Wie weit darf ein Erzieher gehen?

14 Antworten

Rechtlich alles erlaubt und bis auf das "vor anderen als lahmarschig bezeichnen" (sowas geht absolut gar nicht), finde ich das alles in Ordnung. Mit dem, dass Kinder sich Unterhalten und die Erzieherin im Gespräch stört, das ist eine Sache die ich prinzipiell nicht so toll finde, aber in dem Alter durchaus nachvollziehbar. Die Kinder führen mit 7 Jahren keine Unterhaltungen wie Erwachsene, das ist schon ein Unterschied und die Schule ist auch kein Kaffeeklatsch. Die Erzieherin wollte etwas von dem Kind und das Kind hat sie ignoriert, wobei es sich hier um eine Autoritätsperson handelt. Wenn wir bei der Arbeit sind und uns privat unterhalten und der Chef möchte etwas von uns, dann ignorieren wir ihn ja wohl auch nicht. Ich sehe da einen Unterschied zwischen Schule und Freizeit, die Erzieherin arbeitet, sie hat kaum Zeit zu sagen "oh, XY unterhält sich, dann komme ich in 10 Min wieder".

Wenn die Kinder beim essen rumlaufen und Faxen machen, dann müssen die Erzieher konsequent handeln. Sicher müssen sie auch die schlechte Erziehung ausbaden, natürlich darf sie das Kind mit Nachdruck hinsetzen, sollte sie sogar. Ohne anfassen geht es in dem Alter kaum wenn die Kids so frech und anscheinend nicht ordentlich erzogen sind. Ich bin selbst Mutter, mein Großer ist 6 - ich würde das begrüßen, wenn die Erzieher so handeln. Sie müssen sich konsequent durchsetzen, sonst rennen nachher alle Kinder im Essensraum rum und machen was sie wollen. Eine bloße Ermahnung "setz dich hin" scheint ja nicht zu fruchten. Wie sollte sie das denn deiner Meinung nach lösen?

Ein Kind im Unterricht als lahmarschig zu bezeichnen geht nicht, das ist klar. Darauf würde ich sie auch ansprechen, aber auch Bedenken dass sie nur ein Mensch ist und ihr vielleicht einfach die Nerven durchgegangen sind. Da scheinen ja einige Kinder Null Respekt zu haben, das strengt an da immer konsequent hinterher zu sein. Natürlich darf sie nicht die Nerven verlieren und ein Kind verbal abwerten, aber wenn es einmal passiert, sie ist auch nur ein Mensch. Trotzdem würde ich es als Elternteil ansprechen, dass das nicht geht.

Alles andere ist rechtlich erlaubt und auch moralisch gerechtfertigt. Wenn ich mir die Schulen anschaue wo teils kaum normaler Unterricht möglich ist weil dauernd jemand stört, wo kein gesittetes Essen möglich ist, da würde ich mir mehr so konsequente Erzieher wünschen. Für deine Tochter ist es nur von Vorteil, klare Regeln und Konsequenzen haben noch nie geschadet!

Dreißig Kinder sprechen durcheinander und ich als Lehrkraft will die Stunde endlich beginnen, Ich habe einen festgezurrten straffen Lehrplan und kann nicht auf jedes Kind individuell einsteigen, bez. berücksichtigen, was wichtig ist oder welches Gespräch weniger wertvoll.

Ich beende also dieses stimmengewirr und bitte energisch um Ruhe, ich werde dazu laut. Auch das ist- wenn du es so bewerten willst- Machtausübung und Gewalt, ein Mittel, die kinder zu disziplinieren.

Kinder müssen begreifen, dass Schule Pflichten beinhaltet, dass Regeln gelten, dass sie sich daran halten sollen. Die Struktur greift, und nicht alle Kinder kommen damit klar. sie beschweren sich zuhause. Eltern sollten zuhören, das Kind erzählen lassen und ihm klarmachen, dass Lehrer es nicht jedem Kind recht machen können. Gegebenenfalls kann ein Elternteil in die Sprechstunde gehen, um den Sachverhalt zu klären.

Da ist es wiederum interessant, die andere Seite zu hören. Was, so verhält sich mein Kind?! 

Wenn meine Stimme nicht ausreicht, greife ich auch mal körperlich ein und führe ein Kind zu seinem Platz. daran ist nichts verwerflich, das ist nur ein erweitertes Mittel, um für Ordnung zu sorgen.

Du als Elternteil erwartest von einer institution vieles, dein Kind soll dazu lernen, seine Zukunft aufbauen, Interessen entwickeln etc. Verhalten könnte sich durch Struktur verändern, Aggressionen abbauen, Höflichkeit festigen...

Manche Eltern lassen alles laufen- ob du dazu gehörst, weiß ich nicht und will dir das auch nicht unterstellen!- und denken, die Schule kriegt das schon hin. Da kommen Kinder, die schlecht sprechen, die große Auffälligkeiten im Verhalten zeigen, die sich nicht einordnen können und wollen und der Lehrer darf nicht mal lauter werden oder ein Kind an die Seite stellen?!

Ich bin dafür und habe es bei meinen Kindern immer so gehalten, dass ich zugehört habe, den Kindern geglaubt hab- subjektive Wahrnehmung!- und dann mit den Kindern überlegt, was zu tun ist. Warum war die Nacharbeit fällig und was ist vorgefallen?

Auf jeden Fall habe ich deutlich gemacht, dass in der Schule andere Regeln gelten und Lehrer recht haben. Stellt man das grundsätzlich in Frage und beschimpft den Pädagogen als...., bringt man das Kind durcheinander und bestärkt es in einer Oppositionshaltung, die nichts bringt, die das Kind vom zuhören und Mitarbeiten ablenkt und letztlich beim Lernen stört.

Häufen sich Beschwerden, kannst du zur Sprechstunde, zum Rektor, zum elternbeirat, zum Schulamt gehen.

Zuerst einmal frage ich mich halt, wie sollte das funktionieren, wenn ein Lehrer jedesmal warten soll, bis die Schueler ihrer Unterhaltung beendet haben? Er wird doch bezahlt, den Kindern was beizubringen und nicht nur sinnlos in der Gegend rumzustehen und den Schuelern beim unterhalten zuzusehen. Und das trifft nicht nur auf Schueler/Lehrer zu (auch wenn es hier sicher extremer ist), sondern auch z.B. im normalen Berufsalltag.

Beispiel, es ist Betriebsversammlung, die Vorsitzende moechte mit ihrem Vortrag beginnen und wartet dann ruhig, bis die Anwesenden ihre Gespraeche beendet haben. Wie lange sol sie warten, 1 Stunde, 2 Stunden? Ohne ein lautes "Ruhe Leute, ich moechte jetzt bitte mit mein Vortrag beginnen" geht das gar nichts und in der Schule noch viel weniger.

Beispiel, ich stosse auf 2 Kollegen, die sich unterhalten, ich muss einem davon was fragen (dienstlich), gut, wenn ich etwas Zeit habe und es eine dienstliche Unterhaltung ist, dann warte ich kurz, beenden die Personen ihre Unterhaltung aber nicht, dann gehe ich vorsichtig dazwischen. Ist die Unterhaltung privat, mische ich mich noch etwas frueher ein (insbesondere, wenn meine Frage kurz ist) und ist es eine dringende Frage, z.B. weil ich jemanden am Telefon habe oder jemand sofort benoetigt wird, dann mische ich mich auch sofort in die Unterhaltung ein. Und als Erwachsener gebietet es die Hoeflichkeit, wenn ich merke, dass jemand etwas von mir will, meine Unterhaltung zu unterbrechen und zu fragen, was derjenige moechte. Ich kann ihn ja dann auch notfalls darauf verweisen, spaeter noch mal zu kommen oder dass ich mich bei ihm melde.

Aber bei Schuelern gebietet das die Hoeflichkeit nicht, die reden einfach weiter, selbst wenn sie von einer Lehrerin angesprochen werden, einer Person mit der hoeheren Stellung. Selbst wenn sie namentlich angesprochen wird, unterhaelt sie sich einfach weiter, das ist absolut respektlos. Die Reaktion der Erzieherin, die Schuelerin rumzuzerren, war sicher auch nicht einwandfrei, das macht man dann auch nicht. Erst mal etwas lauter die Aufmerksamkeit einfordern, waere sicher der bessere Weg gewesen.

Es ist auch sicher okay, sogar mal ein Kind am Arm fest zu halten, z.b. wenn es fluechten will. Ansonsten sollte koerperlicher Kontakt wirklich weitgehend vermieden werden, das ist klar. Aber manchmal geht es auch nicht anders, wenn ein Kind sonst nicht reagiert. Wenn ein Kind den Anweisungen mehrfach nicht Folge leistet (z.B. sich hinzusetzen), was soll die Lehrerin da machen? Warten bis alle Kinder nur noch im Raum rumhopsen und mit Essen werfen am Ende? Es gibt nun mal Regeln, die sind einzuhalten und das muessen alle Kinder lernen.

Auch jemanden aus dem Raum zu schicken, sind normale Erziehungsmassnahmen.

Was allerdings Paedagogisch voll daneben ist, das ist, ein Kind vor versammelter Mannschaft runter zu machen, das geht gar nicht und auch in die Ecke stellen wie frueher. Wohl aber, sich auf einen Stuhl etwas abseits zu setzen oder den Raum zu verlassen.

Wie willst du denn sonst Ruhe in eine Gruppe bringen oder die Kinder lehren, Regeln zu befolgen. Irgendeine Strafe muss es ja geben, sonst hoert doch keiner mehr. Und ist natuerlich auch immer etwas altersabhaengig, wie Strafen da aussehen koennen.

Wegen des vor der Klasse runter machen, da haette ich aber sehr wohl ein baldiges Gespraech mit der Lehrerin, das finde ich nicht in Ordnung.

Vielen Dank für Deine lange ausführliche Antwort.

Es ging in dem oben beschriebenen Fall nicht um einen Lehrer, sondern um einen Erzieher nachmittags im Hort, wo die Kinder spielen dürfen, im Unterricht ist das sicher etwas Anderes, wenn die Kinder reden.

Dann werde ich die Lehrerin auf jeden Fall auf das Runtermachen vor der Klasse ansprechen und bei allem anderen mal schauen, wie die anderen Eltern das erlebt haben.

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Einzig was nicht geht ist das Kind als lahm.... zu bezeichnen.

Ich finde ja immer, die Eltern sollten sich selber um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. Geht gar nicht lange, bis sie ihr Kind auch am Arm packen und dahin bringen wo es  hin soll etc..

Wenn man das nicht will, darf das Kind dann auch nur auf den Nerven der eigenen Eltern rum trampeln und die dürfen ihre Kompetenz in Erziehung so ausleben wie sie wollen. Allerdings darf man sich dann auch nicht wundern, wenn die Kinder dann allen auf den Sender gehen.

 Das ist etwas, was man keinem Kind wünscht.

Es gehört nun mal zur ganz normalen Alltag, sich in ein Gruppe einfügen zu können und auch zu müssen.

die erzieherin ist klasse. was sind denn das für kinder, die einer erzieherin nicht zuhören oder gar versuchen zu ignorieren. natürlich dreht man das kind um. der spruch geht übrigens so: kinder haben den mund zu halten, wenn erwachsene sich unterhalten. andersrum gilt dies nicht.

ich finde es erschreckend das es kinder gibt die nicht wissen wo ihr stuhl ist und erstmal einen erzieher braucht der sie bei wiederholten vergehen hinsetzen muss und kind das nicht zu hause gelernt hat. und es ist klasse das kind raus muss, wenn es beim essen stört.

seit wann soll es verboten sein, kinder in die ecke zu stellen? es ist nicht mehr erlaubt die blöden-kappe aufzusetzen und das kind vorher ein ding hinter die löffel zu hauen. aber in die ecke oder auf einen ruhigen stuhl ist überhaupt kein problem.

wenn ein kind nicht hört, dann wird es an die hand genommen und ihm wird erklärt was los ist. es geht nicht darum was kind möchte, sondern welche situation gerade erforderlich ist. dieses kind wird hier in deiner erzählung garnicht lächerlich gemacht. es macht sich selbst zum klops. klasse lehrer und klasse erzieher.

Jeder kann ja seine Meinung haben, daher ist es für mich auch ok, dass Du das völlig anders siehst.

Kinder sind nicht weniger wert nur weil sie kleiner sind und haben ebenso Rechte, auch das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung,

<§ 1631 BGB Abs. 2

„Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“>

Ein Kind vor der ganzen Klasse lächerlich zu machen, geht schon in die Richtung der seelischen Verletzung. Man kann einem Kind auch alleine sagen, dass es sich beeilen sollte, das muss nicht vor der ganzen Klasse geschehen und nicht in dieser Wortwahl. Wenn jemand langsamer ist muss er deswegen nicht runtergemacht werden, man kann einen anderen Weg aufzeigen oder wie oben beschrieben, es dem Kind auch sagen, wenn die anderen nicht zuhören.

Aber ich denke Deine Wortwahl sollte schon ein wenig provozieren, ist auch völlig ok, wenn das Deine Art ist, ich möchte darauf jedoch nicht in dieser Weise eingehen.

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@Nadyssa

nein es sollte in keiner weise provozieren. der erzieher der von dir beschrieben wurde entwürdigt keine kinder, er verletzt sie seelisch nicht und körperliche bestrafung findet auch nicht statt. hier werden erzieher und lehrer genötigt kinder zu erziehen, die es zu hause nicht wurden, da weichspülereltern nicht in der lage sind.

was hier beschrieben wird, ist normaler schulaltag. nur gibt es heute sehr viel unerzogene kinder und die lehrer haben es verdammt schwer, damit noch unterricht zu gestalten. kinder werden halt nicht erzogen, sondern zu kleinen königlichen hoheiten verarbeitet, die nicht mal in der lage sind sich einer gruppe einzuordnen oder sich unterzuordnen, sondern nur ihr eigenes ego vorleben müssen.

und dann kommen solche lachnummern wie du in die klasse und nerven die elternversammlung. damit machst du dich zur absoluten lachnummer bei der elternschaft als auch bei den lehrern. es gibt immer mal wieder so ein spzi der solch lächerlichkeiten verbreitet, statt irgendwelche wirklich wichtigen sachen vorzutragen: mehr geld für aktivitäten, bessere bücher, bessere lernmaterialien, bessere tische und bänke, wohin zur klassenfahrt, wann ist eltern-kind-grill-tag etc.

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Ich hoffe Du bist keine Erzieherin/Pflegerin/Mutter oder was auch immer. So etwas respektloses hab ich schon lange nicht mehr gelesen.

LG

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@nanadann

Obwohl ( wie ich annehme ) das da oben nicht mir galt, würde ich gern etwas dazu sagen:

und dann kommen solche lachnummern wie du in die klasse und nerven die elternversammlung. damit machst du dich zur absoluten lachnummer bei der elternschaft als auch bei den lehrern. es gibt immer mal wieder so ein spzi der solch lächerlichkeiten verbreitet.

Es mag ja sein, das Arm verdrehen bei Dir zur Normalität gehört und Du es als Lachnummer abstempelst, wenn ich in die Klasse komme und Dich zur Rechenschaft ziehe. Aber glaub mir, danach würdest Du dort nicht mehr arbeiten. Wenn Du es als normal empfindest, das man Kindern die Arme verdreht, sie vor der Klasse lächerlich macht und bloß stellt, hast Du definitiv Deinen Job verfehlt.

Kinder behandelt man mit Respekt und Liebe. Sie lernen noch, sind noch nicht fertig. Du zeigst ihnen die Welt, bitte menschlich und anständig.

Deine Einstellung und Deine Ausbildung halte ich für gescheitert, sorry. Unmögliche Art und Weise.

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