Wie lange dauert die Gegenwart?

Das Ergebnis basiert auf 169 Abstimmungen

Der Moment ist zu kurz, um hierüber eine Aussage treffen zu können 61%
Es gibt keine Gegenwart, da es auch keine Zeit gibt 18%
1 Sekunde 11%
0,000000001 Sekunden 7%
1 Tag 2%
1 Stunde 1%
1 Minute 0%

161 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Der Moment ist zu kurz, um hierüber eine Aussage treffen zu können

Ich habe mir jetzt nicht die anderen Antworten durchgelesen, aber meiner Meinung nach ist die Frage schon falsch gestellt. Das wäre das Gleiche, als wenn ich fragen würde, wie lange ein Lichtjahr dauert. Das sind zwei unterschiedlichen Dimensionen.

Die Gegenwart ist immer eindimensional, ein Zeitpunkt und deshalb ohne dauer. Erst wenn man zwei Punkte nimmt - zum Beispiel die Gegenwart und "Morgen um die gleiche Zeit" - und dann den Zeitraum dazwischen betrachtet, kann man überhaupt von "Dauer" sprechen. Die Dauer ist zweidimensional.

Deswegen war leider auch kein Abstimmungsvorschlag wirklich passend. Am nächsten kam orange der Lösung. Ein gewiefter Philosoph könnte uns vielleicht noch verkaufen, dass es keine Gegenwart gibt.

Erst einmal möchte ich mich beim Fragesteller dafür bedanken, dass meine Antwort als am hilfreichsten ausgezeichet wurde.

Gerade deshalb komme ich wohl aber nicht umher, noch zwei Anmerkungen zu machen.

  • Viele andere Antworten, die hier gegeben wurden, sind auch nicht unbedingt falsch, sondern betrachten die Gegenwart einfach aus einem philosophischeren oder kosmologischen Blickwinkel. Mein Ansatz verfolgte mehr eine mögliche, mathematische Auslegung. Es freut mich, dass besonders diese Ansicht vom Fragesteller gut nachvollziehbar ist.

  • Wenn man es genau nimmt, muss ich noch korrigieren, dass ein Punkt nicht im IR¹, sondern im IRº liegt (wie die Gegenwart), die Zeit selbst aber im IR¹ liegt, sie ist eindimensional. Ich bin also mit den Dimensionen jeweils eine zu „hoch“ gegangen. Trotzdem sind es aber verschiedene Dimensionen.

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@Megakonto1

Wie kommst du darauf, dass ich punktegeil bin? In meiner Antwort habe ich nichts von Punkten erwähnt und zum Zeitpunkt meiner Antwort, in der ich mich bedankt habe (und meine Ursprungsantwort verbessert habe), habe ich die Punkte schon erhalten. Ich habe allgemein auch noch nicht viele Punkte gesammelt und für diese Antwort habe ich zum jetzigen Zeitpunkt gerade mal 10 positive Bewertungen erhalten (andere haben sogar 52!)

Oder meintest du das aus Scherz, als Anspielung darauf, dass ich die Gegenwart als Zeitpunkt betrachte? Das wäre ein guter Gag!

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Zitat:"Das wäre das Gleiche, als wenn ich fragen würde, wie lange ein Lichtjahr dauert"

Dauer hat was mit Zeit zu tun. Ein Lichtjahr ist aber eine Entfernung.

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@artiiK

Trotzdem werden Äpfel mit Birnen verglichen.

cm und Liter haben etwas mit Entfernungsmaßen zu tun. Niemand würde aber auf die Idee kommen zu fragen, wie weit 3 Liter sind oder welches Volumen 2,5cm haben.

Ich habe nie behauptet, dass ein Lichtjahr etwas mit Zeit zu tun hat (genau genommen hat es aber etwas damit zu tun: Es ist der Weg, den das Licht in einem Jahr zurücklegt). Ich wollte nur eines von unendlich vielen Beispielen nennen, bei dem man auch keinen Vergleich anstellen kann.

Oder ich habe den Kern deiner Aussage nicht verstanden. Dann erkläre ihn mir bitte.

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es gibt keine zukunft und es gibt keine vergangenheit

die antwort der frage ist in der frage selbst schon formuliert. ich würde sagen es gibt nur die zeit und die gegenwardt und beide begriffe sind das gleiche denn eine zukunft gibt es nicht aber: sie wird es geben.

und die vergangenheit gibt es nicht sondern sie war. denn ohne die gegenwardt welche die einzig reale zeitform darstellt in der die vergangenheit mal gewesen ist, gaebe es keine vergangenheit.

was ich sagen will ist dass der bezugspunkt aller zeitbeschreibenden wörter ja die gegenwardt ist. ohne die gegenwardt ergibt der begriff zukunft ja keinen sinn. und die vergangenheit liegt hinter der gegenwardt.

das problem ist dass man die begriffe von der logik ihrer existenz her nicht trennen kann. und da ist die gegenwardt der massstab.

und dann lautet die antwort auf die frage: Ewig. die gegenwardt dauert ewig.

wenn dem nicht so waere dann waere es genauso logisch zu sagen morgen gibt es keine zeit mehr. man sagt ja ımmer: ach wie die zeit vergeht. aber das ist es ja eben die zeit ist das einzige das nicht vergeht, deshalb ist die gegenwardt ewig.

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@Nussknacker

Das ist eine interessante Sichtweise. Das wäre also im Grunde so, wie wenn ich sagen würde, es gäbe keine Vorfahren und es gäbe keine Uhrurenkel, denn die einen sind ja schon tot und die anderen gibt es noch nicht. Das ist in der Tat auch nachvollziehbar.

Vielleicht ein wenig schlecht nachzuvollziehen finde ich diese Aussage:

die antwort der frage ist in der frage selbst schon formuliert. ich würde sagen es gibt nur die zeit und die gegenwardt und beide begriffe sind das gleiche denn eine zukunft gibt es nicht aber: sie wird es geben.

Wenn es nur die Zeit gibt und die Gegenwart und beides das gleiche ist, wo ist denn dann noch Platz für die Zukunft und wann fängt diese an?

O, ab in der Tat, man könnte es auch so sehen. Was ich nicht verstehe ist, warum du das als Kommentar zu meiner Antwort geschrieben hast. Im Grunde hätte diese Antwort es meiner Meinung nach verdient, auch alleine zu stehen ;-) Sie benötigt nicht unbedingt meine Antwort, um letztenends "nur" als Kommentar zu stehen.

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ein lichtjahr ist die entfernung die licht in einem jahr zurücklegt

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@pupsicola

artiiK

Dauer hat was mit Zeit zu tun. Ein Lichtjahr ist aber eine Entfernung.

Suboptimierer

Ich habe nie behauptet, dass ein Lichtjahr etwas mit Zeit zu tun hat (genau genommen hat es aber etwas damit zu tun: Es ist der Weg, den das Licht in einem Jahr zurücklegt).

Schreibe ich chinesisch? Bist ja ein ganz heller.

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Neurologisch werden alle Reize, die in einem Zeitfenster von 40 ms eintreffen, als "gleichzeitig" klassifiziert. Für einen Menschen dauert die Gegenwart also etwa 40 ms. (nicht mehr 100% sicher). Physiker glauben, dass man keine Zeiten unter 10^-44 s feststellen kann, siehe dazu auch Planck-Zeit.

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Mathematisch ist das einfach Schwachsinn. Und ein Lichtjahr ist keine Zeiteinheit sondern eine Strecke.

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@Cyberfx

Mathematisch ist das einfach Schwachsinn.

Was würde denn ein Mathematiker deiner Meinung nach sagen?

Und ein Lichtjahr ist keine Zeiteinheit sondern eine Strecke

Entweder wollt ihr mich provozieren oder auf den Arm nehmen. Keine Ahnung, was schlimmer ist, aber ich werde nicht meinen Kommentar an pupsicola wiederholen. Lernt bitte lesen!

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@Suboptimierer

Also ich glaube das man Zeit an sich, nicht mit unserer Zeit messen Kann,...weil eine Messung ebenfalls schon Zeit kostet und wenn doch , dann stimmt sie 100% nicht, auch wenn wir davon überzeugt sind. Zeit ist an sich und für mich Zeitlos und somit auch die Gegenwart.

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"The problem with the future is that it keeps turning into the present" - Calvin & Hobbes

Die Gegenwart ist nur dann ein kurzer Moment, wenn man sich die Zeit auf eine bestimmte Art und Weise vorstellt. Etwa wie ein Buch, indem die schon gelesenen Seiten die Vergangenheit darstellen und die noch ungelesenen die Zukunft. Dann kann man die Gegenwart bezeichnen als die Seite die man gerade liest, oder den Satz oder das Wort oder den Buchstaben, usw. Wie man eben möchte.

Aber die Zeit ist kein Buch, das man weglegen kann und später weiterlesen. Die Zeit geht ohne Unterbrechung weiter. Und sie wird zu jeder Zeit als Gegenwart empfunden. Es ist ja nicht so, dass die Zukunft im nächsten Moment oder überhaupt irgendwann anfängt. Die Gegenwart geht unaufhörlich weiter. Wir werden die Zukunft nie erleben. Und die Vergangenheit natürlich auch nicht. Beides sind Vorstellungen. Konzepte die unser Leben strukturieren.

Wir haben immer nur Gegenwart. Jetzt kann man sich Gegenwart natürlich auch vorstellen wie ein Daumenkino. Eine klitzekleine Gegenwart jagt die nächste. "Da! Guck mal, die Gegenwart!! - Wo?? - Ach vergiss es, sie ist schon wieder weg." Ich sehe aber keinen Grund, die Gegenwart zu zersplittern und in unendlich viele superkurze Gegenwarten einzuteilen. Ich glaube diese Ansicht von Gegenwart geht zurück auf die intuitive Auffassung der Gegenwart als Bindeglied von Zukunft und Vergangenheit.

Als ich anfing die Antwort zu schreiben war Gegenwart, jetzt ist es zufällig auch Gegenwart und wenn du diese Antwort irgendwann lesen wirst, darauf würde ich sogar wetten, dann ganz bestimmt auch in der Gegenwart. ;) Die Gegenwart ist sehr lange. Länger als man messen kann.

Hi roma, Deine Antwort gefällt mir richtig gut! Toller Beitrag!

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Hallo roma2701,

danke für diesen wunderbar formulierten Beitrag ! Zwar liegt der Zeitpunkt, als du ihn verfasst hast, und die genauen Gedanken, die damals durch deinen Kopf gingen, schon lange wieder in der "Vergangenheit" und damit im Nirvana - real sind sie einzig und allein noch dadurch, dass sie in irgendeiner neuen "Wirklichkeit" wirksam und in einer neuen "Gegenwart" gegenwärtig sind - zum Beispiel darin, dass ich gerade jetzt diese B u c h s t a b e n auf meiner Computertastatur eingebe - aber sorry, die exakten Gedankengänge, die mich dazu gebracht haben, genau das Wort "Buchstaben" gesperrt zu schreiben, sind mir schon wieder entschwunden ... Vergangenheit, Nirvana !

Das Augenmerk auf eine zeitliche "Gegenwart" ist also möglicherweise kein dem Wesen der Zeit und der "Realität" angemessenes Konzept. Etwas zu erleben oder zu erfahren ist in einem "Augenblick" der Zeitdauer Null einfach nicht möglich. Was unsere Erfahrung und unsere "Geschichte" ausmacht, sind nicht Momentaufnahmen, sondern Geschichten. Und Geschichten brauchen Zeit bzw. ein komplexes Gefüge von Ereignissen, Wechselwirkungen, Fragen und Antworten.

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Ich würde sagen die Gegenwart muss man relativ betrachten.

Einmal gibt es den Menschen der sich in seiner Gegenwart befindet. Er würde sagen seine Gegenwart ist unendlich, den sie hört nie auf, es vergeht zwar die Zeit und was eben noch war wird zur Vergangenheit, aber trotzdem befindet er sich in der Gegenwart. Da er niemals die Gegenwart verlassen kann umfasst diese sein ganzes Leben. Man könnte also sagen während er lebt "entsteht" eine Vergangenheit, welche er als solche aus seiner Gegenwart betrachten würde.

Ein Mensch ausserhalb dieser Gegenwart würde sie entweder als Vergangenheit oder als Zukunft beschreiben, relativ dazu wo er sich befindet.

Je mehr ich darüber nachdenke desto mehr komme ich zu der Meinung das wir Zeit irgendwie nicht richtig definieren können weil sie einfach nicht greifbar ist. Gegenwart ist das hier und jetzt, in der (vereinfachten) theoretischen Physik ist so etwas leicht beschreiben. Aber in der Realität bekommen wir sowieso alles verzögert mit, wir kommunizieren also nie mit Menschen in der Gegenwart, sondern eigentlich reagieren wir in unserer Gegenwart immer nur auf Ereignisse in der Vergangenheit.

Also ich bleibe dabei, auch wenn ein Ereignis quasi nach unendlich kurzer Zeit nichtmehr gegenwärtig sonder vergangen ist, hält die Gegenwart immernoch an. Aus der Sicht des Menschen in der Gegenwart ist sie ewig, aus der Sicht eines Menschen ausserhalb dieser Gegenwart ist sie nicht wahrnehmbar kurz.

Ergibt das alles irgendeinen Sinn? Naja, aufgrund der späten Uhrzeit nehme ich mir jetzt einfach mal das Recht herraus eine Antwort zu posten von derren nutzen ich nicht unbedingt überzeugt bin. :-)

Es kommt immer darauf an, wer diese Frage stellt. Wenn ein Historiker antworten soll, wird er mit Gegenwart das momentane Zeitgeschehen als Gegenwart bezeichnen, d.h. die politischen Ereignisse, die in den letzten Jahren bestimmend waren einschließlich der großen Themen und Probleme, die für die nahe Zukunft zu lösen sind, so z.B. die Verschuldung Griechenlands. Ein Politiker wird als Gegenwart schon eine sehr viel kürzere Zeitspanne meinen, so z.B. nur ein Jahr. Er wird den Reaktorunfall von Fukushima zur Gegenwart rechnen, nicht jedoch die Bankenkatastrophe in den USA. Die Philosophen haben ebenfalls große Probleme mit dem Begriff 'Gegenwart'. So sieht z.B. ein Phänomenologe wie Edmund Husserl die Gegenwart nicht als ein punkthaftes, auf die Wirkung eines Momentanreizes beschränktes Jetzt, sondern er betont, dass die Gegenwart angemessen nur als Phase beschrieben werden kann, in der der fundamentale Basiseindruck (Urimpression) zumindest von einer kometenschweifartigen Nachwirkungszeit (Retention) begleitet wird. Bei komplexen Geschehnissen kommt auch noch eine in die Zukunft gerichtete Erwartungshaltung (Protention) hinzu. Erst das Zusammenwirken aller drei Komponenten erzeugt beim Menschen ein Gefühl, dass sich ein Geschehen im Jetzt ereignet. Dies würde sich nicht so einstellen, wenn der Mensch sein Erleben aus der Aneinanderreihung von Erlebnispunkten bilden wollte.

Ich würde mal eine ganz banale Antwort geben und behaupten, die Gegenwart dauert solange, wie dass es von etwas, das man selbst definieren kann, andauert. Beispiel: bei der aktuellen Frauen WM 2011 ist die Endrunde Gegenwart. Die WM 2007 gehört nicht mehr dazu, das ist dann die Vergangenheit. Aber: Sprichst du vom Viertelfinale, ist die Gruppenphase Vergangenheit und das Halbfinale Zukunft... Anderes Beispiel: Du gehst jedes Jahr in den Urlaub. Der Urlaub, in dem du gerade bist, ist die Gegenwart, der Urlaub vom letzten Jahr ist Vergangenheit, der Urlaub von nächsten Jahr ist dann in der Zukunft. Also immer das, was gerade aktuell ist, ist Gegenwart

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