Wie war die Jugend früher im Vergleich zu heute (Kleidung, Manieren,.. )?

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Liebe/r lalax,

bitte achte etwas mehr darauf, Deine Frage aussagekräftiger zu formulieren, damit jeder erkennt, welchen persönlichen Rat Du damit genau suchst. Du erhöhst so die Chance auf hilfreiche Antworten.

Herzliche Grüße

Oliver vom gutefrage.net-Support

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hierzu wirst Du meistens nur noch Lügen hören. ? Beispiel: Heute erzählen Dir alle (damaligen) Jungs, dass gezwungen wurden mit Leibchen und langen Strümpfen herum zu laufen. Falsch. Wieso? Wir sind alle noch bis zur 10. Klasse damit sehr gerne herumgelaufen, wie wir bei Klassentreffen ....
Warum? Wegen den tollen Gummis, die wir für unsere Katapulte brauchten? Weil man früh morgens warme Beine hatte und Mittags kurze Hosen mit Socken (Strümpfe wurden einfach "ausgeklinkt" und herunter gerollt)? Da bleibt doch die Frage offen, weshalb die immer nur hinten zugeknöpft wurden, was ja beim Anlehnen in der Schulbank störte und bestimmt veränderbar war. Man ging jeden Morgen ohne alles zu seinen Eltern, denn das Leibchen wurde zuerst angezogen, und alleine ging das nicht. Und Abends eben umgekehrt. Und das in jedem Alter? Na und? Man will uns sogenannte Schamhaftigkeit andichten. Man redete darüber nicht gegenüber Fremden. O.K., aber selbst Fotos mit Jungen in Röcken werden heute "schamhaft" aus den Familienalben entfernt (gab es auch noch in den 40er Jahren - aber sehr kurz - unter den Röcken wurde nichts getragen). Noch schlimmer geht es bei der Nachtbekleidung zu mit dem Lügen. Im Winter für Jungs nur sehr kurze Nachthemden (Stoff war sehr knapp) und im Sommer nichts, auch wenn es für die Familie (besonders nach dem Kriege) nur ein Bett gab. Noch etwas: Es gab bis in die 50er Jahre für Mädchen und Jungen die gleiche Unterwäsche. Ups! Pssssst - das ist heute alles nicht mehr wahr.

Gestelltes Foto - Wieso? - Bei Junge waren die Knie immer (fast) gestopft. - (Wissen, Jugend, Ethik)

Schon die alten griechischen Philosophen, wie Sokrates haben die Unzulänglichkeiten der Jugend bemängelt. Und das mit ähnlichen Worten wie das heute getan wird.

Zitat:

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.Sokratesgriechischer Philosoph (um 469 vChr - 399 vChr)

Meine Frage: Wieviel Antworten braucht man, um zu belegen das früher alles besser war?

Sokrates habe ich schon angeführt. Viele weitere lassen sich anführen. Von Sokrates bis heute.

Und wenn ich das letzte halbe Jahrhundert nehmen will, dann benenne ich gutefrage.netEs ist nicht die Ausnahme das hier Aussagen gemacht werden die der Aussage von Sokrates gleichen.

Ebenso wird hier die Behauptung aufgestellt früher war es besser. Heute kennen die Kinder ihre Rechte besser als ihre Pflichten.

Dazu kann ich nur sagen: ich habe schon vor einem halben Jahrhundert meine Rechte "studiert" und meinen Eltern und Lehrern erklärt was sie dürfen und was nicht.Und ich war nicht der einzige aus dieser Generation.

Daher behaupte ich das sich seit Jahrtausenden nichts geändert hat.

Auch nicht die Sichtweise: "Früher war es besser".

Noch ein paar Hinweise:

1274 schreibt der Mönch Peter:»Die Welt macht schlimme Zeiten durch.Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst.ie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter.ie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so,als wüßten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft,sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise,ihrem Benehmen und ihrer Kleidung.«

Später sieht man die Jugend sogar als Krankheitszustand an, und Melanchton verlieh Mitte des 16.Jahrhunderts der Meinung Ausdruck,der grenzenlose Mutwille der Jugend sei ein Zeichen, daß der Weltuntergang nah bevorstünde.

Klagen über das extravagante Verhalten der Jugend werden zu einem Klagelied des 18.Jahrhunderts. Ein Schulmeister schreibt:»Das Verderben unserer heutigen Jugend ist so groß, daß ich unmöglich länger bei derselben aushalten kann.«

Die Disziplinschwierigkeiten werden so groß,daß sogar der Unterricht im Klassenverband in Frage gestellt zu sein scheint:»Ja,oft geschieht es,daß die nicht in chranken gehaltene oder nicht gebührend ausgetriebene Zuchtlosigkeit eines einzigen Jünglings von ungesunder Triebkraft und verdorbenen Auswüchsen auch die übrigen noch frischen und gesunden Pflanzen ansteckt.Deshalb konnte Quintilian mit Recht die Frage aufwerfen,ob es besser sei,die jungen Leute gemeinsam in Schulen oder einzeln in Häusern zu unterrichten.«

Ende des 18.Jahrhunderts verfaßt Kajetan von Weiller eine »Jugendkunde « , in der u.a.zu lesen steht:»Ihr sprühet von den Ambosen eurer Thorheiten und Laster gefährliche Funken...«.

»Immer wieder wird die 'Wirksamkeit der Volksschule bei dem zunehmenden Sittenverfall'(Allgemeine Schulzeitung, Darmstadt 1826,Abtlg.I,.201 -107 [sic!] uns .209 -213)diskutiert oder 'die immer lauter werdenden Klagen über die zunehmende Rohheit und Verwilderung unserer Jugend,besonders der erwachsenen Dorfjugend'(a.a.O.,.285 -287)erörtert.«

1852 heisst es in einem Regierungsbericht:»Es ist die Wahrnehmung gemacht worden,daß bei der Schuljugend die früher kundgegebene Anständigkeit und das sittliche Benehmen ...mehr und mehr verschwinde.«

»Achte die Jugend,du weißt nicht,wie sie sich entwickeln wird.« Konfuzius (551 -479 v.Chr.,latinisierter Name für Kongfuzi,K'ung-fu-tzu,»Meister Kong «,eigentlich Kong Qiu,K'ung Ch'iu,chinesischer Philosoph)

»Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander für verschiedene Rassen: Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, daß sie alt sind, und Junge begreifen nie, daß sie alt werdenkönnen.« ((Kurt Tucholski,Der Mensch)

Wir sind die Leute,vor denen uns unsere Vorfahren immer gewarnt haben !

TIPPFEHLER in der Bildunterschrift: Richtig: 1964 - Berlin-Arnimplatz: Gestelltes Foto - Wieso? Die Jungen hatten fast immer gestopfte (reparierte) Strumpfknie. Ergänzung: Im Gegensatz zu Hosen, konnten die gestopft werden. Also für uns Jungens die absolute Sahne, weil Mutter'n dann nicht so schlimm meckerte.

Na - da könnte man jetzt den alten Sokrates zitieren...


Es kommt auch drauf an, wie "früher" Du meinst.

Direkt nach dem Krieg hatt die Jugend sicherlich ganz andere Probleme zu bewältigen als Du Dir heute vorstellen kannst. Z.B.

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