wofür ist das 'lammfell' unterm sattel?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das ist dafür da, um es darunter wegzunehmen.

Warum? Ich erklär's Dir.

Ein Sattel wird von einem Sattler so angepasst, dass er optimal aufs Pferd passt.

Wenn Du dabei schon mal zugesehen hast, dann weißt Du, dass er das Anpassen des Sattels ohne eine Unterlage macht, sprich ohne Satteldecke, Schabracke oder eben Pads. Der Sattel wird auf dem blanken Pferderücken angepasst.

Und genau SO passt er auch am besten.

Rein theoretisch also, ist es sogar am besten, wenn man ohne eine Schabracke reitet.

Nun müsste man da aber in regelmäßigen Abständen wohl neue Sättel kaufen. Denn der Schweiß und der Dreck auf dem Pferderücken beschädigt das empfindliche Leder des Sattels. Also muss das geschont werden.

Und wie? - Richtig, durch eine Schabracke.

Also packen wir eine Schabracke unter den Sattel. Nun stehen wir aber da, mit dem Problem: Was nimmt man da?!

Kann ich Dir auch sagen. Man nimmt eine relativ dünne Satteldecke/Schabracke.

Aus welchem Grund? - Richtig, weil jede Unterlage unter dem Sattel, die Passform wieder verändert und manipuliert. Denn, wir erinnern uns mal kurz zurück, der Sattel wurde ja auf dem blanken Pferderücken angepasst. Nichts mit Decke oder Pad.

Verstehst Du, was ich meine?

Die Veränderung der Passform durch eine normale gängige Schabracke/Satteldecke ist allerdings so gering, dass es keine Beeinträchtigung für das Pferd oder das Reiten an sich hervorbringt. Auch eine etwas leichter gepolsterte Schabracke, wie man sie manchmal im Polosport sieht, liegt meist noch im Rahmen, da dass Material und die Füllung solcher Decken so nachgiebig ist, dass sich der Sattel wieder seiner ursprünglichen Passform nähern kann, ohne dass dicke Stoffe ihn daran hindern und an Stelen drücken.

Nun gehen wir mal davon aus, dass wir unter unserem gerade angepassten Sattel (erinnere: der auf dem blanken Pferderücken angepasst wurde!), eine Schabracke drunter legen - nicht die dünnste und fein gesteppteste, eher so ein gängiges Mittemaß.

Und nun denken wir uns: Ach Herrgott, das Pferd muss so viel tragen und aushalten... Wie kann ich da denn den Rücken wenigstens ein bisschen schonen und entlasten...?

Resultat: Wir packen einfach noch ein schickes dickes Lammfellpad drunter, mit dem Gedanken: "Das wird ja wohl auf jeden Fall ein bisschen dämpfen und schont mit Sicherheit enorm! Das Fell ist ja so flauschig und dick..."

Falsch gedacht. Ich sage, wenn man den Pferderücken am besten schonen will, muss man absteigen. Ganz einfach.

Dadas natürlich nicht Sinn der Sache ist, sollte man auf unsere Pferde, deren Körperbau und deren Ausbildung und somit entstandenen Tragkraft des Rückens zurückkommen und sich darauf einfach verlassen.

Denn: Bei korrekter Grundausbildung eines Pferdes, ist die Tragkraft des Rückens soweit hergestellt und ausgebaut, dass es keine Probleme mit dem Gewicht des Sattels und eines Reiters hat. Und wenn der Sattel passt (!) dann entstehen auch keine Druckstellen und es ist auch keine zusätzliche externe Belastung notwendig (Außer dass man beim Aufsteigen sowieso eine Aufstieghilfe verwenden sollte, um die einseitige Belastung zu minimieren, sofern möglich)

So zurück zu unserem Pferd mit dem Sattel, der Schabracke und dem Fellpad auf dem Rücken - und dem Gewicht eines Reiters, der natürlich auch noch rauf muss.

So langsam wirst Du Dir vermutlich vorstellen können, worauf ich hinaus will...

Also: Wenn der Sattel nicht passt, dann bitte anpassen lassen! Und nicht versuchen, das Ganze mit dicken Pads oder doppelten Schabracken zu kompensieren. Das geht nicht und ist kontraproduktiv.

Jedoch muss ich sagen, dass ich hiermit die Verwendung eines Fellpads an sich komplett ausschließe oder niedermache. Ich selber habe dieses schon diverse Male beim longieren mit einem Longiergurt verwendet.

Da ist das dann wiederum etwas anderes, da auf dem Pad kein weiterer Druck herrscht, sondern nur der Gurt, der am Widerrist liegt und das Fell darunter, was den Widerrist vor Scheuerstellen bewahrt, die bei einem Longiert (der ja nun einmal nicht angepasst wird) häufig vorkommen kann.

Unter einen angepassten Sattel (der das auch immer sein sollte!) gehört meiner Meinung nach einfach nur eine stinknormale Schabracke....

mit besten Grüßen

EdOfRe

vorrausgesetzt der angepasste Sattel ist wirklich angepasst und noch aktuell passend. Ein Pferd verändert sich ja muskulär, vor allem Junge

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@reiterhexe

Durchaus. Ich habe ja selber einen 4 jährigen gehabt, da musste der Sattel dann eben alles halbe Jahr neu angepasst werden.

Und so ein Lammfellpad kostet auch mal eben um die 60Euro. Da kann ich lieber für das gleiche Geld oder sogar günstiger, den Sattel nochmal gescheit anpassen lassen.

So sehe ich das. Und für mich klingt es so auch ziemlich plausibel und logisch. Mein Sattler und auch ein guter Reitlehrer, stehen beide genau so zu diesem Thema.

Ich denke, man fährt einfach besser, wenn man sich um gescheite Ausrüstung kümmert, als irgendwelche "Problemchen" zu kompensieren versucht.

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@channa2011

Ich danke auch, für das Sternchen. Freut mich, dass ich ein wenig helfen konnte.

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Seh ich nicht so, viele Worte und dennoch falsch. Untersuchungen haben eben ergeben, das Fell wirkt stoßdämpfend und ist Hautfreundlicher als z.B. die Nähte auf den herkömlichen Sattelunterlagen. Die reizen nämlich die Haut. Frag mal einen Fachmann, der bestätigt dies. Das ein Sattel grundsätzlich passen sollte, steht außer Frage.

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ich hab ein lammfellpad bei meiner rb drunter... die besi sagt, dass die das braucht, da sie erst 8 ist und abgenommen hat und an muskeln aufgebaut hat... sie hatte angeblich noch keine zeit fürn termin beim sattler...

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