Wo zahlen Konzerne ihre Steuern?

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Der Gewinn wird dort versteuert, wo er erzielt wird. Und innerhalb eines Konzernes kann man es ganz willkürlich steuern, welche Gesellschaft die Gewinne erzielt, und welche nicht.

Ich erklär's mal am kleinen Beispiel: Jemand hat 'ne GmbH und außerdem ein Einzelunternehmen als Freiberufler. Die GmbH muß Gewerbesteuer zahlen, ein Freiberufler nicht. "Rein zufällig" und steuerrechtlich völlig legal macht der Freiberufler deutlich mehr Gewinn als die GmbH. Es wird also kaum Gewerbesteuer fällig.

Große Konzerne haben nicht selten eines ihrer Unternehmen in einem Steuerparadies zu sitzen. Und "rein zufällig" macht dieses Unternehmen innerhalb des Konzerns dann natürlich den größten Gewinn.

Folglich, wenn ich ein Produkt von Nike kaufe, wird dieser Gewinn der Stelle in Rumänien zugeschrieben? Also alles in allem ist die Frage, wenn ich Produkte Amerikanischer Firmen kaufe, wie groß ist der Anteil mit dem ich die US-Regierung finanziere?

Ist so eine rein Moral-Ethische Frage. Bin mit deren Politik nicht einverstanden und möchte sie nicht auch noch mitfinanzieren.

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@gansoneymar

In Zeiten der Globalisierung wird es ziemlich schwierig, hier nach Nationalitäten zu trennen. Vereinfachtes Beispiel: Angenommen, ein freundlicher schwedischer Aktienbesitzer hält Aktien eines US-amerikanischen Konzerns, der auch in Rumänien produzieren läßt. Der "finanzielle Schaden", den Du mit Deinen "Wirtschaftssanktionen" verursachst, würde dann nicht zuletzt auch den bedauernswerten Schweden treffen. ;-)

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@FloydPepper

Danke :D. Dabei hattte ich mich zwischenzeitlich echt "mächtig gefühlt" als ich den US-Firmen Boykott ausgerufen habe... hoffe der arme Schwede kann in den Ski-Urlaub :(.

:D danke nochmal.

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@FloydPepper

Aber von verdeckter Gewinnausschüttung hast Du schon mal gehört?

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Das System und die Vorschriften sind komplizierter als sich die Steuerverschwörungstheoretiker das denken.

  1. Konzerne haben natürlich Tochtergesellschaften, Zweigniederlassungen, Schwesterunternehmen rund um die Erde.

  2. Zum Teil können durch die Konzerninternen Verrechnungspreise Gewinne gesteuert werden. Wenn Starbucks. B. Gewinne aus Deutschland, Frankreich, Italien udn Spanien etwas verlagern will, setzt man die Europazentrale nach Dublin Irland und die Betriebe in den Ländern müssen dort das Kaffeepulver kaufen.

  3. Es gibt aber auch Ergebnisabführungsverträg, nach denen das Gesammte Ergebnis an die Konzernzentrale abgeführt werden muss, aber dann wird der Gewinn davor in dem Land dieser Teilgesellschaft versteuert (Beispiel Opel/GM).

  4. Diese Art Verträge können aber auch ein Schuss nach hinten sein. Hat man die Verrechnungsspreise hoch angesetzt, können in schlechten Jahren Verluste entstehen, aber die Gewinne aus den Verrechnungspreisen müssen in dem anderen Land trotzdem voll versteuert werden. Man kann diese Verträge nciht jedes Jahr nach belieben anpassen udn ändern.

Steuerverschwörungstheoretiker

Du meinst vermutlich die Steuerverschwörungstheoretiker der FAZ.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/konzerne-ab-in-die-steueroase-12536214.html

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@FloydPepper

Konzerne nutzen die Möglichkeiten, die ihnen das Steuerrecht gibt. Das machen alle Menschen.

Keiner zahlt mehr, als er Muss. Das hat auch etwas mit der geiz ist geil Mentalität zu tun.

Es gibt auch VW Mitarbeiter die einen Dacia fahren.

Es gibt Leute die Grenznah arbeiten und in Aachen tätig sind, in Belgien wohnen, in München arbeiten udn in "A" wohnen, in Konstanz arbeiten und in der Schweiz wohnen, oder umgekehrt, je nach dem, was paßt.

Ich kenne mich durch Ausbildung und über 40 Jahre Arbeitsleben im steuerrecht, auch dem internationalen, sehr gut aus. Es gibt genügend Ansätze um etwas zu machen. So kann ich als deutscher Prüfer mir alle Verträge von Starbucks Deutschland mit den Starbucksgesellschaften im Ausland auch unter Berücksichtigung von § 42 AO (Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten) prüfen. Wenn ich dann nichts finde, waren die anderen eben besser.

Es ist ja auch ein schwaches Bild, dass die OECD in der Lage ist, solche Statistiken zu erstellen, aber unfähig die Steuerfahndungen der Mitgliedsländer zu koordinieren.

Man kann einen Temposünder im Ferrari nicht von einem Polizisten auf dem Fahrrad verfolgen lassen.

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@wfwbinder
Konzerne nutzen die Möglichkeiten, die ihnen das Steuerrecht gibt.

Habe ich denn etwas anderes behauptet? Schrieb ich etwas anderes als "völlig legal"? Was soll dann der Seitenhieb "Steuerverschwörungstheoretiker"?

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@FloydPepper

Weil ich das GEjammer über die Konzerne nicht leiden kann. Nicht, weil ich den Ärger als solchen nicht nachvollziehen kann, sondern weil es nichts nutzt.

Die Medien berichten über zu komplizierte Gesetze. Wenn Steuern erhöht werden, über Standortnachteile. Darüber, dass die Interessen von einzelnen nicht genügend berücksichtigt werden (obwohl wir schon für jeden Sch... einen Freibetrag haben).

Vereinfachung und internationale Zusammenarbeit wären die Lösung.

Nur es gibt eben Länder, die haben kein Interesse. USA, Russland, China, Hongkong

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@wfwbinder

Welches Gejammer? Wer hat hier wann und wo gejammert? Soweit ich das erkennen kann, wurde eine Frage gestellt und diese einfach nur beantwortet - nüchtern, sachlich und bar jeglicher Polemik. Letztere hast Du daraufhin erst mit dem Begriff "Steuerverschwörungstheoretiker" ins Spiel gebracht.

Hier wurde nicht mal irgendeine Wertung bemüht, obwohl diese eigentlich angebracht gewesen wäre. Denn ein Lohnempfänger oder Kleinunternehmer/ Mittelständler hätte gegen eine Gleichbehandlung in Steuerfragen sicher nichts einzuwenden.

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@FloydPepper

Gut, Gejammer war der falsche Ausdruck, aber ich sehe den Artikel in der FAZ in dem Kontext, das dieses Thema alle paar Wochen hochgeholt und über die Konzerne mit den teuer bezahlten Spezialisten geschrieben wird, die sich vor der Steuer drücken.

Die Arbeitnehmer holen sich über andere Kanäle (nicht alle aber viele) auch ihren Teil und die KMU rufen viele Vorteile und Steuerermäßigungen nicht ab, weil sie sich nicht ordentlich um ihre Buchhaltung kümmern, oder sich nicht ausreichend informieren.

Jeder KMU könnte zumindest 4 subventionierte Beratungen bekommen, Steuervorteile Investitionsrücklagen usw. nutzen, macht es aber nicht.

Ist nun der böse, der diese Möglichkeiten nutzt, weil er sich einen Vorteil gegenüber den Schlafmützen verschafft, oder sind die Schafmützen selbst Schuld?

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@wfwbinder

Der KMU ist in der Regel mit dem Tagesgeschäft voll ausgelastet - jedenfalls wenn er gut ist, also dementsprechend Aufträge generiert. Den Luxus, kostbare Arbeitszeit in zusätzliche "4 subventionierte Beratungen" zu investieren, gönnen sich deshalb wohl die wenigsten. Dafür müssen die regulären Termine beim Steuerberater reichen, und das tun sie m.E. auch.

Die Frage ist, ob es sich vom Aufwand her für einen KMU lohnt, zum Zwecke der Steuerersparnis in Timbuktu eine Tochter zu gründen. Wohl eher nicht. Kann man deshalb dem KMU Schlafmützigkeit vorwerfen?

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@FloydPepper

ich habe reihenweise Leute, die probleme in der Liquidität haben, wo die Erträge im Verhältnis zum Umsatz nicht stimmen.

Wenn ich dann sage, lösbar 2-4 Tage arbeit, kommt "kann ich mir nicht leisten."

Wenn ich dann sage, wie viel die Bafa zahlt, kommt "warum habe ich sie nicht früher ennen gelernt?"

Ausserdem hören schon viele beim StB nicht richtig zu.

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dafür das du dich damit nicht auskennst, hast du es aber recht einfach erklährt. genauso läuft das nämlich, die firmen machen hier den umsatz und zahlen ihre steuern aber in dem land in dem sie ihren firmensitz haben.

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