halten. Noch mehr Kosten.

Dann brauchst du Verpackungsmaterial das entsprechend den Anforderungen die du dir selbst stellst und auch die zum Transport geeignet sind. Weitere Kosten.

Dann musst du den Onlineshop betreiben. Dazu brauchst du nen Server den du mieten musst (Kosten), die Shopsoftware (unter Umständen Kosten), musst das ganze Gestalten (unter Umständen Kosten wenns der Profi macht), musst das ganze Warten und aktuell halten (Kosten).

Dann gibts noch diversen Kleinkram wie Büroartikel, Aufkleber usw. usf. der alles Kosten verursacht. Natürlich musst du auch vernünftig Buch führen und brauchst nen Steuerberater. Kosten.

Die Abgaben an die entsprechende Berufsgenossenschaft. Kosten

Gibt sicher noch paar Punkte die ich jetzt auf die Schnelle vergessen hab, die Kosten verursachen.

Wenn du das alles zusammen gerechnet hast , weißt du schon mal wie viel du im Monat mindestens Einnehmen musst nur um Kostendeckend zu arbeiten. Dann hast du aber noch keinen Cent verdient.

Auch darfst du nicht vergessen das du bei der Preisgestaltung nicht übertreiben darfst. Denn kaum jemand kauft dir (nur als Anschauungsbeispiel) nen Glas mit 200 Gramm Gummibärchen für 20 Euro ab wenn man die im Discounter um die Ecke für 2 Euro bekommt.

(Vor lauter Süßigkeiten musste ich mir jetzt glatt Gummibärchen holen ^^)

Umwelttechnisch im nächsten Kommentar

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@danny144

Kommen wir zur Umwelttechnik. (Ich nehm als Beispiel wieder Gummitierchen ^^) Ich werd der Einfachheit halber Pro und Contrapunkte vergeben. Anhand der kann man zumindest erahnen wohin es mit dem Umweltschutz geht und was für Stationen es alles gibt. 

Klar klingt es sehr nachhaltig und umweltfreundlich wenn man wiederverwendbare Verpackungen verwendet. Allerdings muss man dabei einiges Beachten wenn man Einweg mit Mehrweg vergleicht. 

Die Rohstoffgewinnung für beide lass ich jetzt mal außen vor, da ich mich in diesem Bereich nicht zu 100% auskenne und selbst erst einlesen müsste. Aber ich denke da dürfte das Glas einen leichten Vorteil gegenüber der Wegwerfplastikverpackung haben. Also sagen wir mal 1:0 FÜR dich.

Kommen wir zum Abfüllen. Der Hersteller füllt seine Sußigkeiten in die Verpackungen ab und transportiert sie zum Großhändler (wo du sie abholst) und zu den diversen Zentrallagern des Einzelhandels (i.d.R. wohl Supermarktketten). Soweit ausgeglichen. 2:1 für dich.

Vom Großhändler wird die Ware nun zu dir transportiert. Je nachdem wie weit der weg ist kann es dir einen kleinen umwelttechnischen Vorteil verschaffen im Gegenzug zu den Zentrallagern der Supermarktketten, die die Waren zu den einzelnen Märkten transportieren. Geben wir mal Großzügig ein 3:1 für dich.

Jetzt muss die Ware ausgepackt werden. Im Supermarkt werden die Kartons geöffnet, die verpackten Gummitiere (ich futter immer noch ^^) bleiben aber in ihren eigentlichen Verpackungen. Damit fällt nur Kartonage und ein wenig Wickelfolie an. Du hingegen musst komplett auspacken. Je nachdem wie der Großhändler die Gummitierchen hat (in Einzelpackungen oder in den Plastikeimerchen) fällt entsprechend mehr Verpackungsmüll bei dir an. 3:2 

Der Verpackungsmüll der bei dir anfällt (bis auf das Altpapier) kann nicht wirklich recycelt werden (weil die Verfahren zu teuer sind) also landet das Zeug entweder auf der Deponie, oder in der Müllverbrennungsanlage. Erst mal 3:3

Jetzt musst du die Gläser beachten. Diese müssen gekauft und zu dir Transporiert werden. Zusätzliche Umweltbelastung. 3:4 gegen dich.

Jetzt füllst du um und versendest. Dafür wird das Päckchen mit dem Glas voll Gummitiere entweder von dir direkt zum Packetdienst gebracht oder von ihm abgeholt. Umweltbelastung. 3:5 gegen dich.

Von der Annahmestelle kommt das Päckchen ins Verteilcenter. Je nachdem wie weit weg der Zielort ist ist die Umweltbelastung entsprechend hoch. 3:6 gegendich. 

Vom Verteilcenter kommt es per LKW zur zuständigen Verteilstation. 3:7 gegen dich. 

Von der Verteilstation kommt es dann schließlich beim Kunden an. Weitere Umweltbelastung durch den Transport. 3:8 gegen dich.

Der kunde der im Supermarkt seine Gummitiere kauft belastet die Umwelt natürlich auch, sofern er nicht zu fuß geht. Daher 4:8.

Wenn der Kunde aus dem Supermarkt seine Gummitiere vertilgt hat (mein tütchen ist auch leer :'( ) und die Verpackung entsorgt entsteht das gleiche Problem wie bei deiner Entsorgung. Daher 2 Punkte für dich und somit 6:8

Jetzt kommt der Kunde mit seinem Glas wieder dran. Der muss sein Glas wieder verpacken und zum Packetdienst bringen oder abholen lassen. Umweltbelastung. 6:9 gegen dich

Von der Annahmestelle über das Verteilcenter zurück zu dir sind 4 Stationen. 6:13 gegen dich

Bei dir angekommen muss die alte Versandverpackung wahrscheinlich entsorgt werden und wer weiß was Kunden da noch so alles rein stecken (schon gebrauchte Kondome in ner Rücksendung gefunden)  6:14 gegen dich. 

Dann muss das Glas entsprechend den Vorschriften gereinigt werden. Hohe Umweltbelastung. 6:15 gegen dich

Es gäbe noch ganz viele Zwischenpunkte die man hier mit einfließen lassen könnte aber lassen wirs an dieser Stelle mal gut sein.

Rein Pro und Contra verglichen steht es nicht besonders Gut um die Nachhaltigkeit deiner Idee. 

ABER

Wenn du her gehst und alle Faktoren mal reell aufschlüsselst und mit Zahlen berechnest könnte es vielleicht doch noch mal gedreht werden und deine Idee könnte nachhaltig wirken.

Ich erhebe auch keinen Anspruch das ich jetzt alles berücksichtigt habe. Es kann auch sein das ich etwas vergessen habe das dich nach vorne katapultieren könnte. Allerdings wüsste ich auf die Schnelle jetzt nicht was das sein könnte.

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@Ravager187

Okay, vieken lieben Dank für das tolle Feedback. Das regt wirklich zum Nachdenken an.

Hatte mir in den letzten Tagen und nach deinem Kommentar nochmals Gedanken gemacht - und schlichtweg den Rücksende-Vorgang weggelassen.

Man kann die Gläser ja auch selbst verwenden - vielleicht kann ich an anderer Stelle die Nachhaltigkeit in den Fordergrund stellen.

Alle anderen Sachen werde ich erstmal ausprobieren - bin breit aufgestellt und die Beschaffungsmaßnahmen lassen sich hier gut und ohne Aufwand darstellen.

Das Produkt soll vor allem auch als stylisches Geschenk dienen. Klar, es wird nicht günstig werden und teurer sein als die Packung aus dem Discounter - aber über was freuste dich mehr: über eine lahme, zerknatschte 200g-Tüte Gummibärchen, oder über ein schickes Glas (hochqualitativ) mit ca. 150g drin? 

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