Woran liegt es, dass Schüler heutzutage so viel Hilfestellung benötigen?

Das Ergebnis basiert auf 42 Abstimmungen

Von allem ein bisschen 43%
Die Schüler scheinen zu "verblöden" (gewisse Freizeitbeschäftigungen etc.?) 17%
Sonstiges... (bitte erläutern) 14%
Der Schulstoff wird schwieriger 7%
Die Schüler werden immer fauler/ gleichgültiger 7%
Die Lehrer vermitteln den Stoff immer unangemessener 7%
Die Eltern unterstützen ihre Kinder nicht mehr ausreichend 5%

32 Antworten

Von allem ein bisschen

Wir können die Zeiten nicht zurückdrehen: Die Gesellschaft entwickelt sich weiter, nur die Schule kann darauf nicht angemessen reagieren. Wichtig ist eine grundlegende Schulreform und noch wichtiger: Mehr Geld für Bildung und Schule, für die Beratung von Familien, von Schüler(inne)n, von Lehrer(inne)n. Sicherlich muss auch die Lehrerausbildung mehr praxisorientiert sein; auch Lehrerfortbildung (ohne Zusatzbelastung!) ist notwendig. Aber: mit mehr finanziellen Zuweisungen würden die Klassenfrequenzen geringer, die Personaldecken besser, die sachliche und personelle Ausstattung von Schulen (z. B. Sozialpädagogen)besser... Nach meiner Erfahrung sind Erziehung und Bildung in der Schule eine Frage an die gesamte Gesellschaft: Wieviel sind uns Allen (!!!) Erziehung und Bildung wert?

Ich stimme dir grundsätzlich schon zu, was die Änderung der Schulreform angeht. Dennoch bleibt die Frage offen: Wieso konnte man z.B. ´95 ohne Probleme das Abitur machen, ohne Förderung, ohne Nachhilfe, ohne Gelder? Die Klassen waren damals (bei uns zumindest) auch voll besetzt, die Lehrer auch dröge usw.

DH für die Beteiligung an der Umfrage! ;-)

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Von allem ein bisschen

Für die zunehmenden Probleme von Schülern gibt es mehrere Gründe, wobei diese nicht für alle oder immer gleichartig gelten.

Der Schulstoff wird nicht immer größer und schwieriger. In Teilbereichen kommen mehr neue Sachverhalte und mehr Wissen hinzu. Dies kann aber oft auch leichter recherchiert werden. Umfangreicher wird der Lernstoff pro Zeit im Zusammenhang mit dem Abitur nach 12 Schuljahren.

Bei einem Teil der Schüler(innen) ist wohl eine Berieselung mit anspruchsloser Unterhaltung, Beschäftigung mit schnell wechselnden Oberflächenreizen und ein entsprechender Medienkonsum abträglich für die Konzentrationsfähigkeit und die Entwicklung eines vertiefenden selbständigen Denkens.

Manche sehen Wissensaneignung und die Ausbildung von Lernfähigkeit in keinem engen Verhältnis zu Möglichkeiten im späteren Leben, auch wenn dies oft eine wesentliche Voraussetzung (wenngleich keine hinreichende Bedingung) ist und Erfolg ohne Talent und Anstrengung nicht die Regel ist.

Die Aufgabe der Lehrer(innen) ist unter den geänderten gesellschaftlichen Bedingungen und zum Teil auch wegen eines durch die Bildungspoltik geschaffenen Rahmens schwieriger geworden. Sie müssen in stärkerem Ausmaß sozialen Defiziten gegensteuern und sich für ein gutes Arbeitsklima mit Motivation und ausreichender Disziplin anstrengen. Zu Vermittlungsmöglichkeiten unter diesen Bedingungen (weniger der reinen sachbezogenen Aufbereitung) kann eine Unterstützung für viele wohl auch nützlich sein.

Eltern haben zum Teil nicht viel Zeit für eine starke persönliche Unterstützung ihrer Kinder oder fühlen sich überfordert, manchmal haben sie anscheinend auch wenig Lust dazu.

Schöner, differenzierter Beitrag. :) Und stimmt, das ist mir vorhin glatt entfallen, wir (ich) hatten damals noch KEIN INTERNETZUGANG!

Wenn wir etwas nicht verstanden haben, wurde untereinander gepaukt und diskutiert. Man hat sich wahrlich mehr mit dem Stoff auseinandergesetzt und gelernt. Die mediale Berieselung von heute gab es nicht.

DH für die Beteiligung an der Umfrage! ;-)

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@user1175

Mist, ich meinte: "keinen Internetzugang" ;-) (hatte erst nur "Internet" geschrieben)

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Die Lehrer vermitteln den Stoff immer unangemessener

Erlebe ich leider gerade bei meinem Sohn siebte Klasse Realschule, die Lehrer werden veranlasst in einer gewissen Zeit das Pensum durchzuziehen ohne Rücksicht auf Verluste, da kann kein Schüler noch ein zweimal nachfragen, da heißt es nur hättest Du beim ersten mal aufgepasst, Du hälst den Unterricht auf, traurig aber wahr, weil viele Schüler dadurch die Lust an der Schule verleiren.

Ja, man könnte sagen, dass fast überall und schon immer (?) die Lehrer nicht immer die Besten sind/ waren. Aber das war zu meiner Zeit auch schon so. Doch man half sich untereinander, hat sich auch in der Freizeit mit dem Lehrstoff auseinandergesetzt und war fleissig (oder auch nicht) ;-)

DH für die Beteiligung an der Umfrage! ;-)

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Hallo. Lernen fängt nicht erst in der Schule an. Ein Kind lernt zuerst gefühlsmäßig von der Mutter. Dort bekommt es schon die Basis für die spätere Intelligenz mit der Muttermilch. Aber was machen die Mütter oft: Stillen sie heutzutage noch, oder wählen sie lieber die bequeme Flasche? Und haben sie überhaupt viel Zeit für ihren Nachwuchs, oder geben sie ihn im Hort ab? Und wenn es dann Zuhause ist, beschäftigen sie sich mit dem Kind, oder sezten sie es vor die Glotze? So wird wahrscheinlich schon sehr früh das spätere Fehlverhalten, kein Interesse zum lernen zu haben entwickelt. Die frühkindliche geistige und gefühlsmäßige Förderung des Kleinkindes ist imens wichtig, wenn das Kind später in der Schule erfolgreich sein soll. Dies ist aber nur ein Aspekt dieser Frage. Die Verhältnisse in der Schule selbst sind natürlich auch ein Grund dafür, warum die Schüler keine Ehrgeiz entwickeln, wenn sie schon immer mehr andere Schüler sehen, die nur faul herumhängen oder gar die Schule schwänzen. Die Lehrer selbst kann man heutzutage nur bedauern, weil sie schon garkeine richtige Ausbildung erhalten haben, um die Schüler pädagogisch erziehen zu können. Auf Pädagogik wird in der Lehreráusbildung kaum noch wert gelegt. Und so geht die Kette weiter. Wir haben insofern ein Bildungsproblem ersten Ranges. Dies ist wiederum eine bildungspolitische gewollte Entscheidung. Aber wer von den vielen desinteressierten Eltern, die es lieber vorziehen, daß die Mutter noch für ein zweites Gehalt sorgt, anstatt sich um die notleidende Versorgung der Kinder zu kümmern, denn sie müssen ja ihren materiellen Ansprüchen gerecht werden, ist wirklich bereit, ihre Geiteshaltung zu ändern? Und der Staat passt sich auch an die Berdürfnisse der Bürger an, indem er bestrebt ist, weil ja auch die nächste Wahl vor der Türe steht, jedem Kind einen Hortplatz zu garantieren. Und so entsteht nach und nach eine neue Kultur, bis die Welt ganz am Ende ist und die Menschen ganz und gar vergessen haben, wer sie wirklich sind: Eine unsterbliche Seele! Hoch lebe der Materialismus..... Liebe Grüße hermann

Wow, danke für deine sehr ausführliche und differenzierte Ansicht! Ich finde deine Ansätze sehr gut, auch wenn man sie nicht immer zu 100% anbringen kann. Vor allem der Hinweis auf Muttermilch ist wertvoll. :)

DH für deine Beteiligung!

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Von allem ein bisschen

Heißes und sehr aktuelles Thema gerade... Auch hinsichtlich der sog. "G8-Diskussion". Ich meine, dass grundlegend etwas nicht in Ordnung sein kann, wenn Schüler nur noch mit Not und permanenter Nachhilfe über die Runden kommen. Entweder ist die Schulform falsch gewählt, oder die Lehrpläne zu voll, die Lehrer ihren Anforderungen nicht gewachsen, die Kinder zu "problembeladen" (kann vieles sein) oder, oder... Aber wie so oft kann man wohl auch hier nicht von Monokausalität sprechen. Ich denke, dass in der Bildungspolitik viel zu oft irgendwelche "Schnellschüsse" abgegeben werden in Form von irgendwelchen Neuerungen, die zwar gut gemeint, aber ebenso wenig gut durchdacht sind, leider. Auszubaden haben das schlussendlich immer die Kinder...

Ein differenzierter Beitrag! :)

DH für die Beteiligung an der Umfrage! ;-)

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Hinzu kommt, daß die politischen "Schnellschüsse" möglichst nichts kosten dürfen! Und schon deshalb meistens nichts bringen...

DH, Mia!

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