Wie weiß man, wann man beim Springreiten mitgehen muss?

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In wie weit habt ihr den Stangenarbeit und Cavalettivorarbeit gemacht?

Bei Stangenarbeit z.B. hebt das Pferd die Beine höher bzw je nachdem wie man reitet werden die Schritte länger.
Dies spürt man auch von oben. Bei dieser Übung lernt man gut sich dem Rythmus des Pferdes anzupassen da man sonst komplett ins Ungleichgewicht kommt und aus dem Sattel geworfen wird .... also nicht vom Pferd geworfen wird, sondern man wird aus dem Sattel ungewollt gehoben!

Dann ca. 3 Stangen nacheinander legen und nach diesen Stangen so 2 -3 Schritte des Pferdes ein Cavaletti aufstellen.

Ich sag jetzt mal, da spürst Du innerhalb einer Bahnlänge 3 verschiedene Bewegungen des Pferdes.
1x normaler Arbeitstrab, 1x mit mehr Beinaktion und 1x den Absprung.

Bei manchen Pferden spürt man den Absprung mehr bei anderen weniger. Das Hinderniss nach den Stangen kann man auch etwas höher machen, aber nicht all zu hoch, etwas höher als das Cavaletti dann spürst Du das intensiver.
Kommt halt auch drauf an wieviel Platz man hat.

Außerdem ist das auch ein gutes Konzentrationstraining da man sich auf verschiedene Dinge innerhalb kurzer Zeit nacheinander konzentrieren muß.
Genau wie beim Springen wenn mehrere Hindernisse hintereinander zu bewältigen sind.

Hört sich jetzt blöd an, aber diese Übung hat auch einen kleinen psychischen Trick. Viele denken schon vor dem Sprung "ohje das schaff ich nicht und wie mach ich das" Fehler ... immer denken jetzt klappt's.
Aber bei dieser Übung hast Du nicht viel Zeit zu überlegen. Du konzentrierst Dich zuerst auf die Stangen und bis Du viel drüber nachdenkst bist schon über das Cavaletti drüber.
Sehr oft spielen Gedanken mit eine Rolle wenn einiges Verpatzt wird.

Es gibt auch Reiter die tun sich schwerer über Hindernisse zu gehen die optisch richtig pompös aussehen aber im Prinzip nicht höher sind als 2 Cavalettis übereinander. Du glaubst gar nicht wie oft es nur reine Kopfsache ist und dann das eigene können aber in Frage stellt ;)

Denn wenn Du so weit bist, das Du in der Dressur automatisch ohne viel nachzudenken den Bewegungen des Pferdes folgst, ist diese Übung kein Problem.

Versucht es mal, damit habe ich schon bei vielen Mädl's Erfolg gehabt ;)

Ist Dein Sitz aber noch nicht so gefestigt, wäre es auch eine gute Idee mal kleine Übungen an der Longe zu machen, um Deinen Sitz zu festigen. Ein guter Reitlehrer sollte so Longieren können um ein Cavaletti mit einzubauen.
Mit einem gut Ausgebildetem Pferd ist es möglich den Zirkel also den Longenradius zu vergrößern, verkleinern und zu versetzen.
Bei Longenarbeit kannst Du Dich unabhängig von Zügeln besser auf die Bewegungen des Pferdes, Deinem Sitz bzw Deinem Gleichgewicht konzentrieren.

Bei geschlossenen Augen tut man sich zwar leichter aber da braucht man schon sakrisch viel Vertrauen zum Lehrer!

Übe deine Balance und dein Rhythmus Gefühl im Galopp. Du musst so weit sein, dass du jederzeit im Rhythmus bist und bleibst, auch wenn du zulegst oder zurücknimmst, wenn du in den leichten Sitz gehst und wenn du zurück in den Sattel gehst. Alles muss weich und geschmeidig sein. Dabei hilft Körperspannung halten und den richtigen Schwerpunkt nie verlassen. (Dressurarbeit, Vorbereitung zum springen)

es kann auch gut sein, dass du dich an den zügeln hältst, evtl dabei die Hand versteckst. das würde dich aus deiner Balance bringen, aus dem Schwerpunkt, und auch die automatische Bewegung deines Körpers stören, denn das Pferd zieht dich im Zweifel dann mit.

ändere dein ganzes reiten nicht nur weil du in eine springstunde reitest. Du musst dich weder im Sattel nach vorne oben strecken weil dort ein Sprung steht, noch musst du mit der Hand etwas anders machen.

nehme einige gymnastikstunden, das kann dir helfen anstelle von einem kleinen einzelsprung. Zb Reihen springen, dabei ruhig mit einer Stange anfangen, cavaletti dahinter, und wenn du soweit bist auch ein Sprung. Damit du Rhythmus fühlst und aktiv fühlen kannst, die Chance hast etwas zu ändern. Welche Übung auch gut sein kann, besonders wenn man sich seiner Hand nicht bewusst ist: du hast eine absprungstange, kleinen einsprung, ein galoppsprung und dann einen kleinen steil (wenn du noch nicht so sicher bist). In die Zügel kommt (hinter die Stelle wo du anfasst) ein Knoten. Über der absprungstange, also wenn das Pferd den letzten galoppsprung vor dem Sprung beginnt, lässt du den Zügel los und legst die Arme locker gerade an deine Seite, je nachdem welche körperkontrolle du hast oder halt auch nicht, können die Hände auch hinter den Rücken gehen. So pendelst du dich automatisch aus und spürst wie es sein sollte, und wie der richtige Schwerpunkt sich anfühlt, und dass es absolut nicht nötig ist sich am Zügel zu ziehen. Diese Übung mache ich persönlich immer wieder gerne :) auch mit hohen aussprüngen.

ein sicheres, braves Pferd und ein Trainer der beurteilt wie weit du bist und welche Übungen passen ist vorausgesetzt. Bitte niemals alleine springen, niemals alleine Experimente machen.

auch ein auch für dich passender Sattel ist wichtig, dein Bein muss richtig liegen dürfen und du darfst nicht zu wenig und nicht viel zu viel Platz haben. Die richtige bügellänge spielt auch eine wichtige Rolle.

letztendlich sieht dich hier niemand, es hängt von vielen Faktoren ab und du kannst viele große und kleine Sachen falsch machen die ausschlaggebend sind. Mit einem guten Trainer, welcher weiß wie er springstunden für Anfänger aufbaut, gutem weiteren dressurunterricht und einem braven willigen Pferd wird das schon werden.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Circa 20 Jahre Erfahrung, aktiv im Turniersport (LK 3)

Tja, das wird daran liegen, dass du kein wirklich geeignetes Pferd oder einen zu zaghaften Reitlehrer hast.

Och wurde, nachdem ich ein klein wenig über Stangen und Cavaletti geritten war, ein paar mal direkt über einen relativ hohen Sprung gejagt. Da nimmt ein gutes Pferd einen so zweifelsfrei mit, dass man eigentlich gar nicht anders kann, als es richtig zu machen.

Bei schüchternem Hüpfen, womöglich auf einem flach springenden Pferdchen, über sehr kleine Hürden, hat man gar keine Möglichkeit, die Bewegung zu erfühlen.

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